E1 verpasst Meisterschaft nur knapp

10. Juli 2023

Unser 2012er-Jahrgang startete mit 16 Spielern (darunter ein 2013er und ein Mädchen) in die Saison. Mit Steffen und Erik stand ein eingespieltes Trainerteam am Spielfeldrand. Nach einem Trainingslager in der letzten Ferienwoche und zwei Testspielen startete die Mannschaft mit den Zielen Top 3 im Kreis sowie dem Erreichen des Pokalhalbfinals in die Saison.


Alle zehn Spiele von August bis Oktober wurden deutlich gewonnen, dabei fast 150 Tore erzielt, sodass die Qualifikation für die Meisterrunde und das Pokalviertelfinale geschafft waren.


Im Winter nahmen wir an vielen Hallenturnieren teil, gewannen u. a. die Leezener Hallentage und empfingen bei zwei eigenen Turnieren viele befreundete Mannschaften zum Beispiel vom Hamburger SV oder Hansa Rostock. Erlebnisse, die uns niemand mehr nehmen wird.


Leider trennten sich die Wege des Trainerteams im Winter. Nachfolger wurden jedoch gefunden, sodass nun Steffen mit Kevin und Klaus an der Seitenlinie agierten. Neu dazu kam Noah aus der E2, welcher sich sofort einlebte und ein fester Bestandteil des Teams wurde.


Durch die Erfahrung aus der Vorsaison gegen den älteren Jahrgang war allen bewusst, dass die gute Arbeit nur dann belohnt würde, wenn man weiterhin konzentriert alle Aufgaben anginge. Doch schon der erste Spieltag brachte uns auf den Boden der Tatsachen zurück: Das Spiel gegen die Zweitvertretung des PSV Wismar wurde leider mit 1:4 verloren. Eine völlig unnötige Niederlage. Dass der Warnschuss genau zur richtigen Zeit kam, zeigte der souveräne Auftritt gegen den FC Mecklenburg-Schwerin, welcher später mit eben nur dieser einen Niederlage gegen uns Staffelsieger werden sollte. Das Pokal-Halbfinale wurde zwischenzeitlich druch einen Sieg gegen den FC Schönberg erreicht. Es folgte jedoch ein erneuter Aussetzer gegen Anker Wismar. Sang- und klanglos unterlagen wir mit 0:4 – die Meisterschaftsambitionen waren dahin. Ebenso der Traum vom Pokalfinale, da wir auch das Pokalhalbfinale gegen Anker mit 0:2 verloren, uns diesmal allerdings deutlich besser verkauften, ein Sieg definitiv möglich gewesen wäre. In der Liga folgten geniale Last-Minute-Siege gegen Lübstorf und PSV Wismar sowie gute Auftritte gegen den ESC und SSC.


Zwischenzeitlich nahmen wir am European Cup in Bremen teil und belegten gegen ein wirklich gutes Teilnehmerfeld einen herausragenden dritten Turnierplatz. Besonders die Gemeinschaft mit den Eltern macht solche Ausflüge immer wieder unvergesslich.


Durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen rückte die Chance auf die Meisterschaft wieder ins Mögliche. Ein mutloser Auftritt an einem Freitagnachmittag in Neukloster egalisierte diese Hoffnungen allerdings schnell wieder. Zum Saisonabschluss schickten wir den MSV Pampow chancenlos mit 13:0 nach Hause und sicherten uns einen guten, aber zugleich auch ärgerlichen vierten Platz, wäre mit zwei Siegen doch die Meisterschaft möglich gewesen.


Es folgten vier spannende Wochen mit einer erneuten Teilnahme am Germany Cup in Arendsee. Die Abschlussfahrt, welche schon in der Vorsaison sehr gut ankam, war auch in diesem Jahr wieder ein enormer Erfolg. Mit einem Tross aus 60 Personen verwandelten die Neumühler den Sportplatz in ein gelb-blaues Farbenmeer. Sportlich wurden die Plätze 5 und 10 erreicht (zum Vergleich Platz 4 und 7 im Vorjahr). Es ging aber vielmehr wieder darum, gemeinsam unvergessliche Momente zu erleben.


