Kleiner Breitensportverein begeistert mit Junioren-Hallenturnier

9. Februar 2026

Fußballtalente in Schwerin: TSV Hartberg gewinnt HWP-Hallenmasters

Kleiner Breitensportverein begeistert mit hochklassigem Junioren-Hallenturnierer


(von Mirko Hertrich, Nordkurier/SVZ)
In der ausverkauften Palmberg Arena erlebt das Publikum beim HWP-Hallenmasters einen furiosen Fußball-Tag. Am Ende gewinnen eine Jugendmannschaft aus Österreich und kranke Kinder.


Wenige Sekunden nach dem Anpfiff gegen den Traditionsklub zappelt der Ball für die jungen Vorstadt-Kicker zum ersten Mal im Netz. Und auch wenn der Neumühler SV als Ausrichter am Ende des ersten von insgesamt 57 Turnier-Spielen knapp mit 2:3 Dynamo Dresden unterliegt, ist die Stimmung in der ausverkauften Palmberg Arena vom ersten Augenblick an hervorragend.


14. Jugendmannschaften treten an zum „Budenzauber“ beim 4. HWP Hallenmasters in Schwerin, dabei sind namhafte Clubs wie Titelverteidiger RB Leipzig, Hansa Rostock oder Energie Cottbus, deren Aufeinandertreffen so manchen Fan von Ostderbys ein Freudestrahlen aufs Gesicht zaubern dürfte. Die Spieler der U13-Teams werde zu Beginn des Turniers mit großem Rummel und viel Beifall auf dem Spielfeld begrüßt. Die Einlaufkinder sind dabei teilweise fast so groß wie die jungen Spieler.


Am größten ist der Jubel, als die Junioren vom Neumühler SV einzeln aufs Spielfeld laufen. Im Publikum sind zahlreiche Eltern oder Verwandte und Freunde. Der damalige Trainer Steffen Klatt hatte das Turnier 2023 ins Leben gerufen, damit seine Schützlinge, die mit dem Turnier mitgewachsen sind, einen Leistungsvergleich haben - und das nicht mit irgendwem.


Zum Hallenmasters 2026 wurden wieder viele Nachwuchsleistungsteams eingeladen. Der Breitensportverein vom Neumühler SV darf als einziges Team mit der U14-Mannschaft auflaufen, um mit den Nachwuchs-Mannschaften der Top-Clubs mithalten zu können, was in den Vorjahren recht gut gelang.


Trotz der am Ende sportlich nicht so überzeugenden Vorstellung ist der Initiator mit dem Verlauf des vierten Turniers glücklich. „Wir wollen Menschen gute Momente ermöglichen und zeigen, was man als kleiner Breitensportverein in einer kleinen Landeshauptstadt mit viel Herz und Leidenschaft erreichen kann“, freut sich Steffen Klatt.


Schwerins Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU) heißt die Gäste für die Stadt offiziell willkommen und grüßt insbesondere die Junioren-Teams aus Dänemark und Österreich. Einen besonderen Dank richtet er unter großem Applaus des Publikums an alle, „die das hier in monatelanger Arbeit auf die Beine gestellt haben“.


Das enge Organisationsteam für das Hallenmasters sind sechs Leute. „90 Prozent der Arbeit liegt bei mir“, sagt Steffen Klatt, viel davon sei aber Fleißarbeit, die sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lasse. Und am Turniertag sorgen 20 bis 25 Eltern ehrenamtlich dafür, dass sich Spieler, Publikum sowie Gäste wohlfühlen und nicht nur der Ball rundläuft.


Das Begleitprogramm kann sich wie in den Vorjahren absolut sehen lassen. Zu Gast ist unter anderem Ex-Hansa-Rostock-Spieler Kevin Pannewitz. Obwohl der Höhepunkt seiner Spieler-Karriere bei Hansa Rostock und VFL Wolfsburg schon mehr als zehn Jahre zurückliegt, hat er noch zahlreiche Fans.

