Burgsee wird zum Spielverderber – NSV kassiert Ausgleich kurz vor Schluss

1. Juni 2026

Burgsee wird zum Spielverderber – NSV kassiert Ausgleich kurz vor Schluss

Durch den Sieg im direkten Duell mit dem Gostorfer SV hatten sich die Schweriner in eine komfortable Ausgangslage gebracht. Mit einem Derbysieg gegen Burgsee Verein Schwerin und einem zeitgleichen Punkteverlust des Konkurrenten gegen Bad Kleinen konnte man den Aufstieg am 19. Spieltag festmachen und der SG Schlagsdorf/Mustin in die Kreisoberliga folgen. Der Stadtrivale zeigte sich bisher in der Rückrunde wechselhaft: Neben einer Niederlage und einem Unentschieden gegen die Kellerkinder Sievershagen und Parum/Dümmer standen auch drei Siege mit jeweils ööölf Toren in der Rückrundenstatistik sowie zwei weitere Kantersiege. Vor allem Kapitän Greschner war zuletzt zur Höchstform aufgelaufen und hatte zehn Tore in den letzten vier Partien erzielt. Man war also gewarnt vor der blutjungen Truppe, bei der sich so mancher Spieler im besten Fußballeralter auf Seiten von Neumühle auf einmal doch wie ein Rentner vorkam. In der Hinrunde hatte es ein knappes 3:2 für die Rancher gegeben, bei dem die Gegner vom Dreesch ihr fußballerisches Potenzial aber mehr als andeuteten und zu viele Chancen vergaben.

Für diese Begegnung hatte Coach Baruschke wieder einen großen Kader zur Verfügung. Die zuletzt fehlenden R. Holst, Käpt’n Schrotti und T. Sulkowski kehrten zurück in die Startelf, in der Wende fehlte. Dies löste einen wahren Dominoeffekt aus: Für ihn rückte HdBA-Kumpel Leipold in die Spitze, Dombrowski wieder auf die Zehn, Zengel ins Mittelfeld und B. Schröder sowie Koffein-Kevin wieder auf die Bank. Letztgenannter hatte bereits vor dem Spiel seinem Namen alle Ehren gemacht, mehrere Energy-Dosen sowie eine Packung Snooze verspeist und befand sich diesbezüglich in Höchstform.

Die Vorbereitung wurde jedoch durch einen aufkommenden Schauer gestört, der den Spielern die Gänsehaut auf den Körper trieb. Nachdem sich Physio Lauri bereits in Gostorf als Mutter Theresa gezeigt hatte, schwang sich Hahn als moderner St. Martin auf. Er teilte nicht nur seinen Unterzieher mit dem bibbernden Leipold, sondern überließ ihm die Thermokleidung für das Spiel sogar komplett und wurde damit zum Sinnbild für Nächstenliebe. Als man nun die Ranch zum Auflaufen betrat, hatte Gott persönlich als Reaktion auf diese selbstlose Geste die Regenwolken weggeschoben und die Sonne schien wieder vom Himmel.


Doch der göttliche Beistand sollte schnell verschwinden, nachdem Olaf Grundmann das Spiel eröffnet hatte. Allstar Schöwe musste in der 23. Minute angeschlagen ausgewechselt werden, die Wade der Nation hatte wieder zugeschlagen wie einst bei Michael Ballack vor dem Sommermärchen 2006. Koffein-Kevin kam für ihn und rückte auf Außen, Flügelflitzer Hoffi spielte ab sofort auf der Zehn und Zauberer Dombrowski im defensiven Mittelfeld.

Ansonsten war die erste halbe Stunde relativ langweilig. Der NSV hielt alles dicht wie ein Keuschheitsgürtel, war aber vorne in den entscheidenden Bällen zu ungenau. Schlussmann Zeisler zeigte sich ebenfalls früh auf der Höhe und parierte stark gegen Dombrowskis Distanzschuss und den Abstauber von Hoffmann, der ohnehin im Abseits stand. Die beste Chance vergab Rechtsverteidiger Hahn, der nach Balleroberung am gegnerischen Strafraum das Leder nur ans Lattenkreuz drosch, die Kugel hüpfte zuvor aber auch durch den unebenen Untergrund. Auf der anderen Seite reagierte Tentakelmann Rusch glänzend und verhinderte nach einem Freistoß und anschließendem Kopfball stark per Knieparade den Rückstand.

