Kantersieg zum Saisonabschluss – Neumühle dreht nach frühem Rückstand auf

23. Juni 2026

Kantersieg zum Saisonabschluss – Neumühle dreht nach frühem Rückstand auf

Seit dem vorletzten Spieltag der Kreisliga SN-NWM war klar, dass der Neumühler SV ein Jahr nach dem Abstieg direkt wieder in die Kreisoberliga zurückkehrt. Nach anstrengenden Wochen wollte man nun beim letzten Heimspiel die Saison gemütlich ausklingen lassen und gegen den Brüeler SV II aus dem Tabellenkeller mit einem klaren Sieg den eigenen Tabellenplatz legitimieren. Baruschke verzichtete daher auf sonst bei Amateurfußballern beliebten Unsinn wie beispielsweise das Losen von Positionen und schickte seine Top-Elf auf den Platz, bei der Kampfschwein Lode von Anfang an in der Sturmzentrale ran durfte. Dies hatte er sich durch engagierte Auftritte über die ganze Spielzeit hinweg verdient. Spannend war es vor allem in der teaminternen Torschützenliste, in der sich Zengel, Dombrowski und der gesperrte Hoffmann um die Kanone stritten, während unter anderem Abräumer Hahn und Lode mit ihren jeweils zwei Saisontoren noch auf den Platz von Koffein-Kevin schielten, der eine Bude mehr auf seinem Konto hatte. Dabei bewies sich Hahn als Jünger (oder Älter?) von Salchow und bestritt wie er die Spielvorbereitung mit einer Dose Monster Energy intus, um die Müdigkeit nach einem üppigen Mittagsmahl zu bekämpfen. Diesesmal hatten sich 80 Schaulustige auf der Ranch eingefunden, um den Spektakel beizuwohnen, dass sich vor ihren Augen offenbaren sollte.


Der NSV startete offensiv bemüht und defensiv etwas wackelig in die Partie. Bereits früh ergaben sich für Lode zwei ausgezeichnete Möglichkeiten auf den ersten Treffer. Nach starkem Pressing und einer Balleroberung sowie Vorlage von Spielmacher Dombrowski traf er jedoch nur den Pfosten. Wenig später schaffte er es tatsächlich, die Kugel aus sehr wenigen Metern Torentfernung mit einem fast unmöglichen Anstieg von gefühlt 180 Grad doch noch über das Tor zu bolzen. Brüel hatte hingegen vorne etwas mehr Glück. In der 16. Minute drosch Krug die Kugel volley aus der Distanz aufs Tor. Noch abgefälscht drehte sich das Spielgerät genau am chancenlosen Burghardt vorbei, der auch heute wieder Krake Rusch vertrat.



Nach diesem frühen Gegentreffer schüttelten sich die Schweriner kurz und gingen anschließend auf die Jagd auf den Ausgleichstreffer, der nicht lange auf sich warten sollte. Einen schlecht geklärten Ball platzierte Student Zengel gekonnt im Eck von Torwart Albrecht und hatte Glück, dass der sich dort befindende Dombrowski wie ein junges Reh noch über die Knitte gehüpft war. Damit schloss der Torschütze auch in der internen Torjägerstatistik zu seinem Spielmacher auf, der ohnehin zu Brüel ein gemischtes Verhältnis hat. Der Gastgeber war jetzt im Spiel angekommen und wollte den schnellen zweiten Treffer. Dies gelang Lode nur sechzig Sekunden später, als er sich endlich belohnte und den Ball ins leere Tor abstaubte. Hierbei hatte er eine ganze Menge Glück, da vorher Albrecht seinen Verteidiger von hinten umgeräumt hatte. So konnte keiner der beiden Gegenspieler den eigentlich ungefährlichen Ball bereinigen und Lode den Nutznießer spielen. Das Ergebnis war damit aus Neumühler Sicht korrigiert. Man spielte sich nun in einen regelrechten Rausch und blieb offensiv brandgefährlich. Nach nur vier weiteren Minuten luppte Dombrowski genau in den Lauf der Wade der Nation Schöwe, welcher vor Albrecht am Ball war und dann von diesem unsanft von den Beinen geholt wurde. Für Schiedsrichter Schmidt gab es nur eine Entscheidung, die Elfmeter lautete. Kapitän Schrotti blieb eiskalt und ließ den Ball gewohnt lässig über die Linie hüppeln, womit es jetzt 3:1 stand.


