Riesenschritt im Aufstiegskampf – Neumühle schlägt Gostorf im Rennen um Platz Zwei

18. Mai 2026

Riesenschritt im Aufstiegskampf – Neumühle schlägt Gostorf im Rennen um Platz Zwei

Alles war angerichtet für die vermeintlich entscheidende Begegnung der Saison 2025/26 der Kreisliga SN-NWM. Von Anfang an marschierte der Meister aus Mustin durch die Liga, sodass die echte Spannung im Treiben um den zweiten und Aufstiegsplatz lag. Nachdem in den letzten Wochen die ursprünglich fünf Bewerber nach und nach den Anschluss verloren, blieb nach dem Nichtantritt des Mecklenburger SV beim Meister in Schleswig-Holstein nur noch der Neumühler SV und der Gostorfer SV übrig. Beide Teams trennten nur zwei Punkte und am 19. Spieltag trafen sie nun aufeinander. Für die Gäste aus Schwerin bestand die Möglichkeit, mit einem Sieg auf fünf Punkte davonzuziehen und die Chancen auf den Aufstieg damit signifikant zu erhöhen. Der Gastgeber um Toptorjäger Jerome Brandt konnte mit einem Sieg wiederum auf Platz zwei springen und den Aufstieg in der eigenen Hand haben. Baruschke musste dafür jedoch auf mehrere Stammspieler verzichten, Kapitän Schrotti fehlte ebenso im Aufgebot wie Rechtsaußen R. Holst und die Sulkowski-Brüder in der Innenverteidigung und vorne.

Dafür hatten sich pünktlich zum Topspiel die Studenten der HdBA zurückgemeldet, sodass man den Kader äquivalent auffüllen konnte. Zwei davon schafften es gleich in die Startelf, Wende und Leipold besetzen die Position im Mittelsturm und auf der Zehn. Zengel und B-Schröder übernahmen die Innenverteidigung, Koffein-Kevin und Hoffmann stürmten über außen. Als dritter Wohnheimbewohner fand sich Felix Sperling auf der Bank. Abräumer Hahn freute sich über die neuen Mitspieler, hatte er sie Sperling und Leipold zuvor nur einmal beim Hinspiel gesehen, als der NSV in wahres Offensivfeuerwerk abfeuerte und auf der Ranch mit 8:2 über die Gostorfer hinwegfegte. Er selber war damals aufgrund einer Verletzung zum Zuschauen verdammt gewesen, heute konnte er seine Vaterplauze über den mit Löwenzahn und Gänseblümchen garnierten Rasen an der Gostofer Festwiese spazieren führen. Bei bestem Fußballwetter eröffnete der Unparteiische Danny Rohde die Partie, die aufgrund ihrer Wichtigkeit so manchem erfahrenen Spieler die Nervosität in die Beine trieb.

Das Spiel begann recht verhalten, beide Teams standen größtenteils sicher und konnte die gegnerische Verteidigung noch nicht knacken. Bebernitz packte einmal beherzt im Zweikampf zu und handelte sich eine frühe gelbe Kart ein, sonst bleib es ziemlich ruhig. So lieferten sich Hoffmann und Brandt am Anfang ein Duell darum, Freistöße aus guter Position möglichst schlecht zu schießen. Während der Versuch des Neumühlers flach an Mauer und Tor vorbeikullerte, drosch der Gostorfer das Leder mit immensen Außeneffet in einen anliegenden Garten und sicherte sich diesen kleinen, ungewollten Erfolg. Auch war es sein Team, das zuerst richtig gefährlich wurde, als einer der vielen baumlangen Spieler einen Freistoß per Kopf an den Pfosten von dem Rusch ihm seinen Kasten setzte. Glück für die Gäste, die daraufhin mit der Führung antworteten. Einen hohen Ball von Schöwe flankte Hoffmann von links direkt auf den langen Pfosten, wo sich Wende davongestohlen hatte wie nachts nach Schließzeit aus dem Wohnheim. Allein vor Schlussmann Seifert blieb der Mann, der eigentlich für die Spvgg Lohsa/Weißkolm in der sächsischen Kreisliga aufläuft und dort bereits achtmal traf, kalt wie das ausgeschenkte Fassbier und köpfte in Minute 24 das 1:0 für Neumühle. Dieser Treffer ging aufgrund des bisherigen Spielverlaufes auch in Ordnung, obwohl die richtigen Chancen gefehlt hatten.

Gostorf musste sich nach dem Gegentor erstmal schütteln und versuchte mit erhöhter Zweikampfsintensität zurück ins Spiel zu kommen. Gerade Linksverteidiger Soltwedel rieb sich gegen Koffein-Kevin in Zweikämpfen auf, während er zeitgleich versuchte, den Ball möglichst hoch in die am Spielfeld stehende Weide zu schießen. Beides gelang ihm jedoch mehrfach nur mittelmäßig. Mittelstürmer Dudek beschäftigte Zengel und B. Schröder mit seinem bulligen Körper, blieb aber harmlos. Die Gäste kontrollierten die Partie und konnte sich hinten auf Rusch verlassen, der gut mitspielte und dem freiem Gramkow die Kugel gerade noch von den Füßen wegschnappte. Aber auch auf dem Feld wehrte man sich und scheute nicht vor harten Zweikämpfen. Hier ging Abräumer Schöwe voran und senste an der Außenlinie seinen Gegenspieler weg, sah wie auch immer keine gelbte Karte, obwohl Rohde eine sehr kleinliche Linie hatte. Auf der anderen Seite verfehlte Wende einen Volleyschuss aus guter Position das Gehäuse deutlich, während es Hoffmann in der 37. Minute deutlich besser machte. Einen Schnippelball von rechts aus den Füßen Dombrowskis erreichte er gerade noch vor dem heranstürmenden Seifert und piekte ihn an ihm vorbei ins Netz. Großer Jubel breitete sich über jenes extrem wichtige Tor aus, doch Gostorf blieb gefährlich.

Kurz darauf stoppte Rusch einen Kopfball des Gegners kurz vor der Linie. Knapp vor der Halbzeit wurde es ging es nochmal heiß her. Erst wurde Wende von hinten gehörig umgeflext, konnte die Kugel aber noch vor für Dombrowski ablegen, der frei durch war. Ein Gostorfer grätschte dazwischen und spielte sowohl Ball als auch Gegner. Rohde hatte zuerst auf Vorteil entschieden, der seiner Meinung nach aber nach 2 Sekunden bereits abgelaufen war. Der Neumühler Spielmacher blieb verletzt liegen, als ihn wenig später ein langer Ball erreichte, sprang er plötzlich trotz meterweitem Abseits in bester Immobile-Manier wieder auf und versenkte die Kugel im Netz. Dadurch handelte er sich den ein oder anderen Kommentar der Gastgeber ein und brachte auch bei den Fans das Blut in Wallung. Rohde beendete dann die erste Halbzeit und klatschte mit einem Fan, den er aufgrund von Pöbeleien eigentlich des Geländes verwiesen hatte, brüderlich ab. Aller Ärger war anscheinend schnell verflogen.

In der Kabine hatte Baruschke nur lobende Worte für seine Mannschaft, die verdientermaßen mit 2:0 führten. Hinten stand man gut und konnte sich im Notfall auf Rusch verlassen, vorne nutzte man die großen Chancen effizient und hatte auch Jerome Brandt im Griff, dem noch nichts gelingen wollte. Er war wohl bereits angeschlagen ins Spiel gestartet und wurde einmal von seinem Kapitän rüde umgehauen, als dieser eigentlich Hoffmann oder den Ball treffen wollte. Hier brauchte er dann die Hilfe von Physio Lauri, die zur Gostofer Mutter Theresa wurde und mit dem Allheilmittel Eisspray anrückte. Später gab es dann noch einen gehörigen Check von Leipold gegen Brandt, der ihm erneut ordentlich zusetzte. Sein Fazit zur ersten Halbzeit lautete, dass man lange nicht so schlecht gespielt hätte, was man auch als ungewolltes Kompliment für den NSV sehen konnte.

Hahn sorgte in der kuscheligen Umkleide noch für einen Aufregern, als ihm seine Glasflasche aus zehn Zentimetern Höhe auf den Boden fiel und zersprang wie die Gostorfer Aufstiegshoffnungen. Schuldbewusst fegte er alles auf und wird in Zukunft wohl nicht mehr auf Soda-Stream Flaschen aus Glas vertrauen. Ohne Wechsel begannen dann die zweiten 45 Minuten.

Die Gastgeber versuchten es direkt mit einer Anstoßtaktik. Sechs Spieler lauerten an der Mittellinie und wollten diagonal in die gegnerische Hälfte einlaufen. Doch der Spieler, der den langen Ball schlagen sollte, wählte die PSG-Variante und drosch den Ball in Richtung Auslinie anstatt zum Strafraum, womit die Sache ungefährlich endete. Aus dem Nichts entschied Rohde auf Elfmeter, als Soltwedel im Strafraum zu Boden ging, nachdem er Hahn bei dessen Klärung des Balles umgerannt hatte. Laut des Schiedsrichters hatte Salchow ihn wohl in seinen Mitspieler hineingeschubst. Eine sehr strittige Entscheidung, hatte Koffein-Kevin doch die Hände eher an seinem Körper und der Heimspieler Hahn eher gefoult. Auf jeden Fall drückte er Hahn irgendeinen spitzen Knochen in dessen mickrigen Restbizeps und konnte sich glücklich schätzen, einen Pfiff bekommen zu haben. Brandt war es egal, mit seiner ersten richtigen Aktion im Spiel schoss er den Elfer in die Tormitte, womit er in Minute 50 den Anschluss aus dem Nichts markierte.

