Wiederaufstieg perfekt – NSV macht Rückkehr in die Kreisoberliga durch Kantersieg offiziell

8. Juni 2026

Wiederaufstieg perfekt – NSV macht Rückkehr in die Kreisoberliga durch Kantersieg offiziell

Der 21. Spieltag der Kreisliga SN-NWM brachte für den Neumühler SV den Vorteil mit sich, ohne fremde Schützenhilfe den zweiten Tabellenplatz festzumachen und als zweiter Aufsteiger in die Kreisoberliga festzustehen. Nach der verpassten Chance am vorherigen Spieltag, als Lokalrivale Burgsee durch einen späten Ausgleich in Unterzahl die Feierlichkeiten verhinderte, ging es zum akut abstiegsbedrohten SV Sievershagen. Dieser befand sich auf dem ööölften Tabellenplatz mit zwölf Punkten, hatte alle davon aber im heimischen Stadion gesammelt und brauchte jeden Zähler, um zumindest noch Chancen auf den ominösen Relegationsplatz zu haben, dessen Bedeutung vermutlich nicht mal der Staffelleiter wirklich kennt.

Mal wieder bewies sich der große Kader für Baruschke als Prunkstück, den trotz der Abwesenheit mehrerer Stammspieler strotzte die Bank nur so vor geballter Manpower. Unter anderem kehrte Ikone Grap nach mehrmonatiger Abstinenz (würde es das mal mit Bier schaffen) zurück ins Team und auch Pohl zeigte mal wieder seinen sonnengebräunten Astralkörper. Nur hinten links gab es lange eine Baustelle und Salchow wurde schon nachts schweißgebadet wach in der Vorstellung, wieder dort verteidigen zu müssen. Aber Kapitän Schrotti ermöglichte sich doch noch irgendwie seine Anwesenheit und beruhigte damit die Nerven von Koffein-Kevin besser als drei Red Bull zum Frühstück. Leider gab es für die Wechsler keine Sitzgelegenheit, weswegen diese sich volksnah zeigten und hinter der Bande bei den Fans standen, während Baruschke durch seine minimalistische Coachingzone tigern musste. Bereits beim Warmmachen zeigte das wunderbare gepflegte Geläuf auch seine Schattenseiten, denn unter dem Rasen fühlte man schnell den knüppelharten Untergrund, der Gelenken alles abverlangte. Tief im Upahler Hinterland ließ man vor dem Anpfiff noch geduldig die sehr gründliche Kontrolle der Spielernummern durch Schiedsrichter Henkelmann über sich ergehen, die selbst altgediente Veteranen noch nicht erlebt hatten, bevor es vor 30 bierhungrigen Mäulern losging.

Schon mit dem Anpfiff wurde deutlich, wie das Spiel ablaufen sollte. Der Gastgeber zog sich tiefer zurück als so manches Körperteil beim Anbaden in der Ostsee und lauerte auf Konter, während die Schweriner versuchten, den tiefen Block durch Kombinationen zu durchbrechen. Hektik war an diesem Tag kein Bestandteil des Wortschatzes des Heimteams. Bei jedem Einwurf, Abstoß oder Freistoß ließ man unter großzügiger Unterstützung von Henkelmann etliche Sekunden verstreichen. Annäherungen und Chancen gab es in der ersten Halbzeit für den NSV genug, jedoch fehlte entweder die Genauigkeit oder ein gegnerisches Abwehrbein schob sich noch in die Schussbahn. Zuerst wurde der Koffein-Kevin geblockt, anschließend entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, doch wie schon im letzten Spiel schien der nahende Aufstieg das Zielwasser vergiftet zu haben. Die wenigen Konteransätze unterband man ohne große Mühen, biss sich aber an der gegnerischen Verteidigung die Zähne aus. Der Verteidigung mit T. Sulkwoski und Hahn war hinten langweilig, sodass sie weit in die feindliche Hälfte vorstießen, um ihre verzweifelnde Offensive beim Ansturm auf das Tor von Keeper Marahrens zu unterstützen. Jedoch zielten Hahn, Wende und T. Sulkwoski bei ihren Versuchen zu ungenau, Zengels gefährlichen Abschluss lenkte ein Verteidiger per spektakulärer Spakat-Grätschen-Pike gerade noch über die Latte.

Und plötzlich ergab sich aus dem Nichts die Riesenchance für das Kellerkind. Nach einem Freistoß tauchte der Kapitän in bester Position frei vor Schlussmann Burghardt auf und köpfte knapp drüber, während sich Wende mit unschuldiger Miene fragte, ob es sein Gegenspieler war. Nach diesem Schock hatte man aber in der 44. Minute die richtige Antwort parat. Hahn zog von rechts ungewohnt dynamisch nach innen und bediente Unschuldslamm Wende, der nochmal für P. Sulkwoski querlegte. Technisch anspruchsvoll schloss dieser aus der Drehung ab und traf mit Hilfe des Innenpfostens zur hochverdienten Gästeführung, auch wenn die Heimmannschaft lautstark abseits reklamierte. Doch die Proteste prallten an Henkelmann ab wie Vögel an einem Glasfenster. Kurz danach schickte der Unparteiische die Teams zum Verschnaufen in die Kabine.