Ein Wochenende später stand das bislang größte eigene Turnier im Stadion Lambrechtsgrund auf dem Plan. Ein wahnsinniges Mammutturnier mit einmaligen Erinnerungen wird für immer ein Teil von unserer Geschichte sein. Mit Platz 10 und 26 von 28 Teams können wir auch hier zufrieden sein, wenn man sich das Teilnehmerfeld ansieht. Weit über 1.000 Zuschauer waren unsere Gäste und genossen bei bestem Wetter einen ereignisreichen Tag. Die Wiederholung ist für den 29.06.2024 terminiert.


Eine doppelt erfolgreiche Teilnahme an einem Beachsoccerturnier mit zwei Teams, welche die Plätze 1 und 2 belegten, brachte kurz vor Saisonende nochmals Abwechslung.


Zum Abschluss folgte mit Platz 13 eine mäßig erfolgreiche Teilnahme am Sommerturnier des Lübzer SV und schwups, schon war die Saison beendet.


Darüber hinaus haben wir in unseren Reihen mit Max und Paula zwei Auswahlspieler, worauf wir sehr stolz sind.


Aber was können wir festhalten: Es war in allen Saisonspielen und Turnieren immer ein wenig mehr drin. Wenn wir es schaffen, in der kommenden Saison in wirklich jedem Spiel über die komplette Spielzeit unser Herz auf dem Platz zu lassen, den Ehrgeiz konstant an den Tag zu legen -egal ob Training, Spiel oder Turnier - und unsere Konzentration aufrecht zu halten, kann uns niemand schlagen. Das muss unser Ziel sein.


Unser Dank gilt wie immer zuerst den Eltern: Ohne euch, gäbe es kein wir. Ihr seid euch für keinen Aufwand und für keine unserer Ideen zu schade und zieht mit. Dies ist nicht selbstverständlich und somit enorm wichtig, um all das mit euren Kindern zu erleben, was wir in den letzten fünf Jahren erlebt haben. Wir - und vor allem eure Kinder - zählen auf euch, dass wir dieses Engagement so beibehalten. Die großartigen Momente, welche wir auch in diesem Jahr wieder erlebt haben, sind in unseren Augen unbezahlbar.


Aber wir danken auch unseren 17 Lieblingsfußballern dieser Welt:


Zwei Spieler werden uns leider verlassen:

  • Kilian, der in der abgelaufenen Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, aber niemals aufgab und sich immer wieder zurück kämpfte,
  • und Max, der als technisch versierter Antreiber immer über das Limit ging, um das Maximum aus sich und der Mannschaft herauszuholen.

Wir wünschen euch bei euren neuen Aufgaben und Vereinen größtmögliche Erfolge mit dem nötigen Spaß. Ihr werdet für immer ein Teil unserer Gemeinschaft und in unseren Herzen bleiben, seid zudem immer für einen Kick willkommen.


Die restlichen 15 Spieler, die weiter den Weg mit uns gehen, sind:

  • Fabi, der sein Torwartspiel enorm verbessert hat und der Mannschaft damit ein starker Rückhalt ist, aber auch auf dem Feld bombastisch kicken kann (ja er ist der beste Torwart der Welt),
  • Nick, der zu seiner Zweikampfstärke vor allem die Spieleröffnung akribisch verbessert hat und ein absoluter Anführer und Leistungsträger ist (ja er ist der beste Spieler der Welt),
  • Henri, der auch in diesem Jahr mit seiner ganz eigenen Art die Mannschaft immer wieder ins Staunen versetzt (ja er ist der beste Unterhalter der Welt),
  • Alex, der trotz seines luftigen Trainingsfleißes immer wieder seine individuellen Fähigkeiten auf allen Positionen unter Beweis gestellt hat (ja er ist der beste Dribbler der Welt),
  • Theo, der sich mit Alex den Trainingsfleiß teilt und dennoch unzählige gute Momente in dieser Saison hatte (ja er ist der beste Wühler der Welt),
  • TOW, der filigrane Tänzer der Mannschaft, welcher – wie auch immer – über das Spielfeld gleiten kann, wie kein anderer (ja er ist der beste angelnde Fußballer der Welt),
  • Paula, die den Lohn durch vorbildlichen Trainingsfleiß nicht nur innerhalb der Mannschaft mit einer zweiten Position sondern auch auf regionaler Ebene einfährt (ja sie ist die beste Balleroberin der Welt),
  • Edgar, dessen Leistungsbereitschaft kurz vor Trainingsstart mit einer Münze ausgewürfelt wird, der aber bei Zahl einfach eine Bereicherung auf links ist (ja er ist der beste Linksfuß der Welt),
  • Mucki, der seinen Ruf als Bomber bestätigt hat, aber auch im Tor unglaublich wichtig für diese Mannschaft ist und sich seine Einsätze mit viel Einsatz erarbeitet (ja er ist der beste Strafraumstürmer der Welt),
  • Hannes, der sich als stiller Anführer der Mannschaft mit voller Leidenschaft in jedem Training und Spiel für das Team aufopfert, inzwischen ganz ohne Tränen (ja er ist der beste Kämpfer der Welt),
  • Louis, auf der Suche nach seiner Rolle auf und neben dem Platz, der in der Hinrunde unglaublich oft knipste und in der Rückrunde seine Aufgaben auf der neuen Position mehr als ordentlich erledigte (ja er ist der beste Trainersohn der Welt),
  • Jannik, der über jedes Limit hinaus das Spielgerät haben möchte, um seine ganz eigenwilligen Ideen in seiner Straßenkicker-Mentalität in unser Spiel einbringen (ja er ist der beste Freigeistkicker der Welt),
  • Malte, der mit kleinen Ausnahmen zu den Stützen der Abwehr gehört und dennoch immer wieder seine Pass- und Torgefahr unter Beweis stellt (ja er ist der beste Aufbauspieler der Welt),
  • TiBu, der mit seiner Lauf- und Zweikampfbereitschaft ein echter Faktor für die Mannschaft sein kann, wenn dann die Schnürsenkel gebunden sind (ja er ist der beste Flügelstürmer der Welt),
  • sowie Noah, welcher binnen kürzester Zeit unter Beweis gestellt hat, dass wir sehr viel Freunde an seiner Schnelligkeit und seinem Spielwitz haben werden (ja er ist der schnellste Spieler der Welt).

Wir sind wahnsinnig stolz auf euch und freuen uns riesig auf die nächste Saison. Wir haben die Saisonziele fast erreicht und für die Landesliga gemeldet. Das wird ein echtes Abenteuer – mal wieder sind wir freiwillig der jüngere Jahrgang. Woran wir arbeiten müssen, wissen wir ganz genau. Und dennoch gilt es, sich schon jetzt mit Freude auf das, was kommt, vorzubereiten. Wir in unserer kleinen und doch so großen Fußballfamilie.


Wir schließen mit einem kräftigen: Wir. Sind. Ein. Team. Unsere Farben: Gelb - Blau - NSV!