Wer jetzt mit einem beginnenden Gostorfer Sturmlauf gerechnet hatte, lag falsch. Neumühle war um eine schnelle Antwort bemüht und hatte dabei Unterstützung durch Rohde, den wohl das schlechte Gewissen plagte. Erst pfiff er ein faires Tackling ab und gewährte einen Freistoß aus guter Position. Hundertachzig Sekunden nach dem Gegentreffer segelte eine der vielen Ecken der Landeshauptstädter in den Strafraum. Seifert hatte an diesem Tag so seine Probleme mit diesen Bällen und zeigte sich auch hier unsicher. Dampfwalze Bebernitz reagierte am schnellsten und stocherte den Ball aufs Tor, wo ein Verteidiger noch abfälschte, bevor ein anderer die Kugel wegdrosch. Rohde entschied sofort, dass das Spielgerät im vollen Umfang die Linie überquert hatte, sehr zum Ärger der Gastgeber und zur Belustigung von Leipold und Wende, die eher die Meinung des Konkurrenten teilten.

HeimtrainerWendland reagierte auf den erneuten Zwei-Tore-Rückstand mit mehreren Wechseln, um das verbesserungswürdige Offensivspiel seiner Truppe anzukurbeln. Dies klappte so halbwegs, immerhin nach einer Standardsituation wurde es gefährlich, als knapp am Tor vorbeigeköpf wurde.

Baruschke brachte in der 76. Minute Kampfschwein Lode für Salchow, der heute vor allem durch seinen unerschütterlichen Einsatz aufgefallen war. In der 81. Minute ergab sich für Wende die Riesengelegenheit zur Entscheidung, als er nach einem langen Ball von Rusch und folgendem Abwehrfehler frei auf Seifert zulief, aber an einer Glanztat des Schlussmanns scheiterte. Die Gastgeber witterten nochmal Hoffnung und konnten aus dem Nichts den erneuten Anschluss erzielen. Nach einer eigentlich ungefährlichen Aktion folgte der Steckball auf einen im Abseits stehenden Stürmer. Da dieser jedoch passiv blieb und ein anderer den Ball übernahm, konnte der Querpass auf den freien Brandt folgen, der sich an Hahn vorbeigemogelt hatte und aus wenigen Metern vollstreckte. Seine Qualität hatte er damit mal wieder eindrucksvoll nachgewiesen, mit seinem 35. Saisontor hat er mittlerweile die Hälfte der Treffer seiner Mannschaft erzielt und spannende letzte sieben Minuten eingeleitet. Jetzt wurde es nochmal richtig hitzig auf dem Feld, Gostorf versuchte nochmal aussichtsreich nach vorne zu kommen, doch lief sich wie so oft an der Abwehr um den heutigen Spielführer Zengel fest.

Der NSV nahm hingegen clever Zeit von der Uhr. Bei einem Einwurf war der Ball vorher im Seitenaus in einer Ketchuppfütze gelandet. Als Hahn sich das Spielgerät schnappte, griff er geradewegs in die beliebte Soße. Da er keinen Tankstellenfasan, Bauarbeiter-Banane oder Hartz-Vier/Bürgergeld-Lende zur Verfügung hatte, reklamierte er bei Rohde den beschmierten Ball. Der Unparteiische reagierte mit einem lässigen „hab dich nicht so“, nahm sich die Kugel und wischte sie ihm Gras ab. Währenddessen hatte sich Leipold aufs Gras gesetzt und klagte über eine angebliche Verletzung, die aber schnell wieder vergessen war. Mit der letzten Aktion wurde es nochmal brenzlig. Eine Flanke nahm Dudek fünf Meter vor Ruschs Tor an, dabei sprang ihm die Knitte wohl an den Arm. Rohde entschied also auf Handspiel, sehr zum Missfallen des Stürmers. Da ihm der Ball ohnehin weggerollt war, hatte der Pfiff von Rohde vermutlich keine weitreichenden Konsequenzen. Unmittelbar danach blies der Schiedsrichter ein letztes Mal in seine Pfeife und beendete damit das Spiel. Lauter Jubel brach beim NSV aus, Ernüchterung machte sich bei Gostorf breit.

Mit diesem Sieg von monumentaler Bedeutung geht der Neumühler SV einen riesigen Schritt in Richtung Wiederaufstieg. In einem fairen Spitzenspiel gab es nur wenig echte Chancen und nur zum Schluss nochmal etwas Spannung. Größtenteils kontrollierte man die Begegnung und der Gegner wirkte nicht unbedingt, als würde für ihn etwas auf dem Spiel stehen. Der Sieg ist folglich verdient, auch wenn man etwas Spielglück auf seiner Seite hatte. Torjäger Brandt blieb bis auf seine Tore blasser als die Haut eines Gamers und wurde unfreiwillig zum Beweis, dass Fußball eine Mannschaftssportart ist, denn drei verschiedene Torschützen der Schweriner sicherten den Sieg. Nach dem Spiel gab es erneut einen Aufreger in der Gästekabine, denn die Stundenten der HdBA sind entweder alle in S-Bahn-Stationen geboren oder haben nur automatische Türen im Wohnheim, denn bei ihren Ausflügen aus der Umkleide zum Bierstand ließen sie mehrfach die Tür sperrangelweit offen und präsentierten ganz Gostorf die unbekleideten Leiber ihrer Mitspieler und einen ausgepumpten Kadaver von Hahn, der sich nur noch mit Hilfe zahlreicher Dad-Geräusche fortbewegen konnte. Koffein-Kevin war hingegen innerhalb weniger Minuten bereits wieder in seine Pumperjeans geschlüpft, hier zeigt sich der Altersunterschied dann doch deutlich.

Der Vorsprung auf Platz Drei wächst für die Rancher auf fünf Punkte und es besteht für sie die Möglichkeit, bei einem Gostorfer Punktverlust am nächsten Spieltag gegen Bad Kleinen mit einem heimischen Derbysieg gegen Burgsee Verein Schwerin den zweiten Platz dingfest zu machen und wieder in die Kreisoberliga zurückzukehren. Sollte dies noch nicht gelingen, gibt es danach in den Spielen gegen die Kellerkinder aus Sieverhagen und Brüel weitere Matchbälle. Beide Teams liefern sich einen mittlerweile doch spannenden Dreikampf mit der SG Parum/Dümmer um den Klassenerhalt, zwei Teams müssen am Ende den Gang in die unterste Kreisklasse antreten.

 

NSV spielte mit: Rusch – Hahn, Zengel (C), B. Schröder, Bebernitz – Schöwe, Dombrowski – Salchow (76. Lode), Leipold, Hoffmann – Wende