In der Halbzeit sortierte Baruschke sein Team ordentlich durch, ohne dabei zu wechseln. Hahn rückte ins defensive Mittelfeld, Leipold von da aus auf die Zehn, Wende eine Position weiter ins Sturmzentrum und P. Sulkowsi nach rechts hinten. Eine Rochade, die man so wohl nur im Amateurfußball sieht und die jeden Schachgroßmeister vor Neid erblassen lässt.

Mit dieser neuen Ordnung zeigte sich der NSV im Angriff nun etwas zielstrebiger im Angriff und stürmte und drängte wie ein junger Goethe auf das 0:2, musste jedoch auf einmal einen brenzligen Moment überstehen. Im 2-gegen-1-Konter musste B-Schröder allein verteidigen und wurde überspielt, dem Stürmer versprang aber die Kugel und wurde daher glücklicherweise leichte Beute für Burghardt. Unmittelbar darauf reagierte man wie schon in der ersten Hälfte mit einem Tor. Wie zuletzt häufiger war es ein Standard, den Zengel gekonnt einköpfte. Der Neumühler Stahlschädel hatte in der 60. Minute mal wieder zugeschlagen, auch wenn ausnahmsweise Kapitän Schroder nicht die Vorlage gegeben hatte.

Baruschke wechselte kurz darauf und brachte Hampusch sowie Grap für Koffein-Kevin und P. Sulkowski. Gerade für den zurückkehrenden Verteidiger ein bedeutender Moment, er zeigte sich zugleich engagiert und auch sein weltberühmter seitwärts gehechteter Bauchklatschkopfball durfte in diesem Spiel nicht fehlen. Die Begegnung wurde in dieser Phase nun etwas hitziger, was auch an einigen wilden Pfiffen des Schiedsrichters lag. Nach einem klärenden Gespräch mit den Spielführern beruhigten sich die Nerven aber wieder (außer bei Flügelflitzer Hoffmann, der wutentbrannt in Minute 72 für Beachboy Pohl das Feld verließ). Hundertachtzig Sekunden später ging es auf dem Betonrasen wieder fußballerisch zur Sache. Hahn spielte einen Steilpass auf den mal wieder vorne auftauchenden C. Schröder, der aus spitzem Winkel aber Marahrens nicht überwinden konnte und anschließend zu Hahn zurücklegte. Der Defensivspieler zog selber ab und erwischte ungefähr neuneinhalb Gegner auf dem falschen Fuß. Frei nach dem Motto „Genauigkeit vor Schärfe“ hüppelte die Kugel an sämtlichen Abwehrbeinen vorbei ins kurze Eck. Damit zeigte sich der Abräumer so offensivstark wie nie zuvor und erzielte bereits seinen zweiten Saisontreffer, womit er im teaminternen Ranking nur noch einen hinter Salchow liegt und ihm bereits androhte, am letzten Spieltag mit ihm gleichzuziehen.

Nach dieser Vorentscheidung kamen nun ebenfalls Kampfschwein Lode und Sperling für Wende und Leipold. Die Schweriner zeigten sich befreit von einem drohenden Punktverlust und spielten nun freier auf, auch weil der Gegner etwas nachließ. In der 85. Minute trat nochmal die Kombination Schröder-Zengel in Erscheinung, als der Student nach einer mustergültigen Flanke seines Kapitäns per Kopf auf 0:4 erhöhte. Und nur zwei Minuten später eiferten zwei Joker ihnen nach. Pohl streichelte einen Ball wie sonst nur seine Frauen in den Strafraum, wo Hampusch per Kopf den fünften und letzten Treffer des Tages erzielte. Wenig später beendete Henkelmann das Spiel und somit herrschte beim Neumühler SV enlich die endgültige Gewissheit, nächste Saison wieder eine Liga höher in der Kreisoberliga zu spielen. Da der Verfolger aus Gostorf tags darauf gegen Burgsee Verein Schwerin verlor, wäre dies sogar bei einer Niederlage sicher gewesen. Als Tabellenzweiter hinter dem unangefochtenen Spitzenreiter SG Schlagsdorf/Mustin, der man den einzigen Punktverlust der Saison zufügte, verdiente man sich diese Platzierung nach einem kleinen Fehlstart durch zwei lange Serien ohne Niederlage und kann nun acht Punkte Vorsprung auf den dritten vorweisen, der mittlerweile SV Bad Kleinen heißt. Nach Abpfiff herrschte beim Team statt Feierstimmung eher Erleichterung, es nun geschafft zu haben. Beim gemeinsamen Schauen des Champions-League-Finales zelebrierte man später das erreichte Ziel im Neumühler Vereinsheim. Am letzten Spieltag empfängt man nun abschließend auf der Ranch den Brüeler SV II, der aktuell auf Relegationsplatz 10 liegt. Danach geht es in die wohlverdiente Sommerpause, bevor die Vorbereitung zur neuen Saison startet.

