Chancenwucher und Verletzungspech - Neumühle verliert erstes Saisonspiel gegen Selmsdorf

16. September 2026

Nach dem erfolgreichen Saisonstart in der Kreisoberliga ging es für den zweimal siegreichen Aufsteiger aus Schwerin ins weit entfernte Selmsdorf, wo der ebenfalls schadlos gestartete FC wartete. Nach zwei Siegen gegen den bekannt starken Emporkömmling aus Schleswig-Holstein, der SG Schlagsdorf/Mustin, und der SG Dynamo Schwerin II reiste nun die nächste Mannschaft aus der Landeshauptstadt nach Westen. Auf der Fahrt dahin lernte Hampusch durch eindringliche Hinweise seiner Mitspieler den Unterschied zwischen Links und Rechts, den kurz darauf folgenden Vergleich der Geheimratsecken zwischen Lode, Maschler und Hahn musste er dann unfreiwillig beiwohnen. 

Beide Teams wollten ihre Siegesserie fortsetzen und im „Spitzenspiel“ einen Warnschuss an die Liga abgegeben. Beim NSV hatte die Offensive zuletzt brilliert und mit 12 Toren hatte man mehr Treffer gelandet als so mancher Soldat in der Schussausbildung bei B. Schröder. Der Gastgeber hatte sich für das Rahmenprogramm mächtig ins Zeug gelegt, als Vorband trat die hauseigene B-Jugend gegen den FC Schönberg an und wurde mit 1:11 aus dem eigenen Stadion gefegt. 

Ähnliches hatte die Truppe von Coach Baruschke vor. Für etwas mehr defensive Stabilität rückte R.Hahn auf die Sechs, hinten rechts verteidigte für ihn P. Sulkowski. Links hinten „freute“ sich Koffein-Kevin über sein Comeback in der Abwehr. Zengel bildete mit Kapitän Schrotti die Innenverteidigung, vor der Dombrowski und Entelmann zentral sowie Boller und Hoffmann auf Außen für die besonderen Momente sorgen sollten. Vorne feierte Ludwigs seine Rückkehr in die Startelf nach einer wahren Odyssee von Verletzungen. Sorgenfalten bereitete einem schon vor dem Anpfiff die Größe des Platzes, auf den das Feld von Groß Salitz zweimal passen würde. Vor 40 begeisterten Zuschauern eröffnete Schiedsrichter Wirth die Begegnung.


Nach anfänglichem vorsichtigen Abtasten wie bei schüchternen Frischverliebten nahm das Spiel schnell Fahrt auf. Die erste Chance verzeichnete Selmsdorf, aus guter Position flog die Kugel aber drüber. Danach begann die Leidenszeit von Flügelstürmer Hoffmann, der mehrere gute Abschlüsse verzeichnen konnte, diese aber nicht aufs Tor bekam. Da hatte das delikat zubereitete Sandwich als Snack vor dem Spiel wohl zu Zielwasser enthalten. Auf der Gegenseite zeigte Schlussmann Rusch eine beeindruckende Flugshow, als er einen Distanzschuss Richtung Winkel adlergleich aus der Luft fischte und über die Latte lenkte. So ging es hin und her, bis Selmsdorf etwas glücklich zur Führung kam. 


In der 26. Minute parierte Rusch einen Distanzschuss, den Abpraller wollte keiner so richtig klären. Der durchlaufende Langbehn kam zum Nachschuss, den der Schweriner Schlussmann ebenfalls mit der Patsche erwischte, aber nicht verhindern konnte, dass die Kugel Richtung Torlinie hoppelte. Ein weiterer Angreifer ging aus dem Abseits heraus zum Ball, brach seinen Laufweg aber schneller ab als so mancher sein Studium und wollte der Kugel entspannt beim Überqueren der Torlinie zusehen. Jedoch unterbrach der Pfiff von Wirth das Geschehen, bevor das Tor offiziell erzielt war. Der Unparteiische entschuldigte sich sofort für seinen Wahrnehmungsfehler und gab den Treffer trotzdem. Da er seine Pfeife aber betätigte, bevor die Kugel über die Linie gerollt war, hätte er diesen rein regeltechnisch nicht mehr geben dürfen. So wurde aus einer eigentlich klaren Angelegenheit durch diesen unglücklichen Eingriff des Spielleiters eine strittige Entscheidung. So oder so lag der NSV nun hinten.


