Spielberichte der Herren 2023/2024

6. Juni 2024

Chancenwucher, Torfestival und Cinderella-Story: Neumühler SV gibt Sieg im letzten Saisonspiel ganz spät aus der Hand


Panik herrschte am Vormittag des letzten Spieltages der Landesklasse IV beim Neumühler SV. Selbst mit einem Einsatz des eigentlichen Trainerdous Waack/Baruschke als Spieler käme man nur auf 10 Mann, die den langen Weg nach Carlow antreten könnten. Bei Nichtantritt drohte eine hohe Strafe, bei einem Spiel in Unterzahl die nächste hohe Niederlage. Irgendwie fand sich dann doch schließlich ein Dutzend Spieler zusammen, das die Reise antreten sollte. Nach einer dreiviertel Stunde Fahrt über holprige Straßen und dichte Wälder, die den Anschein machen würden, als würden sich hier Fuchs und Hase gute Nacht sagen, kam man schließlich im weit entfernten Carlow an, wo die Menschen bestimmt schon Viertel vor statt dreiviertel sagen. Im Kabinentrakt, den der Verein sich übrigens mit der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes teilte, musste man aufpassen, dass man nicht falsch abbog und aus Versehen im Wahllokal landete, welches sich auf dem gleichen Flur befand.


Die finale Aufstellung der Angereisten las sich auf dem Papier ganz gut, entsprechen optimistisch waren die Schweriner dann doch, nach der Horrorserie von 11 Niederlagen am Stück endlich mal wieder Punkte zu holen und die Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden. Doch schnell gab es im Spiel den ersten Rückschlag, als Paul Kaltschnee in der ersten Minute des Spiels zur Führung für die Heimmannschaft nach einer Ecke einschob. Zu dieser Moment hatte im bisherigen Spiel nur ein Spieler des Neumühler SV den Ball berührt, als er diesen zuvor zur Ecke geklärt hatte. Anders als in vorherigen Begegnungen ließen die Schweriner sich diesmal davon aber nicht runterziehen, sondern begannen sofort die Jagd nach dem Ausgleich. Nach einigen ersten, noch zaghaften Annäherungen belohnten sie sich in der 17. Minute durch Windhund Justin Boller, der im gegnerischen Sechzehner einen Pass von Carlower Schlussmann Bahnert abfing und diesen anschließend überwand. Vorausgegangen war ein unwiderstehliches Ein-Mann-Pressing von Dampframme Stephan Schulz, der den Torwart unter Druck gesetzt hatte.


Hüben wie drüben gab es nun Chancen und Abschlüsse für die Teams. Nett gesagt spielten sie mit offenem Visier, ehrlich beschrieben waren die Defensivreihen schlichtweg dauerhaft löchrig wie ein Maasdamer. Sieben Minuten nach dem Ausgleich gab es für die Gäste die große Möglichkeit zur Führung, als der Unparteiische Matthias Krull etwas fragwürdig auf den Punkt zeigte. Kapitän Christian Schröder war es egal, er guckt Bahnert aus und hüppelte den Ball gekonnt in die andere Ecke. Doch die Führung brachte keine Ruhe ins Spiel, das muntere Scheibenschießen ging immer weiter. Was die Zuschauer freuen dürfte, sorgte bei den Trainern beider Mannschaften für das eine oder andere graue Haar. Kurz vor der Halbzeit fielen in einer wilden Sequenz noch einmal drei Tore. Erst drehte Carlow durch zwei fast identische Kontertore das Spiel innerhalb von einer Minute durch Max Holst und Marcel Musielak auf 3:2, Neumühle antwortete noch vor der Pause durch Florian Hoffmann, der sich glücklicherweise gegen einen Rabona entschied und mit links nach einer Hereingabe am kurzen Pfosten die Knitte in den Maschen versenkte. Diesem Treffer war ein klares Foul vorausgegangen, dass Krull und sein Team aber genauso übersehen hatten wie ein vermeintliches Handspiel bei einem Carlower Treffer. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff vergab Boller die Riesen-Mega-Giganten-Möglichkeit auf die erneute Führung seiner Farben, als er es tatsächlich schaffte, den Ball aus fünf Metern freistehend sowie ohne Druck über das Tor und in Richtung Bierverkauf zu schießen. Auch nach der Pause sollte er in seinem letzten Spiel für den Neumühler SV weiterhin eine zentrale Rolle spielen.


Denn die ersten 20 Minuten des zweiten Durchgangs waren von vergebenen Großchancen auf beiden Seiten geprägt. Musielak auf Seiten der Gastgeber versagten dabei mehrfach die Nerven vor Torhüter Ludwig Rusch und seine unpräzisen Querpässe konnten von Haudegen Benjamin Schröder noch geklärt werden. Boller hingegen versemmelte auf der Gegenseite genug Chancen für eine ganze Rückrunde und konnte sein Pech kaum fassen. In der 74. Minute konnte er schließlich den Bann brechen und sein zweiter Tor markieren, als er nach einer Ecke fulminant aus dem Rückraum abzog und die Kugel unten links einschlug. Erneut sorgte der Vorsprung eher für Unruhe bei den Schwerinern, die sich danach erneut bei ihrem Torwart Ludwig Okto-Rusch bedanken konnten, der zweimal mit seinen Tentakeln sensationell im Eins-gegen-Eins hielt und das Ergebnis sicherte. Zuvor hatte Benjamin Schröder bereits einmal für seinen Schlussmann auf der Linie geklärt.

Waack zog seinen einzigen Joker in der 84. Minute und brachte Philipp Sulkowski für Stephan Schulz. Sulkowski, der sein erstes Spiel nach langer Verletzungspause machte, stand sofort im Rampenlicht. Einen Befreiungsschlag machte er an der Mittellinie fest und bediente rechts Hoffmann, der eine Flanke in den Strafraum schlug. Dort rutschte das Spielgerät an den zweiten Pfosten durch, wo Sulkowski sichtlich nervös vor Bahnert auftauchte. Nach einem kurzen Stepptanz auf der Stelle schnippelte er den Ball in gefühlter Zeitlupe präzise ins rechte Eck zum 3:5. Anschließend brachen bei Neumühle alle Dämme, die Märchenstory war perfekt, nur ohne Prinzessin, dafür aber mit Bierkasten. Als kurze Zeit später Carlow noch einen Elfmeter vergab, Kapitän Schröder hatte im Sechzehner überaus deutlich einen Textiltest bei seinem Gegenspieler durchgeführt, roch es ganz stark nach Auswärtssieg. Okto-Rusch verhöhnte die gegnerischen Angreifer nahezu schon, als er einen Bogenlampe-Abschluss nicht fing, sondern mit der Sohle stoppte. Anschließend drehte er sich auf der Stelle wie ein Hund, der es sich bequem machen möchte, und schnappte sich das Leder.


Doch die Gastgeber gaben nicht auf und gingen mit allerletzter Kraft in die Nachspielzeit, in der Paul Kaltenschnee nach dem schönsten Spielzug des Tages den Anschlusstreffer erzielte. Mit der letzten Aktion gab es noch einmal nach ziemlicher Verzögerung einen Freistoß nahe des Neumühler Strafraums. Das angebliche Handspiel war aber höchstens minimal und der direkt daneben postierte Linienrichter brauchte mehr als 5 Sekunden, um die Fahne zu heben. Diese Fehlentscheidung rundete die Leistung von Krull und seinen Assistenten, die sich irgendwo zwischen unglücklich und miserabel einordnete, passend ab. Die folgende Flanke köpfte Musielak aufs rechte Eck, Okto-Rusch konnte den Ball nicht am Pfosten vorbei, sondern nur gegen diesen lenken, wovon er über die Linie zum 5:5 sprang. Nun war der Jubel bei der SG Carlow riesig, die tatsächlich noch die Niederlage abwenden konnte. Danach beendete Krull schließlich die Partie.


Somit beendet der Neumühler SV die Saison mit einem Unentschieden und die Rückrunde mit mageren vier Punkten, was ebenfalls den Abstieg in die Kreisoberliga bedeutet. Wäre ein Unentschieden vor dem Spiel noch ein Traumergebnis gewesen, ist das Ergebnis aufgrund des Spielverlaufes recht bitter. Erneut stand die schaurige Defensive einem besseren Ergebnis im Weg. Auf Waack und Baruschke kommt nun in der Sommerpause die große Aufgabe zu, für Stabilität in der Verteidigung zu sorgen. Mit der Rückkehr einiger verletzter Spieler sollte sich zumindest die Kadersituation etwas entspannen. Nun folgt vorerst die Sommerpause, am 10. August steht aber bereits der erste Testspiel-Termin gegen Landesklassen-Aufsteiger VFB Goldenstädt.



Neumühler SV spielte mit: Rusch – Holst, Grap, B. Schröder, C. Schröder (C) – Hahn, Zengel – Hoffmann, Dombrowski, Boller – Schulz (84. Sulkowski)


Vier Gegentore trotz dreier Torhüter –

Hagenower SV besiegelt Abstieg der Neumühler Herrenmannschaft


Düstere Wolken hängen derzeit über der staubigen und knochenharten Ranch im besinnlichen Schweriner Stadtteil Neumühle. Nach dem Aufstieg als Tabellendritter aus der Kreisoberliga droht dem SV bei zwölf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und nur noch vier ausstehenden Spielen der direkte Wiederabstieg, dessen Verhinderung unwahrscheinlicher sein dürfte als die Meisterschaft von Leicester City in der Saison 2015/2016. Gegner am 23. Spieltag war der Hagenower SV, der die vorherige Saison als Meister abschloss, sein Aufstiegsrecht jedoch nicht wahrnahm und dem Tabellenzweiten aus Upahl überließ. Immerhin wettertechnisch scheint für den Neumühler SV weiterhin die Sonne, den auch an diesem Spieltag wärmte sie die Spieler bereits vor dem Anpfiff. Und da Torhüter Ludwig Rusch und Abwehrrecke Robert Hahn etwas früher als der Rest da waren, konnten sie die Sonnenstrahlen in den gemütlichen Korbstühlen noch etwas genießen, bis der Rest der Mannschaft um den heutigen Chef Simon „Barry“ Baruschke eintraf.


Ähnlich wie der Tabellenletzte hinkte auch Hagenow seiner Form hinterher, weswegen der automatische Vorbericht von Fußball.de das Spiel passenderweise als „Kräftemessen der Formschwachen“ bezeichnete. Die Gastgeber waren durch sechs Niederlagen am Stück tief in den spannenden Abstiegskampf der Landesklasse IV gerutscht und brauchten daher die Punkte genauso wie die seit acht Spielen punktlosen Schweriner. Mal wieder hatte man es als Trainer nicht leicht, Coach Barry standen neben den elf Startspielern, darunter mit Benjamin Schröder und Rusch zwei Torhüter, mit Kevin Salchow und Bastian Burghardt nur zwei A-Jugend-Spieler als Wechsler zur Verfügung. Letzterer ist eigentlich auch Torwart, stellte sich aber uneigennützig als Feldspieler zur Verfügung. Passenderweise merkte Kapitän Christian Schröder im Mannschaftskreis an, dass man nichts mehr zu verlieren hätte und befreit aufspielen könne, um den Bock endlich umzustoßen. Vor den Augen von 50 Schaulustigen eröffnete der Unparteiische Steffen Schmidt die Partie auf dem butterweichen Kunstrasen, der sich anfühlte, als würde man auf Wolken laufen.


Die Hagenower zeigten sich von Anfang an sehr körperlich in den Zweikämpfen, was vom Schiedsrichter und seiner langen Leine geduldet wurde. Neumühle zeigte am Anfang Anpassungsschwierigkeiten an diesen Stil und ging nach neun Minuten in Rückstand. Einen ersten Kopfball aus wenigen Metern konnte Schlussmann Rusch mit seinen Tentakeln noch sensationell von der Linie fischen, wenige Sekunden später war er aber das erste Mal an diesem Tag machtlos, als Danilo Grewe ebenfalls aus sehr kurzer Distanz freistehend köpfen durfte und die Führung erzielte. Diskussionen um ein mögliches Foul, Abwehrspieler Timon Sulkowski war im Kopfballduell klar unfair geschoben worden, fanden kein Gehör beim Offiziellen, der ansonsten aber durch seine ruhige und kommunikative Art die Partie gekonnt leitete. Die Gäste zeigten sich erneut anfällig bei langen Bällen hinter die letzte Reihe, die den schnellen Offensivkräften noch zu viel Raum bot. Im Angriff konnte man in den ersten Minuten bis auf einen zwar satten, aber zu zentralen Schuss von Robert Hahn, heute auf der Sechs aufgeboten, nichts vorweisen.