Doch diese furiose Phase des Vizemeisters war noch nicht vorbei, wieder brauchte es nur vier Zeigerumdrehungen bis zum nächsten Treffer. Wieder war es Zengel, der einen ungünstig geklärten Ball im gegnerischen Tor versenkte und Dombrowski damit einen Schauer über den Rücken jagte, weil beide nun nach Toren gleichauf lagen. In der 44. Minute schlug der Neumühler Ballmagier jedoch zurück, als er Albrecht überwand und auf 5:1 erhöhte. Erleichterung stand ihm ins Gesicht geschrieben, die er so vermutlich noch nie gefühlt hatte. Höchstens bei dem Gedanken, nicht mit Grap gemeinsam duschen zu müssen, empfand der junge Mittelmann etwas Ähnliches.


So ging es mit einem komfortablen Vier-Tore-Vorsprung in die Kabine, den man sich mehr als verdient hatte und der sogar noch höher lauten müsste, wenn man sich die vergebenen Chancen des ersten Durchgangs anschaute. Für mehr Effizienz brachte Baruschke nun Wende für Schöwe in die Partie, dem noch die Radtour über 600 Kilometer (warum fährt er das nicht einfach mit Auto??!!) in den Knochen hingen. Ganz im Gegensatz zu Dampfwalze Bebernitz, der frisch und glasig schaute wie eh und je.


Toretechnisch war der Start in Halbzeit eher verhalten, weshalb der Coach mit Nittke und Hampusch für Hahn und Hampusch in der 58. Minute frisches Blut auf den Rasen brachte. Dies hatte gleich Erfolg, den in der 61. Minute trat C. Schröder zum Freistoß an. Eigentlich als Mann für phänomenale Flankenbälle bekannt, schoss er nun aber in bester Jaun-Arango-Manier selber unter der Mauer hindurch ins rechte Eck hinein. Vorher hatte er mit der Körperhaltung eines betagten Mannes am FKK-Strand die Schwachstelle der Mauer studiert und den Weg des Balles exakt berechnet. Nach fünf weiteren Minuten erhöhte erneut Lode auf 6:1, als er wuchtig abschloss und seinen ersten Doppelpack erzielte, was ihm nach seinem ersten Startelfeinsatz gleich die zweite Kiste des Tages bescherte. Bei den Zuschauern begeisterte Ex-Spieler Boller mit seinem pädagogisch wertvollen Umgang mit dem Nachwuchs, der Hoffmann gleich ein Jucken in der Leiste bescherte mit dem Wunsch, es ebenfalls genauso gut zu machen.


Das Spiel war nun endgültig entschieden, weshalb Baruschke auch ohne schlechtes Gewissen Grap für Salchow ins Spiel bringen konnte. Zwischen jenem Neumühler Urgestein und Schlussmann Albrecht entstand in der Folge ein wahres Privatduell, was der Brüeler Torwart mit mehreren Glanzparaden eindeutig für sich entschied und selbst einen Sonntagsschuss aus seinem Winkel fischte. Dass ebenfalls Pohl für Lode den Platz betreten hatte, geriet dabei fast zur Randnotiz. Auch der Rest des Teams hatte noch nicht genug und drängte auf den nächsten Treffer, wobei man das Verteidigen kurz außer Acht ließ und durch Barczewski das 7:2 hinnehmen musste, als er nach einem langen Ball Burghardt umkurvte und ins leere Tor einschob. Ansonsten kam von den Gästen nicht viel, was auch an einer größtenteils konzentrierten Defensivleistung lag, in der Bebernitz mit Zweikampfführung wie Sergio Ramos in Bestform herausstach. Kurz vor Schluss ergab sich für Grap die letzte Chance auf seinen Treffer, den er sich auch redlich verdient hätte. Doch Hampusch hatte genug von den vergebenen Großchancen seiner Mitspieler und schnappte Grap den Abstauber vor der Nase weg. Dieses 8:2 sollte das letzte Tor des Tages markieren, kurz darauf waren Spiel und Saison für den Neumühler SV vorbei.


Die Spielzeit 25/26 endet mit einem souveränen Kantersieg, der eigentlich deutlich höher hätte ausfallen können. Vom unglücklichen Rückstand ließ man sich nicht verunsichern und konnte seiner Favoritenrolle in diesem Spiel mehr als gerecht werden. Schlussendlich beendet man die Spielzeit als Tabellenzweiter mit neun Punkten Vorsprung auf den dritten aus Gostorf. Mit 88 Toren teilt man sich mit dem Lokalrivalen Burgsee Verein Schwerin den zweitbesten Wert der Liga und auch bei den kassierten Gegentoren rangiert man auf Platz Zwei. In beiden Kategorien führt der unangefochtene Meister von der SG Schlagsdorf/Mustin, dem man aber als einziges Team einen Punkt abringen konnte. Die wichtigste Frage dieses Spieltages war auch geklärt, Dombrowski behauptete sich knapp vor Zengel auf der Spitzenposition der Torjäger mit 12 Toren, dahinter landete neben jenem Mann, der von der Innenverteidigung bis zur Sturmspitze alle zentralen Positionen spielen kann, auch Flügelflitzer Hoffmann, der heute gelbgesperrt außen bleiben musste. Lode schob sich durch seinen Doppelpack noch an Koffein-Kevin vorbei, dem sämtliche Kapseln dieser Welt nicht zu einem Torerfolg verholfen hatten.