Neumühle antwortete mit verstärktem Drängen auf den Ausgleich, blieb hinten aber anfällig. Hoffmann vergab zwei weitere Großchancen, bei seiner besten irritierte ihn Spielmacher Entelmann durch einen etwas verunglückten Hackentrick. So schloss er zu zentral ab. Kurz vor der Halbzeit fehlte Ludwigs nur eine Spachtelspitze, um einen Querpass von Boller ins leere Tor zu versenken. Leider rutschte ihm aber der Ball unter dem Schuh durch und so blieb auch diese Gelegenheit ungenutzt. Da Selmsdorf mit seinen Chancen ebenfalls verschwenderisch umging, ging es mit einem etwas unglücklichem 0:1-Rückstand in die Halbzeit. 


In dieser zeigte sich Baruschke nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams. Bis auf die fehlende Chancenverwertung war man mit dem Gegner auf Augenhöhe. So war im zweiten Durchgang noch alles möglich, um das Minimalziel Punktgewinn noch zu erzielen.


Dafür brachte er sieben Minuten nach Wiederanpfiff Hampusch für Entelmann, um den schleppend anlaufendem Offensivspiel neuen Schwung zu verleihen. Jedoch konnte dieser dafür nicht lange sorgen. In der 61. Minute prallt er eigentlich recht harmlos wirkend mit einem Gegenspieler zusammen, ging aber anschließend sofort vom Feld mit dem Wissen, sich schwerer verletzt zu haben. Für ihn kam der etwas perplexe Nittke in die Partie und ging auf die Position rechts hinten, Sulkowski durfte sich wieder im Angriff versuchen. Während die Gastgeber die Führung verwalteten und sich auf die Verteidigung konzentrierten, musste der NSV der Größe des Platzes Tribut zollen. Die Angriffe blieben meist ungefährlich und wurden unsauber ausgespielt. Auf der Gegenseite rückte Rusch immer mehr in den Vordergrund. Zuerst hielt er noch den knappen Rückstand fest, kurz darauf wurde er jedoch ein zweites Mal an diesem Tag überwunden, als Schunke von rechts in die Mitte zog und ihn in der 66. Minute schlitzohrig im kurzen Eck überwand. 


Nach diesen zwei Rückschlägen innerhalb kurzer Zeit fiel es den Schweriner schwer, sich wirklich gegen die drohende Niederlage aufzubäumen. Fehlendes Engagement konnte man ihnen nicht vorwerfen, es wollte einfach nichts bei rumkommen. Ständig kam der Pass den Ticken zu ungenau, man verlor den entscheidenden Zweikampf oder zielte zu unpräzise. Die beste Chance vergab Boller, als er freistehend zu zentral abschloss und Maschler von hinten bedrängt wie beim CSD den Nachschuss nicht im Tor versenken konnte. Jener war kurz zuvor mit Sylt-Urlauber Grap für Ludwigs und Sulkowski in die Partie gekommen. Rusch hatte in der Zwischenzeit alle Arme voll zu tun, eine höhere Niederlage zu verhindern und wehrte sich erfolgreich dagegen. Nur Stern überwand den Schweriner Trainingsweltmeister kurz vor Schluss zur endgültigen Entscheidung zum 3:0. Mit seinem letzten Pfiff besiegelte Wirth anschließend das Ergebnis.