Also bediente sich auch Neumühle eines Standards, um die Führung zu erzielen. Einen Freistoß an der Mittellinie legte Sulkowski quer auf C. Schröder, der punktgenau auf die Omme von Zengel flankte. Dieser übersprang Gegenspieler und Torwart, um den Ball im hohen Bogen über die Linie zu verlängern. Das erste Tor dieses Derbys ging in Summe in Ordnung. Burgsee zeigte erneut sein großes fußballerisches Können, zerschellte in letzter Instanz aber immer wieder an der äußerst stabilen Defensive um Dampfwalze Bebernitz.

Durch den Vorsprung beflügelt gingen die Gastgeber weiter auf den zweiten Treffer. R. Holst erlief einen langen Ball und spitzelte ihn an Zeisler vorbei, wurde jedoch fälschlicherweise aufgrund eines angeblich gestreckten Beines zurückgepfiffen. Somit ging es mit einem knappen, aber verdienten 1:0 in die Halbzeit. Baruschke wirkte nicht unzufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft und wollte sich um das Ergebnis aus Gostorf bemühen, da dort das Spiel eine Stunde früher begonnen hatte.


Die zweite Hälfte sollte in ihrer Gesamtheit die erste eins zu eins widerspiegeln. Der NSV zeigte sich in der Verteidigung brutal stabil und ließ nichts zu, vorne kam man jedoch kaum zu gefährlichen Abschlüssen. Die beste Gelegenheit vergab Hoffmann, der nach gutem Mannschaftspressing freistehend im Sechzehner schießen konnte, aber an einer klasse Parade von Zeisler scheiterte. Auch Salchow hatte später eine aussichtsreiche Position, sein Schuss wurde aber gerade noch geblockt.

Zwischendurch verkündete der Trainer die Nachricht, auf die man gewartet hatte: Bad Kleinen hatte Schützenhilfe gegeben und Gostorf mit 3:1 geschlagen, weshalb man mit dem knappen Sieg nicht mehr von Platz zwei zu verdrängen wäre. Das Wissen um den nahenden Aufstieg schien die Spieler irgendwie zu lähmen, nach wie vor ging im Angriff wenig.

So verliefen ruhige 45 Minuten gemächlich dem Ende entgegen, in denen Burgsee noch eine rote Karte kassierte. Ein Abwehrspieler, der dem Neumühler Altherrenspieler Thomas Waack erstaunlich ähnlich sah, agierte im Zweikampf mit Leipold jedoch gar nicht so klug wie der altgediegene Veteran der Gastgeber. Gegen den frei durchstartenden Stürmer kam er im Zweikampf zu spät und holte ihn von den Beinen, weshalb er in der 71. Minute zurecht des Feldes verwiesen wurde. Er selbst monierte jedoch ein Stürmerfoul und schimpfte am Spielfeldrand wie ein Rohrspatz.

In der 79. Minute brachte Baruschke mit L. Holst und Kampfschwein Lode frische Beine für Bebernitz und R. Holst, acht Minuten später kamen ebenfalls der Schweriner Jack Sparrow, Felix Sperling, und Nittke in die Partie. Der Gast witterte in dieser Phase auf einmal Morgenluft und investierte mehr in einen potenziellen Ausgleich, während Neumühle schon länger das Ergebnis eher zu halten und zu verwalten schien.

Die Überzahl machte sich jedenfalls nicht bemerkbar auf dem Platz. Angeführt von Kapitän Greschner drängte Burgsee auf einmal in Richtung Heimtor. Erst köpfte man nach einer Ecke und fehlerhaftem Ausflug von Rusch nur knapp am Tor vorbei, dann ging es ganz schnell: Degner war auf einmal frei durch und nutzte den ersten Torschuss seines Teams in Hälfte zwei zum schmeichelhaften Ausgleich zwischen die Pfosten.

Die Gastgeber reagierten auf diesen Schock mit wütenden Angriffen in der Hoffnung, den Aufstieg doch noch durch einen Derbysieg auf der Ranch festzumachen. Erst scheiterte jedoch Zengel mit seinem Kopfball an der Latte, dann endete ein unübersichtliches Hau- und Stechgelage im Strafraum mit einer erneuten Parade von Zeisler und anschließend mit einem Stürmerfoul. Kurz darauf beendete Grundmann die Partie.


Somit herrscht beim NSV die enttäuschende Gewissheit, auf den offiziellen Aufstieg trotz bester Voraussetzungen noch warten zu müssen. Trotz Feldüberlegenheit, des Gostorfer Patzers und der roten Karte reichte es am Ende nicht für den Derbysieg. In einer größtenteils einseitigen Begegnung ging man durch den späten Ausgleich doch nicht als Sieger vom Platz und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, trotz zwanzigminütiger Überzahl keine frühzeitige Entscheidung im Derby herbeigeführt zu haben.