NSV spielte mit: Burghardt – Hahn, B. Schröder, T. Sulkowski, C. Schröder (C) – Leipold (77 Sperling), Zengel – Salchow (67. Hampusch), Wende (77. Lode), Hoffmann (72. Pohl) – P. Sulkwoski (67. Grap)

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28. April 2026
Mit einem Kantersieg im Gepäck reiste der Neumühler SV am 16. Spieltag der Kreisliga SN-NWM zur Mannschaft mit dem wohl gefürchtetsten Platz: Der Dargetzower SV, der seine Spiele auf der Bebberwiese (was eine Urgewalt von Stadionname) austrägt, ist bekannt für einen Hartplatz, der in dieser Saison schon so manchen Gegner zur Verzweiflung brachte. Jener schmale, von Asche bedeckte Platz am Rande der Hansestadt Wismar lud nicht unbedingt zum Fußballspielen ein, auch wenn er durch seine glatte Beschaffenheit durchaus für gepflegte Passstafetten taugte. Da die Konkurrenz im Aufstiegskampf gepatzt hatte – Bad Kleinen und Boltenhagen trennten sich im direkten Duell unentschieden und der Mecklenburger SV hatte verloren – ergab sich für die Schweriner die große Gelegenheit, den Abstand zu drei der vier Verfolger auszubauen. Für dieses Vorhaben musste Coach Baruschke sein Team jedoch etwas umbauen. Im dieses Mal kleinen Kader nahm mit Stefan Schulz sogar ein Spieler der Alten Herren auf der Bank Platz, um einen Wechsler mehr aufbieten zu können. Im Tor ersetzte Rusch im lustigen Torhüter-Karussell erneut Burghardt, davor spielte Ausbilder Schröder für den abwesenden T. Sulkowski, sodass erstmals in der Rückrunde die Nachkommen des just wiedergewählten Abteilungsleiters die Innenverteidigung bildeten. Hinten links wurde Koffein-Kevin nach seinem Doppelpack aus der Vorwoche mit einer Position weiter hinten belohnt, da hier schlicht die Alternativen fehlten und er dort schon einmal irgendwann gespielt hatte. Auf den offensiven Außen war damit wieder Platz für die zurückkehrenden Hoffmann und R. Holst. Baruschke wusste, dass es heute nicht nur auf das technische Können, sondern auch auf die Widerstandsfähigkeit ankommen würde. Hierfür war auch Sani Lauri da, die wie so oft mit ihrem Zauberkasten voll Wärmesalbe und Eisspray unterstützte. Schon die ersten Schritte beim Warmmachen zeigten, worauf man sich heute einstellen sollte: Bei jedem Schritt staubte es unter dem Schuhwerk, gegebenenfalls surfte man bei schnellen Richtungswechseln kurz auf einer Steinlawine in die ursprüngliche Richtung. Einige Spieler klagten aufgrund der Härte des Platzes über Fußschmerzen und Schlussmann Rusch sah beim Warmschießen alles andere als glücklich aus. Aber es half nichts, Schiedsrichter Brandt, extra aus Ratzeburg für diese Wahnsinnspartie angereist, eröffnete das Spiel. Zengel zeigte zugleich, was man auf dem Geläuf nicht unbedingt zu oft machen sollte, und legte sich nach wenigen Momenten der Länge nach auf die Nase. Der Gastgeber kam etwas besser ins Spiel und verzeichnete erste Distanzschüsse, ohne aber wirklich gefährlich zu werden. Die Gäste kamen nach fünf Minuten der Eingewöhnung vor allem über Rechtsaußen Holst vors Tor, aber auch hier fehlte zu Beginn die letzte Genauigkeit. Besser machte es in der 18. Minute Zengel, der nach Vorlage von P. Sulkowski aus 16 Metern überlegt ins lange Eck einschob. In der Folge drängte der NSV auf den zweiten Treffer, scheiterte aber nach wie vor mehr an sich als am Gegner. Dargetzow versuchte vor allem über Standards gefährlich zu werden und gerade die Ecken wurden brandgefährlich. Eine davon konnte Kapitän Schröder gerade noch am kurzen Pfosten mit den Haarspitzen über den Kasten lenken und somit den Ausgleich verhindern, Rusch wäre hier vermutlich chancenlos gewesen. Ansonsten stand die Abwehrkette gut, Haudegen B. Schröder köpfte alles Runde weg, was sich bewegte, und Salchow kurbelte über seine Seite das Offensivspiel gekonnt an. Dennoch musste man durch eine weitere Ecke das 1:1 unmittelbar vor der Pause hinnehmen. Zuerst klärte Hahn nur unzulänglich, den zweiten Versuch verlängerte Lauer ansatzlos in die Maschen. Ein ärgerlicher Ausgleich, der sich nicht unbedingt angedeutet hatte, auch wenn die Heimmannschaft in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit nach dem Rückstand besser geworden war. Somit ging es mit einem Unentschieden in die Pause, aus der Neumühle unverändert kam, während die Gastgeber einmal wechselten. Dieses Mal kamen Erstgenannte besser in den Durchgang, Spielmacher Dombrowski erzielte in der 50. Minute technisch fein per Lupfer die erneute Führung, Schlussmann Ruge flog und streckte sich vergebens. Doch dieses Mal sollte der Spielstand nicht mal sechzig