Nach einer offenen ersten Hälfte verliert man damit erstmals in der noch jungen Spielzeit. Obwohl einem zum Schluss hin die Puste ausging und die Niederlage an sich nicht unverdient kommt, muss man mit den vergebenen Großchancen der ersten Halbzeit hadern, die dem Spiel einen anderen Verlauf hätten bringen können. Während Neuburg in der Vorwoche die Lücken in der Verteidigung nicht nutzen konnte, gelang dies dem Heimteam umso öfter. So konnte man sich abschließend bei Rusch bedanken, dass man nicht noch mehr Gegentore kassierte. Selmsdorf hingegen machte es nach der Führung clever und stabilisierte die anfänglich wackelige Defensive. Nichtsdestotrotz konnten die Gäste zeigen, dass man mit einem Top-5-Kandidat der Liga mithalten kann. Am schlimmsten an diesem Tag bleibt die schwere Verletzung von Hampusch, dem wir an dieser Stelle gute Besserung wünschen wollen. Der Gegner klettert somit den zweiten Tabellenplatz, der NSV liegt nun auf Platz Vier hinter dem neuen Tabellenführer aus Roggendorf (9 Punkte), Selmsdorf und Brüel (7 Punkte). Als Nächstes geht es für beide Teams in der ersten Hauptrunde des Kreispokals weiter. Der heutige Gastgeber reist nach Krembz zum legendär kleinen Platz des Groß Salitzer FC‘s, Neumühle wird von der SG Dynamo Wismar empfangen. Danach geht es für die Schweriner in der Liga weiter gegen den Absteiger vom VFL Blau-Weiß Neukloster, der aus zwei Spielen bisher drei Punkte holen konnte. 


NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski (77. Grap), Zengel, C. Schröder (C), Salchow - Hahn, Dombrowski - Hoffmann, Entelmann (52. Hampusch/61. Nittke), Boller - Ludwigs (77. Maschler)