Immerhin hat man den Vorsprung auf den Dritten damit auf sechs Punkte ausgebaut und kann nur noch rechnerisch den zweiten Platz verlieren. Bei einer um 23 Treffer besseren Tordifferenz braucht es aus den letzten beiden Spielen gegen Sievershagen und Brüel II aus dem Tabellenkeller nur noch einen Punkt, um den direkten Wiederaufstieg dingfest zu machen.

Trotzdem herrschte eher Katerstimmung beim Neumühler SV ob des hergeschenkten Sieges, den man sich vor allem durch eine überzeugende Defensivleistung auch verdient hätte. Nach einem spielfreien Pfingstwochenende geht es dann am vorletzten Spieltag nach Sievershagen, um gegen den abstiegsbedrohten SV alles klarzumachen.


NSV spielte mit:

Rusch – Hahn (87. Sperling), T. Sulkowski, C. Schröder (C), Bebernitz (79. L. Holst) – Zengel, Schöwe (23. Salchow) – R. Holst (79. Lode), Dombrowski, Hoffmann (87. Nittke) – Leipold

Ebenfalls im Kader:

Burghardt, B. Schröder

Weitere News

9. Oktober 2026
Nachdem bisher so erfolgreichen Saisonstart in die Kreisoberliga SN-NWM musste der Neumühler SV am fünften Spieltag den ersten Dämpfer hinnehmen: In einem schwachen Spiel verlor man kurz vor Schluss gegen den bis dahin sieglosen Gegner aus Klütz und ließ dabei vor allem die offensive Durchschlagskraft komplett vermissen, sodass am sechsten Spieltag eine deutliche Leistungssteigerung gefordert war. Der Kontrahent hätte mit der SG Schlagsdorf/Mustin kaum ein schwerer sein können. Als Mitaufsteiger und Meister der vorangegangenen Kreisliga-Saison mit nur einem nicht gewonnenen Spiel und zwölf Punkten aus fünf Spielen war der Feind eindrucksvoll gestartet und hatte dabei auch etablierte Teams wie Brüel geschlagen. Das Momentum lag somit eher beim Gast, der an die Ranch aber keine guten Erinnerungen hatte. Das einzige Unentschieden der vorherigen Saison musste dieser in Neumühle hinnehmen, als dem Hexer Rusch ihm sein Cappi zu Matchwinner wurde. Auch Coach Baruschke hatte sich einiges vorgenommen und wollte die Rakete starten lassen. Während seiner umfangreichen und eindrucksvollen Taktikansprache hingen sogar die Eltern der C-Jugend an seinen Lippen, die im Vereinsheim eigentlich nur Hot Dogs verkaufen wollten. Im Alten Rom wäre er wohl Redner geworden und hätte Cicero Konkurrenz gemacht. Rusch kehrte nach zwei Spielen Abwesenheit ins Tor zurück und auch in der restlichen Startaufstellung gab es einige Änderungen. T. Sulkowski war das erste Mal in der Saison am Start und musste in der Abwehr nach dem Rechten sehen, daneben rückte Student Zengel wieder in die Innenverteidigung. Handwerker Ich-und-mein-Holst feierte ebenfalls sein Debüt in der ersten Elf auf Rechtsaußen, wofür Hoffmann wieder zentral spielte. Vorne begann erneut Entelmann, der sich im Sturmzentrum festzuspielen scheint. Auch an diesem Tag war die Ranch gut besucht, sage und schreibe 9.033 Zuschauer sollen es laut fußball.de gewesen sein. Egal, wie viele es wirklich waren, alle Heimfans sollten nicht enttäuscht werden. Schon früh gab es das erste Highlight in der Partie. Nach einem langen Ball über rechts segelte der Ball von außen in die Mitte. Der bemitleidenswerte Zech fälschte die Kugel laut Bratwurst-Bube Hampusch mit dem Allerwertesten ins eigene Tor ab, sodass der vermeintliche Underdog früh in Führung ging. In Minute Neun erhöhte Entelmann auf 2:0, als er nach Vorlage von Hoffmann den gegnerischen Torwart Sakrzewski überlupfte. Der NSV zeigte wie schon in den vorherigen Heimspielen eine sensationelle Effizienz und hatte den Gegner gut im Griff, der bedient war wie ein Stammkunde in Bierzelt. Nach 25 Minuten stellte Dampfwalze Bebernitz auf 3:0, als er die Kugel in den rechten Knick legte. Zuvor hatte er durch gutes Nachsetzen den Ball erobert. Der Boller-Wagen legte kurz darauf nach, als bei ihm der Zug mal wieder keine Bremse hatte und er das Spielgerät ins Netz drosch. Danach gab es plötzlich