E-Jugend-Turnier des Neumühler SV war beste Werbung für Schwerin

26. Juni 2023

Insgesamt 126 Spiele und 359 Tore bekamen die Zuschauer im Stadion Lambrechtsgrund beim HWP-Sommermasters mit Familienfest zu sehen.

(c) Hans Taken / SVZ: In Schwerin können auch große Fußball-Nachwuchsturniere organisiert werden. Den besten Beweis dafür lieferte der Neumühler SV mit seinem U11-Turnier. Am Morgen nach dem E-Jugend-Turnier ploppte eine Nachricht nach der anderen in der Whatsapp-Gruppe des Sommermasters auf: „Tolle Teams, tolle Spiele und ein klasse Rahmenprogramm“, lobte ein Vertreter der SG 03 Ludwigslust/Grabow. „Auch von uns, TeBe, ein Riesendank“. Viel Lob gab es auch aus Neustrelitz, Neuruppin, Babelsberg, Güstrow, Berlin-Köpenick und den anderen Turnier-Teilnehmern. „Alle haben sich gemeldet“, freute sich Organisator und Neumühles E-Jugend-Coach Steffen Klatt.

Es war eine Mammutveranstaltung an einem idealen Spielort. Der Lambrechtsgrund erwies sich als Glücksgriff. Genug Platz für vier Kleinfelder auf dem gepflegten Rasen, genug Raum für Zuschauer auf der Tartanbahn, um sich die 126 Partien mit insgesamt 359 Toren anzusehen, schattige Plätzchen unter den wuchtigen Bäumen auf der Gegengrade, ausreichend Parkplätze und Sanitäranlagen.

„Dieses Turnier ist eine Riesenchance für Schwerin. Man spricht hier doch immer von der Sportstadt Schwerin. Jetzt ist es so“, sagte Yann Schmekel. Gemeinsam mit David Ansperger betreut er die E-Jugend des Schweriner SC. Der SSC hatte mit Abstand die kürzeste Anreise. Da waren die Gäste von Werder Bremen, 1. FC Frankfurt, VfL Oldenburg, Pogon Stettin oder Torpedo Neumüster viel länger unterwegs. Oder auch das Team von Tennis Borussia Berlin. Im ersten Gruppenspiel hat der SSC ein 3:3-Remis gegen die Berliner erreicht. „Mal sehen, was wir noch so schaffen hier“, sagte Schmekel. Am Ende mussten sie sich mit dem 27. von 28 Plätzen begnügen. Aber es gab ja dieses 3:3 zum Auftakt gegen TeBe, dem späteren Turniersieger, der den
Bundesliga-Nachwuchs aus Bremen hinter sich lassen konnte.

Eine Neuaufage des großen Fußball-Turniers haben Klatt und Co. schon geplant. Ein U12-Turnier am Wochenende vom 21. bis zum 23. Juni 2024. Freitags Anreise und Party, dann Spiele über zwei Tage. „Das müssen wir auf mehrere Tage verteilen, weil die D-Junioren nicht mehr auf Kleinfeldern spielen können.“ Zwei oder drei Tage Schwerin, da haben die Gästemannschaften doch beste Möglichkeiten, die Stadt nicht nur aus der sportlichen Perspektive kennen zu lernen.