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Mit einem Kantersieg im Gepäck reiste der Neumühler SV am 16. Spieltag der Kreisliga SN-NWM zur Mannschaft mit dem wohl gefürchtetsten Platz: Der Dargetzower SV, der seine Spiele auf der Bebberwiese (was eine Urgewalt von Stadionname) austrägt, ist bekannt für einen Hartplatz, der in dieser Saison schon so manchen Gegner zur Verzweiflung brachte. Jener schmale, von Asche bedeckte Platz am Rande der Hansestadt Wismar lud nicht unbedingt zum Fußballspielen ein, auch wenn er durch seine glatte Beschaffenheit durchaus für gepflegte Passstafetten taugte. Da die Konkurrenz im Aufstiegskampf gepatzt hatte – Bad Kleinen und Boltenhagen trennten sich im direkten Duell unentschieden und der Mecklenburger SV hatte verloren – ergab sich für die Schweriner die große Gelegenheit, den Abstand zu drei der vier Verfolger auszubauen. Für dieses Vorhaben musste Coach Baruschke sein Team jedoch etwas umbauen. Im dieses Mal kleinen Kader nahm mit Stefan Schulz sogar ein Spieler der Alten Herren auf der Bank Platz, um einen Wechsler mehr aufbieten zu können. Im Tor ersetzte Rusch im lustigen Torhüter-Karussell erneut Burghardt, davor spielte Ausbilder Schröder für den abwesenden T. Sulkowski, sodass erstmals in der Rückrunde die Nachkommen des just wiedergewählten Abteilungsleiters die Innenverteidigung bildeten. Hinten links wurde Koffein-Kevin nach seinem Doppelpack aus der Vorwoche mit einer Position weiter hinten belohnt, da hier schlicht die Alternativen fehlten und er dort schon einmal irgendwann gespielt hatte. Auf den offensiven Außen war damit wieder Platz für die zurückkehrenden Hoffmann und R. Holst. Baruschke wusste, dass es heute nicht nur auf das technische Können, sondern auch auf die Widerstandsfähigkeit ankommen würde. Hierfür war auch Sani Lauri da, die wie so oft mit ihrem Zauberkasten voll Wärmesalbe und Eisspray unterstützte. Schon die ersten Schritte beim Warmmachen zeigten, worauf man sich heute einstellen sollte: Bei jedem Schritt staubte es unter dem Schuhwerk, gegebenenfalls surfte man bei schnellen Richtungswechseln kurz auf einer Steinlawine in die ursprüngliche Richtung. Einige Spieler klagten aufgrund der Härte des Platzes über Fußschmerzen und Schlussmann Rusch sah beim Warmschießen alles andere als glücklich aus. Aber es half nichts, Schiedsrichter Brandt, extra aus Ratzeburg für diese Wahnsinnspartie angereist, eröffnete das Spiel. Zengel zeigte zugleich, was man auf dem Geläuf nicht unbedingt zu oft machen sollte, und legte sich nach wenigen Momenten der Länge nach auf die Nase. Der Gastgeber kam etwas besser ins Spiel und verzeichnete erste Distanzschüsse, ohne aber wirklich gefährlich zu werden. Die Gäste kamen nach fünf Minuten der Eingewöhnung vor allem über Rechtsaußen Holst vors Tor, aber auch hier fehlte zu Beginn die letzte Genauigkeit. Besser machte es in der 18. Minute Zengel, der nach Vorlage von P. Sulkowski aus 16 Metern überlegt ins lange Eck einschob. In der Folge drängte der NSV auf den zweiten Treffer, scheiterte aber nach wie vor mehr an sich als am Gegner. Dargetzow versuchte vor allem über Standards gefährlich zu werden und gerade die Ecken wurden brandgefährlich. Eine davon konnte Kapitän Schröder gerade noch am kurzen Pfosten mit den Haarspitzen über den Kasten lenken und somit den Ausgleich verhindern, Rusch wäre hier vermutlich chancenlos gewesen. Ansonsten stand die Abwehrkette gut, Haudegen B. Schröder köpfte alles Runde weg, was sich bewegte, und Salchow kurbelte über seine Seite das Offensivspiel gekonnt an. Dennoch musste man durch eine weitere