Willkommen beim Neumühler SV

16. September 2026
Nach dem erfolgreichen Saisonstart in der Kreisoberliga ging es für den zweimal siegreichen Aufsteiger aus Schwerin ins weit entfernte Selmsdorf, wo der ebenfalls schadlos gestartete FC wartete. Nach zwei Siegen gegen den bekannt starken Emporkömmling aus Schleswig-Holstein, der SG Schlagsdorf/Mustin, und der SG Dynamo Schwerin II reiste nun die nächste Mannschaft aus der Landeshauptstadt nach Westen. Auf der Fahrt dahin lernte Hampusch durch eindringliche Hinweise seiner Mitspieler den Unterschied zwischen Links und Rechts, den kurz darauf folgenden Vergleich der Geheimratsecken zwischen Lode, Maschler und Hahn musste er dann unfreiwillig beiwohnen. Beide Teams wollten ihre Siegesserie fortsetzen und im „Spitzenspiel“ einen Warnschuss an die Liga abgegeben. Beim NSV hatte die Offensive zuletzt brilliert und mit 12 Toren hatte man mehr Treffer gelandet als so mancher Soldat in der Schussausbildung bei B. Schröder. Der Gastgeber hatte sich für das Rahmenprogramm mächtig ins Zeug gelegt, als Vorband trat die hauseigene B-Jugend gegen den FC Schönberg an und wurde mit 1:11 aus dem eigenen Stadion gefegt. Ähnliches hatte die Truppe von Coach Baruschke vor. Für etwas mehr defensive Stabilität rückte R.Hahn auf die Sechs, hinten rechts verteidigte für ihn P. Sulkowski. Links hinten „freute“ sich Koffein-Kevin über sein Comeback in der Abwehr. Zengel bildete mit Kapitän Schrotti die Innenverteidigung, vor der Dombrowski und Entelmann zentral sowie Boller und Hoffmann auf Außen für die besonderen Momente sorgen sollten. Vorne feierte Ludwigs seine Rückkehr in die Startelf nach einer wahren Odyssee von Verletzungen. Sorgenfalten bereitete einem schon vor dem Anpfiff die Größe des Platzes, auf den das Feld von Groß Salitz zweimal passen würde. Vor 40 begeisterten Zuschauern eröffnete Schiedsrichter Wirth die Begegnung. Nach anfänglichem vorsichtigen Abtasten wie bei schüchternen Frischverliebten nahm das Spiel schnell Fahrt auf. Die erste Chance verzeichnete Selmsdorf, aus guter Position flog die Kugel aber drüber. Danach begann die Leidenszeit von Flügelstürmer Hoffmann, der mehrere gute Abschlüsse verzeichnen konnte, diese aber nicht aufs Tor bekam. Da hatte das delikat zubereitete Sandwich als Snack vor dem Spiel wohl zu Zielwasser enthalten. Auf der Gegenseite zeigte Schlussmann Rusch eine beeindruckende Flugshow, als er einen Distanzschuss Richtung Winkel adlergleich aus der Luft fischte und über die Latte lenkte. So ging es hin und her, bis Selmsdorf etwas glücklich zur Führung kam. In der 26. Minute parierte Rusch einen Distanzschuss, den Abpraller wollte keiner so richtig klären. Der durchlaufende Langbehn kam zum Nachschuss, den der Schweriner Schlussmann ebenfalls mit der Patsche erwischte, aber nicht verhindern konnte, dass die Kugel Richtung Torlinie hoppelte. Ein weiterer Angreifer ging aus dem Abseits heraus zum Ball, brach seinen Laufweg aber schneller ab als so mancher sein Studium und wollte der Kugel entspannt beim Überqueren der Torlinie zusehen. Jedoch unterbrach der Pfiff von Wirth das Geschehen, bevor das Tor offiziell erzielt war. Der Unparteiische entschuldigte sich sofort für seinen Wahrnehmungsfehler und gab den Treffer trotzdem. Da er seine Pfeife aber betätigte, bevor die Kugel über die Linie gerollt war, hätte er diesen rein regeltechnisch nicht mehr geben dürfen. So wurde aus einer eigentlich klaren Angelegenheit durch diesen unglücklichen Eingriff des Spielleiters eine strittige Entscheidung. So oder so lag der NSV nun hinten. Neumühle antwortete mit verstärktem Drängen auf den Ausgleich, blieb hinten aber anfällig. Hoffmann vergab zwei weitere Großchancen, bei seiner besten irritierte ihn Spielmacher Entelmann durch einen etwas verunglückten Hackentrick. So schloss er zu zentral ab. Kurz vor der Halbzeit fehlte Ludwigs nur eine Spachtelspitze, um einen Querpass von Boller