Umso überraschender fiel dann der Ausgleich in der 19. Minute. Hahn bekam den Ball und spielte einen gechippten Lupfer-Steckpass in den Lauf des einstartenden Florian Hoffmann, der sich nicht lumpen ließ und lässig per Lupfer den schmeichelhaften Ausgleich erzielte. Mit diesem Treffer stabilisierte sich Neumühle für eine Zeit lang, der eigentliche Torhüter Schröder, der früher auch mal als Abwehrspieler angefangen hatte, zeigte sich als solider Abwehrchef und schickte die Gegner mit seinen lautstark kommunizierten Abseitsfallen desöfteren ins Abseits. Diese Fallen stellte er dabei geschickter als ein Wilderer in den Wäldern von Connecticut. Umso bitterer war das 2:1 nach einer Ecke, als Rusch erneut überragend hielt als hätte er acht Arme, weswegen sich der Spitzname Okto-Rusch aufdrängt. Grewe schaltete schneller als die Gäste-Abwehr und brachte per Abstauber seine Farben erneut in Front. Der Schweriner Offensivmotor klemmte nach wie vor und brachte bis zur Pause nichts Zählbares mehr zustande.


In der Halbzeit änderte Baruschke die taktische Grundausrichtung und wollte sein Team ins verstärkte Pressing schicken. Die Umsetzung auf dem Feld ließ aber stark zu wünschen übrig. Neumühle lief bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit oft nur hinterher und musste in der 53. Minute einen erneuten Gegentreffer hinnehmen. Nach dem besten Nimm-du-ihn-ich-hab-ihn-sicher-Prinzip tanzten Sulkowski und Kapitän Christian Schröder Ringelreihen um den Ball, den sich schließlich ein Hagenower schnappte und vor Torwart Rusch auf Robert Dietrisch querlegte, sodass dieser problemlos ins leere Tor einnetzen konnte. Damit fingen sich die Angereisten auch das 100. Gegentor der Saison ein und untermauerten unfreiwillig damit ihre Tabellenposition am Ende der Liga. Mit zunehmender Spieldauer und nachlassenden Kräften wurde die Partie immer einseitiger und nur der in Höchstform spielende Rusch verhinderte mehrfach weitere Gegentreffer für sein Team.

In der 60. Minute feierte Kevin Salchow schließlich sein Debüt für die Neumühler Herrenmannschaft, als er für Henrik Kojetin eingewechselt wurde, der alterstechnisch vielleicht sogar sein Vater sein könnte. In seiner ersten halben Stunde überzeugte Salchow durch Einsatz sowie Technik und lieferte eine vielversprechende Kostprobe seines Könnens. Sein Team aber musste in der 68. Minute den nächsten Gegentreffer hinnehmen, als Finn Greitens nach einem der zahlreichen langen Bälle frei durch war und souverän einschob. In der 72. Minute musste Linksaußen Boller verletzt runter, Jürgen Klopp würde die Blessur als „Ganzkörperprellung“ beschreiben. Boller, der in Halbzeit Eins schon gehörig auf die Socken bekommen hatte, erinnerte beim Verlassen des Platzes den einen oder anderen Kenner an Ousmane Dembele beim halbwegs grazilen Überqueren einer Werbebande im DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München. Er wurde durch den Burghardt ersetzt, sodass nun drei eigentliche Torhüter für Neumühle auf dem Platz standen. Als sich Stürmer Erik Ludwigs wenig später den Knöchel verdrehte, mussten die Gäste die Schlussviertelstunde in Unterzahl über die Bühne bringen. Mit dem Schlusspfiff des Unparteiischen endete dieses erneut gebrauchte Spiel für den Neumühler SV, das allen minimalen Restchancen auf den Klassenerhalt ein Ende setzte.


Jenes Spiel war ein Spiegelbild der bisherigen Rückrunde der Schweriner. Die ersten 45 Minuten spielte man gut mit, musste am Ende aber aufgrund von unnötigen Gegentoren, schlechter Abwehrarbeit und mangelnder offensiver Durchschlagskraft erneut die Segel streichen und nun den bitteren Gang in die Kreisebene antreten. Faszinierenderweise hat man mit 44 Toren mehr geschossen als der Hagenower SV, der drei enorm wichtige Punkte einfahren konnte, und auch den Tabellensechsten aus Warin übertrumpft man in dieser Statistik. Die schlechte Defensive zeigte sich aber als zu großes Hindernis im Kampf um den Klassenerhalt. Immerhin besteht noch die Chance, nicht als Tabellenletzter abzusteigen, Neustadt-Glewe liegt nach wie vor nur zwei Punkte vor einem auf Platz 13. Als Nächstes empfängt nun den TSG Gadebusch auf der heimischen Ranch, während Hagenow nach Carlow reist.


Neumühle spielte mit: Rusch – Grap, B. Schröder, Sulkowski, C. Schröder (C) – Hahn, Kojetin (60. Salchow) – Hoffmann, Dombrowski, Boller – Ludwigs (72. Burghardt)


Niederlage trotz 0:2-Führung

Neumühler Herren verlieren auch gegen FC Schönberg II


Nach enttäuschenden Spielen gegen die direkte Abstiegskonkurrenz ergab sich für den Neumühler SV am 19. Spieltag die vorerst letzte Gelegenheit, gegen ein anderes Kellerkind Punkte zu sammeln. Gegen die zweite Mannschaft des FC Schönberg musste dringend ein Sieg her, um neue Hoffnung im Abstiegskampf schöpfen zu können. Mal wieder standen den Trainern Waack und Baruschke nur 12 Mann für diese Mission parat, nichtsdestotrotz wollte man das Beste draus machen und die Partie zumindest nicht verlieren. Trotz der brenzligen Situation war die Stimmung vor dem Anpfiff gut im Team, auch wenn Abwehrkante Tom Grap seinen Mitspieler Robert Hahn für dessen vorbildliche Fahrweise ganz im Sinne der STVO bepöbelte. Topscorer Marc Kirchhoff verstärkte die gute Laune mit fetten Beats aus seiner eigens dafür mitgebrachten Box. Die Mucke veranlasste Fabian Bebernitz, seine Tänzerhüfte zu demonstrieren, die ihm 2008 die Vizemeisterschaft der Schweriner Tanzmeisterschaften in der Kategorie „U16 Männlich Samba Einzeln“ einbrachte.


Taktisch bediente sich das Trainergespann eines Kniffes und pferchte die Mannschaft zwischen den Schröders ein. Hinten Torwart Benjamin, vorne Kapitän Christian. Diese sollten das hochmotivierte Team anleiten. Außerdem durfte Timon Sulkowski endlich wie gewünscht auf der offensiven Außenbahn auflaufen, während Janne Dombrowski und Dominic Kern die Nachwuchs-Doppelsechs bildeten. Pünktlich mit dem Aufwärmen verschwanden auch die Regenwolken und wichen der Sonne, sodass Hahn seine Spielerhandschuhe ganz schnell wieder ausziehen konnte. Somit war alles für einen erfolgreichen Fußballnachmittag vorbereitet.


Kurz nach Anpfiff musste Keeper Schröder einen flatternden Distanzschuss gekonnt auf die Latte pritschen, ansonsten begann das Spiel für die Schweriner perfekt. Bei einem Einwurfschleudersteilpass von Tanzass Bebernitz, der dabei erneut seinen geschmeidigen Körper unter Beweis stellte, erlief sich Kirchhoff schneller als alle Gegenspieler die Kugel und piekte sie in der achten Minute gekonnt am Schönberger Schlussmann Scheffler vorbei zur frühen Führung. Seinen Wert für die Mannschaft zeigte der Torschütze nur 60 Sekunden später erneut, als er einen Zuckerpass auf Rechtsaußem Justin Boller spielte. Der Mann mit der windschnitten Frisur demonstrierte sein enormes Tempo und ließ auch Scheffler keine Chance, sodass es nach nicht einmal zehn Minuten 0:2 für die Gäste stand. Defensiv zeigte man sich zwar etwas nachlässig, aber Schönberg war noch gnädig mit den Fehlern. So kamen der Neumühler SV zu weiteren Topchancen. In der 17 Minuten zwirbelte Bebernitz die Kugel mit der Außenmauke aus der Distanz aufs kurze Eck, scheiterte aber wie Kirchhoff zehn Minuten später an Scheffler, der beide Male stark parierte. Vor allem die Chance des Spielmachers war dabei eine hundertprozentige, da er aus 10 Metern vollkommen frei abziehen durfte, aber zu zentral schoss. Dies tat er vermutlich ganz im Sinne des Fair Play, hatte er sich vorher den Ball doch regelwidrig, aber ungesehen von dem Unparteiischen mit der Hand vorgelegt.


Die Gäste bestraften die fehlerhafte Verteidigung der Gäste schließlich, als Kevin Kowalski in Minute 32 nach einem Pfostenschuss eiskalt abstaubte und den Anschluss erzielte. Doch die Angereisten reagierten prompt und trafen erneut durch Kirchhoff nur zwei Minuten später zum 1:3, wenn auch mit gütiger Mithilfe von Torwart Scheffler, der einen zentralen Kopfball durchrutschen ließ, wofür sich der Torschütze auch artig bedankte und damit auch seinen zuschauenden Kindern ein weiteres Mal ein gutes Vorbild war. Erneut dauerte es keine 120 Sekunden bis zum nächsten Treffer, diesmal wieder für Schönberg, als Conner Meyer nach einer kurz ausgeführten Ecke vollkommen freistehend im Sechzehner volley einschob. Das Rätsel, wer ihn eigentlich decken sollte, wurde bis heute nicht geklärt.


Damit waren genug Tore in der ersten Hälfte gefallen und Neumühle gewann nach langer Zeit mal wieder zumindest eine Halbzeit, wie Kirchhoff messerscharf analysierte. Vor allem vom Einsatz und der Präsenz zeigte man sich stark verbessert, Dombrowski und Kern hielten im Mittelfeld gegen die geballte Erfahrung der Gastgeber mit ihrer jugendlichen Energie gegen und entschieden somit einen Großteil der Zweikämpfe für sich. Grap gab zwar seine Tempodefizite gegenüber seinem Gegenspieler offen zu, dies störte jedoch keinen, da er ihn ansonsten besser im Griff hatte als ein Sugardaddy seine Lustgespielinnen. Auch der wieder mitgereiste verletzte Kapitän Lucas Ollhoff war soweit zufrieden. Das sollte sich jedoch in der zweiten Halbzeit schnell ändern.


Fünf Minuten nach Wiederanpfiff zischte ein Steckpass durch die Neumühler Abwehr, Hahn wollte per Grätsche zu Schröder zurückspielen. Zu seinem Schrecken war sein Rückspiel jedoch viel zu kurz, sodass Rene Lübcke den Torwart umkurven und den Ausgleich erzielen konnte. Wieder einmal dauerte es nicht lange bis zum nächsten Tor, wieder war Hahn entscheiden daran beteiligt, als er über den Ball schlug und Lübcke am Ende erneut erfolgreich war. Das Spiel war dadurch innerhalb kürzester Zeit gedreht worden, stand nun 4:3 für die Schönberger Zweitvertretung.


Boller ergab sich dann die Riesenmöglichkeit auf das 4:4, als er nach feinem Ball von Kirchhoff bereits Scheffler umkurvt hatte, aber mit einer phänomenalen Grätsche doch noch am Abschluss auf das leere Tor gehindert wurde. Danach begann das teaminterne Duell zwischen Hahn und Sulkowksi um die größte Blessur. Der Abwehrspieler spürte es in Oberschenkel, Wade, Knöchel und Zeh (nicht zu verwechseln mit dem Kinderlied „head, shoulders, knees and toes“), der Flügelflitzer in den Waden. Wenigstens dieses Duell konnte Hahn an diesem Tag noch für sich entschieden, sodass Sulkowski zu seinem Schock auf dem Feld und fortan in der Abwehr spielen musste, als Thomas Penz in der 67. Minute für den stark lädierten Verteidiger kam. Das Spiel war nach wie vor offen, auf beiden Seiten ergaben sich Chancen auf weitere Tore. Schlussmann Schröder parierte gut im Eins-gegen-Eins, auf der Gegenseite verzog Boller nach guter Kombination aus spitzem Winkel knapp am langen Kreuzeck vorbei. So mussten die 37 Zuschauer bis zur 70. Minute auf das nächste Tor warten, als die Gastgeber einen Freistoß in der gegnerischen Hälfte schnell ausführten und Wesley Wehsel auf 5:3 erhöhen konnte. Die Schweriner gaben aber nicht auf und näherten sich immer weiter an, bis Kern in der Schlussphase den Anschluss markieren konnte, wobei er auch davon profitierte, dass Gegner Daniel Bremer im Laufduell von einer Verletzung heimgesucht wurde und nicht mehr hinterherkam. Folglich blieb die große Chance zum Ausgleich aber aus, vielmehr war Schönberg wie zu einem Großteil der zweiten Halbzeit feldüberlegen und traf mit der letzten Aktion noch zum 6:4, als man einen zu kurzen Abstoß abfing und Wehsel seinen zweiten Torerfolg bejubeln durfte. Unmittelbar danach beendete der Schiedsrichter die Begegnung.