einen Schreckmoment, als Entelmann sich das Knie verdrehte und mit Schmerzen bis zur Halbzeit durchspielen musste. Er und Boller vergaben weitere Chancen auf das fünfte Tor. Nach einer schnell ausgeführten Ecke und Flanke von Hoffmann knipste der angeschlagene Entelmann erneut, als er am langen Pfosten sein 99 Stellungsspiel bewies und einschob. Wenig später nach dem 5:0 war dann auch Halbzeit, Schiedsrichter Hintze gewährte beiden Teams eine Verschnaufspause von diesem wilden Ritt. Der Neumühler Angriff wirkte völlig losgelöst, während man sich hinten auf Rusch verlassen konnte. Der Schlussmann bewies erneut, dass er eine einmalige Kreuzung aus Adler und Oktopus darstellt, die seinen Kasten mit starken Paraden sauberhielt. Damit beantwortete er auch die Frage der Mountain Crew, wie viele Hände der Oktopus habe. An diesem Tag reichten zwei Stück aus, um die Schlagsdorfer zur Verzweiflung zu bringen. Baruschke brachte in der Unterbrechung Koffein-Kevin für den kaputten Entelmann, der mit einem Doppelpack seinen Job mehr als erfüllt hatte. Auch der Gast wechselte, um noch irgendwas Positives aus dem Spiel mitzunehmen. Die Begegnung war zwar schon vorentschieden, trotzdem machten beide Teams weiter und drängten auf Tore. Nach 54 Minuten schlängelte sich Hoffmann durch die Schlagsdorfer Abwehr und legte den Ball zielgenau neben den Pfosten zum 6:0, womit auch die letzten Zweifler beruhigt wurden. Zengel trug sich fünf Zeigerumdrehungen später ebenfalls in die Torschützenliste ein, als er nach Ecke den Ball über die Linie brachte. Dass er dabei wie sonst bei den Frauen drei Anläufe brauchte, zeigte die Zielstrebigkeit und Willenskraft des NSV, der den Sieg danach entspannt nach Hause bringen konnte. Der Rest der Partie plätscherte dahin wie Bier aus dem Zapfhahn, zum Schluss wurde es aber nochmal wunderschön. Nachdem Ausbilder Schröder und L. Holst für Schöwe und Bebernitz eingewechselt wurden, hatte Kapitän Schrotti mal wieder das letzte Wort. Erneut fiel er wie ein Aasgeier über die ausgelaugten und toten Reste des Gegners her. Aus großer Distanz flog sein Sonntagsschuss am Samstag in einer perfekten Bogenlampe über den verdutzten Torwart hinweg in die Maschen. Mal wieder ein Traumtor des Spielführers, der sein bereits viertes Saisontor erzielte. Im Anschluss an diesen Schlussknall fiel kein weiteres Tor mehr, sodass Hintze schließlich beim Stand von 8:0 das Spiel beendete. Neumühle feierte das nächste irrwitzige Spektakel auf der heimischen Ranch und steht nach drei Heimspielen nun bei unvorstellbaren 27 Toren. Damit überholt man die SG Schlagsdorf/Mustin und steht auf Platz Vier der Tabelle, in der man mit 31 Buden die meisten der gesamten Liga erzielt hat. Mehrere Spieler zeigten sich bereits äußerst treffsicher, ganz oben in der internen Torjägerliste steht aktuell Entelmann mit sechs Treffern, sehr zum Ärger von Kumpel Boller, der einmal weniger erfolgreich war. Nach sechs Spieltagen hat man bereits gegen vier der fünf anderen Mannschaften aus der Spitzengruppe gespielt und drei davon besiegt, nur gegen derzeitigen Tabellenführer aus Selmsdorf musste man sich hier geschlagen geben. So haben die Schweriner nicht nur Oben gute Laune, sondern auch die perfekte Ausgangsbasis für das folgende Derby gegen Dynamo Schwerin II, was ein stimmungsvolles Aufeinandertreffen verspricht. Gut gelaunt ging es für die Spieler dann zum Schweriner Oktoberfest, selten war die Ranch nach einem Heimsieg so schnell so leer wie an diesem Tag. NSV spielte mit: Rusch - T. Sulkowski, Zengel, C. Schrott (C), Bebernitz (77. L. Holst) - Schöwe (68. Schröder) - R. Holst, Hoffmann, Dombrowski, Boller - Entelmann (46. Salchow)
24. September 2026