Ebenfalls im Kader: Burghardt, L. Holst, Nittke, Sperling

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24. September 2026
Aufsteiger gegen Absteiger. Ein solches, meist nur schwer einschätzbares Duell stand dem Neumühler SV am vierten Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM bevor. Der Gast vom VFL Blau-Weiß Neukloster hatte bisher nur zwei Spiele absolviert und drei Punkte geholt. Nun rückte er mit voller Kapelle an und betrachtete leicht kritisch den Rasen der sagenumwobenen Ranch. Von Anfang an war bereits klar, dass es kein alltägliches Spiel werden sollte. Der Kreisfußballverband hatte im Vorherein angekündigt, das Spiel live auf YouTube zu übertragen und auch Linienrichter angesetzt. Alle Zuschauer, egal ob live oder im Netz, sollten ihre Entscheidung nicht bereuen, ihren Samstagnachmittag als Zuschauer dieses Spiels zu verbringen. Aber dazu später mehr. Wie schon im ersten Heimspiel und in der Vorwoche im Pokal fehlte Coach Baruschke und agierte erneut als Marionettenspieler, der seinen Coaching-Staff und sein Team aus der Ferne lenkt. Dafür stand heute ein recht kleiner Kader zur Verfügung, der durch Altherren-Spieler Bruhn verstärkt wurde. Dieser hatte am Vortag noch 70 Minuten für die Veteranen gespielt und sogar ein Tor zum 2:1-Sieg seiner Oldies beigetragen. Im Tor fehlte Hexer Rusch, sodass Ausbilder Schröder zwischen die Pfosten rückte. Auch davor gab es einige Änderungen in der Startelf: Haudegen Hahn rutschte nach zweiwöchiger Abwesenheit direkt hinten rein wie ein Handwerker nach Montage bei seiner Liebsten. Zur Spielvorbereitung hatte er am Vormittag den Intersport geplündert und sich dort zum Kunden des Monats aufgeschwungen, nun stand er mit nagelneuer Montur wieder in der Viererkette. Im Mittelfeld kehrte Abräumer Schöwe trotz nicht ganz auskurierter Verletzung zurück, um Zengel und Dombrowski das Wesen einer Holding Six zu präsentieren, nachdem sich beide erfolglos daran versucht hatten. Dampfwalze und Mannschaftskassen-BFF Bebernitz spielte dieses Mal zentral, um auf Außen Platz für Hoffmann zu machen, der mit dem Boller-Wagen die Flügelzange bildete. Vorne durfte sich Entelmann endlich auf seiner Wunschposition ausprobieren. Auch der Fansupport an diesem Tag war außergewöhnlich, 90 Zuschauer hatten sich auf der Ranch versammelt, um diesem denkwürdigen Spiel beizuwohnen. Tobias Blank hatte die Ehre, es als Schiedsrichter leiten zu dürfen und pfiff pünktlich an. Sofort wurde im Spiel ersichtlich, wie die Teams an das Spiel herangehen wollten. Neukloster stürmte ab Minute Eins in einem aggressiven Pressing nach vorne, während sich Neumühle auf konzentrierte Defensivarbeit und schnelles Umschalten fokussieren wollte. Die ersten zehn Minuten blieb es vor den Toren noch recht verhalten. Einmal klärte Hahn in höchster Not vor dem einschussbereiten Linksaußen, auf der anderen Seite schoss Bebernitz knapp links vorbei. Aus dem Spiel gelang beiden Mannschaften noch nicht wirklich etwas, sodass ein Standard herhalten musste. Diesen chippte Boller auf Kopfballmonster Zengel, der im Sechzehner querlegte. VFL-Schlussmann Spill irrte auf der Suche nach Pilzen etwas planlos durch seinen Strafraum, sodass die Kugel über ihn hinweg zum blanken Entelmann flog, der nur noch einzuschieben brauchte. In einer ausgeglichenen Anfangsphase ging man somit früh in Führung, doch der Gast antwortete schnell. Nur drei Minuten später flog ein langer Ball zu Schlussmann Schröder. Anstatt ihn anzunehmen, wollte er seinen Kollegen seine angeblich noch vorhandenen Fußabllfähigkeiten zeigen und einen lässigen Chipball ins Mittelfeld spielen. Dieser wurde aber abgefangen und Krohn zog aus großer Distanz ab. Seinen platzierten Flachschuss konnte der Neumühler Aushilfskeeper trotz verzweifeltem, seitlich gehechteten Bauchklatscher a la Grap nicht mehr parieren und schon stand es 1:1 in einem Spiel, das langsam Fahrt aufnahm. Die Kontrahenten blieben ihrer Herangehensweise treu. Neukloster zeigte sich im Pressing irgendwo zwischen angriffslustig übergriffig, als Highlight sprang ein Spieler dem armen Bebernitz huckepack auf den Rücken. Blank fühlte sich anscheinend in nostalgische Kindertage zurückversetzt und pfiff nicht ab. Auch Zauberer Dombrowski steckte viele unfreiwillige Umarmungen und Triktottests ein, während Hahn deftig auf die Knochen bekam. Vermutlich waren seine Gegner neidisch auf seine neue Ausrüstung. Es gab nun viel Mittelfeldgeplänkel und wenig echte Highlights. Schröder parierte einen Freistoß in seinem Torwarteck, ein Gästespieler klärte für Tormann Spill, der einen langen Ball unterschätzt hatte und unter diesem durchlief wie ein trauriger Single zu Weihnachten unter einem Mistelzweig. Den nächsten echten Aufreger gab es in der 28. Minute, als Hoffmann eine scharf gedroschene Flanke von Boller aus kürzester Distanz über die Linie beförderte. Der Jubel ebbte schnell ab, als Blank von seinem Assistenten einen Hinweis bekam. Hoffmann hatte die Kugel wie einst Maradonna regelwidrig mit der Hand versenkt, nur bekam der vermeintliche Torschütze die gelbe Karte für sein Vergehen und (noch) keinen Legendenstatus. Sonst wiegte das Spielgeschehen gemächlich vor sich hin, bis es unmittelbar vor der Halbzeit nochmal spannend wurde: Zuerst bewies Boller erneut, wieso „Schärfe vor Genauigkeit“ sein Lebensmotto darstellt. Nach einem schönen Spielzug drehte er sich um seinen Gegner und knallte die Kugel in die Maschen. Seinem Viererpack aus der Vorwoche im Pokal ließ er damit sein viertes Tor in der Liga folgen. Doch wieder hatte der Gast die schnelle und in diesem Fall blitzartige Antwort parat. Handgestoppte acht Sekunden nach Wiederanpfiff lag die Kugel im Netz der Gastgeber. Dem Anstoß folgte ein langer Ball an den Strafraum, wo Schröder das Spielgerät mit dem Rücken zum Tor per Kopf in einer perfekten Bogenlampe an die Latte und dann hinter die Linie beförderte. Blank ging das alles ein bisschen zu schnell, zur Beruhigung der Gemüter verordnete er den Mannschaften erstmal 15 Minuten Verschnaufpause. In der Halbzeit zeigten sich Münchow und Schaar recht zufrieden mit dem bisherigen Spiel und prophezeiten einen Kräfteverschleiß beim Gegner ob dessen laufintensiven Spiels. Schaar zeigte sich sicher, dass man wenigstens ein Tor mehr schießen würde als die anderen. Er sollte in beiden Fällen Recht behalten. Der zweite Durchgang begann, wie er aufgehört hatte: Mit einer jubelnden Heimmannschaft. In der 49. Minute schoss Boller einen Freistoß bewusst schlecht, sodass Dombrowski den hüppelnden Ball noch vor der Grundlinie erwischen konnte. Seinen Lupfer vors Tor über Spill hinweg erwischte Entelmann per Kopf und er schob seinen Gegenspieler im Luftduell gleich mit in die Maschen. Erneut hatte sich der Mittelstürmer perfekt positioniert, sodass sein minimaler Hüpfer, unter den höchstens ein Löschblatt gepasst hätte, zum Torerfolg reichte. Fünf Minuten später schnürte der zentrale Stürmer sogar seinen Hattrick. Ein Befreiungsschlag von Schlussmann Schröder rutschte durch bis zum Angreifer, der erneut 99 Stellungsspiel bewies. Seinen Gegenspieler hielt er sich vom Leib wie eine lästige Fliege und schob dann lässig zum 4:2 ein. Danach wurde im beim Jubeln von Hahn dermaßen intensiv besprungen, dass seine Frau am Spielfeldrand grün vor Neid wurde, da er sie offenbar nicht mit der gleichen Leidenschaft beglückt wie seinen Teamkollegen. Jetzt ging es Schlag auf Schlag und auch der VFL mischt noch fleißig mit. Nach einem Ballverlust von Zengel folgte die Flanke von rechts, die der einlaufende Schröder gekonnt per Kopf verwertete, sein Namensvetter im Tor war jetzt chancenlos und so mancher fürchtete schon den großen Zusammenbruch beim Gastgeber. Doch an diesem Tag war alles anders. Die Trainer reagierten auf das erneute Gegentor mit der Hereinnahme von Bruhn für Bebernitz, ab sofort gab es eine Doppelsechs mit dem Rentnerduo Schöwe-Bruhn, vor dem Jungstar Dombrowski zaubern sollte. Der Joker fügte sich gleich gut ein und holte sich in seiner ersten Aktion Gelb für ein taktisches Foul ab, eine harte Entscheidung, wenn man sich Blanks bisherige recht lange Leine anschaute. Mit Bruhn wurde es nun deutlich ruhiger in der eigenen Hälfte, Neukloster schien