Somit verlor der Neumühler SV auch das fünfte Spiel in Folge und findet sich nach den Siegen der Konkurrenz nun auf dem letzten Platz der Landesklasse IV wieder. Zwar zeigte man sich vor allem in der ersten Halbzeit stark formverbessert, musste am Ende wieder aufgrund der zu schwachen Defensivleistung und trotz vier selbst geschossener Tore ohne Punkte nach Hause fahren. Der Relegationsplatz bleibt mit drei Punkte Abstand immerhin noch in Schlagdistanz, die zurzeit dort platzierte SG Aufbau Boizenburg empfängt man demnächst auf der Ranch. Aber mit einer löchrigen Verteidigung und einer sehr schlechten Tordifferenz wird das Unternehmen Klassenerhalt immer schwieriger, zumal nun mit FC Anker Wismar II und dem Poeler SV als nächstes zwei Spitzenteams auf dem Spielplan stehen und das Duell mit Boizenburg das letzte gegen ein Team aus dem Tabellenkeller sein wird. Nimmt man die positiven Dinge mit in die verbleibenden Spiele und behält sie über 90 Minuten konsequent vorbei, kann aber noch etwas für das Team möglich sein.

 

Neumühler SV spielte mit: B. Schröder – Grap, Zengel, Hahn (67. Penz), Bebernitz – Dombrowski, Kern – Boller, Kirchhoff, Sulkowski – C. Schröder (C)


Debakel auf der Ranch:

Neumühler Herren kommen gegen Rehna unter die Räder


Die Wochen der Wahrheit gehen weiter im beschaulichen Schweriner Stadtteil Neumühle. Nach zwei krachenden Niederlagen gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf folgte das dritte Duell gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller der Landesklasse IV, mit dem Rehnaer SV reiste der aktuelle Inhaber des Relegationsplatz 11 auf die „Ranch“. Beide Teams waren punktgleich und nur aufgrund des besseren Torverhältnisses standen die Gäste vor der Heimmannschaft. Somit war alles für ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel angerichtet. Auch Trainer Thomas Waack kehrte zurück auf die Trainerbank und stand gemeinsam mit seinem Assi Simon Baruschke nun vor der großen Aufgabe, eine neue Abwehr für seine Mannschaft zusammenzustellen, der ohnehin kleine Kandidatenkreis war durch den krankheitsbedingten Ausfall von Thomas Penz und Timon Sulkowski nochmal verringert worden. Am Ende musste im Vergleich zur Vorwoche eine komplett neue Viererkette her, auch in den anderen Mannschaftsteilen gab es einige Änderungen. So kehrte Ludwig Rusch zurück ins Tor, sein Konkurrent Benjamin Schröder musste in der Verteidigung aushelfen. Neben ihm liefen auch der eigentliche Stürmer Zengel und Tom Grap auf. Vor allem Letzterer zeigte sich heiß wie Frittenfett auf der ungewohnten Rechtsverteidigerposition. Kapitän Christian Schröder war zur Auflockerung am Vortag noch bei Luke Mockridge gewesen und wollte die positive Energie nun auch für das Spiel nutzen. Das Trainergespann schwor die Mannschaft auf diese immens wichtige Begegnung ein, in der viel auf dem Spiel stand.


Doch alle Hoffnungen, Pläne und Vorhaben wurden bereits nach wenigen Minuten zunichte gemacht. In einer zerfahrenen Anfangsphase nutze der Gegner bereits in der sechsten Minute seine erste Chance zur frühen Führung, nachdem das Generationenduo Kojetin/Dombrowski nicht entscheidend in den Zweikampf gekommen waren und Dustin Gebauer nach einem Pass in die Mitte einschieben konnte. Nur 180 Sekunden später dann der nächste Schock: Dribbelkönig Dombrowski verletzte sich an der Achillessehne und musste minutenlang behandelt werden, schließlich kam Erik Ludwigs für ihn in der 18. Spielminute. Nur zwei Zeigerumdrehungen später dann der nächste Nackenschlag: Tim Weinkauf erhöhte nach einem Flachpass durch die Abwehr auf 0:2 und nur zwei Minuten später konnte Nils Krause bereits das 0:3 erzielen. Die Rehnaer spielten sich in dieser Zeit in einen regelrechten Rausch und überrannten die Gastgeber komplett. Mitte der ersten Hälfte konnte sich Schlussmann Rusch das erste Mal auszeichnen und einen Abschluss noch mit den Fingerspitzen zur Ecke lenken. Wenig später drosch Gebauer die Kugel nach einem Solo, das Florian Wirtz neidisch gemacht hätte, knapp über das Gehäuse. Schließlich gab es in der 30. Minute noch einen Elfmeter für den Feind, der diesen aber nur an den Pfosten und den Nachschuss am Tor vorbei setzte. Vier Minuten vor der Halbzeit fiel dann schlussendlich das 0:4, als Aushilfsverteidiger Schröder eine Flanke unglücklich ins eigene Tor grätschte. Schiedsrichter Riebau hatte anscheinend schon das Mitleid befallen, denn er notierte sich als Torschützen den Passgeber Danny Softwedel. Bereits jetzt sah es düster für Neumühle aus, sodass Invalide Rötger Holst, der das Spiel nur hilflos von außen verfolgen konnte, Trost in übermäßigem Bierkonsum suchen musste. Dieses Hopfengetränk war als Schulter zum Ausheulen gleich gefordert, denn noch vor der Halbzeit musste man noch das 0:5 hinnehmen, als Gebauer seinen Doppelpack schnürte.


Nach einer desolaten ersten Halbzeit mit einem deutlichen Rückstand ging es in die Pause. Die schlechte Leistung stachelte die Kinder von Coach Waack, eines davon frisch durch die Jugendweihe nun in der Welt der Erwachsenen angekommen, anscheinen dazu an, dem Team helfen zu wollen und sich warmzulaufen. Jedenfalls musste Waack seine Sprösslinge mehrfach ermahnen, auf der Wechselbank sitzen zu bleiben. In der Halbzeit fand Co-Trainer Barry klare Worte, um sein Team aufzurichten. Gemeinsam sollte nun wenigstens die zweite Hälfte für die 60 Zuschauer gewonnen werden. Als taktischer Kniff wechselte Koje von seiner Linksverteidigerposition mit Kapitän Chrischi auf der Sechs und rieb sich in den nächsten 45 Minuten mehr in den Zweikämpfen auf als Harvey Weinstein an jungen, vielversprechenden Schauspielerinnen.


Die Halbzeitansprache schien sogleich Wirkung zu zeigen, denn in der 47. Minute konnte Florian Hoffmann nach Flanke von Rechtsaußen Justin Boller den ersten Ehrentreffer erzielen. Kurz darauf gab es für Goalgetter Marc Kirchoff die Chance auf Tor Nummer Zwei, doch nach schöner Kombination zwischen Boller, Hoffmann, Kern und seiner Wenigkeit sauste der Schuss knapp über die Querstange. Neumühle präsentierte sich in diesem Abschnitt deutlich verbessert, musste aber in der 54. Minute den nächsten Gegentreffer verdauen. Die Abseitsfalle schlug fehl, im Zwei-gegen-Eins war es für Softwedel ein Leichtes, sein zweites Tor zu markieren. Die erste Viertelstunde des zweiten Durchgangs war von vielen gelben Karten geprägt, einige Spieler sahen sich gar der Bedrohung eines vorzeitigen Duschgang ausgesetzt, auch wenn man dann seine Ruhe hat und niemand Badelatschen, Duschbad oder Handtuch schnorren kann.


In der 64. Minute brachte Waack Mattis Goldberg, der sich nun ausreichend auf sein Semester vorbereitet hat, für Adonis Grap. In direkter Reaktion darauf gelang den Gästen das 1:7 durch einen präzisen Abschluss von Poteradi aus dem Rückraum. Joker Goldberg wiederum antwortete nach Steckpass von Erik Ludwigs in der 74. Minute mit dem zweiten Heimtor. Neumühle drückte in der Schlussphase angetrieben von Käptn Chrischi und Hoffmann auf weitere Treffer, scheiterte jedoch entweder am gegnerischen Schlussmann Stefan Wilhelm oder am Abseits. Und so fiel kurz vor Schluss noch das 2:8 durch Bohlmann, der aus 16 Metern einschob.


Somit wird auch das dritte Spiel in Folge für den Neumühler SV zur Enttäuschung, die man mit einem Torverhältnis von 3:16 beendet. Dadurch ist die Lage im Abstiegskampf nun bedrohlicher denn je. Mit der schlechtesten Abwehr der Liga liegt man nach wie vor auf Platz 13 und hat zum Relegationsplatz drei Punkte und das deutlich schlechtere Torverhältnis Rückstand. Die halbwegs gute Nachricht ist, dass sich nach wie vor sieben Teams im Abstiegskampf tummeln und die Teams aus Boizenburg, Neustadt-Glewe und Schönberg nicht punkteten. Letztere sind der nächste Gegner für die Schweriner, die damit die nächste Chance bekommen, die schlechten Leistungen und Ergebnisse wiedergutzumachen. Um den Klassenerhalt nicht mit noch mehr Anstrengungen zu verbinden, ist dies auch zwingend notwendig.


Neumühle spielt mit: Rusch – Grap (64. Goldberg), Zengel, Schröder, Kojetin – Dombrowski (18. Ludwigs), Schröder (C) – Boller, Kirchhoff, Hoffmann - Kern


Nächster Rückschlag im Abstiegskampf:
Herren verlieren gegen Tabellenletzten SV Fortschritt Neustadt-Glewe

Eigentlich hatte das Fußballjahr 2024 perfekt für den Aufsteiger Neumühler SV begonnen. Mit Siegen gegen die SG Carlow und den Brüsewitzer SV hatte man sich im Abstiegskampf der Landesklasse IV auf Platz 9 vorgekämpft. Die gute Ausgansposition ging aber danach mit zwei Niederlagen gegen TSV Empor Zarrentin und den damaligen Tabellenletzten SV Seenland Warin wieder Flöten, sodass die Schweriner sich vor dem auf Platz 11 wiederfanden und erneut gegen das aktuelle Schlusslicht der Tabelle, den SV Fortschritt Neustadt-Glewe, antraten. Der Kader war unter der Woche noch die größte Baustelle gewesen, so stand bis Freitag ein Startelfeinsatz des Trainers Thomas Waack in Aussicht. Neben dem langzeitverletzten Kapitän Lucas Ollhoff, der mit Mittelfußbruch die restliche Saison verpassen wird, fehlte unter anderem auch der zuletzt formstarke Marc Kirchhoff. Dieser hatte im Jahr 2024 in fünf Test- und Pflichtspielen sieben Tore erzielt. Zusammen mit Ollhoff, der genauso wie er neun Saisontore aufweist, erzielte er 50 Prozent der insgesamt 35 Saisontore des SV. Glücklicherweise fanden sich doch noch zwei Spieler, und mit dem von den Altherren geklauten Roland Trilck standen Co-Trainer Barry, heute in der Chefrolle durch den kurzfristigen Ausfall von Waack, immerhin 13 größtenteils fitte Spieler zur Verfügung. So wurde sein eigener Einsatz als Spieler nicht mehr benötigt. Da er bei der Entsorgung seiner Fußballtasche anscheinend auch seine Schienbeinschoner gleich mit weggeschmissen hat, musste er sich ohnehin erstmal ein neues Paar schnorren, um überhaupt spielen zu können. Nichtsdestotrotz zog er sich erstmal mit um.

Schon alleine die Anfahrt wurde für einige zur ersten Herausforderung, da man nicht wusste, wo sich die Parkplätze für das Stadion befanden. Nachdem Thomas Penz sein mit allem Schnickschnack ausgestatten Edelflitzer fast bei Oma Gertrud im Vorgarten geparkt hatte, fand er doch noch die ausgewiesenen Parkflächen. Der Rasen im Stadion der Lederwerker in Neustadt-Glewe schockierte schon allein aufgrund seiner Größe so manchen Spieler, das hohe Gras, das für einen stumpfen Untergrund sorgte, tat zusätzlich sein Übriges. Erik Ludwigs zeigte sich trotz der herrlich warmen 24 Grad als Gegenteil eines Sommerfrischlers und reiste stilecht mit Mütze an. Vielleicht wollte er so verhindern, dass das Haargel schmilzt und die Frisur zerstört wird. So schön ein solches Sommerwetter im April auch ist, so unangenehm ist es, dabei über einen riesigen Rasenplatz zu hetzen.