ins leere Tor zu versenken. Leider rutschte ihm aber der Ball unter dem Schuh durch und so blieb auch diese Gelegenheit ungenutzt. Da Selmsdorf mit seinen Chancen ebenfalls verschwenderisch umging, ging es mit einem etwas unglücklichem 0:1-Rückstand in die Halbzeit. In dieser zeigte sich Baruschke nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams. Bis auf die fehlende Chancenverwertung war man mit dem Gegner auf Augenhöhe. So war im zweiten Durchgang noch alles möglich, um das Minimalziel Punktgewinn noch zu erzielen. Dafür brachte er sieben Minuten nach Wiederanpfiff Hampusch für Entelmann, um den schleppend anlaufendem Offensivspiel neuen Schwung zu verleihen. Jedoch konnte dieser dafür nicht lange sorgen. In der 61. Minute prallt er eigentlich recht harmlos wirkend mit einem Gegenspieler zusammen, ging aber anschließend sofort vom Feld mit dem Wissen, sich schwerer verletzt zu haben. Für ihn kam der etwas perplexe Nittke in die Partie und ging auf die Position rechts hinten, Sulkowski durfte sich wieder im Angriff versuchen. Während die Gastgeber die Führung verwalteten und sich auf die Verteidigung konzentrierten, musste der NSV der Größe des Platzes Tribut zollen. Die Angriffe blieben meist ungefährlich und wurden unsauber ausgespielt. Auf der Gegenseite rückte Rusch immer mehr in den Vordergrund. Zuerst hielt er noch den knappen Rückstand fest, kurz darauf wurde er jedoch ein zweites Mal an diesem Tag überwunden, als Schunke von rechts in die Mitte zog und ihn in der 66. Minute schlitzohrig im kurzen Eck überwand. Nach diesen zwei Rückschlägen innerhalb kurzer Zeit fiel es den Schweriner schwer, sich wirklich gegen die drohende Niederlage aufzubäumen. Fehlendes Engagement konnte man ihnen nicht vorwerfen, es wollte einfach nichts bei rumkommen. Ständig kam der Pass den Ticken zu ungenau, man verlor den entscheidenden Zweikampf oder zielte zu unpräzise. Die beste Chance vergab Boller, als er freistehend zu zentral abschloss und Maschler von hinten bedrängt wie beim CSD den Nachschuss nicht im Tor versenken konnte. Jener war kurz zuvor mit Sylt-Urlauber Grap für Ludwigs und Sulkowski in die Partie gekommen. Rusch hatte in der Zwischenzeit alle Arme voll zu tun, eine höhere Niederlage zu verhindern und wehrte sich erfolgreich dagegen. Nur Stern überwand den Schweriner Trainingsweltmeister kurz vor Schluss zur endgültigen Entscheidung zum 3:0. Mit seinem letzten Pfiff besiegelte Wirth anschließend das Ergebnis. Nach einer offenen ersten Hälfte verliert man damit erstmals in der noch jungen Spielzeit. Obwohl einem zum Schluss hin die Puste ausging und die Niederlage an sich nicht unverdient kommt, muss man mit den vergebenen Großchancen der ersten Halbzeit hadern, die dem Spiel einen anderen Verlauf hätten bringen können. Während Neuburg in der Vorwoche die Lücken in der Verteidigung nicht nutzen konnte, gelang dies dem Heimteam umso öfter. So konnte man sich abschließend bei Rusch bedanken, dass man nicht noch mehr Gegentore kassierte. Selmsdorf hingegen machte es nach der Führung clever und stabilisierte die anfänglich wackelige Defensive. Nichtsdestotrotz konnten die Gäste zeigen, dass man mit einem Top-5-Kandidat der Liga mithalten kann. Am schlimmsten an diesem Tag bleibt die schwere Verletzung von Hampusch, dem wir an dieser Stelle gute Besserung wünschen wollen. Der Gegner klettert somit den zweiten Tabellenplatz, der NSV liegt nun auf Platz Vier hinter dem neuen Tabellenführer aus Roggendorf (9 Punkte), Selmsdorf und Brüel (7 Punkte). Als Nächstes geht es für beide Teams in der ersten Hauptrunde des Kreispokals weiter. Der heutige Gastgeber reist nach Krembz zum legendär kleinen Platz des Groß Salitzer FC‘s, Neumühle wird von der SG Dynamo Wismar empfangen. Danach geht es für die Schweriner in der Liga weiter gegen den Absteiger vom VFL Blau-Weiß Neukloster, der aus zwei Spielen bisher drei Punkte holen konnte. NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski (77. Grap), Zengel, C. Schröder (C), Salchow - Hahn, Dombrowski - Hoffmann, Entelmann (52. Hampusch/61. Nittke), Boller - Ludwigs (77. Maschler)