Aufsteiger gegen Absteiger. Ein solches, meist nur schwer einschätzbares Duell stand dem Neumühler SV am vierten Spieltag der Kreisoberliga SN-NWM bevor. Der Gast vom VFL Blau-Weiß Neukloster hatte bisher nur zwei Spiele absolviert und drei Punkte geholt. Nun rückte er mit voller Kapelle an und betrachtete leicht kritisch den Rasen der sagenumwobenen Ranch. Von Anfang an war bereits klar, dass es kein alltägliches Spiel werden sollte. Der Kreisfußballverband hatte im Vorherein angekündigt, das Spiel live auf YouTube zu übertragen und auch Linienrichter angesetzt. Alle Zuschauer, egal ob live oder im Netz, sollten ihre Entscheidung nicht bereuen, ihren Samstagnachmittag als Zuschauer dieses Spiels zu verbringen. Aber dazu später mehr. Wie schon im ersten Heimspiel und in der Vorwoche im Pokal fehlte Coach Baruschke und agierte erneut als Marionettenspieler, der seinen Coaching-Staff und sein Team aus der Ferne lenkt. Dafür stand heute ein recht kleiner Kader zur Verfügung, der durch Altherren-Spieler Bruhn verstärkt wurde. Dieser hatte am Vortag noch 70 Minuten für die Veteranen gespielt und sogar ein Tor zum 2:1-Sieg seiner Oldies beigetragen. Im Tor fehlte Hexer Rusch, sodass Ausbilder Schröder zwischen die Pfosten rückte. Auch davor gab es einige Änderungen in der Startelf: Haudegen Hahn rutschte nach zweiwöchiger Abwesenheit direkt hinten rein wie ein Handwerker nach Montage bei seiner Liebsten. Zur Spielvorbereitung hatte er am Vormittag den Intersport geplündert und sich dort zum Kunden des Monats aufgeschwungen, nun stand er mit nagelneuer Montur wieder in der Viererkette. Im Mittelfeld kehrte Abräumer Schöwe trotz nicht ganz auskurierter Verletzung zurück, um Zengel und Dombrowski das Wesen einer Holding Six zu präsentieren, nachdem sich beide erfolglos daran versucht hatten. Dampfwalze und Mannschaftskassen-BFF Bebernitz spielte dieses Mal zentral, um auf Außen Platz für Hoffmann zu machen, der mit dem Boller-Wagen die Flügelzange bildete. Vorne durfte sich Entelmann endlich auf seiner Wunschposition ausprobieren. Auch der Fansupport an diesem Tag war außergewöhnlich, 90 Zuschauer hatten sich auf der Ranch versammelt, um diesem denkwürdigen Spiel beizuwohnen. Tobias Blank hatte die Ehre, es als Schiedsrichter leiten zu dürfen und pfiff pünktlich an. Sofort wurde im Spiel ersichtlich, wie die Teams an das Spiel herangehen wollten. Neukloster stürmte ab Minute Eins in einem aggressiven Pressing nach vorne, während sich Neumühle auf konzentrierte Defensivarbeit und schnelles Umschalten fokussieren wollte. Die ersten zehn Minuten blieb es vor den Toren noch recht verhalten. Einmal klärte Hahn in höchster Not vor dem einschussbereiten Linksaußen, auf der anderen Seite schoss Bebernitz knapp links vorbei. Aus dem Spiel gelang beiden Mannschaften noch nicht wirklich etwas, sodass ein Standard herhalten musste. Diesen chippte Boller auf Kopfballmonster Zengel, der im Sechzehner querlegte. VFL-Schlussmann Spill irrte auf der Suche nach Pilzen etwas planlos durch seinen Strafraum, sodass die Kugel über ihn hinweg zum blanken Entelmann flog, der nur noch einzuschieben brauchte. In einer ausgeglichenen Anfangsphase ging man somit früh in Führung, doch der Gast antwortete schnell. Nur drei Minuten später flog ein langer Ball zu Schlussmann Schröder. Anstatt ihn anzunehmen, wollte er seinen Kollegen seine angeblich noch vorhandenen Fußabllfähigkeiten zeigen und einen lässigen Chipball ins Mittelfeld spielen. Dieser wurde aber abgefangen und Krohn zog aus großer Distanz ab. Seinen platzierten Flachschuss konnte der Neumühler Aushilfskeeper trotz verzweifeltem, seitlich gehechteten Bauchklatscher a la Grap nicht mehr parieren und schon stand es 1:1 in einem Spiel, das langsam Fahrt aufnahm. Die Kontrahenten blieben ihrer Herangehensweise treu. Neukloster zeigte sich im Pressing irgendwo zwischen angriffslustig übergriffig, als Highlight sprang ein Spieler dem armen Bebernitz huckepack auf den Rücken. Blank fühlte sich anscheinend in nostalgische Kindertage zurückversetzt und pfiff nicht ab. Auch Zauberer