Coach Barry reagierte auf die Anforderungen des Spielfeldes und fordert von seinen Leuten vermehrt lange Bälle auf die Außen Dominic Kern und Justin Boller, die ihr Tempo ausspielen sollten. Jedoch hatte der Neumühler SV große Schwierigkeiten, mit den Gegebenheiten klarzukommen. Bereits früh im Spiel hatten die Gastgeber drei Halbchancen per Kopf nach ruhenden Bällen, die aber allesamt ihr Ziel verfehlten. Eine erste Großchance gab es, als die Viererkette der Landeshaupstädter mit einem Chip-Ball a la Kimmich überspielt wurde, der gegnerische Angreifer aber leicht bedrängt von Neuzugang Robert Hahn die Kugel am Kasten von Schlussmann Benjamin Schröder vorbeischob. Jene Neuverpflichtung aus Greifswald hatte große Schwierigkeiten mit Platz, Wetter und seinem Körper und kam somit kaum ins Spiel. Aus dem Nichts ergab sich die erste und einzige aussichtsreiche Schussmöglichkeit der Käste, als Kapitän Christian Schröder für Boller ablegte, sein Abschluss im Sechzehner aber von einer perfekten Grätsche geblockt wurde. Ansonsten dominierte Neustadt-Glewe das Spiel und spielte keinesfalls wie ein Tabellenletzter. Dass es bis zur Halbzeit 0:0 stand, lag hauptsächlich an der schlechten Chancenverwertung des Gastgebers, der vor allem am schlechten Rasen und an sich scheiterte. Somit war das Halbzeitergebnis noch das Beste für den Gast.

Coach Barry verzichtete auf Wechsel und schwor seine Spieler auf die zweite Hälfte ein. Diese begann auch deutlich vielversprechender für Neumühle. Die langen Bälle aus dem Mittelfeld kamen erstmalig an. Urgestein Henrik „Koje“ Kojetin, länger im Verein als so mancher Teamkollege auf der Welt, suchte Linksaußen Kern mit einem schönen Flugball, der aber nicht ankam. Kurz darauf schlenzte Mittelstürmer Stephan Schulz die Kugel vom Strafraumrand mit faszinierender Flugkurve aufs Tor, fand aber in der Latte seinen Meister. Kurz darauf kam Rechtsaußen Boller nach schönem Solo zu einem Abschluss, schoss aber zu zentral. Auch Elfmeterrufe wurden nicht erhöht, als Kern im Sechzehner fiel, der Schubser des Abwehrspielers vermutlich aber zu wenig war für einen Strafstoß. Diese Drangphase wurde jedoch von der Gegenoffensive jäh unterbrochen. So scheiterte Neustadt-Glewe mit einem Freistoß aus 20 Metern am Außenpfosten und mal wieder an den eigenen Nerven, als ein Spieler alleine vor Schröder die Kugel über das Gehäuse hob. Kurz darauf rettete der Neumühler Schlussmann sein Team vor dem Rückstand, als er im Eins-gegen-Eins stark parierte und auch den Abpraller sicherte. Zuvor hatte Kapitän Schröder aus Versehen per Pike einen perfekten Steckpass zum Gegner gespielt und ihn besser eingesetzt als die eigenen Mitspieler an diesem Tag. Die aufkommende Frage, ob er das Trikot des Gegners unter dem Neumühler Jersey trage, war daher nicht ganz unberechtigt.

In der 66. Minute war das Glück der Schweriner schließlich aufgebraucht. Tom Herrmann wurde steilgeschickt, die Neumühler Abwehr lief mal wieder nur hinterher und auch Keeper Schröder konnte nicht verhindern, dass der Ball im kurzen Eck einschlug. Zu diesem Zeitpunkt war der Treffer auch wieder verdient. Die Gastmannschaft konnte auch danach nicht wieder ins Spiel finden und bekam nach wie vor die Zentrale nicht in den Griff und hatte auch in der Abwehr stets das Nachsehen. In der 83. Minute erhöhte Kevin Lau per Lupfer auf 2:0 und erzielte damit die Vorentscheidung. Nur sechs Minuten später stellte Paul Marchewski auf 3:0, auch wenn Koje davor ein Handspiel gesehen haben wollte. Schiedsrichter Michael Schmidt sah es anders und ließ den Treffer zählen. Nur vier Minuten später folgte sogar noch das 4:0 durch Kevin Lau, Neumühle konnte diesem noch weniger entgegensetzen als die CDU der Legalisierung der Homo-Ehe. Danach beendete der Unparteiische das Spiel und ließ die Neustädter (oder Glewener? Neustadt-Glewenianer?) jubeln.

Das Spiel wurde somit für die Schweriner zur nächsten großen Enttäuschung binnen einer Woche. Erneut verlor man gegen den Besitzer der roten Laterne und hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf diesen. Da die direkte Konkurrenz aus Warin, Rehna sowie Schönberg punktete und auch der Stadtrivale Schweriner SC gewann, rutscht man auf den vorletzten Platz ab. Immerhin steht zwischen der aktuellen Platzierung und dem rettenden Ufer nur die schlechtere Tordifferenz, auch Platz 9 ist nur vier Punkte entfernt. Dennoch bedarf es einer kräftigen Leistungssteigerung, um beim nächsten Duell mit einem direkten Abstiegskonkurrenten endlich wieder Punkte zu holen, wenn man den Rehnaer SV auf der hauseigenen Ranch empfängt. Das Beste war noch, dass Coach Barry sich nicht einwechseln musste. Dieser gesellte sich trotzdem nach Abpfiff wie selbstverständlich unter die Dusche, als hätte er grade sechzig Minuten den Platz umgepflügt. Vermutlich wollte er sich die Dusche zu Hause ersparen, Wohnen ist ja teuer heutzutage. Die Leistung seines Teams dürfte ihm aber genug Schweißtropfen auf die Stirn und andere Körperflächen getrieben haben, um diese abwaschen zu müssen. Neustadt-Glewe trifft bei der Jagd nach weiteren Punkten am nächsten Spieltag auf die SG-Carlow.

Neumühle spielte mit: Schröder – Penz, Hahn, Hillmer, Bebernitz – Dombrowski, Kojetin – Boller, Schröder (C) (81. Trilck), Kern (74. Ludwigs) - Schulz