Sekunden bestehen bleiben, Günther glich aus Abseitsposition ebenfalls per Lupfer wieder aus. Alles Reklamieren half nichts, der Unparteiische Brandt blieb bei seiner Entscheidung. Unmittelbar danach gab es für Dargetzow die Möglichkeit, erstmalig selbst in Front zu gehen, doch Keeper Rusch rettete seine Farben gekonnt per Pressschlag und brauchte anschließend jeden Millimeter seiner Tentakelarme, um den Ball zu sichern. Dies nutzten die Gäste als Wachruf und steigerten ihre Bemühungen um das dritte Tor erneut, nach wie vor kam man auf dem Platz aber noch nicht wirklich klar und konnte nur wenig Zählbares herausspielen. Baruschke reagierte und brachte in der 62. Minute Hampusch für Holst, neun Minuten später kam Kampfkoloss Schulz vor den Schweriner Sascha Mölders, P. Sulkowski. Beide Joker verliehen den Angriffen neue Dynamik und wurden zum wichtigen Faktor in den restlichen Minuten. Gerade Hampusch tat sich hier hervor, unter anderem mit seinem schönen Lupfertor in Minute 71 zum langersehnten 2:3. Wenig später erinnerte sein Sprint außerhalb des Spielfeldes an Prime Gareth Bale, auch wenn in dieser Situation kein Tor dabei herauskam. In einer intensiven Partie ging es nun darum, die Führung dieses Mal nicht zu verspielen, während die Gastgeber erneut gleichziehen wollten, aber nun an der Defensive des NSV scheiterten, die sich mit Hand und Fuß dagegen wehrte. Bestes Beispiel dafür war ein taktisches Foul von Hahn, der seinem Gegner die Hand reichte und dessen Flosse sekundenlang festhielt, obwohl dieser eigentlich in Richtung Tor unterwegs sein wollte. Brandt war anscheinend begeistert von diesem lässigen Handschlag und verzichtete seltsamerweise auf eine gelbe Karte in einer größtenteils sehr fairen Begegnung. Drei Minuten vor Schluss brachte Baruschke noch Nittke für Hoffmann, um das Ergebnis zu sichern. Dies gelang weiterhin relativ ungefährdet, weshalb Brandt mit seinem Abpfiff später den immens wichtigen Auswärtssieg der Landeshauptstädter offiziell machte. In einem umkämpften Spiel von überschaubarem Niveau gingen somit die Neumühler mit dem besseren Ende vom Hartplatz und können ihren Vorsprung auf die Konkurrenz ausbauen. Nur Gostorf um den sich in Top-Super-Ultraform befindlichen Torjäger und Schirinamensvetter Brandt bleibt nach wie vor zwei Punkte hinter dem NSV auf Platz drei. Ganz vorne steht Spitzenreiter Schlagsdorf/Mustin dagegen kurz vor der Meisterschaft und benötigt dafür nur noch läppische sechs Punkte aus den verbleibenden sechs Spielen. Für die Schweriner beginnen im Kampf um den verbleibenden Aufstiegsplatz nun die Wochen der Wahrheit mit aufeinanderfolgenden direkten Duellen gegen Boltenhagen, Bad Kleinen und eben Gostorf. Durch den hart erarbeiteten Sieg hat man dafür eine gute Grundlage, auch wenn Dargetzow einem viel abverlangte und sich auf Augenhöhe zeigte. In einem Spiel ohne viele echte Chancen entschied am Ende die bessere Durchschlagskraft im Angriff, gepaart mit einer rigorosen Verteidigung, die sich im wahrsten Sinne des Wortes in den Gesichtern der Spieler widerspiegelte. B. Schröders sonst kahle Platte hatte eine aschblonde Farbe angenommen, Zengels Gesicht sah aus, als wäre er auf einen staubigen Bilderrahmen gefallen. In Vorbereitung auf das Aufeinandertreffen mit dem Viertplatzierten SV Bad Kleinen kann man nun die Zeit investieren, um Staub sowie Steinchen aus Klamotten, Lunge, Haaren und Epidermis herauszuwaschen. NSV spielte mit: Rusch – Hahn, B. Schröder, C. Schröder (C), Salchow – Zengel, Schöwe – Holst (62. Hampusch), Dombrowski, Hoffmann (87. Nittke) – P. Sulkowski (71. Schulz)
14. April 2026
Der 15. Spieltag der Kreisliga SN-NWM hielt das Duell zweier Teams mit sagenumwobenen Fußballplätzen bereit. Der Neumühler SV empfing auf der für ihre Schlaglöcher bekannten „Ranch“ den Groß Salitzer FC aus dem unteren Tabellenfeld, der für sein klitzekleines Spielfeld inmitten eines Maisfeldes bekannt ist. Dort hatten sie zuletzt den Aufstiegsanwärtern aus Bad Kleinen und Boltenhagen insgesamt vier Punkte abgetrotzt und damit in der Rückrunde bei einer zwischenzeitlichen Niederlage gegen Dargetzow genauso viele Punkte gesammelt wie der Gastgeber, der die erneut bittere Niederlage gegen den Mecklenburger SV aus der Vorwoche noch verdauen musste. Dennoch ging dieser als Tabellendritter als klarer Favorit in diese Partie. Die Schweriner reagierten auf die zuletzt mangelnde Effizienz und den Ausfall des Flügelduos Hoffmann/Holst mit einigen taktischen und personellen Umstellungen. So rückte Abräumer Hahn in bester Kimmich-Manier von der Sechs