ausgelaugt zu sein von ihrem hohen Aufwand in der ersten Hälfte. Dies brachte Räume für den NSV, die man gekonnt zu nutzen wusste. Zuerst fing Hoffmann einen Pass in der eigenen Hälfte ab und startete durch. Von Entelmann erhielt er den Ball zurück und überwand Spill in der 63. Minute zum 5:3. Sein in den letzten Spielen immer größer gewordener Knoten platzte damit endlich, die Erleichterung war ihm anzumerken. Und nur fünf Minuten danach gelang ihm sein nächstes Tor. Dombrowski setzte Spill in perfektem Einmann-Pressing unter Druck, wie es sonst nur Maschine Schulz konnte. Der unsauber gespielte Ball landete beim Flügelstürmer. Mit einer Finte schickte er den Schlussmann ins Kino und versenkte die Kugel anschließend zum 6:3. Die Partie kippte nun endgültig zugunsten der Schweriner und der erschöpfte Hahn verbrauchte den Großteil seiner nur noch geringen Kraft, um die Torschützen zum Jubeln zu empfangen. In dieser Phase klappte alles für die Landeshauptstädter, was sich beim nächsten Tor zeigte. Erneut setzte Dombrowski Spill unter Druck, der den Ball nicht früh genug wegbekam und ihn anschoss, sodass auf diese Weise nur einhundertzwanzig Sekunden nach dem letzten Gegentor das 7:3 fiel. Das Spiel war nun entschieden, sodass Pohl und Grap gefahrenlos eingewechselt werden konnten und Entelmann sowie Schöwe ersetzten. Grap hatte sich zuvor mittels Eckfahnenstretching aufgewärmt und lauerte auf seinen ersten Saisontreffer. Die Angereisten schwächten sich anschließend selber, als ein Spieler durch Ballwegschießen die gelb-rote Karte erhielt und frühzeitig duschen gehen musste. Einen kurzen Schock gab es später, als das meterhohe Kamerastativ umkippte und wiederaufgerichtet werden musste. Trotzdem hatten die Rancher noch nicht genug und wollten das Maximum herausholen. So ging es weiter mit Zengel, der nach einem seiner weltberühmten Offensivläufe wie einst Lucio auf 8:3 stellte. Danach war es Pohl, der wie auch bei den meisten Frauen zwei Anläufe brauchte, um erfolgreich zu sein. Elegant per Schienbeinroller erhöhte er in der 88. Minute auf 9:3. Den Schlusspunkt setzte dann Kapitän Schrotti mit dem Tor des Tages, das er sich bis zur Nachspielzeit aufhob. Aus großer Entfernung und halblinker Position kloppte er den Ball mit einer schönen Flugkurve in die lange Ecke, ähnlich wie beim letzten Heimspiel gegen Neuburg. Das 10:3 stellte den Vorsitzenden Schröder nun vor die Peinlichkeit, dass die digitale Anzeige nur einstellig ist und nicht mehr das korrekte Ergebnis anzeigen konnte. Blank half dem Neumühler Urgestein und beendete zügig danach die Partie, die ihren Platz in den Annalen einnehmen wird. Nach einer ausgeglichenen und chancenarmen Halbzeit drehten die Gastgeber in den zweiten 45 Minuten kräftig auf und sorgten für die meisten erzielten Tore in einem Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte. Endlich zeigte man wieder die Effizienz, die in den vergangenen Spielen gefehlt und sich gegen Selmsdorf gerächt hatte. Durch Saisonsieg Nummer Drei hüpft man in der Tabelle auf eben jenen Tabellenplatz. Getoppt wird man nur von Selmsdorf (10 Punkte) und den schadlosen Roggendorfern. Zusammen mit dem anderen Aufsteiger von der SG Schlagsdorf/Mustin (Platz 4) mischt man weiter fleißig die Liga auf, Holthusen komplettiert das Trio mit neun Punkten. Der NSV stellt mit phamosen 22 Saisontoren den besten Angriff der Liga und hat mehr Tore erzielt als die letzten fünf Teams zusammen. Zeitgleich hat man aber auch so viele Gegentore kassiert wie der Vorletzte aus Lübstorf, der nur einen Punkt aufzuweisen hat. Genauso viele hat auch der SV Klütz, zu dem die Neumühler als nächstes reisen, während Neukloster zuhause auf Lübstorf trifft. NSV spielte mit: B. Schröder – Hahn, Genke, Zengel, C. Schröder (C) – Bebernitz (60 Bruhn), Schöwe (81. Grap), Dombrowski – Hoffmann, Entelmann (73. Pohl), Boller
22. September 2026
Nach drei Spieltagen stand für den Neumühler SV die Pokalpremiere in der Saison 2026/27 an. In der ersten Hauptrunde bekam man es mit der SG Dynamo Wismar zu tun, die in der Ausscheidungsrunde eines der sechs Spiele geführt hatte. Hier hatte man sich mit 1:0 gegen Ligakonkurrenten SG Blau-Weiß Parum Dümmer durchgesetzt und somit den ersten Pflichtspielsieg eingefahren, die drei Ligaspiele in der Kreisklasse hatteN sie allesamt verloren. In seinen bisherigen fünf Spielzeiten hatte der noch junge Verein die unterste Liga dreimal am Ende abgeschlossen, zwischendurch folgte in der Saison 2023/24 ein zweiter Platz und der Aufstieg in die Kreisliga, dort musste man nach einem 12. Platz aber sofort wieder den Gang runter hinnehmen. Somit liegen zwei Spielklassen zwischen den heutigen Kontrahenten und die Favoritenrolle war eindeutig verteilt. In Abwesenheit von Coach Baruschke wollte das Trainerduo Schaar-Münchow dieser gerecht werden und schickte dafür eine spielstarke Mannschaft aufs Feld, wobei der eigentliche Flügelstürmer Koffein-Kevin Salchow und der gelernte Außenverteidiger Bebernitz interessanterweise Positionen tauschten. Salchow komplettierte damit die Viererkette, in der neben Sulkowski und Kapitän Schröder wieder Genkel stand. Davor war die Offensive fast unverändert, nur Zengel ersetzte Hahn und jener Bebernitz den abwesenden Hoffmann. Handgezählte 44 Zuschauer hatten sich bei leichtem Nieselregen pünktlich vor Ort eingefunden, als Schiedsrichter Tietze-Böhm anpfiff. Anfangs zeigte sich für die Wismarer der Heimvorteil überraschend deutlich, der Underdog agierte mit dem Kreisoberligisten auf Augenhöhe und spielte zielstrebig durchs Zentrum nach vorne. Hier hatte der NSV als Gastgeschenk größere Lücken mitgebracht, die Dynamo Wismar gekonnt bespielte und nur im Abschluss die Genauigkeit vermissen ließ. Die Schweriner hätten zu Beginn eigentlich zwei Elfmeter zugesprochen kommen müssen, wenn Tietze-Böhm die Bolzplatz-Regel Drei Ecken, ein Elfer angewandt hätte. Der doppelte Ecken-Hattrick wurde ansonsten aber nicht wirklich gefährlich. Besser machte es vorher Zauberer Dombrowski, dessen Schuss der heute gut beschäftigte Kuben ebenso parierte wie den Nachschuss von Dampfwalze Bebernitz. Aber auch Tentakelmann Rusch musste sich früh gegen die frech aufspielenden Gastgeber auszeichnen und verhinderte im Eins-gegen-Eins stark den Rückstand. Seinen Unmut über die mangelnde Abwehrarbeit äußerte der sonst so in sich ruhende Erzieher recht barsch und weckte so sein Team scheinbar auf. Den unmittelbar nach dieser Großchancen konnte man in Führung gehen. Dombrowski schickte in der 14. Minute den in die Tiefe spurtenden Außenbahner Bebernitz, dem die Annahme eigentlich vorsprang. Kuben zögerte beim Rauslaufen aber und ermöglichte dem Gegner somit einen gefühlvollen Lupfer mit dem schwachen Rechten über ihn hinweg ins Netz. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase ging der Favorit erwartungsgemäß in Front und bestellte bei der Cantina-Band dasselbe Tor nochmal. Nur hundertzwanzig Sekunden später spielte Boller einen schönen Flugball auf Bebernitz, der aus erneut ähnlicher Position erneut mit rechts erneut per Lupfer erneut traf. Wer nach diesem Doppelschlag dachte, dass es nun ruhiger zugehen würde, lag ebenso falsch wie die Annahme, dass sich auf der Bank des NSV ein Sportlehrer befände. Dort hatte es sich nämlich Jägermeister Lode mit blauem Pulli, asseliger Jogger und Stoppuhr um den Hals gemütlich gemacht. Es fehlte ihm nur der Schnörris, um perfekt einen leicht übergriffigen Sportlehrer mimen zu können. Nichtsdestotrotz zeigte sich der Gastgeber weiterhin motiviert, aber fahrlässig. Gleiches galt für die Landeshauptstädter, sodass sich ein wahrer Wettbewerb im Chancenvergeben ergab. Dieser wurde professionell kommentiert vom Väterdou Pohl/Grap, die eloquent jeden Angriff der Teams bewerteten und Verbesserungsvorschläge für den NSV erarbeiteten. Die dickste Gelegenheit setzte das Heimteam in den Sand, als der Stürmer aus wenigen Metern das leere Tor nicht treffen konnte, ein klarer Favorit für Zeiglers Kategorie „Den muss man nicht machen“. Erst in der 30. Minute erbarmte sich der emsige Boller, als er nach Vorlage von Dombrowski die Kugel per Pike durch die Beine von Kuben quetschte und auf 3:0 stellte. Hiernach wurde das Spiel dann einseitiger