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27. Oktober 2026
Im Achtelfinale des Kreispokals SN-NWM wartete auf den Neumühler SV ein weiteres Team aus der Kreisliga. Der SC Ostseebad Boltenhagen hatte sich mit einem 6:1-Erfolg gegen SV Dassow 24 für die Runde der letzten 16 qualifiziert, womit die Schweriner nach dem 8:2 über Dynamo Wismar erneut als Favorit in das K.O.-Spiel gingen. In der Liga hatte man zuvor das Spitzenspiel gegen den Brüeler SV mit 4:5 verloren, wobei man auf Augenhöhe agierte und mehrfach an einem phänomenalen Schlussmann in Person von Görtemöller verzweifelte. Co-Trainer Schaar versuchte prompt, diesen abzuwerben, was der Man of the Match aber dankend ablehnte. Nach diesem Dämpfer kam der Wettbewerbswechsel recht gelegen, um für die zweite Hälfte der Hinrunde frischen Wind mitzunehmen. Wind war an diesem Pokalnachmittag auch ein gutes Stichwort, denn es blies ein raues Lüftchen quer über Kunstrasenplatz der Gastgeber aus Boltenhagen. Der Kader von Coach Baruschke verzeichnete einige Ausfälle, Comebacks und Aushilfen. Oktopus Rusch hatte sich im Training verletzt und fehlte ebenso wie beispielsweise Abräumer Schöwe, der seinen dauerkaputten Fuß schonte, und Kapitän Schrotti. Zwischen die Pfosten rückte aber nicht wie erwartet Ausbilder Schröder oder das neu entdeckte Torwarttalent Jane Dombrowski, sondern es kam zu Comeback der Dekade, das noch mehr Wellen schlug als die Rückkehr von CM Punk oder Edge in den Wrestling-Ring. Burghardt, seines Zeichens ehemaliger Schlussmann des NSV im Vorruhestand mit zarten 20 Jahren, erbarmte sich dem Flehen und Betteln von Assistent Münchow und kehrte zurück ins Tor seines Lieblingsvereines. Über seinen Coup freute sich Münchow so sehr, dass er vor dem Spiel doch glatt Koffein-Kevin die Monster-Energy-Dose klaute und selbst konsumierte. In der Verteidigung musste das Diebstahl-Opfer auf seiner verschmähten Linksverteidiger-Position aushelfen, die Abwehr ergänzten die Raubeine B. Schröder, Genkel und Hahn. Student Zengel, der heute die Kapitänsbinde tragen durfte, sollte hinter Zauberer Dombrowski und Ludwigs im Mittelfeld abräumen. Im Angriff starteten wie gewohnt Entelmann und der Boller-Wagen, die von Hoffmann unterstützt wurden.  Auf der Bank feierte Lode nach überstandener Verletzung seine erste Kadernominierung. Neben ihm saßen Penny-Lenni und Veteran Schmidt, der eigentliche Spieler der Alten Herren half netterweise aus. Lässig hörte er sich in Unterhose und Badelatschen die Kabinenansprache (oder eher Duschansprache) des Trainergespanns an und farmte dabei massig Aura, um sich danach selbstbewusst die Nummer 10 zu schnappen. Trotz der widrigen Wetterbedingungen hatten sich immerhin 45 Zuschauer eingefunden, um dem Spiel beizuwohnen. Tietze-Böhm übernahm die Leitung der Begegnung, die als einziges Achtelfinale keine Linienrichter (oder wie Sportlehrer Lode sagen würde: Seiten-Richter außen) aufwies. Bereits nach wenigen Sekunden zeigte sich, wie das Spiel laufen sollte. Linksaußen Boller tauchte unmittelbar nach dem Anpfiff in gefährlicher Position im Strafraum auf, sein Querpass wurde gerade noch geklärt. Der Neumühler SV drückte die Gastgeber tief in die eigene Hälfte, sodass sogar deren Starstürmer Fink zum Verteidigen gezwungen wurde. Mal wieder zeigten die Gäste aber große Probleme mit der Effizienz. Entelmann köpfte zweimal aus bester Position vorbei und schaffte es dabei nicht, die Kugel aus minimaler Distanz in leere Tor zu stupsen. DJane Dombrowski, erneut Treibfeder eines Teams, war überall zu finden und bereitete perfekt für Ludwigs vor, dessen platzierten Schuss aber vom stark reagierenden Schramek aus dem Eck gefischt wurde. Er hielt auch gekonnt gegen Entelmann, der ihn im kurzen Eck überwinden wollte. Trotz der vielen Chancen war das Offensivspiel des NSV recht behäbig und von Fehlern geprägt. Dennoch dominierte man den Gegner, der offensiv nur auf lange Bälle hoffte. Das Glatzen-Gespann Genkel/Schröder war jedoch stets zur Stelle, sodass hier keine echte Gefahr von Burghardt entstand. Nur einmal zischte ein Schuss ans Außennetz seines Gehäuses, ansonsten erlebte er einen recht ereignisarmen Tag. Boltenhagen versuchte, defensiv mit harter Zweikampfführung zurückzuschlagen und langte beherzt zu wie einst Jumbo Schreiner bei Galileo. Abschrecken ließ sich der NSV aber nicht und drückte stetig auf die Führung, noch aber ohne Erfolg. Häufig probierte man es mit Distanzschüssen, die aber mehr streuten als ein Hausmeister im Winter und daher keine echte Gefahr entwickelten. Somit ging es mit einem 0:0 in die Pause, das dem Heimteam bedeutend mehr zusagte als den Schwerinern. Hier zeigte sich Baruschke, der sich beinahe selbst auf den Spielbogen geschrieben hätte, zuversichtlich, im zweiten Durchgang das Spiel zu entscheiden, zumal der Gegner nicht wirklich mithalten konnte. Daher schickte er die gleiche Elf wieder zurück aufs Feld. Dieses Mal machten es die Gäste besser und konnten früh den ersten Treffer des Spiels erzielen. Nach einem schönen Spielzug über links spielte Salchow in die Mitte, wo der freie Boller-Wagen das Spielgerät irgendwie an Schramek vorbeieumelte. Das erlösende Tor, das etwas Ruhe in die Begegnung brachte, sollte lange das einzige bleiben. Zwar gab es erneut genug Möglichkeiten, aber man scheiterte wieder am gut aufgelegten Schramek, seiner Latte oder sich selbst. Zum Problem wurde nun auch der Wind, der viele Freistöße und Flanken direkt in die Arme des Keepers trieb. Boltenhagen blieb seiner Taktik treu, mauerte und schlug lange Bälle, hatte damit aber nach wie vor keinen Erfolg. Baruschke brachte in der 64. Minute mit Schmidt mehr Erfahrung für den heute glücklosen Entelmann. Der Joker bereicherte das Spiel mit seiner unnachahmlichen Ruhe und Übersicht, womit er einige gute Angriffe einleitete. Neun Minuten später kamen auch Lankow-Locals-Leader L. Holst und Sportlehrer Lode rein, sie ersetzten Ludwigs und Hahn, letzteres hatte unmittelbar zuvor noch ein eindrucksvolles Luftloch geschlagen. Salchow rückte nun rechts in die Kette, Holst verteidigte links. Lode ersetzte Ludwigs positionsgetreu. Beide machten ihre Sache souverän und wurden kurz vor Schluss Zeuge der Entscheidung, als Boller-Wagen erneut zündete. Eine Flanke von rechtes kontrollierte er in der Luft und drosch sie nicht unhaltbar auf Tor, doch Schramek flutschte sie durch die Finger und über die Linie. Danach wurde es etwas hitzig auf dem Platz, was sogar Djane Dombrowski und den sonst in sich ruhenden Tietze-Böhm aus der Reserve lockte. Nach einem kurzen Klärungsgespräch mit beiden Kapitänen ging es aber weiter. Danach passierte nichts mehr, womit der Kreisoberligist als Gewinner feststand. In einer einseitigen Partie wurde der Neumühler SV somit seinem Favoritenstatus mehr als gerecht. Man dominierte den Kreisligisten und kam zu vielen Möglichkeiten, nutzte aber viel zu wenig davon und hatte wie zuletzt Probleme mit der Chancenverwertung, als man in der Liga gegen Brüel verlor. Dennoch erreichte man ungefährdet das Viertelfinale des Kreispokals. Der Gegner schlug sich defensiv wacker und hielt mit allem dagegen, konnte offensiv aber keinerlei Durchschlagskraft entwickeln. In der nächsten Runde trifft man nun auf den SFV Holthusen, der sich in einem echten Krimi in der 98. Minute in die Verlängerung rettete und dort das bessere Ende gegen den Mecklenburger SV hatte. Nach der 3:2-Heimniederlage zum Saisonauftakt hat der Kontrahent auch noch ein Hühnchen mit den Schwerinern zu rupfen, für die es zuvor in der Liga weitergeht. Nach der anspruchsvollen ersten Saisonhälfte, in der man außer Roggendorf alle Teams der oberen Tabellenhälfte abgearbeitet hat, stehen nun die schwierigen Spiele gegen Lübstorf, Brüsewitz und Wismar an. In den weiteren Pokalspielen siegten die restlichen Kreisoberliga-Teams gegen meist unterklassige Teams. Lübstorf und Neuburg sorgten jedoch in ihren ligainternen Duellen für Überraschungen, indem sie Neukloster und den Tabellenführer aus Selmsdorf rauswarfen. Ergänzt wird die Runde der letzten Acht durch Burgsee Verein Schwerin, der mit einem starken Kader und als souveräner Anführer der Kreisliga eventuell im Halbfinale auf den Neumühler SV warten würde, sofern er sich gegen den MSV Lübstorf durchsetzen kann. Auf der anderen Seite des Turnierbaums duellieren sich Brüel und die SG Schlagsdorf/Mustin sowie Neuburg und Dynamo Schwerin II, welche SV Schiffahrt und Hafen Wismar mit 7:5 besiegten. NSV spielte mit: Burghardt – Hahn (73. L. Holst), Genkel, B. Schröder, Salchow – Ludwigs (73. Lode), Zengel, Dombrowski – Hoffmann, Entelmann (64. Schmidt), Boller
20. Oktober 2026
Mit dem 8:0-Heimsieg gegen die SG Schlagsdorf/Mustin hatte der Neumühler SV frischen Wind für das Duell mit dem Lokalrivalen Dynamo Wismar II mitgenommen und hoffte auf eine Fortsetzung des bisher positiven Saisonverlaufs. Anhand der Tabelle war die Favoritenrolle schnell geklärt. Der Aufsteiger von der Ranch belegte mit 12 Punkten Platz Vier, während der Gastgeber bisher nur einmal gewinnen konnte und im Tabellenkeller festhing. Coach Baruschke musste ordentlich die Rotationsmaschine anschmeißen, denn aus der letzten Startelf fehlten einige Spieler. Zeitgleich kehrten aber auch altbekannte Gesichter zurück auf den Spielbogen. Vor allem mit Geschwistern wurde wild gefeilscht. Hinten rechts ersetzte P. Sulkowski seinen jüngeren Brüder, der lädierte Lankow-Locals-Leader Lenny stand anstelle von Ich-und-mein-R. Holst im Kader. Außerdem hatte Abräumer Hahn frisch von den Magdeburger Wiesn und seelisch gereinigt durch Mickie Krause den Weg in die Wolf-Systeme-Arena gefunden. Nach erfolgreich ausgerichteten Festival war auch Genkel wieder am Start. Besonders war die Partie auch für die beiden ehemaligen Spieler der Zweitvertretung des Verbandsligisten. Toptorjäger Entelmann, mittlerweile bereits so berühmt-berüchtigt wie Cat in the hat in der Schweriner Umgebung, und Boller verbrachten die letzte Saison am falschen Ende der Stadt. Die zwei zeigten sich hochmotiviert und analysierten akribisch das Personal des Gegners, bei dem sich zur allgemeinen Beruhigung keiner aus der ersten Mannschaft zeigte. Interessant wurde es im Mittelfeld, wo Schöwe und Hahn die Doppelsechs bildeten. Dies führte zu dem einmaligen Umstand, dass Hahn beim Fünf-gegen-Fünf in Team Offensive spielte. 80 Zuschauer waren eingekehrt, um bei Sturm und teilweise Regen diesem Spiel beizuwohnen. Geleitet wurde das Spiel von Schiedsrichter Wirth, der den NSV bereits in Selmsdorf gepfiffen hatte. Bereits von Anfang zeigte sich, dass es kein leichtes Spiel werden sollte. Mit dem kräftigen Gegenwind im Gesicht fiel es Neumühle schwer, den Ball produktiv zu bewegen. Dynamo stand tief und lauerte auf Konter über hohe Bälle, die durch die Böen überaus gefährlich wurden. Viel spielte sich im Mittelfeld ab. Nach einer Viertelstunde war es der Underdog, der als Erstes ins Netz traf. Im Strafraum bekam Gerhardt den Ball in rechter Position und zog ab. Der flache und platzierte Schuss zischte über den Rasen und schlug knapp hinter dem langen Pfosten ein, Hexer Rusch war chancenlos bei diesem Führungstreffer, der etwas aus dem Nichts kam. Danach passierte lange Zeit kaum noch etwas Erwähnenswertes. Bis auf ein paar gelbe Karten musste Wirth nichts weiter notieren. Einen Schreckmoment gab es, als Dynamos Schugens mit Ausbilder Schröder kollidierte und behandelt werden musste. Kurz sah es nach einer schlimmeren Verletzung aus, am Ende konnte er immerhin das Feld auf eigenen Füßen verlassen und sein Team anfeuern. Für ihn kam Dudaev ins Spiel, der in der Saison mit einem Viererpack bereits auf sich aufmerksam gemacht hatte. Kurz vor der Halbzeit gab es einen Aufreger, als der Boller-Wagen gegen seinen Ex-Klub durch war und von Schlussmann Bley außerhalb des Strafraums umgesenst wurde. Da noch zwei Verteidiger in der Nähe waren, ging die folgende gelbe Karte in Ordnung, auch wenn die Neumühler Bank gerne einen Platzverweis gesehen hätte. Den anschließenden Freistoß drosch Boller wie gewohnt mit Mach Sechs ins Torwarteck, wo ihn Bley gekonnt um den Pfosten lenkte. Diese Aktion stellte den ersten echten Abschluss für die Angereisten dar, die sich mit dem großen Platz und dem aggressiven Auftreten der Gegner schwertaten. Viele Flugbälle