Dombrowski steckte viele unfreiwillige Umarmungen und Triktottests ein, während Hahn deftig auf die Knochen bekam. Vermutlich waren seine Gegner neidisch auf seine neue Ausrüstung. Es gab nun viel Mittelfeldgeplänkel und wenig echte Highlights. Schröder parierte einen Freistoß in seinem Torwarteck, ein Gästespieler klärte für Tormann Spill, der einen langen Ball unterschätzt hatte und unter diesem durchlief wie ein trauriger Single zu Weihnachten unter einem Mistelzweig. Den nächsten echten Aufreger gab es in der 28. Minute, als Hoffmann eine scharf gedroschene Flanke von Boller aus kürzester Distanz über die Linie beförderte. Der Jubel ebbte schnell ab, als Blank von seinem Assistenten einen Hinweis bekam. Hoffmann hatte die Kugel wie einst Maradonna regelwidrig mit der Hand versenkt, nur bekam der vermeintliche Torschütze die gelbe Karte für sein Vergehen und (noch) keinen Legendenstatus. Sonst wiegte das Spielgeschehen gemächlich vor sich hin, bis es unmittelbar vor der Halbzeit nochmal spannend wurde: Zuerst bewies Boller erneut, wieso „Schärfe vor Genauigkeit“ sein Lebensmotto darstellt. Nach einem schönen Spielzug drehte er sich um seinen Gegner und knallte die Kugel in die Maschen. Seinem Viererpack aus der Vorwoche im Pokal ließ er damit sein viertes Tor in der Liga folgen. Doch wieder hatte der Gast die schnelle und in diesem Fall blitzartige Antwort parat. Handgestoppte acht Sekunden nach Wiederanpfiff lag die Kugel im Netz der Gastgeber. Dem Anstoß folgte ein langer Ball an den Strafraum, wo Schröder das Spielgerät mit dem Rücken zum Tor per Kopf in einer perfekten Bogenlampe an die Latte und dann hinter die Linie beförderte. Blank ging das alles ein bisschen zu schnell, zur Beruhigung der Gemüter verordnete er den Mannschaften erstmal 15 Minuten Verschnaufpause. In der Halbzeit zeigten sich Münchow und Schaar recht zufrieden mit dem bisherigen Spiel und prophezeiten einen Kräfteverschleiß beim Gegner ob dessen laufintensiven Spiels. Schaar zeigte sich sicher, dass man wenigstens ein Tor mehr schießen würde als die anderen. Er sollte in beiden Fällen Recht behalten. Der zweite Durchgang begann, wie er aufgehört hatte: Mit einer jubelnden Heimmannschaft. In der 49. Minute schoss Boller einen Freistoß bewusst schlecht, sodass Dombrowski den hüppelnden Ball noch vor der Grundlinie erwischen konnte. Seinen Lupfer vors Tor über Spill hinweg erwischte Entelmann per Kopf und er schob seinen Gegenspieler im Luftduell gleich mit in die Maschen. Erneut hatte sich der Mittelstürmer perfekt positioniert, sodass sein minimaler Hüpfer, unter den höchstens ein Löschblatt gepasst hätte, zum Torerfolg reichte. Fünf Minuten später schnürte der zentrale Stürmer sogar seinen Hattrick. Ein Befreiungsschlag von Schlussmann Schröder rutschte durch bis zum Angreifer, der erneut 99 Stellungsspiel bewies. Seinen Gegenspieler hielt er sich vom Leib wie eine lästige Fliege und schob dann lässig zum 4:2 ein. Danach wurde im beim Jubeln von Hahn dermaßen intensiv besprungen, dass seine Frau am Spielfeldrand grün vor Neid wurde, da er sie offenbar nicht mit der gleichen Leidenschaft beglückt wie seinen Teamkollegen. Jetzt ging es Schlag auf Schlag und auch der VFL mischt noch fleißig mit. Nach einem Ballverlust von Zengel folgte die Flanke von rechts, die der einlaufende Schröder gekonnt per Kopf verwertete, sein Namensvetter im Tor war jetzt chancenlos und so mancher fürchtete schon den großen Zusammenbruch beim Gastgeber. Doch an diesem Tag war alles anders. Die Trainer reagierten auf das erneute Gegentor mit der Hereinnahme von Bruhn für Bebernitz, ab sofort gab es eine Doppelsechs mit dem Rentnerduo Schöwe-Bruhn, vor dem Jungstar Dombrowski zaubern sollte. Der Joker fügte sich gleich gut ein und holte sich in seiner ersten Aktion Gelb für ein taktisches Foul ab, eine harte Entscheidung, wenn man sich Blanks bisherige