Platzierungen
  1. Tennis Borussia Berlin
  2. SV Werder Bremen
  3. Niendorfer TSV
  4. SV Vorwärts 04 Billstedt
  5. BFC Dynamo
  6. Förderkader René Schneider
  7. MSV Neuruppin
  8. Torpedo Neumünster
  9. SC Borsigwalde
  10. Neumühler SV Team blau
  11. Greifswalder FC
  12. SG Ludwigslust/Grabow
  13. Union Berlin
  14. Hansa Rostock
  15. SC Condor Hamburg
  16. 1. FC Frankfurt/Oder
  17. VfB Oldenburg
  18. Concordia Hamburg
  19. FSV Babelsberg
  20. SG Stralendorf/Warsow/Zachun
  21. Güstrower SC
  22. Pogon Stettin
  23. TSG Neustrelitz
  24. FC Nordost Berlin
  25. 1. FC Neubrandenburg
  26. Neumühler SV schwarz
  27. Schweriner SC
  28. SSV Einheit Perleberg
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Bei der frisch aufgestiegenen SG Schlagsdorf/Mustin setzte es in Schleswig-Holstein (NICHT der wahre Norden!!!) eine herbe 5:0-Klatsche, bei der vor allem die Art und Weise des Auftretens erschreckend war. Jener Gegner sollte sich dazu aufschwingen, die Liga unnachahmlich zu dominieren und ohne Punktverlust geradewegs Richtung Kreisoberliga zu marschieren. Als alle das Spiel als Ausrutscher gegen einen starken Gegner vergessen wollten, setzte es die nächsten Dämpfer: Wunderknabe Dombrowski verletzte sich für mehrere Wochen, und auch in der Liga schien sich die Misere der Vorjahre fortzusetzen. Dem eher glücklichen Unentschieden gegen die nächste Spielvereinigung aus Parum-Dümmer folgte der Tiefpunkt der langen Leidenszeit. Gegen den Mecklenburger SV musste man im ersten Heimspiel eine 2:3-Niederlage hinnehmen, obwohl der Kontrahent in allen Belangen unterlegen war. Nach wie vor hatte das Team große Probleme, die Sportart einigermaßen nach Fußball und nicht nach „Drisch-den-Ball-in-die-Luft“ aussehen zu lassen. Die Lage wurde so prekär, dass kurzfristig eine Krisensitzung anberaumt wurde, um ein weiteres Abstürzen zu verhindern. Nach klaren Worten stand fest: Es muss sich vieles ändern, um die angeknockte Mannschaft wieder aufzubauen. Gerade defensiv zeigte man mehr Lücken als die Zahnreihe eines Amateurboxers, während offensiv der Motor nicht ins Rollen kam. Gegen Groß Salitz zeigte man sich dann immerhin in der Verteidigung deutlich stabiler. Auf dem Minirasen im Maisfeld schoss man mit dem einzig guten Angriff die frühe Führung, kassierte aber unmittelbar vor Schluss den unnötigen Ausgleich und stand somit nach vier Spielen mit nur zwei Punkten und einem vorletzten Tabellenplatz da, der den nächsten Abstieg bedeuten würde. Dennoch sah man in dieser Begegnung eine dezente Verbesserung, da erstmals der Wille beim Team stimmte, Spiele über Mentalität zu gewinnen. Baruschke zog seine Lehren aus dem erneuten Fehlstart und ging zu einer defensiveren Taktik über, die der Mannschaft entgegenkam und deutlich mehr Sicherheit im Aufbau verschaffte. Ebenfalls erholte sich die Verteidigung und sollte in den nächsten Spielen unter dem Duo Zengel/Sulkowski in der Innenverteidigung aufblühen, auch wenn beide dieser Position eher schwiegermütterlich gegenüberstanden. Auch Abräumer Schöwe, den sich der NSV sonst immer mit den Footballern der Mecklenburger Bulls teilen musste, zählte zu den Dauerbrennern. Diese Saison entschied er sich endlich für den richtigen Ballsport und glänzte als Zerstörer mit Offensivdrang, der auch fünf Tore erzielte. Den ersten Befreiungsschlag gab es gegen den Dargetzower SV mit einem 4:0-Heimsieg, bei dem es erstmals auch spielerisch lief und vieles besser klappte als zuvor. Wie bei der sagenumwobenen Ketchupflasche ging es jetzt richtig los, nach dem Premierensieg wollte man mehr. Ein deutliches Zeichen setzte man am sechsten Spieltag. Gegen den damaligen Zweiten aus Boltenhagen holte man einen extrem dominanten 1:6-Auswärtssieg und musste sich fast schon ärgern, nicht noch mehr Tore erzielt zu haben. Flügelflitzer Hoffmann brillierte hier mit einem Dreierpack. In der anschließenden Pokalwoche gab es zwar das Ausscheiden gegen den FC Selmsdorf durch ein 1:2 auf der heimischen Ranch, die Siegesserie in der Liga ging aber erst richtig los. Als Nächstes wurde mit Bad Kleinen das nächste Spitzenteam zerlegt. In dessen Stadion auf holprigem Rasen gab es einen Sieg mit vier Toren Vorsprung und ohne Gegentor. Auch wenn es spielerisch eher ausbaufähig war, konnte man über die richtige Einstellung den Sieg erzielen. Ein echtes Highlight des Spiels sollten die Flugeinlagen von Malocher Grap sein, der neunmal (ja, richtig