und Neumühle übernahm das Zepter wie ein General nach einem Militärputsch. Wie in den zuvorgekommen Begegnungen erspielte man sich Chance um Chance, ging damit aber leichtsinniger um als so mancher Jugendlicher mit der Verhütung. Vor allem bei Linksaußen Boller fehlte noch das Zielwasser und er scheiterte mehrfach am Torwart oder sich selbst. Im anderen Gehäuse musste Rusch einmal sein ganzes Können und Körpergefühl unter Beweis stellen, als er einen stramm geschossenen und kurz vor ihm aufditschenden Freistoß per unkonventionellem Seitfallzieher klärte. Papa Pohl wurde außen schon unruhig und der Kaffee half dabei auch nicht (heute durfte mal die Mama trinken). Plötzlich war er dann unmittelbar vor der Halbzeit voll des Lobes. Was war geschehen? Dombrowski hatte einen überragenden Ball auf den überlaufenden Salchow gespielt, der über links durchbrach und in der Mitte Ludwigs fand. Im Gegensatz zur Vorwoche gelang es ihm diesesmal, den Fuß hinzuhalten und sein erstes Tor seit fast einem Jahr zu erzielen, was von der Mannschaft entsprechend gefeiert wurde. Ein schön herausgespielter Treffer rundete somit die erfolgreiche Halbzeit ab, kurz darauf beendet der Unparteiische den ersten Durchgang. In der Halbzeit ergab sich mal wieder die Möglichkeit für die Wechsler, ihr Können unter Beweis zu stellen. Maschler übertrieb es jedoch ein wenig und bolzte die Knitte über den Fangzaun in die benachbarte Parkanlage. Beim NSV kam Pohl für den Entelmann, der in den ersten 45 Minuten wie Schmittchen Schleicher reihenweise Gegner vernascht hatte, jetzt aber unbedingt eine Nikotinpraline vernaschen musste. Pünktlich mit dem Schlag der Turmuhr eröffnete der Schiri den zweiten Durchgang. Erneut kam Dynamo Wismar besser ins Spiel und überraschte de Gegner erneut. Jetzt konnte man sich für den couragierten Beginn belohnen, als Nematov nach einer Verkettung individueller Fehler Rusch aus spitzem Winkel ins lange Eck überwinden konnte. Jedoch entstand nur kein Sturmlauf, vielmehr flauten die Angriffswellen spürbar ab und es entwickelte sich eine größtenteils einseitige Begegnung, bei der die Gäste reihenweise Möglichkeiten ausließen. Während Stammvater Grap die Höflichkeit des entspannten Spielleiters Tietze-Böhm lobte, erhöhte Boller in der 59. Minute auf 1:5 und ließ damit auch den allerletzten Zweifler am Weiterkommen verstummen. Einen Freistoß hatte Zengel schlitzohrig schnell ausgeführt und den blanken Boller bedient, der nun eiskalt einschob. Münchow reagierte und winkte den Frauenschwarm Grap herbei, der für den emsigen Ludwigs in die Partie kam und fortan als Mittelstürmer agierte. Ein Schrecken für die Auswärtsfans bei dem Gedanken, bei einem eventuellen Treffer des Jokers sich noch wochenlange die Geschichte über sein phänomenales und angeblich immens wichtiges Tor hören zu müssen. Aber anscheinend hatte dessen Hereinnahme die Wismarer neuen Mut zugesprochen, die mit einem perfekten Kopfball von Visaev auf 2:5 verkürzten. Die Neumühler Abwehr befand sich im Tiefschlaf, eigentlich war man im eigenen Strafraum deutlich in Überzahl gewesen. Grap war um eine passende Antwort und den Beweis bemüht, doch für die Landeshauptstädter zu spielen, brachte einen Treffer trotz guter Gelegenheiten nicht zustande. Einmal schoss er die Scheibe der ortsansässigen Werft beinahe kaputt, ein anderes Mal schleuderte sich Kuben das Spielgerät vermutlich aus Mitleid fast selber ins eigene Netz. Bebernitz kopierte zwischendurch noch den Maschler und qualifizierte sich für die zweite Runde Arschbolzen. So oder so gab man sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden und drängte auf weitere Treffer. Den nächsten besorgte mal wieder Boller nach Doppelpass mit dem erneut assistierenden Dombrowski. Nach dem 6:2 rotierte Schaar munter durch wie sonst nur beim Gängewechseln seines Drahtesels und brachte Nittke und Ich-und-mein-Holst für Sulkowski und Bebernitz. Die beiden fügten sich nahtlos in die aktive Angriffsmaschinerie ein und brachten neuen Schwung für die Schlussviertelstunde. In dieser wollte Boller einen Ööölfer schinden, als er frei durch war und am Keeper vorbeimarschierte. Dabei wurde er wohl leicht berührte, taumelte gekonnt aber noch sechs Schritte weiter, bis er resignierend aufs künstliche Grün dahinsank. Leider erbarmte sich der Schiedsrichter seines Trauerspieles nicht und seine Pfeife blieb stumm. Wenig später hatte Boller in der 83. Minute mehr Erfolg, als er in einem Konter nach Pass von Vorlagenkönig Dombrowski seinen vierten Treffer des Tages erzielte. Da hätte jemand eine Ones-to-watch-Karte in Fifa verdient gehabt (gibt es sowas überhaupt noch?). Danach war aber Schluss für die Tormaschine, Maschler ersetzte ihn für die letzten Minuten. In diesen zeigte sich der sonst heute unauffällige Zengel nach einem Freistoß ebenfalls in Torlaune. An seiner durchtrainierten Hühnerbrust ließ er den Flugball abprallen und beförderte ihn über Kubens Kopf hinweg in die Maschen zum 8:2-Endstand. Kurz darauf durfte sich der arme Wismarer Schlussmann nochmal auszeichnen und parierte gegen Nittke. Dann beendete Tietze-Böhn pünktlich wie ein Uhrwerk das Spiel, da wollte jemand wohl noch Kaffee und Kuchen zuhause abstauben. Nach einem etwas holprigen Beginn, bei der man einem frühen Gegentor gerade noch so entging, konnte der Neumühler SV somit seiner Favoritenrolle mehr als gerecht werden und feiert einen auch in der Höhe verdienten 8:2-Sieg gegen das Team aus der Kreisklasse. Die SG Dynamo Wismar zeigte eine engagierte Leistung und spielte teilweise auf Augenhöhe, machte aber zu wenig aus ihren Gelegenheiten. Selbiges gilt mal wieder auch für die Schweriner, die mehrfach an sich oder Kuben scheiterten. Im Achtelfinale trifft man nun auf SC Ostseebad Boltenhagen, die man aus der vorherigen Saison noch aus der Kreisliga in guter Erinnerung hat. Beide Spiele konnte man gewinnen und hofft nun auf den dritten Sieg in Folge und den Einzug ins Viertelfinale des Kreispokales, wenn man sich am vierten Oktoberwochenende (genaue Anstoßzeit fehlt noch) an die Ostsee reisen darf, erneut als Favorit. In der Liga geht es am vierten Spieltag weiter gegen VFL Blau-Weiß Neukloster, die als Absteiger aus der Landesklasse aktuell drei Punkte aus zwei Spielen geholt haben. Es dürfte also eine spannende Partie auf der Ranch werden, bei der sich die Trainer über eine etwas höhere Effizienz freuen würden. NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski (79. Holst), Genkel, C. Schröder (C), Salchow - Entelmann (46. Pohl), Zengel, Dombrowski - Bebernitz (79. Nittke), Ludwigs (67. Grap), Boller (85. Maschler) Ebenfalls im Kader: Sportlehrer Lode
17. September 2026
⚽️ Gelungene Saisoneröffnung auf der Ranch! 🎉 Am Freitag, den 11.09.2026, wurde es ab 16 Uhr laut, bunt und voll auf unserer Ranch. Rund 300 Gäste feierten gemeinsam den Start in die Fußballsaison 2026/2027. 🙌 Im Mittelpunkt stand die Vorstellung unserer 12 Mannschaften – von den Bambinis/G-Junioren (Jahrgang 2020 und jünger) bis zu den Alten Herren. Mit einem kleinen Dankeschön verabschiedeten wir Katrin Holz (ehemals G), Daniel Hüfner (ehemals F), Lennard Köppen (ehemals D), Thomas Waack (ehemals C), André Konsolke (ehemals D) und Marcus Knittel (ehemals B) aus ihrer bisherigen Trainertätigkeit. 👏 Bei den Schiedsrichtern begrüßten wir Alexander Erdmann als neuen Schiedsrichter. Unsere Nachwuchsschiedsrichter Ole Jacobsen, Leonie Fandrich und Edgar May erhielten eine Schiedsrichtermappe und ein Schiedsrichterdress. Gemeinsam mit unseren langjährigen Schiedsrichtern Gunther Johren, Andreas Mulsow und Franz Sernau wünschen wir allen viel Freude und Erfolg! 🏳️‍⚽️ Ein großes Dankeschön gilt auch unseren Platzwarten Rene Münchow und Andreas Mulsow sowie unseren Sponsoren für ihre Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. 🤝 Nach Mannschafts-, Vereins- und Gruppenfotos begann der gemütliche Teil mit Bratwurst, Salatbuffet und vielen guten Gesprächen. Die Zuckerwatte war dabei das Highlight für unsere Kleinsten. 🍭 Danke an Christian Schröder für die kurzfristige Moderation und Musik! 🎤🎶 Um 19 Uhr gewannen unsere A-Junioren mit 6:3 gegen Roggendorf, angefeuert von Eltern und einigen Kids unserer Jugendmannschaften! ⚽️🔥 Ein rundum gelungener Saisonauftakt. Danke an alle Helfer, Unterstützer und Gäste! 💛💙 #NeumühlerSV #Saisoneröffnung #Fußball #GemeinsamStark #GelbBlauNSV