Den Aufstieg feierte man mit extra dafür angefertigten Aufstiegs-T-Shirts, auf denen auch der Neumühler Wasserturm zu sehen war, wie ein euphorischer Fan begeistert feststellte. Nach einem letzten Gang zu den Fans konnten die noch etwas verhaltenen Feierlichkeiten beginnen, schließlich spielte man am Sonntag und am Montag müssen wir alle wieder arbeiten! (Bis auf Urlauber R. Holst vielleicht)


NSV spielte mit: Burghardt – Hahn (58. Nittke), T. Sulkowski, C. Schröder (C), Bebernitz, Zengel, Schöwe (45. Wende) – R. Holst (58. Hampusch), Dombrowski, Salchow (65. Grap) – Lode (65. Pohl)


Ebenfalls im Kader: Rusch

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Im dieses Mal kleinen Kader nahm mit Stefan Schulz sogar ein Spieler der Alten Herren auf der Bank Platz, um einen Wechsler mehr aufbieten zu können. Im Tor ersetzte Rusch im lustigen Torhüter-Karussell erneut Burghardt, davor spielte Ausbilder Schröder für den abwesenden T. Sulkowski, sodass erstmals in der Rückrunde die Nachkommen des just wiedergewählten Abteilungsleiters die Innenverteidigung bildeten. Hinten links wurde Koffein-Kevin nach seinem Doppelpack aus der Vorwoche mit einer Position weiter hinten belohnt, da hier schlicht die Alternativen fehlten und er dort schon einmal irgendwann gespielt hatte. Auf den offensiven Außen war damit wieder Platz für die zurückkehrenden Hoffmann und R. Holst. Baruschke wusste, dass es heute nicht nur auf das technische Können, sondern auch auf die Widerstandsfähigkeit ankommen würde. Hierfür war auch Sani Lauri da, die wie so oft mit ihrem Zauberkasten voll Wärmesalbe und Eisspray unterstützte. Schon die ersten Schritte beim Warmmachen zeigten, worauf man sich heute einstellen sollte: Bei jedem Schritt staubte es unter dem Schuhwerk, gegebenenfalls surfte man bei schnellen Richtungswechseln kurz auf einer Steinlawine in die ursprüngliche Richtung. Einige Spieler klagten aufgrund der Härte des Platzes über Fußschmerzen und Schlussmann Rusch sah beim Warmschießen alles andere als glücklich aus. Aber es half nichts, Schiedsrichter Brandt, extra aus Ratzeburg für diese Wahnsinnspartie angereist, eröffnete das Spiel. Zengel zeigte zugleich, was man auf dem Geläuf nicht unbedingt zu oft machen sollte, und legte sich nach wenigen Momenten der Länge nach auf die Nase. Der Gastgeber kam etwas besser ins Spiel und verzeichnete erste Distanzschüsse, ohne aber wirklich gefährlich zu werden. Die Gäste kamen nach fünf Minuten der Eingewöhnung vor allem über Rechtsaußen Holst vors Tor, aber auch hier fehlte zu Beginn die letzte Genauigkeit. Besser machte es in der 18. Minute Zengel, der nach Vorlage von P. Sulkowski aus 16 Metern überlegt ins lange Eck einschob. In der Folge drängte der NSV auf den zweiten Treffer, scheiterte aber nach wie vor mehr an sich als am Gegner. Dargetzow versuchte vor allem über Standards gefährlich zu werden und gerade die Ecken wurden brandgefährlich. Eine davon konnte Kapitän Schröder gerade noch am kurzen Pfosten mit den Haarspitzen über den Kasten lenken und somit den Ausgleich verhindern, Rusch wäre hier vermutlich chancenlos gewesen. Ansonsten stand die Abwehrkette gut, Haudegen B. Schröder köpfte alles Runde weg, was sich bewegte, und Salchow kurbelte über seine Seite das Offensivspiel gekonnt an. Dennoch musste man durch eine weitere Ecke das 1:1 unmittelbar vor der Pause hinnehmen. Zuerst klärte Hahn nur unzulänglich, den zweiten Versuch verlängerte Lauer ansatzlos in die Maschen. Ein ärgerlicher Ausgleich, der sich nicht unbedingt angedeutet hatte, auch wenn die Heimmannschaft in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit nach dem Rückstand besser geworden war. Somit ging es mit einem Unentschieden in die Pause, aus der Neumühle unverändert kam, während die Gastgeber einmal wechselten. Dieses Mal kamen Erstgenannte besser in den