gelesen, neunmal!!!) über seinen eigenen Schatten stürzte, aber immer wieder aufstand und defensiv eine starke Partie zeigte (man erinnere sich an den seitlich gehechteten Bauchklatschkopfball). Hiernach folgte das absolute Highlight der Hinrunde. Am siebten Spieltag empfing man den Zweitplatzierten der Liga, den Gostorfer SV, der mit Jerome Brandt nach wie vor den besten Torjäger in seinen Reihen hat. Was alle angespannt als sehr schweres Spiel betrachteten, entpuppte sich als wahres Fußballfest. Nach einer selten so gesehenen ersten Halbzeit voller fußballerischer Dominanz, perfektem Defensivspiel und gnadenloser Effizienz führte man nach 45 Minuten 6:0 (!!!); die gefürchtete gegnerische Offensive war so ungefährlich wie ein Kätzchen für eine Antilope. Am Ende stand hier ein 8:2, bei dem sich auch die Neuverpflichtungen zeigen durften. Von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit lockte man die jungen Studenten mit der Aussicht auf geselliges Beisammensein und gnadenloses Besaufen an. Durch die Verstärkung ergab sich für Baruschke eine ungewohnt luxuriöse Kaderbreite, die er vorher noch nicht erleben durfte. Statt der krampfhaften Suche nach öölf Spielern aus dem vorherigen Jahr gab es nun eher die Frage, welcher der anwesenden Spieler es nicht in den Spieltagskader schaffen kann, da es dort nur 18 Plätze gibt. Allgemein gab es spielertechnisch viel mehr Konstanz, sodass sich ein festes Gerüst einspielen konnte. Die Viererkette mit Grap, Zengel, Sulkowski und Käpt’n Schröder stand, davor räumte Schöwe ab, während Dombrowski das Offensivorchester dirigierte, das richtig auf Touren kam. Gegen den Lokalrivalen vom Burgseeverein Schwerin holte man einen knappen Derbysieg, der eigentlich höher hätte ausfallen müssen, auch wenn der Gegner viel fußballerisches Potenzial andeutete. Danach feierte man mit einem 9:1 gegen den völlig chancenlosen SV Sievershagen den höchsten Sieg der Hinrunde, mit dem man erstmals in der Tabelle dahin sprang, wo man sich vor der Saison hingewünscht hatte: auf einen Aufstiegsplatz. Durch ein abschließendes 1:4 gegen den Brüeler SV II und den damit siebten Sieg in Folge sicherte man sich zur Winterpause diesen zweiten Platz. Damit liegt man zehn Punkte hinter dem unangefochtenen Primus Schlagsdorf/Mustin, der ohne Punktverlust und mit der besten Offensive und Defensive ausgestattet sehr wahrscheinlich schon für die Kreisoberliga planen kann. Der NSV kann neben dem zweiten Tabellenplatz auch die zweitbeste Defensive und die drittbeste Offensive aufweisen. Insgesamt spielte der Neumühler Sportverein damit eine mehr als zufriedenstellende Halbserie, gerade in Anbetracht der ersten vier Spiele, in denen man zehn Tore kassierte und nur vier schoss. Einige wähnten sich hier nach wie vor in der Negativspirale der letzten zwei Jahre, doch dann schaffte man endlich die Wende, auf die man so lange gewartet hat. Diese wurde begünstigt durch die angesprochene taktische Umstellung, die nun etwas einfacheren Fußball vorsieht. Durch eine sich fest etablierende Achse von Spielern, die fast immer da waren, konnte sich im Team eine Sicherheit entwickeln und feste Abläufe einspielen. Der große Kader machte es möglich, Ausfälle besser zu kompensieren und auf jeder Position auch qualitativ ähnlich zu ersetzen. Außerdem schaffte man es endlich, die Mentalität auf den Platz zu bringen, die es für diese Ligen braucht. Selbst die Edeltechniker schrecken nicht vor rustikalen Grätschen zurück, um dem Team beim Verteidigen zu helfen. Dazu ist die Mannschaft im Angriff schwer auszurechnen, da es viele Torschützen gibt und nicht den einen Goalgetter. Somit können sich die Gegner nur schlecht auf den vermeintlich torgefährlichsten Spieler einstellen. Somit gibt es in Neumühle endlich wieder Siege und zufriedene Trainergesichter. Die lange Winterpause kommt jetzt eher ungelegen, und man darf gespannt sein, wie es im März weitergeht, wenn es gegen Schlagsdorf/Mustin auf der Ranch zum ultimativen Spitzenspiel kommt. Es bedarf eines perfekten Spiels, um jener Spielgemeinschaft den ersten Punktverlust zuzufügen. Unabhängig von diesem Ergebnis muss man die Form der letzten Spiele konservieren, um in der Rückrunde den nächsten Fehlstart zu verhindern und den aktuellen Tabellenplatz gegen die Konkurrenz zu verteidigen, die im engen Aufstiegsrennen nur knapp dahinter liegt und auf Fehler lauert.
17. Dezember 2025
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