3. September 2026
Nach dem geglückten Ligaauftakt wartete auf den Neumühler SV der nächste unangenehme Gegner. Am zweiten Spieltag empfing man den Neuburger SV, vor zwei Saisons Kreispokalsieger und seit vielen Jahren Stammgast in der Kreisoberliga SN-NWM. In den letzten Begegnungen hatten sich die Gastgeber schwer gegen diesen Gegner getan und wollten nun die nächsten drei Schritte einsammeln, während der Gast nach der heftigen Auftaktpleite gegen Dynamo Schwerin II auf eine deutliche Leistungssteigerung hoffte. Leider mussten die Schweriner auf ihre Coaches Baruschke und Schaar verzichten, weswegen Vorstandsvorsitzender Schröder das Trainerteam unterstützte und bei der einen recht souveränen Eindruck machte, als hätte er sein Leben lang auf diese Chance gewartet. Die Führungsriege stellte das Team notgedrungen auf einigen Positionen um. Im Mittelfeld fehlten Schöwe und Leipold, für sie spielten im neu einstudierten 4-3-3 Hoffmann und Entelmann vor dem heute defensiv eingesetzten Dombrowski. Vorne begann Koffein-Kevin, während B. Schröder in der Abwehr das Glatze-mit-Bauch-Duo in der Innenverteidigung mit Neuzugang Genkel bildete. Im Gegensatz zum defensiv ausgerichteten Spiel gegen Holthusen wollte man dieses Mal vermehrt auf Pressing und frühe Ballgewinne setzen. Vor dem Anpfiff gab es mit Unparteiischen eine Schweigeminute, um einem verstorbenen Schiedsrichterkollegen zu gedenken. Der offensive Plan sollte von Anfang an gut funktionieren, Neuburg fand kaum in einen strukturierten Spielaufbau und leistete sich immer wieder offensive wie defensive Fehler. Bereits nach zwei Minuten drosch Salchow einen Abpraller per Volley unter die Latte und stellte früh auf 1:0. Schlussmann Binkowska sah dabei etwas unglücklich aus, der Ball sauste über ihn hinweg wie eine Sternschnuppe über ein verliebtes Paar am Nachthimmel. Diesen Blitzstart konnte man gleich bestätigen, als Bebernitz nach einer Ecke von Hoffmann seine Samba-Hüfte in die Flugkurve des Balles stellte und diesen ins Netz lenkte. 120 Sekunden nach dem Führungstreffer lag man bereits mit zwei Treffern in Front. Doch man wurde gerade erst warm und spielte sich in einen offensiven Rausch. Angekurbelt von Sechser Dombrowski, der seine Holding Six als stürmende Sechs neu erfand und mehr im gegnerischen Sechzehner auftauchte als ein Fresssüchtiger beim All-you-can-eat-Büffet, entwickelte sich eine Sturmfront auf das Neuburger Tor. Dabei vernachlässigte das Mittelfeld jedoch gekonnt die Absicherung, was die Angereisten zu der einen oder anderen Konterchance gastfreundlich einlud. Glücklicherweise fehlte hier die nötige Präzision und Zielstrebigkeit, um die Fehler zu bestrafen. Dies gelang dem NSV besser, nach einem der eigentlich seltenen offensiven Vorstößen von Hahn ließ Enkelmann in bester Kroos-Manier den Ball passieren und Dombrowski startete die Rakete wie Mätropolis. Seine Fackel zischte ins rechte Eck, Binkowska konnte nur hintergucken. Somit stand es nach 15 Minuten nicht nur 3:0, sondern sogar 4:0. Entelmann hatte geschickt einen Kontakt im Sechzehner angenommen und war grazil hingeplumpst, Boller trieb seinen Schärfe-vor-Genauigkeit-Ansatz auf die Spitze und donnerte die Kugel zentral unter die Latte. Trotz des frühen deutlichen Vorsprungs musste man in der Verteidigung wachsam bleiben. Genkel verhinderte mit einer Wahnsinsgrätsche den sicheren Gegentreffer, auf der anderen Seite erhöhte Hoffmann auf 5:0 in der 23. Minute. Mit der sicheren Führung ließ man nun die Zügel etwas lockerer und die Gäste kamen etwas besser ins Spiel. Die Lücken in der Abwehrreihe von Neuburg waren nach wie vor aber so groß wie das Wissen der Hagenower Abiturienten, wurden jetzt aber nicht mehr so hart