Interview Rene Finck - Teil I
Vorab Glückwunsch zum letzten Bezirksmeistertitel. Hast du vor der Saison daran geglaubt? Wann hast du gewusst, dass es doch was wird mit dem Bezirksmeistertitel?
Zuerst mal Danke für die Glückwünsche. Diesen Erfolg hat sich die Mannschaft ganz alleine erarbeitet, wozu ich einen gewissen Anteil beitragen konnte. Ich habe auch schon vor Beginn der Saison damit gerechnet, dass wir zumindestens unter die ersten fünf Plätze kommen, weil wir bereits in der Bezirksklasse sehr stark gespielt und über 100 Tore geschossen haben. Das es sogar zum Titel gereicht hat, ist natürlich fantastisch. Und dass wir den Aufstieg in die Landesliga schaffen, hatte ich nach unserem starken Heimspiel gegen Warin am 10. Spieltag, welches bekannterweise 8:1 für uns endete, und dem anschließenden 1:0 Auswärtssieg in Mecklenburg, geahnt. Hundertprozentig sicher war ich mir, nachdem wir dann den SSC zur Beginn der Rückrunde mit 5:1 vom Platz gefegt haben, seit dem ging es für mich nur noch um den Titel!!
Warum seid ihr es geworden?
Warum wir es geworden sind, liegt auf der Hand: wir haben ein super Team, angefangen von der kompletten Offensivabteilung bis hin zur teilweise überragend spielenden Defensive. Und nicht zu vergessen: auch die Jungs, die von der Bank kamen, haben sich grundsätzlich bestens in das laufend Spiel integriert und ihren Stempel aufgedrückt. Spontan fällt mir da das Auswärtsspiel in Wismar ein, als "Möllerchen" eingewechselt wurde und ich glaube mit seiner ersten Ballberührung für die Wende im Spiel gesorgt hat.
Dein persönliches Saisonziel war mit deinen 20 geschossenen Toren in die Bezirksliga aufzusteigen. Der Aufstieg hat geklappt. Hättest es auch ohne einen Rene Finck zum Aufstieg bzw. zum Bezirksmeister gereicht?
Mein persönliches Saisonziel waren diesmal "nur" 15 Tore, diese Marke konnte ich ja um ein Tor überbieten. Ob es ohne mich zum Aufstieg gereicht hätte, ist natürlich ne schwierige Frage. Da wir eigentlich ganz gute "Vollstrecker" haben, denke ich schon, glaube aber, zum Titel hätte es nicht (ganz) gereicht.
Was traust du der Truppe nächste Saison zu?
Der Truppe traue ich auf jeden Fall einen einstelligen Tabellenplatz zu, dass setzt natürlich voraus, das sie zusammen halten und sich vielleicht noch mit dem einen oder anderen Spieler verstärken können, denn im Sturm klafft jetzt bestimmt ne "riesige" Lücke.(grins).
Nun zu dir: Wann hast du mit Fussball begonnen?
Fußball habe ich vor ungefähr 30 Jahren begonnen, nachdem ich als kleiner Junge diverse Sportarten probiert hatte, u.a. war ich 2 Jahre im Judo. Wie ich eigentlich zum Fussball gekommen bin, weiß ich leider nicht mehr, aber mein erster Verein war Motor Schwerin am Bleicher Ufer. Da gab es mal eine Sportanlage.
Wann bist zum NSV gekommen und warum bist du auf die Ranch gewechselt?
Meine Eltern bauten dann 1980 in Neumühle ein Haus und seitdem spiele ich für den NSV, nächstes Jahr wären es dann 30 Jahre !!!
Nach 22 Jahren Männerbereich in Neumühle - wie schwer ist es dir gefallen, aufzuhören? Was war der Beweggrund, abgesehen von deinem Alter ;) , gerade jetzt aufzuhören? Hätte es dich nicht gereizt, nochmal Landesliga zu spielen? Martin Költzow ist ja bekanntlich der Einzige beim NSV, der nur ein paar Landesligaspiele mehr hat als du.
Tja, und jeder kann sich sicher vorstellen,dass es auch mir nicht leicht fiel, nach so einer langen Zeit, aufzuhören. Gerade nach den beiden letzten so erfolgreichen Jahren, war ich bei der Bekanntgabe meines Rücktritts, doch schon sehr traurig und konnte meine Tränen kaum verbergen. Der Hauptgrund meines Rücktritts ist natürlich meine Familie, die nun über die Jahre sehr zurückstecken mussten. Jeder kann sich vorstellen, wenn man verheiratet ist, 2 kleine Kinder, ein Haus und einen anspruchsvollen Job hat, fehlt einem irgendwann die Zeit, alles vernüftig miteinander zu vereinen. An diesem Punkt stehe ich seit längerer Zeit und da ich es nicht mehr schaffe, auch noch jedes Wochenende zum Sport zu gehen, fiel die Entscheidung so aus, auch wenn die Landesliga und die Rekordmarke an Ligaspielen von Herrn Költzow zu knacken, sehr gereizt haben.