nach rechts hinten, um dort für Zucht und Ordnung zu sorgen. P. Sulkowski belebte sein Alter Ego „Stürmer-Sulkowski“ wieder und wurde von Coach Baruschke auf dessen verzweifelter Suche nach einem Goalgetter wieder auf seine ursprüngliche Paradeposition zurückversetzt. Dafür wechselte Zengel trotz seines Tores in der Vorwoche ins defensive Mittelfeld, um gemeinsam mit Allstar Schöwe das Spiel zu dirigieren. Dampfwalze Bebernitz, der dieses Mal zwar nüchtern, dafür aber zu spät kam (Was ist einem jetzt wohl lieber?), rutschte links aus der Verteidigung auf den linken Flügel, für ihn sollte links hinten L. Holst dichtmachen. Rechtsaußen durfte Koffein-Kevin ran, der seinen täglichen Flüssigkeitsbedarf nur aus Energy-Drinks bezieht. Hinten rotierte Burghardt für Rusch ins Tor. Dombrowski war glücklicherweise rechtzeitig geworden und startete erneut auf der Zehn. Solche Personaloptionen hätte sich wohl auch der Gast gewünscht, der am Vorabend nur zehn Mann zusammen hatte, durch eine groß angelegte Umfrage aber doch noch sechs Spieler mehr gefunden hatte. Darunter auch einen laut eigener Aussage „fetten, hässlichen 36-Jährigen direkt aus der Nachtschicht“, der es doch geradewegs in die Startelf schaffte, während das junge Gemüse vorerst auf der Bank blieb. Vermutlich wollte der Gegner zuerst das Alte verbrauchen, bevor etwas Neues abgenutzt wird. Dafür zeigte sich das Sturmduo Dräger/Weinig zuletzt in Topform und hatte bereits über 20 Mal getroffen. Und dieses Gespann sorgte nur sechs Minuten nach Anpfiff von Schiedsrichter Alexander Pätsch für die frühe Führung der Groß Salitzer. Nach einem Ballverlust durch Schöwe rannten die Angreifer gemeinsam auf Burghardt zu, nach Drägers Querpass schob Weinig routiniert ins leere Tor ein. Bereits zuvor hatte man nach einem Stockfehler von Burghardt den Ball aus aussichtsreicher Position nur über das halbleere Tor bugsiert. Der schnelle Schock für den NSV, der daraufhin seine Offensivbemühungen intensivierte und zu ersten Gelegenheiten kam. Aber auch Groß Salitz kam zu einigen Abschlüssen, unter anderem nach einem Freistoß, den Hahn mit einem klassischen Arschtritt verursacht hatte. Neumühles Chancen wurden jedoch vergeben wie die Sünden am Beichtstuhl. Bebernitz und Dombrowski ließen beste Gelegenheiten aus und man konnte sich schon an die Vorwoche erinnert fühlen, als man in der ersten Halbzeit zu wenig aus seinen Chancen machte. Doch dann brachte der klassische Kreisliga-Komet die Erlösung. Ein solcher flog in Minute 24 in den gegnerischen Strafraum, nachdem er kurz die Artemis II beim Landeanflug gestreift hatte. Salchow zog per Volley ab und traf den Ball für alle Parteien überraschend gut, sodass er am verdutzten Schmidt vorbeihüpfte und mithilfe des Innenpfostens die Linie überquerte. Dass Koffein-Kevin diese Kraft hatte, obwohl er bisher nur drei Monster Energy Drinks getrunken hatte und den vierten bei der panischen Suche nach seinen Stutzen vergessen hatte, grenzte schon an Magie. Der Kontrahent wirkte nach dem Ausgleich sehr passiv und kam kaum noch aus der eigenen Hälfte, der Neumühler SV drückte auf den zweiten Treffer wie Jugendliche auf einen Pickel und scheiterte vielfach an sich selbst. So musste die Verteidigung ran, um in Minute 32 die Weichen Richtung Sieg zu stellen. Nach einer Ecke verlängerte T. Sulkowski, jetzt offiziell wieder Abwehr-Sulkowski, den Ball gekonnt per überraschender Bauch-Direktabnahme in Richtung Tor. Hahn, der im Fünfer lauerte, reagierte blitzschnell, zog aus der Drehung ab und stopfte den Ball gekonnt unter dem Torwart hindurch ins Gehäuse zur hochverdienten Führung. Nur hundertachtzig Sekunden später erhöhte Bebernitz nach Vorlage von Dombrowski auf 3:1. Damit ging es auch später in die Halbzeit, Schmidt bewahrte sein Team mit guten Paraden vor der Pause noch vor weiteren Gegentoren. Baruschke zeigte sich nur angesichts des Zwischenstandes zufrieden, ansonsten tat sich sein Team größtenteils schwer, ein vernünftiges Spiel abzuliefern. Vor allem die Chancenverwertung war erneut das große Manko. Er forderte besonders aufmerksame fünfzehn Minuten nach Wiederanpfiff, um die Partie so zu entscheiden. Die Schweriner setzten genau das sofort um. Zengel fing nach Anstoß einen gegnerischen Pass ab und spielte sofort nach vorne, Dombrowski streichelte den Ball wie ein Pfarrer den Schopf eines Jünglings im Kloster, und Salchow vollstreckte eiskalt zum 4:1. Kurz darauf verwehrte er sich selbst den Hattrick, als er aus kurzer Distanz nur die Latte traf, auch wenn er und Kronzeuge Bebernitz behaupteten, die