Weitere News

3. September 2026
Nach dem geglückten Ligaauftakt wartete auf den Neumühler SV der nächste unangenehme Gegner. Am zweiten Spieltag empfing man den Neuburger SV, vor zwei Saisons Kreispokalsieger und seit vielen Jahren Stammgast in der Kreisoberliga SN-NWM. In den letzten Begegnungen hatten sich die Gastgeber schwer gegen diesen Gegner getan und wollten nun die nächsten drei Schritte einsammeln, während der Gast nach der heftigen Auftaktpleite gegen Dynamo Schwerin II auf eine deutliche Leistungssteigerung hoffte. Leider mussten die Schweriner auf ihre Coaches Baruschke und Schaar verzichten, weswegen Vorstandsvorsitzender Schröder das Trainerteam unterstützte und bei der einen recht souveränen Eindruck machte, als hätte er sein Leben lang auf diese Chance gewartet. Die Führungsriege stellte das Team notgedrungen auf einigen Positionen um. Im Mittelfeld fehlten Schöwe und Leipold, für sie spielten im neu einstudierten 4-3-3 Hoffmann und Entelmann vor dem heute defensiv eingesetzten Dombrowski. Vorne begann Koffein-Kevin, während B. Schröder in der Abwehr das Glatze-mit-Bauch-Duo in der Innenverteidigung mit Neuzugang Genkel bildete. Im Gegensatz zum defensiv ausgerichteten Spiel gegen Holthusen wollte man dieses Mal vermehrt auf Pressing und frühe Ballgewinne setzen. Vor dem Anpfiff gab es mit Unparteiischen eine Schweigeminute, um einem verstorbenen Schiedsrichterkollegen zu gedenken. Der offensive Plan sollte von Anfang an gut funktionieren, Neuburg fand kaum in einen strukturierten Spielaufbau und leistete sich immer wieder offensive wie defensive Fehler. Bereits nach zwei Minuten drosch Salchow einen Abpraller per Volley unter die Latte und stellte früh auf 1:0. Schlussmann Binkowska sah dabei etwas unglücklich aus, der Ball sauste über ihn hinweg wie eine Sternschnuppe über ein verliebtes Paar am Nachthimmel. Diesen Blitzstart konnte man gleich bestätigen, als Bebernitz nach einer Ecke von Hoffmann seine Samba-Hüfte in die Flugkurve des Balles stellte und diesen ins Netz lenkte. 120 Sekunden nach dem Führungstreffer lag man bereits mit zwei Treffern in Front. Doch man wurde gerade erst warm und spielte sich in einen offensiven Rausch. Angekurbelt von Sechser Dombrowski, der seine Holding Six als stürmende Sechs neu erfand und mehr im gegnerischen Sechzehner auftauchte als ein Fresssüchtiger beim All-you-can-eat-Büffet, entwickelte sich eine Sturmfront auf das Neuburger Tor. Dabei vernachlässigte das Mittelfeld jedoch gekonnt die Absicherung, was die Angereisten zu der einen oder anderen Konterchance gastfreundlich einlud. Glücklicherweise fehlte hier die nötige Präzision und Zielstrebigkeit, um die Fehler zu bestrafen. Dies gelang dem NSV besser, nach einem der eigentlich seltenen offensiven Vorstößen von Hahn ließ Enkelmann in bester Kroos-Manier den Ball passieren und Dombrowski startete die Rakete wie Mätropolis. Seine Fackel zischte ins rechte Eck, Binkowska konnte nur hintergucken. Somit stand es nach 15 Minuten nicht nur 3:0, sondern sogar 4:0. Entelmann hatte geschickt einen Kontakt im Sechzehner angenommen und war grazil hingeplumpst, Boller trieb seinen Schärfe-vor-Genauigkeit-Ansatz auf die Spitze und donnerte die Kugel zentral unter die Latte. Trotz des frühen deutlichen Vorsprungs musste man in der Verteidigung wachsam bleiben. Genkel verhinderte mit einer Wahnsinsgrätsche den sicheren Gegentreffer, auf der anderen Seite erhöhte Hoffmann auf 5:0 in der 23. Minute. Mit der sicheren Führung ließ man nun die Zügel etwas lockerer und die Gäste kamen etwas besser ins Spiel. Die Lücken in der Abwehrreihe von Neuburg waren nach wie vor aber so groß wie das Wissen der Hagenower Abiturienten, wurden jetzt aber nicht mehr so hart bestraft. Und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das nächste Tor fiel. Weidemann traf einen Halbjahr geklärten Eckball satt und versenkte die Kugel im langen Eck. Torwart Rusch war bei diesem ersten richtigen Abschluss auf sein Gehäuse chancenlos. Den kleinen Warnschuss nahm man ernst und stellte noch vor dem Halbzeitpfiff auf 6:1, als Boller alleine auf weiter Flur cool blieb und seinen zweiten Treffer markierte. In der Halbzeit zeigte sich Aushilfscoach Schröder recht zufrieden mit seiner Leistung (und auch der des Teams), nur die defensive Absischerung blieb der Kritikpunkt Nummer Eins. Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, der ein wahres Chancenfestival werden sollte. Alle zu beschreiben, würde diesen Bericht in einen Essay über die Effizienz im Amateurfußball verwandeln. Toretechnisch begann es recht verhalten, erst in der 59. Minute erzielte man durch Dombrowski das 7:1, als er nach einer Ecke wie Horst Hrubesch zu seinen besten Zeiten das Spielgerät über die Linie schädelte. Doch zuvor hatte man in Person von Genkel und Captain Schrotti zweimal Aluminium getroffen, weitere gute Möglichkeiten ausgelassen und hinten weiter mit dem Feuer gespielt. Der Offensivdrang aller Mittelfeldspieler zeigte sich als Fluch und Segen, wobei in diesem Spiel der positive Part den negativen Part überbot. Nichtsdestotrotz schenkte man damit einem in jeder Hinsicht unterlegenem Gegner unnötige viele Torchancen, eine nutzte Losch in der 67. Minute zum 7:2, unmittelbar danach verhinderte Rusch den Nachschlag des Gegners wie eine mies gelaunte Kantinenfrau. Sichtlich erbost rief er sein Team zur Besinnung an, was nur teilweise gelang. In der Folge lieferten sich die Neumühler einen teaminternen Wettbewerb im Chancenvergeben, in dem auch die mittlerweile eingewechselten Ludwigs und später auch Maschler und L. Holst eingriffen. Zwischendurch erzwang Pressingmaschine Dombrowski das 8:2, als er Binkowska die Kugel klaute und ins leere Tor einschob. Die Partie flachte nun ab, das spannendste war die spontane Fehde von Boller mit einigen Gästefans, die sich in Galgenhumor versuchten. Kurz vor Schluss wurde es kurz hitzig, als ein Neuburger die Beine von Hoffmann wegdrosch, als wären sie ein Football beim Kick-Off. Der Gefoulte war damit nicht ganz so glücklich und geigten dem Täter recht unwirsch die Meinung, beide erhielten in einer ansonsten fairen Partie die gelbe Karte. Danach wurde es nochmal sportlich relevant, als C. Schröder einen Fernschuss losließ, der abgefälscht seinen Weg ins lange Eck fand. Der Spielführer feierte einen seiner wenigen Tore aus dem Spiel heraus mit einem beeindruckenden Statuen-Jubel, der der Freiheitsstatue in Sachen Opulenz in Nichts nachstand. Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. So feierte der Neumühler SV im ersten Spiel auf der heimischen Ranch einen furiosen 9:2-Sieg, den jedoch nicht alle so dermaßen feierten, wie das Ergebnis vermuten lässt. Während man in den ersten 25 Minuten den überforderten Gegner komplett überrollte, zeigte man defensiv zu viele Lücken und hatte nach dem schnellen 5:0 das eine oder andere Mal Glück, nicht einen einfachen Gegentreffer zu schlucken. Die mangelnde Effizienz im Angriff wurde in diesem Spiel nicht bestraft, man hätte ohne Probleme 15 Tore schießen können. Neutrainer Schröder zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis, der den NSV geradezu an die Tabellenspitze katapultiert. Auch wenn dies natürlich eine frühe und nicht aussagekräftige Bestandsaufnahme ist, wird man mit diesem Saisonstart und der maximalen Punkteausbeute sehr zufrieden sein. Als Nächstes trifft man auf den aktuell Zweitplatzierten vom FC Selmsdorf. Gegen dieses Team wird man in einigen Aspekten zulegen müssen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, B. Schröder, C. Schröder - Hoffmann, Dombrowski, Entelmann (56. Ludwigs) - Bebernitz (79. Holst), Salchow (79. Maschler), Boller
27. August 2026
Der NSV ist wieder da! Mit dieser freudigen Nachricht startete der erste Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM, der für den Aufsteiger aus Schwerin direkt eine schwere Aufgabe hatte: Am Freitagabend reiste man nach Holthusen, um sich mit dem Drittplatzierten der letzten beiden Spielzeiten zu messen. Dieser hatte sich namenhaft verstärkt, mit Hasselmann kehrte der Mittelfeldmotor nach seinem einjährigen Ausflug zum MSV Pampow zurück und brachte den 21 Jahre jüngeren Torwart Facklam mit, beide standen in der ersten Elf. Beim Neumühler SV rückten ebenfalls zwei Neuzugänge in die Startaufstellung, Genkel begann in der Innenverteidigung und Boller auf Linksaußen. Coach Baruschke formierte seine