16. September 2026
Nach dem erfolgreichen Saisonstart in der Kreisoberliga ging es für den zweimal siegreichen Aufsteiger aus Schwerin ins weit entfernte Selmsdorf, wo der ebenfalls schadlos gestartete FC wartete. Nach zwei Siegen gegen den bekannt starken Emporkömmling aus Schleswig-Holstein, der SG Schlagsdorf/Mustin, und der SG Dynamo Schwerin II reiste nun die nächste Mannschaft aus der Landeshauptstadt nach Westen. Auf der Fahrt dahin lernte Hampusch durch eindringliche Hinweise seiner Mitspieler den Unterschied zwischen Links und Rechts, den kurz darauf folgenden Vergleich der Geheimratsecken zwischen Lode, Maschler und Hahn musste er dann unfreiwillig beiwohnen. Beide Teams wollten ihre Siegesserie fortsetzen und im „Spitzenspiel“ einen Warnschuss an die Liga abgegeben. Beim NSV hatte die Offensive zuletzt brilliert und mit 12 Toren hatte man mehr Treffer gelandet als so mancher Soldat in der Schussausbildung bei B. Schröder. Der Gastgeber hatte sich für das Rahmenprogramm mächtig ins Zeug gelegt, als Vorband trat die hauseigene B-Jugend gegen den FC Schönberg an und wurde mit 1:11 aus dem eigenen Stadion gefegt. Ähnliches hatte die Truppe von Coach Baruschke vor. Für etwas mehr defensive Stabilität rückte R.Hahn auf die Sechs, hinten rechts verteidigte für ihn P. Sulkowski. Links hinten „freute“ sich Koffein-Kevin über sein Comeback in der Abwehr. Zengel bildete mit Kapitän Schrotti die Innenverteidigung, vor der Dombrowski und Entelmann zentral sowie Boller und Hoffmann auf Außen für die besonderen Momente sorgen sollten. Vorne feierte Ludwigs seine Rückkehr in die Startelf nach einer wahren Odyssee von Verletzungen. Sorgenfalten bereitete einem schon vor dem Anpfiff die Größe des Platzes, auf den das Feld von Groß Salitz zweimal passen würde. Vor 40 begeisterten Zuschauern eröffnete Schiedsrichter Wirth die Begegnung. Nach anfänglichem vorsichtigen Abtasten wie bei schüchternen Frischverliebten nahm das Spiel schnell Fahrt auf. Die erste Chance verzeichnete Selmsdorf, aus guter Position flog die Kugel aber drüber. Danach begann die Leidenszeit von Flügelstürmer Hoffmann, der mehrere gute Abschlüsse verzeichnen konnte, diese aber nicht aufs Tor bekam. Da hatte das delikat zubereitete Sandwich als Snack vor dem Spiel wohl zu Zielwasser enthalten. Auf der Gegenseite zeigte Schlussmann Rusch eine beeindruckende Flugshow, als er einen Distanzschuss Richtung Winkel adlergleich aus der Luft fischte und über die Latte lenkte. So ging es hin und her, bis Selmsdorf etwas glücklich zur Führung kam. In der 26. Minute parierte Rusch einen Distanzschuss, den Abpraller wollte keiner so richtig klären. Der durchlaufende Langbehn kam zum Nachschuss, den der Schweriner Schlussmann ebenfalls mit der Patsche erwischte, aber nicht verhindern konnte, dass die Kugel Richtung Torlinie hoppelte. Ein weiterer Angreifer ging aus dem Abseits heraus zum Ball, brach seinen Laufweg aber schneller ab als so mancher sein Studium und wollte der Kugel entspannt beim Überqueren der Torlinie zusehen. Jedoch unterbrach der Pfiff von Wirth das Geschehen, bevor das Tor offiziell erzielt war. Der Unparteiische entschuldigte sich sofort für seinen Wahrnehmungsfehler und gab den Treffer trotzdem. Da er seine Pfeife aber betätigte, bevor die Kugel über die Linie gerollt war, hätte er diesen rein regeltechnisch nicht mehr geben dürfen. So wurde aus einer eigentlich klaren Angelegenheit durch diesen unglücklichen Eingriff des Spielleiters eine strittige Entscheidung. So oder so lag der NSV nun hinten. Neumühle antwortete mit verstärktem Drängen auf den Ausgleich, blieb hinten aber anfällig. Hoffmann vergab zwei weitere Großchancen, bei seiner besten irritierte ihn Spielmacher Entelmann durch einen etwas verunglückten Hackentrick. So schloss er zu zentral ab. Kurz vor der Halbzeit fehlte Ludwigs nur eine Spachtelspitze, um einen Querpass von Boller ins leere Tor zu versenken. Leider rutschte ihm aber der Ball unter dem Schuh durch und so blieb auch diese Gelegenheit ungenutzt. Da Selmsdorf mit seinen Chancen ebenfalls verschwenderisch umging, ging es mit einem etwas unglücklichem 0:1-Rückstand in die Halbzeit. In dieser zeigte sich Baruschke nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams. Bis auf die fehlende Chancenverwertung war man mit dem Gegner auf Augenhöhe. So war im zweiten Durchgang noch alles möglich, um das Minimalziel Punktgewinn noch zu erzielen. Dafür brachte er sieben Minuten nach Wiederanpfiff Hampusch für Entelmann, um den schleppend anlaufendem Offensivspiel neuen Schwung zu verleihen. Jedoch konnte dieser dafür nicht lange sorgen. In der 61. Minute prallt er eigentlich recht harmlos wirkend mit einem Gegenspieler zusammen, ging aber anschließend sofort vom Feld mit dem Wissen, sich schwerer verletzt zu haben. Für ihn kam der etwas perplexe Nittke in die Partie und ging auf die Position rechts hinten, Sulkowski durfte sich wieder im Angriff versuchen. Während die Gastgeber die Führung verwalteten und sich auf die Verteidigung konzentrierten, musste der NSV der Größe des Platzes Tribut zollen. Die Angriffe blieben meist ungefährlich und wurden unsauber ausgespielt. Auf der Gegenseite rückte Rusch immer mehr in den Vordergrund. Zuerst hielt er noch den knappen Rückstand fest, kurz darauf wurde er jedoch ein zweites Mal an diesem Tag überwunden, als Schunke von rechts in die Mitte zog und ihn in der 66. Minute schlitzohrig im kurzen Eck überwand. Nach diesen zwei Rückschlägen innerhalb kurzer Zeit fiel es den Schweriner schwer, sich wirklich gegen die drohende Niederlage aufzubäumen. Fehlendes Engagement konnte man ihnen nicht vorwerfen, es wollte einfach nichts bei rumkommen. Ständig kam der Pass den Ticken zu ungenau, man verlor den entscheidenden Zweikampf oder zielte zu unpräzise. Die beste Chance vergab Boller, als er freistehend zu zentral abschloss und Maschler von hinten bedrängt wie beim CSD den Nachschuss nicht im Tor versenken konnte. Jener war kurz zuvor mit Sylt-Urlauber Grap für Ludwigs und Sulkowski in die Partie gekommen. Rusch hatte in der Zwischenzeit alle Arme voll zu tun, eine höhere Niederlage zu verhindern und wehrte sich erfolgreich dagegen. Nur Stern überwand den Schweriner Trainingsweltmeister kurz vor Schluss zur endgültigen Entscheidung zum 3:0. Mit seinem letzten Pfiff besiegelte Wirth anschließend das Ergebnis. Nach einer offenen ersten Hälfte verliert man damit erstmals in der noch jungen Spielzeit. Obwohl einem zum Schluss hin die Puste ausging und die Niederlage an sich nicht unverdient kommt, muss man mit den vergebenen Großchancen der ersten Halbzeit hadern, die dem Spiel einen anderen Verlauf hätten bringen können. Während Neuburg in der Vorwoche die Lücken in der Verteidigung nicht nutzen konnte, gelang dies dem Heimteam umso öfter. So konnte man sich abschließend bei Rusch bedanken, dass man nicht noch mehr Gegentore kassierte. Selmsdorf hingegen machte es nach der Führung clever und stabilisierte die anfänglich wackelige Defensive. Nichtsdestotrotz konnten die Gäste zeigen, dass man mit einem Top-5-Kandidat der Liga mithalten kann. Am schlimmsten an diesem Tag bleibt die schwere Verletzung von Hampusch, dem wir an dieser Stelle gute Besserung wünschen wollen. Der Gegner klettert somit den zweiten Tabellenplatz, der NSV liegt nun auf Platz Vier hinter dem neuen Tabellenführer aus Roggendorf (9 Punkte), Selmsdorf und Brüel (7 Punkte). Als Nächstes geht es für beide Teams in der ersten Hauptrunde des Kreispokals weiter. Der heutige Gastgeber reist nach Krembz zum legendär kleinen Platz des Groß Salitzer FC‘s, Neumühle wird von der SG Dynamo Wismar empfangen. Danach geht es für die Schweriner in der Liga weiter gegen den Absteiger vom VFL Blau-Weiß Neukloster, der aus zwei Spielen bisher drei Punkte holen konnte. NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski (77. Grap), Zengel, C. Schröder (C), Salchow - Hahn, Dombrowski - Hoffmann, Entelmann (52. Hampusch/61. Nittke), Boller - Ludwigs (77. Maschler)
3. September 2026