Ecke das 1:1 unmittelbar vor der Pause hinnehmen. Zuerst klärte Hahn nur unzulänglich, den zweiten Versuch verlängerte Lauer ansatzlos in die Maschen. Ein ärgerlicher Ausgleich, der sich nicht unbedingt angedeutet hatte, auch wenn die Heimmannschaft in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit nach dem Rückstand besser geworden war. Somit ging es mit einem Unentschieden in die Pause, aus der Neumühle unverändert kam, während die Gastgeber einmal wechselten. Dieses Mal kamen Erstgenannte besser in den Durchgang, Spielmacher Dombrowski erzielte in der 50. Minute technisch fein per Lupfer die erneute Führung, Schlussmann Ruge flog und streckte sich vergebens. Doch dieses Mal sollte der Spielstand nicht mal sechzig Sekunden bestehen bleiben, Günther glich aus Abseitsposition ebenfalls per Lupfer wieder aus. Alles Reklamieren half nichts, der Unparteiische Brandt blieb bei seiner Entscheidung. Unmittelbar danach gab es für Dargetzow die Möglichkeit, erstmalig selbst in Front zu gehen, doch Keeper Rusch rettete seine Farben gekonnt per Pressschlag und brauchte anschließend jeden Millimeter seiner Tentakelarme, um den Ball zu sichern. Dies nutzten die Gäste als Wachruf und steigerten ihre Bemühungen um das dritte Tor erneut, nach wie vor kam man auf dem Platz aber noch nicht wirklich klar und konnte nur wenig Zählbares herausspielen. Baruschke reagierte und brachte in der 62. Minute Hampusch für Holst, neun Minuten später kam Kampfkoloss Schulz vor den Schweriner Sascha Mölders, P. Sulkowski. Beide Joker verliehen den Angriffen neue Dynamik und wurden zum wichtigen Faktor in den restlichen Minuten. Gerade Hampusch tat sich hier hervor, unter anderem mit seinem schönen Lupfertor in Minute 71 zum langersehnten 2:3. Wenig später erinnerte sein Sprint außerhalb des Spielfeldes an Prime Gareth Bale, auch wenn in dieser Situation kein Tor dabei herauskam. In einer intensiven Partie ging es nun darum, die Führung dieses Mal nicht zu verspielen, während die Gastgeber erneut gleichziehen wollten, aber nun an der Defensive des NSV scheiterten, die sich mit Hand und Fuß dagegen wehrte. Bestes Beispiel dafür war ein taktisches Foul von Hahn, der seinem Gegner die Hand reichte und dessen Flosse sekundenlang festhielt, obwohl dieser eigentlich in Richtung Tor unterwegs sein wollte. Brandt war anscheinend begeistert von diesem lässigen Handschlag und verzichtete seltsamerweise auf eine gelbe Karte in einer größtenteils sehr fairen Begegnung. Drei Minuten vor Schluss brachte Baruschke noch Nittke für Hoffmann, um das Ergebnis zu sichern. Dies gelang weiterhin relativ ungefährdet, weshalb Brandt mit seinem Abpfiff später den immens wichtigen Auswärtssieg der Landeshauptstädter offiziell machte. In einem umkämpften Spiel von überschaubarem Niveau gingen somit die Neumühler mit dem besseren Ende vom Hartplatz und können ihren Vorsprung auf die Konkurrenz ausbauen. Nur Gostorf um den sich in Top-Super-Ultraform befindlichen Torjäger und Schirinamensvetter Brandt bleibt nach wie vor zwei Punkte hinter dem NSV auf Platz drei. Ganz vorne steht Spitzenreiter Schlagsdorf/Mustin dagegen kurz vor der Meisterschaft und benötigt dafür nur noch läppische sechs Punkte aus den verbleibenden sechs Spielen. Für die Schweriner beginnen im Kampf um den verbleibenden Aufstiegsplatz nun die Wochen der Wahrheit mit aufeinanderfolgenden direkten Duellen gegen Boltenhagen, Bad Kleinen und eben Gostorf. Durch den hart erarbeiteten Sieg hat man dafür eine gute Grundlage, auch wenn Dargetzow einem viel abverlangte und sich auf Augenhöhe zeigte. In einem Spiel ohne viele