bestraft. Und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das nächste Tor fiel. Weidemann traf einen Halbjahr geklärten Eckball satt und versenkte die Kugel im langen Eck. Torwart Rusch war bei diesem ersten richtigen Abschluss auf sein Gehäuse chancenlos. Den kleinen Warnschuss nahm man ernst und stellte noch vor dem Halbzeitpfiff auf 6:1, als Boller alleine auf weiter Flur cool blieb und seinen zweiten Treffer markierte. In der Halbzeit zeigte sich Aushilfscoach Schröder recht zufrieden mit seiner Leistung (und auch der des Teams), nur die defensive Absischerung blieb der Kritikpunkt Nummer Eins. Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, der ein wahres Chancenfestival werden sollte. Alle zu beschreiben, würde diesen Bericht in einen Essay über die Effizienz im Amateurfußball verwandeln. Toretechnisch begann es recht verhalten, erst in der 59. Minute erzielte man durch Dombrowski das 7:1, als er nach einer Ecke wie Horst Hrubesch zu seinen besten Zeiten das Spielgerät über die Linie schädelte. Doch zuvor hatte man in Person von Genkel und Captain Schrotti zweimal Aluminium getroffen, weitere gute Möglichkeiten ausgelassen und hinten weiter mit dem Feuer gespielt. Der Offensivdrang aller Mittelfeldspieler zeigte sich als Fluch und Segen, wobei in diesem Spiel der positive Part den negativen Part überbot. Nichtsdestotrotz schenkte man damit einem in jeder Hinsicht unterlegenem Gegner unnötige viele Torchancen, eine nutzte Losch in der 67. Minute zum 7:2, unmittelbar danach verhinderte Rusch den Nachschlag des Gegners wie eine mies gelaunte Kantinenfrau. Sichtlich erbost rief er sein Team zur Besinnung an, was nur teilweise gelang. In der Folge lieferten sich die Neumühler einen teaminternen Wettbewerb im Chancenvergeben, in dem auch die mittlerweile eingewechselten Ludwigs und später auch Maschler und L. Holst eingriffen. Zwischendurch erzwang Pressingmaschine Dombrowski das 8:2, als er Binkowska die Kugel klaute und ins leere Tor einschob. Die Partie flachte nun ab, das spannendste war die spontane Fehde von Boller mit einigen Gästefans, die sich in Galgenhumor versuchten. Kurz vor Schluss wurde es kurz hitzig, als ein Neuburger die Beine von Hoffmann wegdrosch, als wären sie ein Football beim Kick-Off. Der Gefoulte war damit nicht ganz so glücklich und geigten dem Täter recht unwirsch die Meinung, beide erhielten in einer ansonsten fairen Partie die gelbe Karte. Danach wurde es nochmal sportlich relevant, als C. Schröder einen Fernschuss losließ, der abgefälscht seinen Weg ins lange Eck fand. Der Spielführer feierte einen seiner wenigen Tore aus dem Spiel heraus mit einem beeindruckenden Statuen-Jubel, der der Freiheitsstatue in Sachen Opulenz in Nichts nachstand. Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. So feierte der Neumühler SV im ersten Spiel auf der heimischen Ranch einen furiosen 9:2-Sieg, den jedoch nicht alle so dermaßen feierten, wie das Ergebnis vermuten lässt. Während man in den ersten 25 Minuten den überforderten Gegner komplett überrollte, zeigte man defensiv zu viele Lücken und hatte nach dem schnellen 5:0 das eine oder andere Mal Glück, nicht einen einfachen Gegentreffer zu schlucken. Die mangelnde Effizienz im Angriff wurde in diesem Spiel nicht bestraft, man hätte ohne Probleme 15 Tore schießen können. Neutrainer Schröder zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis, der den NSV geradezu an die Tabellenspitze katapultiert. Auch wenn dies natürlich eine frühe und nicht aussagekräftige Bestandsaufnahme ist, wird man mit diesem Saisonstart und der maximalen Punkteausbeute sehr zufrieden sein. Als Nächstes trifft man auf den aktuell Zweitplatzierten vom FC Selmsdorf. Gegen dieses Team wird man in einigen Aspekten zulegen müssen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, B. Schröder, C. Schröder - Hoffmann, Dombrowski, Entelmann (56. Ludwigs) - Bebernitz (79. Holst), Salchow (79. Maschler), Boller