recht lange Leine anschaute. Mit Bruhn wurde es nun deutlich ruhiger in der eigenen Hälfte, Neukloster schien ausgelaugt zu sein von ihrem hohen Aufwand in der ersten Hälfte. Dies brachte Räume für den NSV, die man gekonnt zu nutzen wusste. Zuerst fing Hoffmann einen Pass in der eigenen Hälfte ab und startete durch. Von Entelmann erhielt er den Ball zurück und überwand Spill in der 63. Minute zum 5:3. Sein in den letzten Spielen immer größer gewordener Knoten platzte damit endlich, die Erleichterung war ihm anzumerken. Und nur fünf Minuten danach gelang ihm sein nächstes Tor. Dombrowski setzte Spill in perfektem Einmann-Pressing unter Druck, wie es sonst nur Maschine Schulz konnte. Der unsauber gespielte Ball landete beim Flügelstürmer. Mit einer Finte schickte er den Schlussmann ins Kino und versenkte die Kugel anschließend zum 6:3. Die Partie kippte nun endgültig zugunsten der Schweriner und der erschöpfte Hahn verbrauchte den Großteil seiner nur noch geringen Kraft, um die Torschützen zum Jubeln zu empfangen. In dieser Phase klappte alles für die Landeshauptstädter, was sich beim nächsten Tor zeigte. Erneut setzte Dombrowski Spill unter Druck, der den Ball nicht früh genug wegbekam und ihn anschoss, sodass auf diese Weise nur einhundertzwanzig Sekunden nach dem letzten Gegentor das 7:3 fiel. Das Spiel war nun entschieden, sodass Pohl und Grap gefahrenlos eingewechselt werden konnten und Entelmann sowie Schöwe ersetzten. Grap hatte sich zuvor mittels Eckfahnenstretching aufgewärmt und lauerte auf seinen ersten Saisontreffer. Die Angereisten schwächten sich anschließend selber, als ein Spieler durch Ballwegschießen die gelb-rote Karte erhielt und frühzeitig duschen gehen musste. Einen kurzen Schock gab es später, als das meterhohe Kamerastativ umkippte und wiederaufgerichtet werden musste. Trotzdem hatten die Rancher noch nicht genug und wollten das Maximum herausholen. So ging es weiter mit Zengel, der nach einem seiner weltberühmten Offensivläufe wie einst Lucio auf 8:3 stellte. Danach war es Pohl, der wie auch bei den meisten Frauen zwei Anläufe brauchte, um erfolgreich zu sein. Elegant per Schienbeinroller erhöhte er in der 88. Minute auf 9:3. Den Schlusspunkt setzte dann Kapitän Schrotti mit dem Tor des Tages, das er sich bis zur Nachspielzeit aufhob. Aus großer Entfernung und halblinker Position kloppte er den Ball mit einer schönen Flugkurve in die lange Ecke, ähnlich wie beim letzten Heimspiel gegen Neuburg. Das 10:3 stellte den Vorsitzenden Schröder nun vor die Peinlichkeit, dass die digitale Anzeige nur einstellig ist und nicht mehr das korrekte Ergebnis anzeigen konnte. Blank half dem Neumühler Urgestein und beendete zügig danach die Partie, die ihren Platz in den Annalen einnehmen wird. Nach einer ausgeglichenen und chancenarmen Halbzeit drehten die Gastgeber in den zweiten 45 Minuten kräftig auf und sorgten für die meisten erzielten Tore in einem Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte. Endlich zeigte man wieder die Effizienz, die in den vergangenen Spielen gefehlt und sich gegen Selmsdorf gerächt hatte. Durch Saisonsieg Nummer Drei hüpft man in der Tabelle auf eben jenen Tabellenplatz. Getoppt wird man nur von Selmsdorf (10 Punkte) und den schadlosen Roggendorfern. Zusammen mit dem anderen Aufsteiger von der SG Schlagsdorf/Mustin (Platz 4) mischt man weiter fleißig die Liga auf, Holthusen komplettiert das Trio mit neun Punkten. Der NSV stellt mit phamosen 22 Saisontoren den besten Angriff der Liga und hat mehr Tore erzielt als die letzten fünf Teams zusammen. Zeitgleich hat man aber auch so viele Gegentore kassiert wie der Vorletzte aus Lübstorf, der nur einen Punkt aufzuweisen hat. Genauso viele hat auch der SV Klütz, zu dem die Neumühler als nächstes reisen, während Neukloster zuhause auf Lübstorf trifft. NSV spielte mit: B. Schröder – Hahn, Genke, Zengel, C. Schröder (C) – Bebernitz (60 Bruhn), Schöwe (81. Grap), Dombrowski – Hoffmann, Entelmann (73. Pohl), Boller