echte Chancen entschied am Ende die bessere Durchschlagskraft im Angriff, gepaart mit einer rigorosen Verteidigung, die sich im wahrsten Sinne des Wortes in den Gesichtern der Spieler widerspiegelte. B. Schröders sonst kahle Platte hatte eine aschblonde Farbe angenommen, Zengels Gesicht sah aus, als wäre er auf einen staubigen Bilderrahmen gefallen. In Vorbereitung auf das Aufeinandertreffen mit dem Viertplatzierten SV Bad Kleinen kann man nun die Zeit investieren, um Staub sowie Steinchen aus Klamotten, Lunge, Haaren und Epidermis herauszuwaschen. NSV spielte mit: Rusch – Hahn, B. Schröder, C. Schröder (C), Salchow – Zengel, Schöwe – Holst (62. Hampusch), Dombrowski, Hoffmann (87. Nittke) – P. Sulkowski (71. Schulz)
14. April 2026
Der 15. Spieltag der Kreisliga SN-NWM hielt das Duell zweier Teams mit sagenumwobenen Fußballplätzen bereit. Der Neumühler SV empfing auf der für ihre Schlaglöcher bekannten „Ranch“ den Groß Salitzer FC aus dem unteren Tabellenfeld, der für sein klitzekleines Spielfeld inmitten eines Maisfeldes bekannt ist. Dort hatten sie zuletzt den Aufstiegsanwärtern aus Bad Kleinen und Boltenhagen insgesamt vier Punkte abgetrotzt und damit in der Rückrunde bei einer zwischenzeitlichen Niederlage gegen Dargetzow genauso viele Punkte gesammelt wie der Gastgeber, der die erneut bittere Niederlage gegen den Mecklenburger SV aus der Vorwoche noch verdauen musste. Dennoch ging dieser als Tabellendritter als klarer Favorit in diese Partie. Die Schweriner reagierten auf die zuletzt mangelnde Effizienz und den Ausfall des Flügelduos Hoffmann/Holst mit einigen taktischen und personellen Umstellungen. So rückte Abräumer Hahn in bester Kimmich-Manier von der Sechs nach rechts hinten, um dort für Zucht und Ordnung zu sorgen. P. Sulkowski belebte sein Alter Ego „Stürmer-Sulkowski“ wieder und wurde von Coach Baruschke auf dessen verzweifelter Suche nach einem Goalgetter wieder auf seine ursprüngliche Paradeposition zurückversetzt. Dafür wechselte Zengel trotz seines Tores in der Vorwoche ins defensive Mittelfeld, um gemeinsam mit Allstar Schöwe das Spiel zu dirigieren. Dampfwalze Bebernitz, der dieses Mal zwar nüchtern, dafür aber zu spät kam (Was ist einem jetzt wohl lieber?), rutschte links aus der Verteidigung auf den linken Flügel, für ihn sollte links hinten L. Holst dichtmachen. Rechtsaußen durfte Koffein-Kevin ran, der seinen täglichen Flüssigkeitsbedarf nur aus Energy-Drinks bezieht. Hinten rotierte Burghardt für Rusch ins Tor. Dombrowski war glücklicherweise rechtzeitig geworden und startete erneut auf der Zehn. Solche Personaloptionen hätte sich wohl auch der Gast gewünscht, der am Vorabend nur zehn Mann zusammen hatte, durch eine groß angelegte Umfrage aber doch noch sechs Spieler mehr gefunden hatte. Darunter auch einen laut eigener Aussage „fetten, hässlichen 36-Jährigen direkt aus der Nachtschicht“, der es doch geradewegs in die Startelf schaffte, während das junge Gemüse vorerst auf der Bank blieb. Vermutlich wollte der Gegner zuerst das Alte verbrauchen, bevor etwas Neues abgenutzt wird. Dafür zeigte sich das Sturmduo Dräger/Weinig zuletzt in Topform und hatte bereits über 20 Mal getroffen. Und dieses Gespann sorgte nur sechs Minuten nach Anpfiff von Schiedsrichter Alexander Pätsch für die frühe Führung der Groß Salitzer. Nach einem Ballverlust durch Schöwe rannten die Angreifer gemeinsam auf Burghardt zu, nach Drägers Querpass schob Weinig routiniert ins leere Tor ein. Bereits zuvor hatte man nach einem Stockfehler von Burghardt den Ball aus aussichtsreicher Position nur über das halbleere Tor bugsiert. Der schnelle