Mannschaft wie schon im letzten Test in einem 4-3-3 bzw. 4-1-4-1, mit dem man den spielstarken Gegner in seiner Offensivqualität Einhalt gebieten wollte, um dann über schnelle Konter gefährlich zu werden. Etwas Überraschend begann Dampfwalze Bebernitz dabei nicht links hinten, sondern auf der rechten Offensivseite. Hoffmann musste dafür auf der etwas unbeliebten Mittelstürmer-Postion ran, dahinter sollten Schöwe, Dombrowski und Leipold das Zentrum dichthalten. Vor den Anpfiff gab es für NSV-Urgesteine noch eine schöne Überraschung, Steve Doebler, vor einigen Jahren noch unter dem Namen Athmani für den NSV aktiv, besuchte sein ehemaliges Team bei einem Heimaturlaub. Captain Schrotti schwörte im Mannschaftskreis seine Truppe auf die bevorstehenden 90 Minuten ein, der Schlachtruf hallte wie ein Donnerschlag durch das beschauliche Dörfchen bis an die Scheiben des örtlichen Philipps-Marktes. Vor 96 interessierten Zuschauern eröffnete der Unparteiische Gniefke die Partie. Von Anfang an zeigte sich, dass die beginnende Saison eine deutlich größere Herausforderung sein würde als noch die vorherige in der Kreisliga. Der Gastgeber bestimmte das Spiel von Anfang an und hatte schnell eine erste Chance auf das 1:0, vergab diese jedoch. Das Aufbauspiel der Gäste wurde früh durch ein organisiertes Pressing gestört, sodass kaum gefährlich nach vorne kamen. Meistens nutzte man hierfür schnelles Umschalten nach Ballgewinnen, Dombrowski zielte jedoch knapp vorbei und Hoffmann schoss zweimal nach langen Bällen an Facklams Gehäuse vorbei. Auf der anderen Seite stand die Defensive unter permanenten Dauerstress und musste mehrmals in letzter Sekunde blocken oder hatte Glück, dass die gegnerischen Stürmers zu ungenau zielten. Der spielstarke Gastgeber zwang das Mittelfeld des NSV zu einer massiven Laufleistung, um die ständig rotierenden Spieler zumindest halbwegs zu decken. Nach 25 Minuten fand ein perfekter Chip-Ball den freien Baumann, der die Kugel perfekt ansaugte und Schlussmann Rusch keine Chance ließ. Somit lag der Favorit verdient in Führung. Anschließend hatte sich der Gast halbwegs an die neue Gangart gewöhnt und konnte nun besser mithalten. Das Verteidigen gelang effizienter, nach vorne passte aber nach wie vor wenig zusammen. In der Halbzeit zeigte sich Baruschke daher nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams und wollte nun ein höheres Anlaufen seiner Mannschaft sehen, um das kontrollierte sowie gefährliche Aufbauspiel zu unterbinden. Dieser Plan sollte sich als ausschlaggebend für die phänomenale Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang herausstellen. Das Team zeigte eine neue Überzeugung, das Spiel doch noch zu drehen. Holthusen hatte nun Probleme beim Aufziehen ihres Spieles, Neumühle zeigte sich defensiv griffiger, konnte aber offensiv nach wie vor kaum in Erscheinung treten. In der 54. Minute zeigte Dombrowski seine gefürchtete Kombination aus Flanke und Torschuss, nach der er hörbar umgesenst wurde. Gniefke zeigte sehr zum Ärger des Heimteams auf den Punkt, eine strittige Entscheidung. Boller nahm sich der Sache an und drosch die Kugel in die Tormitte, während Facklam zur Seite hechtete. Der nicht unverdiente Ausgleich in einer nun offeneren Partie. Holthusen antwortete mit verstärktem Drang auf die erneute Führung und kam jetzt wieder gefährlicher vor Ruschs Kasten. Dieser tauchte bei einem platzierten Fernschuss aber ab wie ein U-Boot und lenkte die Kugel stark um seinen Pfosten. Ansonsten überraschte der SFV mit überraschenden Fitnessproblemen, bereits kurz nach dem Wiederanpfiff sackte der erste Spieler mit einem Krampf zusammen, dem im weiteren Spielverlauf noch zwei weitere Mannschaftskollegen folgten. In der 66. Minute gelangte Holthusen über links in den Strafraum, Hahn konnte nicht entscheidend stören. Genkels Befreiungsschlag misslang, wodurch Qualmann an die Kugel kam. Den heranrauschenden Schöwe ließ er links liegen wie nasse Zeitung auf dem Bürgersteig und überwand Rusch aus kurzer Distanz. Baruschke reagierte auf den erneuten Rückstand mit einem Doppelwechsel. Salchow und Neuzugang Entelmann kamen für Bebernitz und Leipold. Beide sollten sich sofort aktiv ins Spielgeschehen