Durchgang, Spielmacher Dombrowski erzielte in der 50. Minute technisch fein per Lupfer die erneute Führung, Schlussmann Ruge flog und streckte sich vergebens. Doch dieses Mal sollte der Spielstand nicht mal sechzig Sekunden bestehen bleiben, Günther glich aus Abseitsposition ebenfalls per Lupfer wieder aus. Alles Reklamieren half nichts, der Unparteiische Brandt blieb bei seiner Entscheidung. Unmittelbar danach gab es für Dargetzow die Möglichkeit, erstmalig selbst in Front zu gehen, doch Keeper Rusch rettete seine Farben gekonnt per Pressschlag und brauchte anschließend jeden Millimeter seiner Tentakelarme, um den Ball zu sichern. Dies nutzten die Gäste als Wachruf und steigerten ihre Bemühungen um das dritte Tor erneut, nach wie vor kam man auf dem Platz aber noch nicht wirklich klar und konnte nur wenig Zählbares herausspielen. Baruschke reagierte und brachte in der 62. Minute Hampusch für Holst, neun Minuten später kam Kampfkoloss Schulz vor den Schweriner Sascha Mölders, P. Sulkowski. Beide Joker verliehen den Angriffen neue Dynamik und wurden zum wichtigen Faktor in den restlichen Minuten. Gerade Hampusch tat sich hier hervor, unter anderem mit seinem schönen Lupfertor in Minute 71 zum langersehnten 2:3. Wenig später erinnerte sein Sprint außerhalb des Spielfeldes an Prime Gareth Bale, auch wenn in dieser Situation kein Tor dabei herauskam. In einer intensiven Partie ging es nun darum, die Führung dieses Mal nicht zu verspielen, während die Gastgeber erneut gleichziehen wollten, aber nun an der Defensive des NSV scheiterten, die sich mit Hand und Fuß dagegen wehrte. Bestes Beispiel dafür war ein taktisches Foul von Hahn, der seinem Gegner die Hand reichte und dessen Flosse sekundenlang festhielt, obwohl dieser eigentlich in Richtung Tor unterwegs sein wollte. Brandt war anscheinend begeistert von diesem lässigen Handschlag und verzichtete seltsamerweise auf eine gelbe Karte in einer größtenteils sehr fairen Begegnung. Drei Minuten vor Schluss brachte Baruschke noch Nittke für Hoffmann, um das Ergebnis zu sichern. Dies gelang weiterhin relativ ungefährdet, weshalb Brandt mit seinem Abpfiff später den immens wichtigen Auswärtssieg der Landeshauptstädter offiziell machte. In einem umkämpften Spiel von überschaubarem Niveau gingen somit die Neumühler mit dem besseren Ende vom Hartplatz und können ihren Vorsprung auf die Konkurrenz ausbauen. Nur Gostorf um den sich in Top-Super-Ultraform befindlichen Torjäger und Schirinamensvetter Brandt bleibt nach wie vor zwei Punkte hinter dem NSV auf Platz drei. Ganz vorne steht Spitzenreiter Schlagsdorf/Mustin dagegen kurz vor der Meisterschaft und benötigt dafür nur noch läppische sechs Punkte aus den verbleibenden sechs Spielen. Für die Schweriner beginnen im Kampf um den verbleibenden Aufstiegsplatz nun die Wochen der Wahrheit mit aufeinanderfolgenden direkten Duellen gegen Boltenhagen, Bad Kleinen und eben Gostorf. Durch den hart erarbeiteten Sieg hat man dafür eine gute Grundlage, auch wenn Dargetzow einem viel abverlangte und sich auf Augenhöhe zeigte. In einem Spiel ohne viele echte Chancen entschied am Ende die bessere Durchschlagskraft im Angriff, gepaart mit einer rigorosen Verteidigung, die sich im wahrsten Sinne des Wortes in den Gesichtern der Spieler widerspiegelte. B. Schröders sonst kahle Platte hatte eine aschblonde Farbe angenommen, Zengels Gesicht sah aus, als wäre er auf einen staubigen Bilderrahmen gefallen. In Vorbereitung auf das Aufeinandertreffen mit dem Viertplatzierten SV Bad Kleinen kann man nun die Zeit investieren, um Staub sowie Steinchen aus Klamotten, Lunge, Haaren und Epidermis herauszuwaschen. NSV spielte mit: Rusch – Hahn, B. Schröder, C. Schröder (C), Salchow – Zengel, Schöwe – Holst (62. Hampusch), Dombrowski, Hoffmann (87. Nittke) – P. Sulkowski (71. Schulz)
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