Schock für den NSV, der daraufhin seine Offensivbemühungen intensivierte und zu ersten Gelegenheiten kam. Aber auch Groß Salitz kam zu einigen Abschlüssen, unter anderem nach einem Freistoß, den Hahn mit einem klassischen Arschtritt verursacht hatte. Neumühles Chancen wurden jedoch vergeben wie die Sünden am Beichtstuhl. Bebernitz und Dombrowski ließen beste Gelegenheiten aus und man konnte sich schon an die Vorwoche erinnert fühlen, als man in der ersten Halbzeit zu wenig aus seinen Chancen machte. Doch dann brachte der klassische Kreisliga-Komet die Erlösung. Ein solcher flog in Minute 24 in den gegnerischen Strafraum, nachdem er kurz die Artemis II beim Landeanflug gestreift hatte. Salchow zog per Volley ab und traf den Ball für alle Parteien überraschend gut, sodass er am verdutzten Schmidt vorbeihüpfte und mithilfe des Innenpfostens die Linie überquerte. Dass Koffein-Kevin diese Kraft hatte, obwohl er bisher nur drei Monster Energy Drinks getrunken hatte und den vierten bei der panischen Suche nach seinen Stutzen vergessen hatte, grenzte schon an Magie. Der Kontrahent wirkte nach dem Ausgleich sehr passiv und kam kaum noch aus der eigenen Hälfte, der Neumühler SV drückte auf den zweiten Treffer wie Jugendliche auf einen Pickel und scheiterte vielfach an sich selbst. So musste die Verteidigung ran, um in Minute 32 die Weichen Richtung Sieg zu stellen. Nach einer Ecke verlängerte T. Sulkowski, jetzt offiziell wieder Abwehr-Sulkowski, den Ball gekonnt per überraschender Bauch-Direktabnahme in Richtung Tor. Hahn, der im Fünfer lauerte, reagierte blitzschnell, zog aus der Drehung ab und stopfte den Ball gekonnt unter dem Torwart hindurch ins Gehäuse zur hochverdienten Führung. Nur hundertachtzig Sekunden später erhöhte Bebernitz nach Vorlage von Dombrowski auf 3:1. Damit ging es auch später in die Halbzeit, Schmidt bewahrte sein Team mit guten Paraden vor der Pause noch vor weiteren Gegentoren. Baruschke zeigte sich nur angesichts des Zwischenstandes zufrieden, ansonsten tat sich sein Team größtenteils schwer, ein vernünftiges Spiel abzuliefern. Vor allem die Chancenverwertung war erneut das große Manko. Er forderte besonders aufmerksame fünfzehn Minuten nach Wiederanpfiff, um die Partie so zu entscheiden. Die Schweriner setzten genau das sofort um. Zengel fing nach Anstoß einen gegnerischen Pass ab und spielte sofort nach vorne, Dombrowski streichelte den Ball wie ein Pfarrer den Schopf eines Jünglings im Kloster, und Salchow vollstreckte eiskalt zum 4:1. Kurz darauf verwehrte er sich selbst den Hattrick, als er aus kurzer Distanz nur die Latte traf, auch wenn er und Kronzeuge Bebernitz behaupteten, die Kugel hätte danach die Linie überquert. Pätsch sah es wie oft an diesem Tag anders. Der Groß Salitzer FC wehrte sich mit zunehmenden Gegentoren vermehrt mit rustikaler Zweikampfführung, die oft die Grenze des Erlaubten überschritt. Nach vorne wurde er nur einmal gefährlich, als Burghardt sensationell parieren konnte und sich damit das Lob von Mit- und Gegenspielern, Trainern, Nachbarshunden, Vögeln und Regenwürmern einholte. Schröders Torwarttraining hatte sich damit mehr als bezahlt gemacht. Nach wie vor war es ansonsten ein Spiel auf ein Tor, auch wenn die Spannung bei Neumühle merklich nachließ. So dauerte es bis zur 62. Minute, um in Person von Dombrowski auf 5:1 zu stellen. Nach dieser Vorentscheidung wechselte Baruschke zweimal und brachte Hampusch und B. Schröder für Salchow und T. Sulkowski in der 72. Minute. Nur zwei Zeigerumdrehungen später stellte Zengel auf 6:1, als er nur noch ins leere Tor einschieben musste. Daraufhin