Kugel hätte danach die Linie überquert. Pätsch sah es wie oft an diesem Tag anders. Der Groß Salitzer FC wehrte sich mit zunehmenden Gegentoren vermehrt mit rustikaler Zweikampfführung, die oft die Grenze des Erlaubten überschritt. Nach vorne wurde er nur einmal gefährlich, als Burghardt sensationell parieren konnte und sich damit das Lob von Mit- und Gegenspielern, Trainern, Nachbarshunden, Vögeln und Regenwürmern einholte. Schröders Torwarttraining hatte sich damit mehr als bezahlt gemacht. Nach wie vor war es ansonsten ein Spiel auf ein Tor, auch wenn die Spannung bei Neumühle merklich nachließ. So dauerte es bis zur 62. Minute, um in Person von Dombrowski auf 5:1 zu stellen. Nach dieser Vorentscheidung wechselte Baruschke zweimal und brachte Hampusch und B. Schröder für Salchow und T. Sulkowski in der 72. Minute. Nur zwei Zeigerumdrehungen später stellte Zengel auf 6:1, als er nur noch ins leere Tor einschieben musste. Daraufhin tauschte der Hauptübungsleiter erneut und schickte Lode und Maschler für Bebernitz und den glücklosen P. Sulkowski, der von einem Gegenspieler vollkommen zu Unrecht mit Sascha Mölders verglichen wurde, auf den Platz. Kurz darauf schwächte sich der Gast mit einer Gelb-Roten Karte selbst, sodass der gelb-blaue Sturmlauf in der Schlussviertelstunde weiterging. Durch viele falsche Entscheidungen im letzten Drittel, zu schwache Abschlüsse oder einige gute Paraden von Schmidt verpasste man lange den siebten Treffer. Zum Schluss hatte man noch mehr Pech, als sich Maschler verletzte und man zu zehnt zu Ende spielen musste. Erst in der Nachspielzeit war man nach einer schönen Kombination erfolgreich. L. Holst zeigte seinen inneren Brasilianer und spielte einen hohen Ball mit der Schulter zu Hampusch, der direkt verlängerte. Zuletzt tauchte Joker Lode vor dem Tor auf, benutzte seine Pike als Billard-Queue und schnippelte so die Kugel damit wie auch immer am Keeper vorbei ins Netz. Große Freude herrschte im Team über seinen Premierentreffer und die Kiste, die damit einhergeht. Pätsch war anscheinend ein Freund von langen Spielen und hatte trotz des eindeutigen Ergebnisses fünf Minuten zusätzlich verhängt. Diese endeten kurz danach, als Dombrowski unmittelbar nach Anstoß einen langen Ball von Schmidt blockte, der danach eigentlich Lode klar foulte und einen Elfmeter verursacht hätte, wäre nicht irgendwo in dieser Situation das Spiel für den Unparteiischen beendet gewesen. Mit seinem letzten von vielen wirren Pfiffen und Nichtpfiffen beendete er so das Spiel. Durch die Niederlage des Mecklenburger SV im Parallelspiel gegen Gostorf rutscht der NSV damit wieder auf Platz zwei der Tabelle und hat nun zwei Punkte Vorsprung auf das Trio aus Mecklenburg, Bad Kleinen und Gostorf. Boltenhagen lauert mit drei Zählern weniger dahinter, Burgseeverein Schwerin hat sich nach nur einem Punkt gegen die Kellerkinder aus Sievershagen und Parum/Dümmer aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet, in dem Schlagsdorf/Mustin mit 13 Punkten Vorsprung an der Spitze einsam seine Kreise zieht, was den Kampf um den verbliebenen Aufstiegsplatz umso heißer werden lässt. In diesem geht es für Neumühle bald richtig zur Sache. Nach einer Reise auf den legendären Platz in Dargetzow, der aussieht wie ein Parkplatz, aber ein zugelassenes Spielfeld ist, geht es gegen drei direkte Konkurrenten nacheinander. Hierfür wird es vor allem eine deutlich bessere Effizienz benötigen als in diesem Spiel, auch wenn der Gegner trotz Frühstart letztlich chancenlos war und nur sehr wenig auf den Platz brachte. Die Schweriner zeigten sich auch aufgrund der Überzahl fußballerisch verbessert, hätten aber eigentlich eine zweistellige Anzahl an Toren erzielen müssen, was auch Baruschke ärgerte. Dennoch unterstreicht man mit diesem Kantersieg seine Ambitionen, gerade wenn man das Ergebnis mit dem mauen 1:1 aus dem Hinspiel vergleicht. Insgesamt steht man nach vier Spielen der Rückrunde nun bei sieben Punkten, in der Hinrunde hatte man damals nur zwei Punkte gesammelt und belegte den vorletzten Platz. Durch das Unentschieden begann damals eine Serie von zehn ungeschlagenen Spielen in Folge. Der Erfolg ist nun hoffentlich erneut Startpunkt einer weiteren Reihe erfolgreicher Ergebnisse. Neumühle spielte mit: Burghardt – Hahn, T. Sulkowski (72. B. Schröder), C. Schröder (C), L. Holst – Zengel, Schöwe – Salchow (72. Hampusch), Dombrowski, Bebernitz (75. Lode) – P. Sulkowski (75. Maschler) Ebenfalls im Kader: Pohl (na ja, so halbwegs zumindest)
von Heiko Schröder 9. April 2026