Viele junge Turnier-Spieler und Besucher fragen ihn nach Autogrammen oder gemeinsamen Selfies. Für das Hallenmasters ist der 34-Jährige voll des Lobes. „Ich hätte als Kind früher gerne öfter an so einem Turnier teilgenommen, weil man so etwas selten hat.“


Weiterer Stargast des Turniers ist der Influencer Aminho, der in sozialen Netzwerken knapp vier Millionen Follower hat. Durch eine Stoffwechselkrankheit wurde er stark übergewichtig und auf dem Fußballplatz gehänselt. Mittlerweile macht er in Videos jungen Menschen Mut, dass sie alles schaffen können. Seine Botschaft kommt in Schwerin gut an. Oft ist der junge Leipziger von Trauben junger Menschen umringt für Selfies und Autogramme oder Tricks am Ball.


Ähnlich geht es den weiteren Stargästen, die Fußball allerdings an der Konsole spielen, aber dort schon Titel wie Weltmeister oder Deutscher Meister errungen haben. Umut Gültekin und Levy Finn Rieck von RBLZ Gaming ziehen viel Aufmerksamkeit der jungen Besucher auf sich und so mancher versucht sich im direkten Vergleich beim Spiel FC26 gegen die beiden. Bei täglichen Trainingszeiten der E-Sportler von sieben bis acht Stunden zogen aber alle den Kürzeren.


Die Spielzeiten konnten gegen eine Spende gebucht werden. Der Erlös des Hallenmasters wird wie in den Vorjahren einem guten Zweck zugutekommen. In diesem Jahr ist es der Verein Kinderkrebshilfe Westmecklenburg. Dessen Vorsitzender Prof. Dr. Peter Clemens freut sich im Namen der kleinen Patienten über das Hallenfußballturnier. „Wir hoffen, dass wir eine tolle Summe zustande bringen, die den Kindern ihr Schicksal erleichtert.“

Trotz eines straffen Zeitplans zieht sich das Turnier bis in den frühen Abend, bevor in einem leidenschaftlichen Finale am Ende TSV Hartberg als Sieger vom Platz geht. Die Österreicher setzen sich mit 1:0 gegen Brøndby IF durch. Der Neumühler SV kommt über Platz 14 nicht hinaus, Hansa Rostock belegt Rang vier.


Auch außerhalb der Halle verfolgen viele Menschen das Turnier. Der Nordkurier-Livestream wird von tausenden Zuschauern angeklickt. Nordkurier und Schweriner Volkszeitung sind auch in diesem Jahr Medienpartner.


Am Ende hat das Publikum einen emotionalen Tag mit Junioren-Sport der Spitzenklasse und viel Spaß sowie Leidenschaft erlebt. Und für den guten Zweck stehen 2.000 Euro auf der Spendenuhr.