tauschte der Hauptübungsleiter erneut und schickte Lode und Maschler für Bebernitz und den glücklosen P. Sulkowski, der von einem Gegenspieler vollkommen zu Unrecht mit Sascha Mölders verglichen wurde, auf den Platz. Kurz darauf schwächte sich der Gast mit einer Gelb-Roten Karte selbst, sodass der gelb-blaue Sturmlauf in der Schlussviertelstunde weiterging. Durch viele falsche Entscheidungen im letzten Drittel, zu schwache Abschlüsse oder einige gute Paraden von Schmidt verpasste man lange den siebten Treffer. Zum Schluss hatte man noch mehr Pech, als sich Maschler verletzte und man zu zehnt zu Ende spielen musste. Erst in der Nachspielzeit war man nach einer schönen Kombination erfolgreich. L. Holst zeigte seinen inneren Brasilianer und spielte einen hohen Ball mit der Schulter zu Hampusch, der direkt verlängerte. Zuletzt tauchte Joker Lode vor dem Tor auf, benutzte seine Pike als Billard-Queue und schnippelte so die Kugel damit wie auch immer am Keeper vorbei ins Netz. Große Freude herrschte im Team über seinen Premierentreffer und die Kiste, die damit einhergeht. Pätsch war anscheinend ein Freund von langen Spielen und hatte trotz des eindeutigen Ergebnisses fünf Minuten zusätzlich verhängt. Diese endeten kurz danach, als Dombrowski unmittelbar nach Anstoß einen langen Ball von Schmidt blockte, der danach eigentlich Lode klar foulte und einen Elfmeter verursacht hätte, wäre nicht irgendwo in dieser Situation das Spiel für den Unparteiischen beendet gewesen. Mit seinem letzten von vielen wirren Pfiffen und Nichtpfiffen beendete er so das Spiel. Durch die Niederlage des Mecklenburger SV im Parallelspiel gegen Gostorf rutscht der NSV damit wieder auf Platz zwei der Tabelle und hat nun zwei Punkte Vorsprung auf das Trio aus Mecklenburg, Bad Kleinen und Gostorf. Boltenhagen lauert mit drei Zählern weniger dahinter, Burgseeverein Schwerin hat sich nach nur einem Punkt gegen die Kellerkinder aus Sievershagen und Parum/Dümmer aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet, in dem Schlagsdorf/Mustin mit 13 Punkten Vorsprung an der Spitze einsam seine Kreise zieht, was den Kampf um den verbliebenen Aufstiegsplatz umso heißer werden lässt. In diesem geht es für Neumühle bald richtig zur Sache. Nach einer Reise auf den legendären Platz in Dargetzow, der aussieht wie ein Parkplatz, aber ein zugelassenes Spielfeld ist, geht es gegen drei direkte Konkurrenten nacheinander. Hierfür wird es vor allem eine deutlich bessere Effizienz benötigen als in diesem Spiel, auch wenn der Gegner trotz Frühstart letztlich chancenlos war und nur sehr wenig auf den Platz brachte. Die Schweriner zeigten sich auch aufgrund der Überzahl fußballerisch verbessert, hätten aber eigentlich eine zweistellige Anzahl an Toren erzielen müssen, was auch Baruschke ärgerte. Dennoch unterstreicht man mit diesem Kantersieg seine Ambitionen, gerade wenn man das Ergebnis mit dem mauen 1:1 aus dem Hinspiel vergleicht. Insgesamt steht man nach vier Spielen der Rückrunde nun bei sieben Punkten, in der Hinrunde hatte man damals nur zwei Punkte gesammelt und belegte den vorletzten Platz. Durch das Unentschieden begann damals eine Serie von zehn ungeschlagenen Spielen in Folge. Der Erfolg ist nun hoffentlich erneut Startpunkt einer weiteren Reihe erfolgreicher Ergebnisse. Neumühle spielte mit: Burghardt – Hahn, T. Sulkowski (72. B. Schröder), C. Schröder (C), L. Holst – Zengel, Schöwe – Salchow (72. Hampusch), Dombrowski, Bebernitz (75. Lode) – P. Sulkowski (75. Maschler) Ebenfalls im Kader: Pohl (na ja, so halbwegs zumindest)
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