Coach Baruschke konnte nach dem Rückrundenstart zufrieden sein. Mit vier Punkten aus zwei Spielen begann die zweite Halbserie für sein Team deutlich erfolgreicher als die erste, und durch die Niederlage des Konkurrenten Mecklenburger SV gegen SC Ostseebad Boltenhagen stand man wieder auf dem Vizemeisterplatz. Gegen erstgenannte trat man heute im Topspiel des Spieltages an. Zum dritten Mal in Folge war ein Großteil des Kaders unverändert, sodass nur Schlussmann Rusch (heute ohne Basecap) wieder zwischen die Pfosten rückte und R. Holst nach abgesessener Sperre auf Rechtsaußen startete. Ansonsten blieben die Startaufstellung und die Abläufe gleich, weswegen die Taktikansprache in den zwei Gästekabinen in Rekordzeit abgehalten wurde, bevor er seine Mannen in das eklige Mecklenburger Regenwetter rausschickte. Wie in den beiden Spielen zuvor war auch an diesem Spieltag ein Teil der Gedanken noch im Hinspiel, als man trotz eines überlegenen Auftritts und einer Führung mit 2:3 auf der heimischen Ranch verlor. Durch einen Sieg wollte man sich im engen Aufstiegsrennen der Kreisliga SN-NWM gegenüber den anderen Teams absetzen. Dafür wollte man erneut etwas mutiger ins Pressing gehen und den Gegner zu Fehlern zwingen, wie es in der Woche zuvor gegen das Schlusslicht aus Parum/Dümmer gut geklappt hatte. Bei ungemütlichen Bedingungen pfiff der Unparteiische Michael Gniffke vor 58 gespannten Zuschauern die Partie an. Und es ging früh so los, wie es Baruschke bestimmt erträumt hatte. Durch einen guten Pressingmoment eroberte der NSV in der siebten Minute den Ball tief in der gegnerischen Hälfte. Jungstar Dombrowski übersah zwar den vollkommen freien Stürmer Zengel, hatte aber anschließend eine Menge Dusel, als Heimkeeper Krüger seinen eigentlich ungefährlichen Abschluss aus 20 Metern unter sich durchrutschen ließ, als wäre das Spielgerät mit Butter eingeschmiert. Die frühe Führung führte unmittelbar zu einer taktischen Umstellung bei den Gastgebern, die vorher noch versucht hatten, das Spiel flach aufzubauen. Nun verlagerte man sich auf lange Bälle, die die physisch starken Stürmer verlängern oder festmachen sollten. Doch direkt nach Wiederanpfiff gab es die Chance aufs 0:2, als mehrere Abschlüsse der Gäste gerade noch von Krüger und seinen Abwehrleuten geblockt werden konnten. R. Holst forderte sogar Elfmeter, erhielt diesen jedoch nicht. Nichtsdestotrotz dominierten die Schweriner die Anfangsviertelstunde. Umso überraschender fiel dann der Ausgleich in der 17. Minute, nachdem Abräumer Hahn den Ball im Mittelfeld verloren hatte. Abwehrspieler T. Sulkowski wollte die Kugel am eigenen Sechzehner wegdreschen, traf aber nur die Vaterplauze von Hahn, der damit perfekt für den vollkommen freien Blum ablegte. Dieser sagte artig „danke“ und schob aus heiterem Himmel zum 1:1 ein. Neumühle schüttelte sich kurz und übernahm danach wieder die Kontrolle über das Spiel, auch wenn man nicht jeden Flugball von Dorf Mecklenburg perfekt verteidigte. Nur im Aufbau fand man nicht immer die perfekte Lösung und war mehr auf gelungene Einzelaktionen angewiesen. Nach einer solchen traf Zauberer Dombrowski aus ähnlicher Position wie beim Führungstreffer nur den Innenpfosten, nach einem Rückpass vom Fünfmeterraum verfehlte ein Angreifer das halbleere Tor aus wenigen Metern, weil beim Abschluss die Überzeugung fehlte. Und so brauchte man etwas Unterstützung des Schiedsrichters, der den Angereisten einen strittigen Elfmeter vier Minuten vor der Halbzeit zusprach. Beim angeblichen Foul knallte es zwar so laut, dass es bis nach Wismar zu hören war, dennoch hatte der Verteidiger in hoher Intensität eigentlich zuerst klar den Ball gespielt und danach Dombrowskis Fußgelenk um 180 Grad umgebogen. Kapitän Schrotti war es egal, und auch die (regelwidrigen?) Ablenkungsversuche von Krüger auf der Linie ließen ihn kälter als das vorherrschende Regenwetter. Abgezockt schob er die Kugel von sich aus gesehen unten rechts über die Linie und verlud Krüger damit wie einen Kasten Bier in sein Auto. Nun wollte man diesen zweiten Vorsprung, den man so herbeigesehnt hatte, das kurze Stück in die Halbzeit bringen, scheiterte aber kläglich daran. Nur 120 Sekunden später drosch Matzkeit einen halbgar geklärten Freistoß aus 18 Metern aufs Tor, Rusch sah im Gewusel vor sich nichts, und Allstar Schöwe fälschte zum Schluss noch unhaltbar ins linke Eck ab. Große Freude herrschte bei den Gastgebern, ebenso groß fiel der Ärger der Schweriner aus. Mit diesem unnötigen 2:2 ging es in die Halbzeit. Die ersten 45 Minuten waren dabei geprägt von vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten. Baruschke