endeten im Nichts. Im Spiel nach vorne stimmte die Positionierung nicht und defensiv war man anfälliger als ein Lehrer für Burnout. Somit ging es mit einem nicht unverdienten 0:1-Rückstand in die Pause. Dort zeigte sich Baruschke trotz des bisher dürftigen Auftrittes seines Mannschaft noch optimistisch, das Spiel noch drehen zu können. Wechsel nahm er vorerst nicht vor und traute dem Team zu, mit Rückenwind und etwas anderer Taktik noch zu gewinnen. Die zweiten 45 Minuten begannen mit neuem Elan des Neumühler SV. Durch den nun günstigen Rückenwind konnte der Kontrahent seine langen Bälle nicht mehr so effizient spielen, man kam schneller wieder in Ballbesitz und schnürte Dynamo ein. Doch immer noch tat man sich mit dem Erspielen echter Chancen schwer. Selbst als Bley mithalf und bei einem eigentlich ungefährlichen Kullerball in seinem Sechzehner pennte, kam er doch noch schnell genug an den Ball, um ihn vor dem bereits geiernden Boller zu klären. Da erkannte Abräumer Hahn, dass sein Team frisches Blut benötigte. Seinen räudigen Kadaver schleppte er zur Bank und wurde ersetzt durch Ludwigs, der in Minute 64 das Feld betrat. Prompt schien die Mannschaft befreit von einer Last und erzielte den Ausgleich. Unmittelbar nach der Auswechslung gab es eine Ecke, die noch geklärt wurde. Den zweiten Anlauf schnippelte Dombrowski in die Box auf den freien Entelmann. Dieser verlängerte das Spielgerät gekonnt per seitlich hinplumpsenden Bauchklatscherkopfball, der Grap vor Neid erblassen ließ. Bley rutschte der Ball zwischen den Beinen durch, das Derby war wieder auf Werkseinstellungen zurückgesetzt. Durch den Ausgleich beflügelt drückten die Gäste nun auf die Führung, aber das Offensivspiel lahmte auch nach der Hereinnahme von Allstar Grap immer noch. Auch mit Dombrowski als zentralem Spielgestalter hinter der Doppelspitze Ludwigs/Grap hinkte der Angriff wie ein gichtkranker Pirat mit Holzbein. Die beste Chance vergab Grap, als ihm nach einer Ecke und eines Griff ins Leere des sonst so sicheren Bleys der Ball unvorbereitet auf die Platte fiel. Sein zufälliger Kopfball wurde aber noch vor der Linie geklärt. Auf der Gegenseite wurde Dynamo in der Schlussviertelstunde plötzlich offensiv aktiv und vergab zwei Riesenchancen auf die erneute Führung. Erst wurde Rusch überlupft und hatte Glück, dass der frei vor ihm stehende Stürmer das Tor verfehlte. Kurz darauf schaffte es doch tatsächlich ein Spieler, die Kugel alleine vor dem Neumühler Schlussmann so schlecht anzunehmen, dass sie in die Tentakeln des Adlers Rusch hüpften wie Entlein in die Hände von Disney-Prinzessinnen. Ansonsten wäre hier aus vier Metern Torentfernung wohl das 2:1 gefallen. Und so schlug in der 89. Minute die Stunde von Dombrowski. Aus großer Distanz zog er ab und scheuerte einen faszinierenden Flatterball auf das feindliche Gehäuse. Den wild in der Luft zappelnden Ball konnte Bley nicht abwehren, der NSV hatte das umkämpfte Derby gedreht. Zu diesem Moment spielte man seit fast zehn Minuten in einer kaum bemerkbaren Überzahl, nachdem ein Verteidiger des Heimteams längst überfällig des Feldes verwiesen wurde. Dynamo blies anschließend zur Schlussoffensive und erspielte sich mehrere aussichtsreiche Situationen, doch in den entscheidenden Momenten war immer ein Verteidigerbein eines gelb gekleideten Spielers dazwischen. Gerade Dudaev zeigte sich hier als permanenter Unruheherd, gegen den selbst das wilde Gestocher und Getrete von Kapitän Schrotti kaum half. Am Ende ging aber alles gut aus. So schaffte man es, den knappen Vorsprung mit viel Mühe über die Zeit zu bringen. Am Ende des Tages steht ein hart umkämpfter Derbysieg für den Neumühler SV. Nach einer dürftigen ersten Halbzeit steigerte man sich im zweiten Durchgang und konnte dabei auf den Rückenwind als zwölften Mann zählen. Somit geht man in einem Spiel, das eigentlich ein klassisches Unentschieden sein müsste, als Gewinner vom Platz und schafft es, Siege auch zu erzwingen. Dies zeigt eine wahrnehmbare Steigerung im Vergleich zur Niederlage gegen Klütz, die vom Spielverlauf ähnlich war. In der Tabelle ist man neben dem Brüeler SV der große Gewinner des Spieltages, da ansonsten alle anderen Teams aus der oberen Tabellenhälfte gegen Mannschaften von unten verloren. Der NSV steht damit auf dem zweiten Platz mit 15 Punkten und nur einem weniger als der Spitzenreiter aus Selmsdorf. Dahinter lauern Roggendorf und Brüel mit 14 Punkten. Die SG Schlagsdorf/Mustin hat ein Spiel weniger und könnte mit einem Sieg mit den Schwerinern gleichziehen. Holthusen, Neukloster und Neuburg vervollständigen die restlichen Plätze mit zweistelliger Punktzahl. Es bleibt also nach wie vor eng im Kampf um die Aufstiegsplätze. Wichtig für Coach Baruschke wird aber sein, dass man jetzt schon ein großes Polster auf die Abstiegsränge hat, wo Dynamo Schwerin II nach wie vor klebt. Als Nächstes empfängt man auf der heimischen Ranch den bereits angesprochenen Brüeler SV von Platz Vier. Es steht also das nächste Spitzenspiel für den Aufsteiger an, besonders gefährlich bei den Gästen zeigte sich Pöhle mit 10 Toren. Damit führt er die Torjägerliste zusammen mit Railian vom VFL Blau-Weiß Neukloster an, dahinter steht Entelmann mit 7 Treffern. Es stehen also alle Zeichen auf das nächste Fußballfest. NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski, Genkel, B. Schröder, C. Schröder (C) - Hahn (64. Ludwigs), Schöwe - Bebernitz, Dombrowski, Boller - Entelmann (78. Grap) Ebenfalls im Kader: L. Holst
9. Oktober 2026
Nachdem bisher so erfolgreichen Saisonstart in die Kreisoberliga SN-NWM musste der Neumühler SV am fünften Spieltag den ersten Dämpfer hinnehmen: In einem schwachen Spiel verlor man kurz vor Schluss gegen den bis dahin sieglosen Gegner aus Klütz und ließ dabei vor allem die offensive Durchschlagskraft komplett vermissen, sodass am sechsten Spieltag eine deutliche Leistungssteigerung gefordert war. Der Kontrahent hätte mit der SG Schlagsdorf/Mustin kaum ein schwerer sein können. Als Mitaufsteiger und Meister der vorangegangenen Kreisliga-Saison mit nur einem nicht gewonnenen Spiel und zwölf Punkten aus fünf Spielen war der Feind eindrucksvoll gestartet und hatte dabei auch etablierte Teams wie Brüel geschlagen. Das Momentum lag somit eher beim Gast, der an die Ranch aber keine guten Erinnerungen hatte. Das einzige Unentschieden der vorherigen Saison musste dieser in Neumühle hinnehmen, als dem Hexer Rusch ihm sein Cappi zu Matchwinner wurde. Auch Coach Baruschke hatte sich einiges vorgenommen und wollte die Rakete starten lassen. Während seiner umfangreichen und eindrucksvollen Taktikansprache hingen sogar die Eltern der C-Jugend an seinen Lippen, die im Vereinsheim eigentlich nur Hot Dogs verkaufen wollten. Im Alten Rom wäre er wohl Redner geworden und hätte Cicero Konkurrenz gemacht. Rusch kehrte nach zwei Spielen Abwesenheit ins Tor zurück und auch in der restlichen Startaufstellung gab es einige Änderungen. T. Sulkowski war das erste Mal in der Saison am Start und musste in der Abwehr nach dem Rechten sehen, daneben rückte Student Zengel wieder in die Innenverteidigung. Handwerker Ich-und-mein-Holst feierte ebenfalls sein Debüt in der ersten Elf auf Rechtsaußen, wofür Hoffmann wieder zentral spielte. Vorne begann erneut Entelmann, der sich im Sturmzentrum festzuspielen scheint. Auch an diesem Tag war die Ranch gut besucht, sage und schreibe 9.033 Zuschauer sollen es laut fußball.de gewesen sein. Egal, wie viele es wirklich waren, alle Heimfans sollten nicht enttäuscht werden. Schon früh gab es das erste Highlight in der Partie. Nach einem langen Ball über rechts segelte der Ball von außen in die Mitte. Der bemitleidenswerte Zech fälschte die Kugel laut Bratwurst-Bube Hampusch mit dem Allerwertesten ins eigene Tor ab, sodass der vermeintliche Underdog früh in Führung ging. In Minute Neun erhöhte Entelmann auf 2:0, als er nach Vorlage von Hoffmann den gegnerischen Torwart Sakrzewski überlupfte. Der NSV zeigte wie schon in den vorherigen Heimspielen eine sensationelle Effizienz und hatte den Gegner gut im Griff, der bedient war wie ein Stammkunde in Bierzelt. Nach 25 Minuten stellte Dampfwalze Bebernitz auf 3:0, als er die Kugel in den rechten Knick legte. Zuvor hatte er durch gutes Nachsetzen den Ball erobert. Der Boller-Wagen legte kurz darauf nach, als bei ihm der Zug mal wieder keine Bremse hatte und er das Spielgerät ins Netz drosch. Danach gab es plötzlich einen Schreckmoment, als Entelmann sich das Knie verdrehte und mit Schmerzen bis zur Halbzeit durchspielen musste. Er und Boller vergaben weitere Chancen auf das fünfte Tor. Nach einer schnell ausgeführten Ecke und Flanke von Hoffmann knipste der angeschlagene Entelmann erneut, als er am langen Pfosten sein 99 Stellungsspiel bewies und einschob. Wenig später nach dem 5:0 war dann auch Halbzeit, Schiedsrichter Hintze gewährte beiden Teams eine Verschnaufspause von diesem wilden Ritt. Der Neumühler Angriff wirkte völlig losgelöst, während man sich hinten auf Rusch verlassen konnte. Der Schlussmann bewies erneut, dass er eine einmalige Kreuzung aus Adler und Oktopus darstellt, die seinen Kasten mit starken Paraden sauberhielt. Damit beantwortete er auch die Frage der Mountain Crew, wie viele Hände der Oktopus habe. An diesem Tag reichten zwei Stück aus, um die Schlagsdorfer zur Verzweiflung zu bringen. Baruschke brachte in der Unterbrechung Koffein-Kevin für den kaputten Entelmann, der mit einem Doppelpack seinen Job mehr als erfüllt hatte. Auch der Gast wechselte, um noch irgendwas Positives aus dem Spiel mitzunehmen. Die Begegnung war zwar schon vorentschieden, trotzdem machten beide Teams weiter und drängten auf Tore. Nach 54 Minuten schlängelte sich Hoffmann durch die Schlagsdorfer Abwehr und legte den Ball zielgenau neben den Pfosten zum 6:0, womit auch die letzten Zweifler beruhigt wurden. Zengel trug sich fünf Zeigerumdrehungen später ebenfalls in die Torschützenliste ein, als er nach Ecke den Ball über die Linie brachte. Dass er dabei wie sonst bei den Frauen drei Anläufe brauchte, zeigte die Zielstrebigkeit und Willenskraft des NSV, der den Sieg danach entspannt nach Hause bringen konnte. Der Rest der Partie plätscherte dahin wie Bier aus dem Zapfhahn, zum Schluss wurde es aber nochmal wunderschön. Nachdem Ausbilder Schröder und L. Holst für Schöwe und Bebernitz eingewechselt wurden, hatte Kapitän Schrotti mal wieder das letzte Wort. Erneut fiel er wie ein Aasgeier über die ausgelaugten und toten Reste des Gegners her. Aus großer Distanz flog sein Sonntagsschuss am Samstag in einer perfekten Bogenlampe über den verdutzten Torwart hinweg in die Maschen. Mal wieder ein Traumtor des Spielführers, der sein bereits viertes Saisontor erzielte. Im Anschluss an diesen Schlussknall fiel kein weiteres Tor mehr, sodass Hintze schließlich beim Stand von 8:0 das Spiel beendete. Neumühle feierte das nächste irrwitzige Spektakel auf der heimischen Ranch und steht nach drei Heimspielen nun bei unvorstellbaren 27 Toren. Damit überholt man die SG Schlagsdorf/Mustin und steht auf Platz Vier der Tabelle, in der man mit 31 Buden die meisten der gesamten Liga erzielt hat. Mehrere Spieler zeigten sich bereits äußerst treffsicher, ganz oben in der internen Torjägerliste steht aktuell Entelmann mit sechs Treffern, sehr zum Ärger von Kumpel Boller, der einmal weniger erfolgreich war. Nach sechs Spieltagen hat man bereits gegen vier der fünf anderen Mannschaften aus der Spitzengruppe gespielt und drei davon besiegt, nur gegen derzeitigen Tabellenführer aus Selmsdorf musste man sich hier geschlagen geben. So haben die Schweriner nicht nur Oben gute Laune, sondern auch die perfekte Ausgangsbasis für das folgende Derby gegen Dynamo Schwerin II, was ein stimmungsvolles Aufeinandertreffen verspricht. Gut gelaunt ging es für die Spieler dann zum Schweriner Oktoberfest, selten war die Ranch nach einem Heimsieg so schnell so leer wie an diesem Tag. NSV spielte mit: Rusch - T. Sulkowski, Zengel, C. Schrott (C), Bebernitz (77. L. Holst) - Schöwe (68. Schröder) - R. Holst, Hoffmann, Dombrowski, Boller - Entelmann (46. Salchow)
24. September 2026