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Bei der frisch aufgestiegenen SG Schlagsdorf/Mustin setzte es in Schleswig-Holstein (NICHT der wahre Norden!!!) eine herbe 5:0-Klatsche, bei der vor allem die Art und Weise des Auftretens erschreckend war. Jener Gegner sollte sich dazu aufschwingen, die Liga unnachahmlich zu dominieren und ohne Punktverlust geradewegs Richtung Kreisoberliga zu marschieren. Als alle das Spiel als Ausrutscher gegen einen starken Gegner vergessen wollten, setzte es die nächsten Dämpfer: Wunderknabe Dombrowski verletzte sich für mehrere Wochen, und auch in der Liga schien sich die Misere der Vorjahre fortzusetzen. Dem eher glücklichen Unentschieden gegen die nächste Spielvereinigung aus Parum-Dümmer folgte der Tiefpunkt der langen Leidenszeit. Gegen den Mecklenburger SV musste man im ersten Heimspiel eine 2:3-Niederlage hinnehmen, obwohl der Kontrahent in allen Belangen unterlegen war. Nach wie vor hatte das Team große Probleme, die Sportart einigermaßen nach Fußball und nicht nach „Drisch-den-Ball-in-die-Luft“ aussehen zu lassen. Die Lage wurde so prekär, dass kurzfristig eine Krisensitzung anberaumt wurde, um ein weiteres Abstürzen zu verhindern. Nach klaren Worten stand fest: Es muss sich vieles ändern, um die angeknockte Mannschaft wieder aufzubauen. Gerade defensiv zeigte man mehr Lücken als die Zahnreihe eines Amateurboxers, während offensiv der Motor nicht ins Rollen kam. Gegen Groß Salitz zeigte man sich dann immerhin in der Verteidigung deutlich stabiler. Auf dem Minirasen im Maisfeld schoss man mit dem einzig guten Angriff die frühe Führung, kassierte aber unmittelbar vor Schluss den unnötigen Ausgleich und stand somit nach vier Spielen mit nur zwei Punkten und einem vorletzten Tabellenplatz da, der den nächsten Abstieg bedeuten würde. Dennoch sah man in dieser Begegnung eine dezente Verbesserung, da erstmals der Wille beim Team stimmte, Spiele über Mentalität zu gewinnen. Baruschke zog seine Lehren aus dem erneuten Fehlstart und ging zu einer defensiveren Taktik über, die der Mannschaft entgegenkam und deutlich mehr Sicherheit im Aufbau verschaffte. Ebenfalls erholte sich die Verteidigung und sollte in den nächsten Spielen unter dem Duo Zengel/Sulkowski in der Innenverteidigung aufblühen, auch wenn beide dieser Position eher schwiegermütterlich gegenüberstanden. Auch Abräumer Schöwe, den sich der NSV sonst immer mit den Footballern der Mecklenburger Bulls teilen musste, zählte zu den Dauerbrennern. Diese Saison entschied er sich endlich für den richtigen Ballsport und glänzte als Zerstörer mit Offensivdrang, der auch fünf Tore erzielte. Den ersten Befreiungsschlag gab es gegen den Dargetzower SV mit einem 4:0-Heimsieg, bei dem es erstmals auch spielerisch lief und vieles besser klappte als zuvor. Wie bei der sagenumwobenen Ketchupflasche ging es jetzt richtig los, nach dem Premierensieg wollte man mehr. Ein deutliches Zeichen setzte man am sechsten Spieltag. Gegen den damaligen Zweiten aus Boltenhagen holte man einen extrem dominanten 1:6-Auswärtssieg und musste sich fast schon ärgern, nicht noch mehr Tore erzielt zu haben. Flügelflitzer Hoffmann brillierte hier mit einem Dreierpack. In der anschließenden Pokalwoche gab es zwar das Ausscheiden gegen den FC Selmsdorf durch ein 1:2 auf der heimischen Ranch, die Siegesserie in der Liga ging aber erst richtig los. Als Nächstes wurde mit Bad Kleinen das nächste Spitzenteam zerlegt. In dessen Stadion auf holprigem Rasen gab es einen Sieg mit vier Toren Vorsprung und ohne Gegentor. Auch wenn es spielerisch eher ausbaufähig war, konnte man über die richtige Einstellung den Sieg erzielen. Ein echtes Highlight des Spiels sollten die Flugeinlagen von Malocher Grap sein, der neunmal (ja, richtig gelesen, neunmal!!!) über seinen eigenen Schatten stürzte, aber immer wieder aufstand und defensiv eine starke Partie zeigte (man erinnere sich an den seitlich gehechteten Bauchklatschkopfball). Hiernach folgte das absolute Highlight der Hinrunde. Am siebten Spieltag empfing man den Zweitplatzierten der Liga, den Gostorfer SV, der mit Jerome