forderte in der Kabine schnelleres Umschalten von seinen Spielern, um die unsichere Defensive des Gegners besser auszunutzen. Der zweite Durchgang begann da, wo man davor aufgehört hatte. Viel Stückwerk auf beiden Seiten, man passte sich dem trägen, schwerfälligen Wetter wie schon in der ersten Halbzeit an und brachte nur wenig Ansehnliches aufs Feld. In der 54. Minute wechselte Baruschke erstmals und brachte Koffein-Kevin Salchow für den angeschlagenen Hahn, Zengel rückte aus der Sturmspitze auf die Sechs. Diese Umstellung sollte sich gleich bezahlt machen. Einen Freistoß von Schröder legte Dampfwalze Bebernitz per Kopf auf Zengel ab, der sträflich frei war und in Minute 57 überlegt per Kopf die dritte Führung erzielte. Diese sollte nun endlich ausreichen, um mit Punkten wieder nach Hause zu fahren. Weiterhin investierte man mehr in der Offensive, scheiterte aber an der eigenen Effizienz. So verlängerte beispielsweise Dombrowski eine Flanke von Salchow per Schlangenhals-Kopfball knapp am langen Pfosten vorbei. Dorf Mecklenburg kam langsam, aber stetig zurück ins Spiel, haute sich leidenschaftlich in alle Zweikämpfe und konnte durch einen Sonntagsschuss am Samstag erneut ausgleichen. Ein schlecht bereinigter Ball landete bei Kosel, der aus dem Stand und großer Entfernung die Kugel sensationell über Rusch hinweg unter die Latte zum 3:3 beförderte. Erneut hatte das Heimteam mehr oder weniger aus dem Nichts den Ausgleich erzielt. Hahn prophezeite auf der Bank neben Magnesiummapfer L. Holst schon den weiteren Ausgang des Spiels, der in der 79. Minute wahr werden sollte. Erneut klärte man eine Situation unnötig schlecht, erneut trafen die Gäste per Traumtor und gingen durch Doppelpacker Matzkeit erstmals selbst in Front. Kurz zuvor musste Baruschke zweimal wechseln und den gelb-rot gefährdeten R. Holst sowie den angeschlagenen Dombrowski durch Nittke und Pohl ersetzen. In der Schlussviertelstunde rannte man nun an und versuchte, wenigstens noch das Unentschieden und damit auch Platz zwei zu retten. Nach einer gelb-roten Karte gegen Flügelflitzer Hoffmann wurde diese Aufgabe nur umso schwerer, jedoch stürmte und drängte man wie ein junger Goethe auf das 4:4. Doch nach wie vor hatte man Schwierigkeiten, echte Chancen herauszuspielen. Plötzlich ergab sich für den mittlerweile wieder ins Sturmzentrum gewechselten P. Sulkowski (also offiziell wieder Stürmer-Sulkowski?) die Gelegenheit auf den sehr späten Ausgleich. Pohl schickte Koffein-Kevin steil, dessen Querpass landete bei besagtem Angreifer, der aus zwei Metern jedoch an Krüger scheiterte, der mit seiner starken Parade jenen Fehler vom Anfang des Spiels wettmachte und seinen Farben den Sieg rettete. Kurz vor Schluss gab es noch einen kurzen Schreckmoment, als Torschütze Matzkeit schwer gezeichnet nach einer Abwehraktion den Platz verlassen musste. Hoffentlich war alles nicht ganz so schlimm, wie es kurz aussah. Den Rest der Spielzeit verteidigte der Mecklenburger SV weiterhin leidenschaftlich und vergab in der letzten Aktion nach einem Konter aufs leere Tor die Entscheidung, denn Rusch konnte auch ohne Basecap spektakulär retten und verhinderte das fünfte Gegentor sogar mit seinem Rücken durch eine rückwärts gesprungene blinde Parade. Direkt danach war Schluss, Gniffke beendete das Topspiel. Somit stand man wie in der Hinrunde bei einer knappen Niederlage und musste sich erneut fragen, wie man dieses Spiel verlieren konnte. Erstaunlich ähnlich wie am dritten Spieltag schoss man das erste Tor und war eigentlich feldüberlegen, nur um am Ende trotz dreier (!) Führungen als Verlierer vom Platz zu gehen. Gerade in der ersten Halbzeit vergab man zu viele gute Chancen, während der Gastgeber effizient war und hingebungsvoll verteidigte, um sich den glücklichen Sieg zu sichern. Damit tauschen beide Teams in der Tabelle die Plätze: Dorf Mecklenburg klettert auf Aufstiegsplatz zwei, während der Neumühler SV von nun an von Platz drei aus in der Jägerrolle ist. Vielleicht wendet sich das Blatt im Aufstiegsrennen erneut am 15. Spieltag, wenn der NSV auf seiner Ranch den Groß Salitzer SC empfängt, der überraschend auf seinem schmalen Geläuf die Boltenhagener Mannschaft schlug. Der Mecklenburger SV reist zum nächsten Spitzenspiel zum Gostorfer SV. NSV spielte mit: Rusch – P. Sulkowski, T. Sulkowski, C. Schröder (C), Bebernitz – Hahn (54. Salchow), Schöwe – R. Holst (75. Nittke), Dombrowski (75. Pohl), Hoffmann – Zengel Ebenfalls im Kader: L. Holst, B. Schröder
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