Aufsteiger gegen Absteiger. Ein solches, meist nur schwer einschätzbares Duell stand dem Neumühler SV am vierten Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM bevor. Der Gast vom VFL Blau-Weiß Neukloster hatte bisher nur zwei Spiele absolviert und drei Punkte geholt. Nun rückte er mit voller Kapelle an und betrachtete leicht kritisch den Rasen der sagenumwobenen Ranch. Von Anfang an war bereits klar, dass es kein alltägliches Spiel werden sollte. Der Kreisfußballverband hatte im Vorherein angekündigt, das Spiel live auf YouTube zu übertragen und auch Linienrichter angesetzt. Alle Zuschauer, egal ob live oder im Netz, sollten ihre Entscheidung nicht bereuen, ihren Samstagnachmittag als Zuschauer dieses Spiels zu verbringen. Aber dazu später mehr. Wie schon im ersten Heimspiel und in der Vorwoche im Pokal fehlte Coach Baruschke und agierte erneut als Marionettenspieler, der seinen Coaching-Staff und sein Team aus der Ferne lenkt. Dafür stand heute ein recht kleiner Kader zur Verfügung, der durch Altherren-Spieler Bruhn verstärkt wurde. Dieser hatte am Vortag noch 70 Minuten für die Veteranen gespielt und sogar ein Tor zum 2:1-Sieg seiner Oldies beigetragen. Im Tor fehlte Hexer Rusch, sodass Ausbilder Schröder zwischen die Pfosten rückte. Auch davor gab es einige Änderungen in der Startelf: Haudegen Hahn rutschte nach zweiwöchiger Abwesenheit direkt hinten rein wie ein Handwerker nach Montage bei seiner Liebsten. Zur Spielvorbereitung hatte er am Vormittag den Intersport geplündert und sich dort zum Kunden des Monats aufgeschwungen, nun stand er mit nagelneuer Montur wieder in der Viererkette. Im Mittelfeld kehrte Abräumer Schöwe trotz nicht ganz auskurierter Verletzung zurück, um Zengel und Dombrowski das Wesen einer Holding Six zu präsentieren, nachdem sich beide erfolglos daran versucht hatten. Dampfwalze und Mannschaftskassen-BFF Bebernitz spielte dieses Mal zentral, um auf Außen Platz für Hoffmann zu machen, der mit dem Boller-Wagen die Flügelzange bildete. Vorne durfte sich Entelmann endlich auf seiner Wunschposition ausprobieren. Auch der Fansupport an diesem Tag war außergewöhnlich, 90 Zuschauer hatten sich auf der Ranch versammelt, um diesem denkwürdigen Spiel beizuwohnen. Tobias Blank hatte die Ehre, es als Schiedsrichter leiten zu dürfen und pfiff pünktlich an. Sofort wurde im Spiel ersichtlich, wie die Teams an das Spiel herangehen wollten. Neukloster stürmte ab Minute Eins in einem aggressiven Pressing nach vorne, während sich Neumühle auf konzentrierte Defensivarbeit und schnelles Umschalten fokussieren wollte. Die ersten zehn Minuten blieb es vor den Toren noch recht verhalten. Einmal klärte Hahn in höchster Not vor dem einschussbereiten Linksaußen, auf der anderen Seite schoss Bebernitz knapp links vorbei. Aus dem Spiel gelang beiden Mannschaften noch nicht wirklich etwas, sodass ein Standard herhalten musste. Diesen chippte Boller auf Kopfballmonster Zengel, der im Sechzehner querlegte. VFL-Schlussmann Spill irrte auf der Suche nach Pilzen etwas planlos durch seinen Strafraum, sodass die Kugel über ihn hinweg zum blanken Entelmann flog, der nur noch einzuschieben brauchte. In einer ausgeglichenen Anfangsphase ging man somit früh in Führung, doch der Gast antwortete schnell. Nur drei Minuten später flog ein langer Ball zu Schlussmann Schröder. Anstatt ihn anzunehmen, wollte er seinen Kollegen seine angeblich noch vorhandenen Fußabllfähigkeiten zeigen und einen lässigen Chipball ins Mittelfeld spielen. Dieser wurde aber abgefangen und Krohn zog aus großer Distanz ab. Seinen platzierten Flachschuss konnte der Neumühler Aushilfskeeper trotz verzweifeltem, seitlich gehechteten Bauchklatscher a la Grap nicht mehr parieren und schon stand es 1:1 in einem Spiel, das langsam Fahrt aufnahm. Die Kontrahenten blieben ihrer Herangehensweise treu. Neukloster zeigte sich im Pressing irgendwo zwischen angriffslustig übergriffig, als Highlight sprang ein Spieler dem armen Bebernitz huckepack auf den Rücken. Blank fühlte sich anscheinend in nostalgische Kindertage zurückversetzt und pfiff nicht ab. Auch Zauberer Dombrowski steckte viele unfreiwillige Umarmungen und Triktottests ein, während Hahn deftig auf die Knochen bekam. Vermutlich waren seine Gegner neidisch auf seine neue Ausrüstung. Es gab nun viel Mittelfeldgeplänkel und wenig echte Highlights. Schröder parierte einen Freistoß in seinem Torwarteck, ein Gästespieler klärte für Tormann Spill, der einen langen Ball unterschätzt hatte und unter diesem durchlief wie ein trauriger Single zu Weihnachten unter einem Mistelzweig. Den nächsten echten Aufreger gab es in der 28. Minute, als Hoffmann eine scharf gedroschene Flanke von Boller aus kürzester Distanz über die Linie beförderte. Der Jubel ebbte schnell ab, als Blank von seinem Assistenten einen Hinweis bekam. Hoffmann hatte die Kugel wie einst Maradonna regelwidrig mit der Hand versenkt, nur bekam der vermeintliche Torschütze die gelbe Karte für sein Vergehen und (noch) keinen Legendenstatus. Sonst wiegte das Spielgeschehen gemächlich vor sich hin, bis es unmittelbar vor der Halbzeit nochmal spannend wurde: Zuerst bewies Boller erneut, wieso „Schärfe vor Genauigkeit“ sein Lebensmotto darstellt. Nach einem schönen Spielzug drehte er sich um seinen Gegner und knallte die Kugel in die Maschen. Seinem Viererpack aus der Vorwoche im Pokal ließ er damit sein viertes Tor in der Liga folgen. Doch wieder hatte der Gast die schnelle und in diesem Fall blitzartige Antwort parat. Handgestoppte acht Sekunden nach Wiederanpfiff lag die Kugel im Netz der Gastgeber. Dem Anstoß folgte ein langer Ball an den Strafraum, wo Schröder das Spielgerät mit dem Rücken zum Tor per Kopf in einer perfekten Bogenlampe an die Latte und dann hinter die Linie beförderte. Blank ging das alles ein bisschen zu schnell, zur Beruhigung der Gemüter verordnete er den Mannschaften erstmal 15 Minuten Verschnaufpause. In der Halbzeit zeigten sich Münchow und Schaar recht zufrieden mit dem bisherigen Spiel und prophezeiten einen Kräfteverschleiß beim Gegner ob dessen laufintensiven Spiels. Schaar zeigte sich sicher, dass man wenigstens ein Tor mehr schießen würde als die anderen. Er sollte in beiden Fällen Recht behalten. Der zweite Durchgang begann, wie er aufgehört hatte: Mit einer jubelnden Heimmannschaft. In der 49. Minute schoss Boller einen Freistoß bewusst schlecht, sodass Dombrowski den hüppelnden Ball noch vor der Grundlinie erwischen konnte. Seinen Lupfer vors Tor über Spill hinweg erwischte Entelmann per Kopf und er schob seinen Gegenspieler im Luftduell gleich mit in die Maschen. Erneut hatte sich der Mittelstürmer perfekt positioniert, sodass sein minimaler Hüpfer, unter den höchstens ein Löschblatt gepasst hätte, zum Torerfolg reichte. Fünf Minuten später schnürte der zentrale Stürmer sogar seinen Hattrick. Ein Befreiungsschlag von Schlussmann Schröder rutschte durch bis zum Angreifer, der erneut 99 Stellungsspiel bewies. Seinen Gegenspieler hielt er sich vom Leib wie eine lästige Fliege und schob dann lässig zum 4:2 ein. Danach wurde im beim Jubeln von Hahn dermaßen intensiv besprungen, dass seine Frau am Spielfeldrand grün vor Neid wurde, da er sie offenbar nicht mit der gleichen Leidenschaft beglückt wie seinen Teamkollegen. Jetzt ging es Schlag auf Schlag und auch der VFL mischt noch fleißig mit. Nach einem Ballverlust von Zengel folgte die Flanke von rechts, die der einlaufende Schröder gekonnt per Kopf verwertete, sein Namensvetter im Tor war jetzt chancenlos und so mancher fürchtete schon den großen Zusammenbruch beim Gastgeber. Doch an diesem Tag war alles anders. Die Trainer reagierten auf das erneute Gegentor mit der Hereinnahme von Bruhn für Bebernitz, ab sofort gab es eine Doppelsechs mit dem Rentnerduo Schöwe-Bruhn, vor dem Jungstar Dombrowski zaubern sollte. Der Joker fügte sich gleich gut ein und holte sich in seiner ersten Aktion Gelb für ein taktisches Foul ab, eine harte Entscheidung, wenn man sich Blanks bisherige recht lange Leine anschaute. Mit Bruhn wurde es nun deutlich ruhiger in der eigenen Hälfte, Neukloster schien ausgelaugt zu sein von ihrem hohen Aufwand in der ersten Hälfte. Dies brachte Räume für den NSV, die man gekonnt zu nutzen wusste. Zuerst fing Hoffmann einen Pass in der eigenen Hälfte ab und startete durch. Von Entelmann erhielt er den Ball zurück und überwand Spill in der 63. Minute zum 5:3. Sein in den letzten Spielen immer größer gewordener Knoten platzte damit endlich, die Erleichterung war ihm anzumerken. Und nur fünf Minuten danach gelang ihm sein nächstes Tor. Dombrowski setzte Spill in perfektem Einmann-Pressing unter Druck, wie es sonst nur Maschine Schulz konnte. Der unsauber gespielte Ball landete beim Flügelstürmer. Mit einer Finte schickte er den Schlussmann ins Kino und versenkte die Kugel anschließend zum 6:3. Die Partie kippte nun endgültig zugunsten der Schweriner und der erschöpfte Hahn verbrauchte den Großteil seiner nur noch geringen Kraft, um die Torschützen zum Jubeln zu empfangen. In dieser Phase klappte alles für die Landeshauptstädter, was sich beim nächsten Tor zeigte. Erneut setzte Dombrowski Spill unter Druck, der den Ball nicht früh genug wegbekam und ihn anschoss, sodass auf diese Weise nur einhundertzwanzig Sekunden nach dem letzten Gegentor das 7:3 fiel. Das Spiel war nun entschieden, sodass Pohl und Grap gefahrenlos eingewechselt werden konnten und Entelmann sowie Schöwe ersetzten. Grap hatte sich zuvor mittels Eckfahnenstretching aufgewärmt und lauerte auf seinen ersten Saisontreffer. Die Angereisten schwächten sich anschließend selber, als ein Spieler durch Ballwegschießen die gelb-rote Karte erhielt und frühzeitig duschen gehen musste. Einen kurzen Schock gab es später, als das meterhohe Kamerastativ umkippte und wiederaufgerichtet werden musste. Trotzdem hatten die Rancher noch nicht genug und wollten das Maximum herausholen. So ging es weiter mit Zengel, der nach einem seiner weltberühmten Offensivläufe wie einst Lucio auf 8:3 stellte. Danach war es Pohl, der wie auch bei den meisten Frauen zwei Anläufe brauchte, um erfolgreich zu sein. Elegant per Schienbeinroller erhöhte er in der 88. Minute auf 9:3. Den Schlusspunkt setzte dann Kapitän Schrotti mit dem Tor des Tages, das er sich bis zur Nachspielzeit aufhob. Aus großer Entfernung und halblinker Position kloppte er den Ball mit einer schönen Flugkurve in die lange Ecke, ähnlich wie beim letzten Heimspiel gegen Neuburg. Das 10:3 stellte den Vorsitzenden Schröder nun vor die Peinlichkeit, dass die digitale Anzeige nur einstellig ist und nicht mehr das korrekte Ergebnis anzeigen konnte. Blank half dem Neumühler Urgestein und beendete zügig danach die Partie, die ihren Platz in den Annalen einnehmen wird. Nach einer ausgeglichenen und chancenarmen Halbzeit drehten die Gastgeber in den zweiten 45 Minuten kräftig auf und sorgten für die meisten erzielten Tore in einem Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte. Endlich zeigte man wieder die Effizienz, die in den vergangenen Spielen gefehlt und sich gegen Selmsdorf gerächt hatte. Durch Saisonsieg Nummer Drei hüpft man in der Tabelle auf eben jenen Tabellenplatz. Getoppt wird man nur von Selmsdorf (10 Punkte) und den schadlosen Roggendorfern. Zusammen mit dem anderen Aufsteiger von der SG Schlagsdorf/Mustin (Platz 4) mischt man weiter fleißig die Liga auf, Holthusen komplettiert das Trio mit neun Punkten. Der NSV stellt mit phamosen 22 Saisontoren den besten Angriff der Liga und hat mehr Tore erzielt als die letzten fünf Teams zusammen. Zeitgleich hat man aber auch so viele Gegentore kassiert wie der Vorletzte aus Lübstorf, der nur einen Punkt aufzuweisen hat. Genauso viele hat auch der SV Klütz, zu dem die Neumühler als nächstes reisen, während Neukloster zuhause auf Lübstorf trifft. NSV spielte mit: B. Schröder – Hahn, Genke, Zengel, C. Schröder (C) – Bebernitz (60 Bruhn), Schöwe (81. Grap), Dombrowski – Hoffmann, Entelmann (73. Pohl), Boller
22. September 2026