Brandt nach wie vor den besten Torjäger in seinen Reihen hat. Was alle angespannt als sehr schweres Spiel betrachteten, entpuppte sich als wahres Fußballfest. Nach einer selten so gesehenen ersten Halbzeit voller fußballerischer Dominanz, perfektem Defensivspiel und gnadenloser Effizienz führte man nach 45 Minuten 6:0 (!!!); die gefürchtete gegnerische Offensive war so ungefährlich wie ein Kätzchen für eine Antilope. Am Ende stand hier ein 8:2, bei dem sich auch die Neuverpflichtungen zeigen durften. Von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit lockte man die jungen Studenten mit der Aussicht auf geselliges Beisammensein und gnadenloses Besaufen an. Durch die Verstärkung ergab sich für Baruschke eine ungewohnt luxuriöse Kaderbreite, die er vorher noch nicht erleben durfte. Statt der krampfhaften Suche nach öölf Spielern aus dem vorherigen Jahr gab es nun eher die Frage, welcher der anwesenden Spieler es nicht in den Spieltagskader schaffen kann, da es dort nur 18 Plätze gibt. Allgemein gab es spielertechnisch viel mehr Konstanz, sodass sich ein festes Gerüst einspielen konnte. Die Viererkette mit Grap, Zengel, Sulkowski und Käpt’n Schröder stand, davor räumte Schöwe ab, während Dombrowski das Offensivorchester dirigierte, das richtig auf Touren kam. Gegen den Lokalrivalen vom Burgseeverein Schwerin holte man einen knappen Derbysieg, der eigentlich höher hätte ausfallen müssen, auch wenn der Gegner viel fußballerisches Potenzial andeutete. Danach feierte man mit einem 9:1 gegen den völlig chancenlosen SV Sievershagen den höchsten Sieg der Hinrunde, mit dem man erstmals in der Tabelle dahin sprang, wo man sich vor der Saison hingewünscht hatte: auf einen Aufstiegsplatz. Durch ein abschließendes 1:4 gegen den Brüeler SV II und den damit siebten Sieg in Folge sicherte man sich zur Winterpause diesen zweiten Platz. Damit liegt man zehn Punkte hinter dem unangefochtenen Primus Schlagsdorf/Mustin, der ohne Punktverlust und mit der besten Offensive und Defensive ausgestattet sehr wahrscheinlich schon für die Kreisoberliga planen kann. Der NSV kann neben dem zweiten Tabellenplatz auch die zweitbeste Defensive und die drittbeste Offensive aufweisen. Insgesamt spielte der Neumühler Sportverein damit eine mehr als zufriedenstellende Halbserie, gerade in Anbetracht der ersten vier Spiele, in denen man zehn Tore kassierte und nur vier schoss. Einige wähnten sich hier nach wie vor in der Negativspirale der letzten zwei Jahre, doch dann schaffte man endlich die Wende, auf die man so lange gewartet hat. Diese wurde begünstigt durch die angesprochene taktische Umstellung, die nun etwas einfacheren Fußball vorsieht. Durch eine sich fest etablierende Achse von Spielern, die fast immer da waren, konnte sich im Team eine Sicherheit entwickeln und feste Abläufe einspielen. Der große Kader machte es möglich, Ausfälle besser zu kompensieren und auf jeder Position auch qualitativ ähnlich zu ersetzen. Außerdem schaffte man es endlich, die Mentalität auf den Platz zu bringen, die es für diese Ligen braucht. Selbst die Edeltechniker schrecken nicht vor rustikalen Grätschen zurück, um dem Team beim Verteidigen zu helfen. Dazu ist die Mannschaft im Angriff schwer auszurechnen, da es viele Torschützen gibt und nicht den einen Goalgetter. Somit können sich die Gegner nur schlecht auf den vermeintlich torgefährlichsten Spieler einstellen. Somit gibt es in Neumühle endlich wieder Siege und zufriedene Trainergesichter. Die lange Winterpause kommt jetzt eher ungelegen, und man darf gespannt sein, wie es im März weitergeht, wenn es gegen Schlagsdorf/Mustin auf der Ranch zum ultimativen Spitzenspiel kommt. Es bedarf eines perfekten Spiels, um jener Spielgemeinschaft den ersten Punktverlust zuzufügen. Unabhängig von diesem Ergebnis muss man die Form der letzten Spiele konservieren, um in der Rückrunde den nächsten Fehlstart zu verhindern und den aktuellen Tabellenplatz gegen die Konkurrenz zu verteidigen, die im engen Aufstiegsrennen nur knapp dahinter liegt und auf Fehler lauert.
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