Nach dem geglückten Ligaauftakt wartete auf den Neumühler SV der nächste unangenehme Gegner. Am zweiten Spieltag empfing man den Neuburger SV, vor zwei Saisons Kreispokalsieger und seit vielen Jahren Stammgast in der Kreisoberliga SN-NWM. In den letzten Begegnungen hatten sich die Gastgeber schwer gegen diesen Gegner getan und wollten nun die nächsten drei Schritte einsammeln, während der Gast nach der heftigen Auftaktpleite gegen Dynamo Schwerin II auf eine deutliche Leistungssteigerung hoffte. Leider mussten die Schweriner auf ihre Coaches Baruschke und Schaar verzichten, weswegen Vorstandsvorsitzender Schröder das Trainerteam unterstützte und bei der einen recht souveränen Eindruck machte, als hätte er sein Leben lang auf diese Chance gewartet. Die Führungsriege stellte das Team notgedrungen auf einigen Positionen um. Im Mittelfeld fehlten Schöwe und Leipold, für sie spielten im neu einstudierten 4-3-3 Hoffmann und Entelmann vor dem heute defensiv eingesetzten Dombrowski. Vorne begann Koffein-Kevin, während B. Schröder in der Abwehr das Glatze-mit-Bauch-Duo in der Innenverteidigung mit Neuzugang Genkel bildete. Im Gegensatz zum defensiv ausgerichteten Spiel gegen Holthusen wollte man dieses Mal vermehrt auf Pressing und frühe Ballgewinne setzen. Vor dem Anpfiff gab es mit Unparteiischen eine Schweigeminute, um einem verstorbenen Schiedsrichterkollegen zu gedenken. Der offensive Plan sollte von Anfang an gut funktionieren, Neuburg fand kaum in einen strukturierten Spielaufbau und leistete sich immer wieder offensive wie defensive Fehler. Bereits nach zwei Minuten drosch Salchow einen Abpraller per Volley unter die Latte und stellte früh auf 1:0. Schlussmann Binkowska sah dabei etwas unglücklich aus, der Ball sauste über ihn hinweg wie eine Sternschnuppe über ein verliebtes Paar am Nachthimmel. Diesen Blitzstart konnte man gleich bestätigen, als Bebernitz nach einer Ecke von Hoffmann seine Samba-Hüfte in die Flugkurve des Balles stellte und diesen ins Netz lenkte. 120 Sekunden nach dem Führungstreffer lag man bereits mit zwei Treffern in Front. Doch man wurde gerade erst warm und spielte sich in einen offensiven Rausch. Angekurbelt von Sechser Dombrowski, der seine Holding Six als stürmende Sechs neu erfand und mehr im gegnerischen Sechzehner auftauchte als ein Fresssüchtiger beim All-you-can-eat-Büffet, entwickelte sich eine Sturmfront auf das Neuburger Tor. Dabei vernachlässigte das Mittelfeld jedoch gekonnt die Absicherung, was die Angereisten zu der einen oder anderen Konterchance gastfreundlich einlud. Glücklicherweise fehlte hier die nötige Präzision und Zielstrebigkeit, um die Fehler zu bestrafen. Dies gelang dem NSV besser, nach einem der eigentlich seltenen offensiven Vorstößen von Hahn ließ Enkelmann in bester Kroos-Manier den Ball passieren und Dombrowski startete die Rakete wie Mätropolis. Seine Fackel zischte ins rechte Eck, Binkowska konnte nur hintergucken. Somit stand es nach 15 Minuten nicht nur 3:0, sondern sogar 4:0. Entelmann hatte geschickt einen Kontakt im Sechzehner angenommen und war grazil hingeplumpst, Boller trieb seinen Schärfe-vor-Genauigkeit-Ansatz auf die Spitze und donnerte die Kugel zentral unter die Latte. Trotz des frühen deutlichen Vorsprungs musste man in der Verteidigung wachsam bleiben. Genkel verhinderte mit einer Wahnsinsgrätsche den sicheren Gegentreffer, auf der anderen Seite erhöhte Hoffmann auf 5:0 in der 23. Minute. Mit der sicheren Führung ließ man nun die Zügel etwas lockerer und die Gäste kamen etwas besser ins Spiel. Die Lücken in der Abwehrreihe von Neuburg waren nach wie vor aber so groß wie das Wissen der Hagenower Abiturienten, wurden jetzt aber nicht mehr so hart bestraft. Und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das nächste Tor fiel. Weidemann traf einen Halbjahr geklärten Eckball satt und versenkte die Kugel im langen Eck. Torwart Rusch war bei diesem ersten richtigen Abschluss auf sein Gehäuse chancenlos. Den kleinen Warnschuss nahm man ernst und stellte noch vor dem Halbzeitpfiff auf 6:1, als Boller alleine auf weiter Flur cool blieb und seinen zweiten Treffer markierte. In der Halbzeit zeigte sich Aushilfscoach Schröder recht zufrieden mit seiner Leistung (und auch der des Teams), nur die defensive Absischerung blieb der Kritikpunkt Nummer Eins. Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, der ein wahres Chancenfestival werden sollte. Alle zu beschreiben, würde diesen Bericht in einen Essay über die Effizienz im Amateurfußball verwandeln. Toretechnisch begann es recht verhalten, erst in der 59. Minute erzielte man durch Dombrowski das 7:1, als er nach einer Ecke wie Horst Hrubesch zu seinen besten Zeiten das Spielgerät über die Linie schädelte. Doch zuvor hatte man in Person von Genkel und Captain Schrotti zweimal Aluminium getroffen, weitere gute Möglichkeiten ausgelassen und hinten weiter mit dem Feuer gespielt. Der Offensivdrang aller Mittelfeldspieler zeigte sich als Fluch und Segen, wobei in diesem Spiel der positive Part den negativen Part überbot. Nichtsdestotrotz schenkte man damit einem in jeder Hinsicht unterlegenem Gegner unnötige viele Torchancen, eine nutzte Losch in der 67. Minute zum 7:2, unmittelbar danach verhinderte Rusch den Nachschlag des Gegners wie eine mies gelaunte Kantinenfrau. Sichtlich erbost rief er sein Team zur Besinnung an, was nur teilweise gelang. In der Folge lieferten sich die Neumühler einen teaminternen Wettbewerb im Chancenvergeben, in dem auch die mittlerweile eingewechselten Ludwigs und später auch Maschler und L. Holst eingriffen. Zwischendurch erzwang Pressingmaschine Dombrowski das 8:2, als er Binkowska die Kugel klaute und ins leere Tor einschob. Die Partie flachte nun ab, das spannendste war die spontane Fehde von Boller mit einigen Gästefans, die sich in Galgenhumor versuchten. Kurz vor Schluss wurde es kurz hitzig, als ein Neuburger die Beine von Hoffmann wegdrosch, als wären sie ein Football beim Kick-Off. Der Gefoulte war damit nicht ganz so glücklich und geigten dem Täter recht unwirsch die Meinung, beide erhielten in einer ansonsten fairen Partie die gelbe Karte. Danach wurde es nochmal sportlich relevant, als C. Schröder einen Fernschuss losließ, der abgefälscht seinen Weg ins lange Eck fand. Der Spielführer feierte einen seiner wenigen Tore aus dem Spiel heraus mit einem beeindruckenden Statuen-Jubel, der der Freiheitsstatue in Sachen Opulenz in Nichts nachstand. Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. So feierte der Neumühler SV im ersten Spiel auf der heimischen Ranch einen furiosen 9:2-Sieg, den jedoch nicht alle so dermaßen feierten, wie das Ergebnis vermuten lässt. Während man in den ersten 25 Minuten den überforderten Gegner komplett überrollte, zeigte man defensiv zu viele Lücken und hatte nach dem schnellen 5:0 das eine oder andere Mal Glück, nicht einen einfachen Gegentreffer zu schlucken. Die mangelnde Effizienz im Angriff wurde in diesem Spiel nicht bestraft, man hätte ohne Probleme 15 Tore schießen können. Neutrainer Schröder zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis, der den NSV geradezu an die Tabellenspitze katapultiert. Auch wenn dies natürlich eine frühe und nicht aussagekräftige Bestandsaufnahme ist, wird man mit diesem Saisonstart und der maximalen Punkteausbeute sehr zufrieden sein. Als Nächstes trifft man auf den aktuell Zweitplatzierten vom FC Selmsdorf. Gegen dieses Team wird man in einigen Aspekten zulegen müssen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, B. Schröder, C. Schröder - Hoffmann, Dombrowski, Entelmann (56. Ludwigs) - Bebernitz (79. Holst), Salchow (79. Maschler), Boller
27. August 2026