einbringen. Entelmann, den alle von nun an nur noch „Muddi“ nennen, begeisterte mit Ballsicherheit und klugen Pässen, Salchow pflückte auf der rechten Seite hoch und runter, als würde er im angrenzenden Schorchs Garten ein Praktikum machen. Kurz darauf bekam der NSV einen Freistoß von der rechten Seite zugesprochen. Dombrowski schnappte sich den Ball nahe der Auslinie und zirkelte ihn mit seinem gefährlichen linken Fuß zum Tor. In der Mitte hoppelte er jedoch an Freund und Feind vorbei, Hahn versuchte sich noch an einem lässigen Hackentrick, kam aber nicht ran. Zur allgemeinen Überraschung fand die Knitte aber seinen Weg in die lange Ecke, womit es wieder Unentschieden stand. Der Spielverlauf war jetzt wie die zweite Halbzeit ausgeglichen, auch wenn der Favorit immer noch die besseren Chancen hatte. Der nimmermüde Hasselmann lenkte das Spiel aus dem Zentrum heraus und wurde immer wieder mit seinen Abschlüssen gefährlich. Einmal rettete die Latte für den NSV, einen Freistoß fischte Rusch gekonnte aus seinem Torwarteck. Für die letzten zehn Minuten brachte Baruschke nun Pohl für Hoffmann. Der Joker überzeugte als raubeiniger Kampfzwerg, der jeden Zweikampf führte, als könnte er noch mehr Urlaubstage für sich rausschlagen. Drei Minuten vor Schluss spielte Muddi einen starken Außenmauken-Pass auf den nimmermüden Sprinter Boller, der im Sechzehner knapp vor Facklam an den Ball kam und anschließend von ihm umgesenst wurde. Dieses Mal war der Elferpfiff unstrittig, für Neumühle ergab sich die etwas unverhoffte Chance auf die späte Führung. Dem Gefoulten war dies anscheinend zu viel Druck, er ließ jetzt Captain Schrotti antreten. Der Spielführer machte es gewohnt souverän und verlud den Torwart. Sein unnachahmlicher Jubellauf führte ihn in die Arme von Teammanager Kojetin, wo ihn auch der Rest der Mannschaft einholte. Holthusen reagierte mit einer wütenden Schlussoffensive, Gniefke zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an, die er aber noch etwas verlängerte. Vermutlich war er begeistert von dieser mitreißenden Partie, die die Zuschauer gut unterhalten konnte. Der Gastgeber versuchte alles, um noch auszugleichen, scheiterte aber an den aufopfernden Verteidigern der Schweriner. So beendete der Schiedsrichter die Partie und ließ den NSV feiern. Die neue Saison beginnt nicht nur mit einem Paukenschlag, sondern einer ganzen Ouvertüre. Nach anfänglichen Problemen und verdientem Rückstand steigerte man sich immer weiter im Verlauf des Spiels, gekrönt von einer sensationellen zweiten Halbzeit, in der man mit dem Spitzenteam durchaus mithalten konnte. Defensiv stand man stabiler und konnte sich auf einen gut aufgelegten Rusch verlassen, der während des Spiels noch mit einem unorthodoxen Dribbling begeisterte. Nichtsdestotrotz hatte man eine gewisse Portion Spielglück, dass der Gegner seine Chancen vor allem in der ersten Halbzeit nicht nutzte und man mit zwei Elfern und einem Hüppelball dreimal treffen konnte. Dies störte dennoch die losgelöste Stimmung des Aufsteigers nicht. Die Zunge von B. Schröder befand sich vor Glück permanent außerhalb seines Mundes, so als würde er sich an einem imaginären Eis (oder jemand/etwas anderen) erfreuen. Haudegen Hahn herzte überschwänglich seine Kumpanen und ließ Trainer Schaar kurz vor dessen Urlaub seinen glücklichsten Moment seit Langem erleben, während er innig mit ihm jubelte. Somit kann man direkt zu Beginn der neuen Spielzeit ein wahres Erfolgserlebnis feiern, mit dem vor Anpfiff wohl die wenigsten gerechnet hätten. Wichtig ist es nun, den Fokus auf das nächste Duell zu richten, wenn man sich mit dem Neuburger SV auf der heimischen Ranch misst. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, Zengel, C. Schröder (C) - Leipold (69. Entelmann), Schöwe, Dombrowski - Bebernitz (69. Salchow), Hoffmann (81. Pohl), Boller Ebenfalls im Kader: Grap, B. Schröder, Ludwigs
24. Juni 2026
Mitgliederversammlung des Gesamtvereins inkl. Vorstandswahl des Neumühler SV
23. Juni 2026
Kantersieg zum Saisonabschluss – Neumühle dreht nach frühem Rückstand auf
17. Juni 2026
Jubiläumsball „80 Jahre Neumühler SV“ und „90 Jahre Siedlerbund Schwerin/Neumühle“ – Ein Abend voller Gemeinschaft
Show More