Nach drei Spieltagen stand für den Neumühler SV die Pokalpremiere in der Saison 2026/27 an. In der ersten Hauptrunde bekam man es mit der SG Dynamo Wismar zu tun, die in der Ausscheidungsrunde eines der sechs Spiele geführt hatte. Hier hatte man sich mit 1:0 gegen Ligakonkurrenten SG Blau-Weiß Parum Dümmer durchgesetzt und somit den ersten Pflichtspielsieg eingefahren, die drei Ligaspiele in der Kreisklasse hatteN sie allesamt verloren. In seinen bisherigen fünf Spielzeiten hatte der noch junge Verein die unterste Liga dreimal am Ende abgeschlossen, zwischendurch folgte in der Saison 2023/24 ein zweiter Platz und der Aufstieg in die Kreisliga, dort musste man nach einem 12. Platz aber sofort wieder den Gang runter hinnehmen. Somit liegen zwei Spielklassen zwischen den heutigen Kontrahenten und die Favoritenrolle war eindeutig verteilt. In Abwesenheit von Coach Baruschke wollte das Trainerduo Schaar-Münchow dieser gerecht werden und schickte dafür eine spielstarke Mannschaft aufs Feld, wobei der eigentliche Flügelstürmer Koffein-Kevin Salchow und der gelernte Außenverteidiger Bebernitz interessanterweise Positionen tauschten. Salchow komplettierte damit die Viererkette, in der neben Sulkowski und Kapitän Schröder wieder Genkel stand. Davor war die Offensive fast unverändert, nur Zengel ersetzte Hahn und jener Bebernitz den abwesenden Hoffmann. Handgezählte 44 Zuschauer hatten sich bei leichtem Nieselregen pünktlich vor Ort eingefunden, als Schiedsrichter Tietze-Böhm anpfiff. Anfangs zeigte sich für die Wismarer der Heimvorteil überraschend deutlich, der Underdog agierte mit dem Kreisoberligisten auf Augenhöhe und spielte zielstrebig durchs Zentrum nach vorne. Hier hatte der NSV als Gastgeschenk größere Lücken mitgebracht, die Dynamo Wismar gekonnt bespielte und nur im Abschluss die Genauigkeit vermissen ließ. Die Schweriner hätten zu Beginn eigentlich zwei Elfmeter zugesprochen kommen müssen, wenn Tietze-Böhm die Bolzplatz-Regel Drei Ecken, ein Elfer angewandt hätte. Der doppelte Ecken-Hattrick wurde ansonsten aber nicht wirklich gefährlich. Besser machte es vorher Zauberer Dombrowski, dessen Schuss der heute gut beschäftigte Kuben ebenso parierte wie den Nachschuss von Dampfwalze Bebernitz. Aber auch Tentakelmann Rusch musste sich früh gegen die frech aufspielenden Gastgeber auszeichnen und verhinderte im Eins-gegen-Eins stark den Rückstand. Seinen Unmut über die mangelnde Abwehrarbeit äußerte der sonst so in sich ruhende Erzieher recht barsch und weckte so sein Team scheinbar auf. Den unmittelbar nach dieser Großchancen konnte man in Führung gehen. Dombrowski schickte in der 14. Minute den in die Tiefe spurtenden Außenbahner Bebernitz, dem die Annahme eigentlich vorsprang. Kuben zögerte beim Rauslaufen aber und ermöglichte dem Gegner somit einen gefühlvollen Lupfer mit dem schwachen Rechten über ihn hinweg ins Netz. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase ging der Favorit erwartungsgemäß in Front und bestellte bei der Cantina-Band dasselbe Tor nochmal. Nur hundertzwanzig Sekunden später spielte Boller einen schönen Flugball auf Bebernitz, der aus erneut ähnlicher Position erneut mit rechts erneut per Lupfer erneut traf. Wer nach diesem Doppelschlag dachte, dass es nun ruhiger zugehen würde, lag ebenso falsch wie die Annahme, dass sich auf der Bank des NSV ein Sportlehrer befände. Dort hatte es sich nämlich Jägermeister Lode mit blauem Pulli, asseliger Jogger und Stoppuhr um den Hals gemütlich gemacht. Es fehlte ihm nur der Schnörris, um perfekt einen leicht übergriffigen Sportlehrer mimen zu können. Nichtsdestotrotz zeigte sich der Gastgeber weiterhin motiviert, aber fahrlässig. Gleiches galt für die Landeshauptstädter, sodass sich ein wahrer Wettbewerb im Chancenvergeben ergab. Dieser wurde professionell kommentiert vom Väterdou Pohl/Grap, die eloquent jeden Angriff der Teams bewerteten und Verbesserungsvorschläge für den NSV erarbeiteten. Die dickste Gelegenheit setzte das Heimteam in den Sand, als der Stürmer aus wenigen Metern das leere Tor nicht treffen konnte, ein klarer Favorit für Zeiglers Kategorie „Den muss man nicht machen“. Erst in der 30. Minute erbarmte sich der emsige Boller, als er nach Vorlage von Dombrowski die Kugel per Pike durch die Beine von Kuben quetschte und auf 3:0 stellte. Hiernach wurde das Spiel dann einseitiger und Neumühle übernahm das Zepter wie ein General nach einem Militärputsch. Wie in den zuvorgekommen Begegnungen erspielte man sich Chance um Chance, ging damit aber leichtsinniger um als so mancher Jugendlicher mit der Verhütung. Vor allem bei Linksaußen Boller fehlte noch das Zielwasser und er scheiterte mehrfach am Torwart oder sich selbst. Im anderen Gehäuse musste Rusch einmal sein ganzes Können und Körpergefühl unter Beweis stellen, als er einen stramm geschossenen und kurz vor ihm aufditschenden Freistoß per unkonventionellem Seitfallzieher klärte. Papa Pohl wurde außen schon unruhig und der Kaffee half dabei auch nicht (heute durfte mal die Mama trinken). Plötzlich war er dann unmittelbar vor der Halbzeit voll des Lobes. Was war geschehen? Dombrowski hatte einen überragenden Ball auf den überlaufenden Salchow gespielt, der über links durchbrach und in der Mitte Ludwigs fand. Im Gegensatz zur Vorwoche gelang es ihm diesesmal, den Fuß hinzuhalten und sein erstes Tor seit fast einem Jahr zu erzielen, was von der Mannschaft entsprechend gefeiert wurde. Ein schön herausgespielter Treffer rundete somit die erfolgreiche Halbzeit ab, kurz darauf beendet der Unparteiische den ersten Durchgang. In der Halbzeit ergab sich mal wieder die Möglichkeit für die Wechsler, ihr Können unter Beweis zu stellen. Maschler übertrieb es jedoch ein wenig und bolzte die Knitte über den Fangzaun in die benachbarte Parkanlage. Beim NSV kam Pohl für den Entelmann, der in den ersten 45 Minuten wie Schmittchen Schleicher reihenweise Gegner vernascht hatte, jetzt aber unbedingt eine Nikotinpraline vernaschen musste. Pünktlich mit dem Schlag der Turmuhr eröffnete der Schiri den zweiten Durchgang. Erneut kam Dynamo Wismar besser ins Spiel und überraschte de Gegner erneut. Jetzt konnte man sich für den couragierten Beginn belohnen, als Nematov nach einer Verkettung individueller Fehler Rusch aus spitzem Winkel ins lange Eck überwinden konnte. Jedoch entstand nur kein Sturmlauf, vielmehr flauten die Angriffswellen spürbar ab und es entwickelte sich eine größtenteils einseitige Begegnung, bei der die Gäste reihenweise Möglichkeiten ausließen. Während Stammvater Grap die Höflichkeit des entspannten Spielleiters Tietze-Böhm lobte, erhöhte Boller in der 59. Minute auf 1:5 und ließ damit auch den allerletzten Zweifler am Weiterkommen verstummen. Einen Freistoß hatte Zengel schlitzohrig schnell ausgeführt und den blanken Boller bedient, der nun eiskalt einschob. Münchow reagierte und winkte den Frauenschwarm Grap herbei, der für den emsigen Ludwigs in die Partie kam und fortan als Mittelstürmer agierte. Ein Schrecken für die Auswärtsfans bei dem Gedanken, bei einem eventuellen Treffer des Jokers sich noch wochenlange die Geschichte über sein phänomenales und angeblich immens wichtiges Tor hören zu müssen. Aber anscheinend hatte dessen Hereinnahme die Wismarer neuen Mut zugesprochen, die mit einem perfekten Kopfball von Visaev auf 2:5 verkürzten. Die Neumühler Abwehr befand sich im Tiefschlaf, eigentlich war man im eigenen Strafraum deutlich in Überzahl gewesen. Grap war um eine passende Antwort und den Beweis bemüht, doch für die Landeshauptstädter zu spielen, brachte einen Treffer trotz guter Gelegenheiten nicht zustande. Einmal schoss er die Scheibe der ortsansässigen Werft beinahe kaputt, ein anderes Mal schleuderte sich Kuben das Spielgerät vermutlich aus Mitleid fast selber ins eigene Netz. Bebernitz kopierte zwischendurch noch den Maschler und qualifizierte sich für die zweite Runde Arschbolzen. So oder so gab man sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden und drängte auf weitere Treffer. Den nächsten besorgte mal wieder Boller nach Doppelpass mit dem erneut assistierenden Dombrowski. Nach dem 6:2 rotierte Schaar munter durch wie sonst nur beim Gängewechseln seines Drahtesels und brachte Nittke und Ich-und-mein-Holst für Sulkowski und Bebernitz. Die beiden fügten sich nahtlos in die aktive Angriffsmaschinerie ein und brachten neuen Schwung für die Schlussviertelstunde. In dieser wollte Boller einen Ööölfer schinden, als er frei durch war und am Keeper vorbeimarschierte. Dabei wurde er wohl leicht berührte, taumelte gekonnt aber noch sechs Schritte weiter, bis er resignierend aufs künstliche Grün dahinsank. Leider erbarmte sich der Schiedsrichter seines Trauerspieles nicht und seine Pfeife blieb stumm. Wenig später hatte Boller in der 83. Minute mehr Erfolg, als er in einem Konter nach Pass von Vorlagenkönig Dombrowski seinen vierten Treffer des Tages erzielte. Da hätte jemand eine Ones-to-watch-Karte in Fifa verdient gehabt (gibt es sowas überhaupt noch?). Danach war aber Schluss für die Tormaschine, Maschler ersetzte ihn für die letzten Minuten. In diesen zeigte sich der sonst heute unauffällige Zengel nach einem Freistoß ebenfalls in Torlaune. An seiner durchtrainierten Hühnerbrust ließ er den Flugball abprallen und beförderte ihn über Kubens Kopf hinweg in die Maschen zum 8:2-Endstand. Kurz darauf durfte sich der arme Wismarer Schlussmann nochmal auszeichnen und parierte gegen Nittke. Dann beendete Tietze-Böhn pünktlich wie ein Uhrwerk das Spiel, da wollte jemand wohl noch Kaffee und Kuchen zuhause abstauben. Nach einem etwas holprigen Beginn, bei der man einem frühen Gegentor gerade noch so entging, konnte der Neumühler SV somit seiner Favoritenrolle mehr als gerecht werden und feiert einen auch in der Höhe verdienten 8:2-Sieg gegen das Team aus der Kreisklasse. Die SG Dynamo Wismar zeigte eine engagierte Leistung und spielte teilweise auf Augenhöhe, machte aber zu wenig aus ihren Gelegenheiten. Selbiges gilt mal wieder auch für die Schweriner, die mehrfach an sich oder Kuben scheiterten. Im Achtelfinale trifft man nun auf SC Ostseebad Boltenhagen, die man aus der vorherigen Saison noch aus der Kreisliga in guter Erinnerung hat. Beide Spiele konnte man gewinnen und hofft nun auf den dritten Sieg in Folge und den Einzug ins Viertelfinale des Kreispokales, wenn man sich am vierten Oktoberwochenende (genaue Anstoßzeit fehlt noch) an die Ostsee reisen darf, erneut als Favorit. In der Liga geht es am vierten Spieltag weiter gegen VFL Blau-Weiß Neukloster, die als Absteiger aus der Landesklasse aktuell drei Punkte aus zwei Spielen geholt haben. Es dürfte also eine spannende Partie auf der Ranch werden, bei der sich die Trainer über eine etwas höhere Effizienz freuen würden. NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski (79. Holst), Genkel, C. Schröder (C), Salchow - Entelmann (46. Pohl), Zengel, Dombrowski - Bebernitz (79. Nittke), Ludwigs (67. Grap), Boller (85. Maschler) Ebenfalls im Kader: Sportlehrer Lode
17. September 2026
⚽️ Gelungene Saisoneröffnung auf der Ranch! 🎉 Am Freitag, den 11.09.2026, wurde es ab 16 Uhr laut, bunt und voll auf unserer Ranch. Rund 300 Gäste feierten gemeinsam den Start in die Fußballsaison 2026/2027. 🙌 Im Mittelpunkt stand die Vorstellung unserer 12 Mannschaften – von den Bambinis/G-Junioren (Jahrgang 2020 und jünger) bis zu den Alten Herren. Mit einem kleinen Dankeschön verabschiedeten wir Katrin Holz (ehemals G), Daniel Hüfner (ehemals F), Lennard Köppen (ehemals D), Thomas Waack (ehemals C), André Konsolke (ehemals D) und Marcus Knittel (ehemals B) aus ihrer bisherigen Trainertätigkeit. 👏 Bei den Schiedsrichtern begrüßten wir Alexander Erdmann als neuen Schiedsrichter. Unsere Nachwuchsschiedsrichter Ole Jacobsen, Leonie Fandrich und Edgar May erhielten eine Schiedsrichtermappe und ein Schiedsrichterdress. Gemeinsam mit unseren langjährigen Schiedsrichtern Gunther Johren, Andreas Mulsow und Franz Sernau wünschen wir allen viel Freude und Erfolg! 🏳️‍⚽️ Ein großes Dankeschön gilt auch unseren Platzwarten Rene Münchow und Andreas Mulsow sowie unseren Sponsoren für ihre Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. 🤝 Nach Mannschafts-, Vereins- und Gruppenfotos begann der gemütliche Teil mit Bratwurst, Salatbuffet und vielen guten Gesprächen. Die Zuckerwatte war dabei das Highlight für unsere Kleinsten. 🍭 Danke an Christian Schröder für die kurzfristige Moderation und Musik! 🎤🎶 Um 19 Uhr gewannen unsere A-Junioren mit 6:3 gegen Roggendorf, angefeuert von Eltern und einigen Kids unserer Jugendmannschaften! ⚽️🔥 Ein rundum gelungener Saisonauftakt. Danke an alle Helfer, Unterstützer und Gäste! 💛💙 #NeumühlerSV #Saisoneröffnung #Fußball #GemeinsamStark #GelbBlauNSV
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