Der NSV ist wieder da! Mit dieser freudigen Nachricht startete der erste Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM, der für den Aufsteiger aus Schwerin direkt eine schwere Aufgabe hatte: Am Freitagabend reiste man nach Holthusen, um sich mit dem Drittplatzierten der letzten beiden Spielzeiten zu messen. Dieser hatte sich namenhaft verstärkt, mit Hasselmann kehrte der Mittelfeldmotor nach seinem einjährigen Ausflug zum MSV Pampow zurück und brachte den 21 Jahre jüngeren Torwart Facklam mit, beide standen in der ersten Elf. Beim Neumühler SV rückten ebenfalls zwei Neuzugänge in die Startaufstellung, Genkel begann in der Innenverteidigung und Boller auf Linksaußen. Coach Baruschke formierte seine Mannschaft wie schon im letzten Test in einem 4-3-3 bzw. 4-1-4-1, mit dem man den spielstarken Gegner in seiner Offensivqualität Einhalt gebieten wollte, um dann über schnelle Konter gefährlich zu werden. Etwas Überraschend begann Dampfwalze Bebernitz dabei nicht links hinten, sondern auf der rechten Offensivseite. Hoffmann musste dafür auf der etwas unbeliebten Mittelstürmer-Postion ran, dahinter sollten Schöwe, Dombrowski und Leipold das Zentrum dichthalten. Vor den Anpfiff gab es für NSV-Urgesteine noch eine schöne Überraschung, Steve Doebler, vor einigen Jahren noch unter dem Namen Athmani für den NSV aktiv, besuchte sein ehemaliges Team bei einem Heimaturlaub. Captain Schrotti schwörte im Mannschaftskreis seine Truppe auf die bevorstehenden 90 Minuten ein, der Schlachtruf hallte wie ein Donnerschlag durch das beschauliche Dörfchen bis an die Scheiben des örtlichen Philipps-Marktes. Vor 96 interessierten Zuschauern eröffnete der Unparteiische Gniefke die Partie. Von Anfang an zeigte sich, dass die beginnende Saison eine deutlich größere Herausforderung sein würde als noch die vorherige in der Kreisliga. Der Gastgeber bestimmte das Spiel von Anfang an und hatte schnell eine erste Chance auf das 1:0, vergab diese jedoch. Das Aufbauspiel der Gäste wurde früh durch ein organisiertes Pressing gestört, sodass kaum gefährlich nach vorne kamen. Meistens nutzte man hierfür schnelles Umschalten nach Ballgewinnen, Dombrowski zielte jedoch knapp vorbei und Hoffmann schoss zweimal nach langen Bällen an Facklams Gehäuse vorbei. Auf der anderen Seite stand die Defensive unter permanenten Dauerstress und musste mehrmals in letzter Sekunde blocken oder hatte Glück, dass die gegnerischen Stürmers zu ungenau zielten. Der spielstarke Gastgeber zwang das Mittelfeld des NSV zu einer massiven Laufleistung, um die ständig rotierenden Spieler zumindest halbwegs zu decken. Nach 25 Minuten fand ein perfekter Chip-Ball den freien Baumann, der die Kugel perfekt ansaugte und Schlussmann Rusch keine Chance ließ. Somit lag der Favorit verdient in Führung. Anschließend hatte sich der Gast halbwegs an die neue Gangart gewöhnt und konnte nun besser mithalten. Das Verteidigen gelang effizienter, nach vorne passte aber nach wie vor wenig zusammen. In der Halbzeit zeigte sich Baruschke daher nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams und wollte nun ein höheres Anlaufen seiner Mannschaft sehen, um das kontrollierte sowie gefährliche Aufbauspiel zu unterbinden. Dieser Plan sollte sich als ausschlaggebend für die phänomenale Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang herausstellen. Das Team zeigte eine neue Überzeugung, das Spiel doch noch zu drehen. Holthusen hatte nun Probleme beim Aufziehen ihres Spieles, Neumühle zeigte sich defensiv griffiger, konnte aber offensiv nach wie vor kaum in Erscheinung treten. In der 54. Minute zeigte Dombrowski seine gefürchtete Kombination aus Flanke und Torschuss, nach der er hörbar umgesenst wurde. Gniefke zeigte sehr zum Ärger des Heimteams auf den Punkt, eine strittige Entscheidung. Boller nahm sich der Sache an und drosch die Kugel in die Tormitte, während Facklam zur Seite hechtete. Der nicht unverdiente Ausgleich in einer nun offeneren Partie. Holthusen antwortete mit verstärktem Drang auf die erneute Führung und kam jetzt wieder gefährlicher vor Ruschs Kasten. Dieser tauchte bei einem platzierten Fernschuss aber ab wie ein U-Boot und lenkte die Kugel stark um seinen Pfosten. Ansonsten überraschte der SFV mit überraschenden Fitnessproblemen, bereits kurz nach dem Wiederanpfiff sackte der erste Spieler mit einem Krampf zusammen, dem im weiteren Spielverlauf noch zwei weitere Mannschaftskollegen folgten. In der 66. Minute gelangte Holthusen über links in den Strafraum, Hahn konnte nicht entscheidend stören. Genkels Befreiungsschlag misslang, wodurch Qualmann an die Kugel kam. Den heranrauschenden Schöwe ließ er links liegen wie nasse Zeitung auf dem Bürgersteig und überwand Rusch aus kurzer Distanz. Baruschke reagierte auf den erneuten Rückstand mit einem Doppelwechsel. Salchow und Neuzugang Entelmann kamen für Bebernitz und Leipold. Beide sollten sich sofort aktiv ins Spielgeschehen einbringen. Entelmann, den alle von nun an nur noch „Muddi“ nennen, begeisterte mit Ballsicherheit und klugen Pässen, Salchow pflückte auf der rechten Seite hoch und runter, als würde er im angrenzenden Schorchs Garten ein Praktikum machen. Kurz darauf bekam der NSV einen Freistoß von der rechten Seite zugesprochen. Dombrowski schnappte sich den Ball nahe der Auslinie und zirkelte ihn mit seinem gefährlichen linken Fuß zum Tor. In der Mitte hoppelte er jedoch an Freund und Feind vorbei, Hahn versuchte sich noch an einem lässigen Hackentrick, kam aber nicht ran. Zur allgemeinen Überraschung fand die Knitte aber seinen Weg in die lange Ecke, womit es wieder Unentschieden stand. Der Spielverlauf war jetzt wie die zweite Halbzeit ausgeglichen, auch wenn der Favorit immer noch die besseren Chancen hatte. Der nimmermüde Hasselmann lenkte das Spiel aus dem Zentrum heraus und wurde immer wieder mit seinen Abschlüssen gefährlich. Einmal rettete die Latte für den NSV, einen Freistoß fischte Rusch gekonnte aus seinem Torwarteck. Für die letzten zehn Minuten brachte Baruschke nun Pohl für Hoffmann. Der Joker überzeugte als raubeiniger Kampfzwerg, der jeden Zweikampf führte, als könnte er noch mehr Urlaubstage für sich rausschlagen. Drei Minuten vor Schluss spielte Muddi einen starken Außenmauken-Pass auf den nimmermüden Sprinter Boller, der im Sechzehner knapp vor Facklam an den Ball kam und anschließend von ihm umgesenst wurde. Dieses Mal war der Elferpfiff unstrittig, für Neumühle ergab sich die etwas unverhoffte Chance auf die späte Führung. Dem Gefoulten war dies anscheinend zu viel Druck, er ließ jetzt Captain Schrotti antreten. Der Spielführer machte es gewohnt souverän und verlud den Torwart. Sein unnachahmlicher Jubellauf führte ihn in die Arme von Teammanager Kojetin, wo ihn auch der Rest der Mannschaft einholte. Holthusen reagierte mit einer wütenden Schlussoffensive, Gniefke zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an, die er aber noch etwas verlängerte. Vermutlich war er begeistert von dieser mitreißenden Partie, die die Zuschauer gut unterhalten konnte. Der Gastgeber versuchte alles, um noch auszugleichen, scheiterte aber an den aufopfernden Verteidigern der Schweriner. So beendete der Schiedsrichter die Partie und ließ den NSV feiern. Die neue Saison beginnt nicht nur mit einem Paukenschlag, sondern einer ganzen Ouvertüre. Nach anfänglichen Problemen und verdientem Rückstand steigerte man sich immer weiter im Verlauf des Spiels, gekrönt von einer sensationellen zweiten Halbzeit, in der man mit dem Spitzenteam durchaus mithalten konnte. Defensiv stand man stabiler und konnte sich auf einen gut aufgelegten Rusch verlassen, der während des Spiels noch mit einem unorthodoxen Dribbling begeisterte. Nichtsdestotrotz hatte man eine gewisse Portion Spielglück, dass der Gegner seine Chancen vor allem in der ersten Halbzeit nicht nutzte und man mit zwei Elfern und einem Hüppelball dreimal treffen konnte. Dies störte dennoch die losgelöste Stimmung des Aufsteigers nicht. Die Zunge von B. Schröder befand sich vor Glück permanent außerhalb seines Mundes, so als würde er sich an einem imaginären Eis (oder jemand/etwas anderen) erfreuen. Haudegen Hahn herzte überschwänglich seine Kumpanen und ließ Trainer Schaar kurz vor dessen Urlaub seinen glücklichsten Moment seit Langem erleben, während er innig mit ihm jubelte. Somit kann man direkt zu Beginn der neuen Spielzeit ein wahres Erfolgserlebnis feiern, mit dem vor Anpfiff wohl die wenigsten gerechnet hätten. Wichtig ist es nun, den Fokus auf das nächste Duell zu richten, wenn man sich mit dem Neuburger SV auf der heimischen Ranch misst. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, Zengel, C. Schröder (C) - Leipold (69. Entelmann), Schöwe, Dombrowski - Bebernitz (69. Salchow), Hoffmann (81. Pohl), Boller Ebenfalls im Kader: Grap, B. Schröder, Ludwigs
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