22. September 2026
Nach drei Spieltagen stand für den Neumühler SV die Pokalpremiere in der Saison 2026/27 an. In der ersten Hauptrunde bekam man es mit der SG Dynamo Wismar zu tun, die in der Ausscheidungsrunde eines der sechs Spiele geführt hatte. Hier hatte man sich mit 1:0 gegen Ligakonkurrenten SG Blau-Weiß Parum Dümmer durchgesetzt und somit den ersten Pflichtspielsieg eingefahren, die drei Ligaspiele in der Kreisklasse hatteN sie allesamt verloren. In seinen bisherigen fünf Spielzeiten hatte der noch junge Verein die unterste Liga dreimal am Ende abgeschlossen, zwischendurch folgte in der Saison 2023/24 ein zweiter Platz und der Aufstieg in die Kreisliga, dort musste man nach einem 12. Platz aber sofort wieder den Gang runter hinnehmen. Somit liegen zwei Spielklassen zwischen den heutigen Kontrahenten und die Favoritenrolle war eindeutig verteilt. In Abwesenheit von Coach Baruschke wollte das Trainerduo Schaar-Münchow dieser gerecht werden und schickte dafür eine spielstarke Mannschaft aufs Feld, wobei der eigentliche Flügelstürmer Koffein-Kevin Salchow und der gelernte Außenverteidiger Bebernitz interessanterweise Positionen tauschten. Salchow komplettierte damit die Viererkette, in der neben Sulkowski und Kapitän Schröder wieder Genkel stand. Davor war die Offensive fast unverändert, nur Zengel ersetzte Hahn und jener Bebernitz den abwesenden Hoffmann. Handgezählte 44 Zuschauer hatten sich bei leichtem Nieselregen pünktlich vor Ort eingefunden, als Schiedsrichter Tietze-Böhm anpfiff. Anfangs zeigte sich für die Wismarer der Heimvorteil überraschend deutlich, der Underdog agierte mit dem Kreisoberligisten auf Augenhöhe und spielte zielstrebig durchs Zentrum nach vorne. Hier hatte der NSV als Gastgeschenk größere Lücken mitgebracht, die Dynamo Wismar gekonnt bespielte und nur im Abschluss die Genauigkeit vermissen ließ. Die Schweriner hätten zu Beginn eigentlich zwei Elfmeter zugesprochen kommen müssen, wenn Tietze-Böhm die Bolzplatz-Regel Drei Ecken, ein Elfer angewandt hätte. Der doppelte Ecken-Hattrick wurde ansonsten aber nicht wirklich gefährlich. Besser machte es vorher Zauberer Dombrowski, dessen Schuss der heute gut beschäftigte Kuben ebenso parierte wie den Nachschuss von Dampfwalze Bebernitz. Aber auch Tentakelmann Rusch musste sich früh gegen die frech aufspielenden Gastgeber auszeichnen und verhinderte im Eins-gegen-Eins stark den Rückstand. Seinen Unmut über die mangelnde Abwehrarbeit äußerte der sonst so in sich ruhende Erzieher recht barsch und weckte so sein Team scheinbar auf. Den unmittelbar nach dieser Großchancen konnte man in Führung gehen. Dombrowski schickte in der 14. Minute den in die Tiefe spurtenden Außenbahner Bebernitz, dem die Annahme eigentlich vorsprang. Kuben zögerte beim Rauslaufen aber und ermöglichte dem Gegner somit einen gefühlvollen Lupfer mit dem schwachen Rechten über ihn hinweg ins Netz. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase ging der Favorit erwartungsgemäß in Front und bestellte bei der Cantina-Band dasselbe Tor nochmal. Nur hundertzwanzig Sekunden später spielte Boller einen schönen Flugball auf Bebernitz, der aus erneut ähnlicher Position erneut mit rechts erneut per Lupfer erneut traf. Wer nach diesem Doppelschlag dachte, dass es nun ruhiger zugehen würde, lag ebenso falsch wie die Annahme, dass sich auf der Bank des NSV ein Sportlehrer befände. Dort hatte es sich nämlich Jägermeister Lode mit blauem Pulli, asseliger Jogger und Stoppuhr um den Hals gemütlich gemacht. Es fehlte ihm nur der Schnörris, um perfekt einen leicht übergriffigen Sportlehrer mimen zu können. Nichtsdestotrotz zeigte sich der Gastgeber weiterhin motiviert, aber fahrlässig. Gleiches galt für die Landeshauptstädter, sodass sich ein wahrer Wettbewerb im Chancenvergeben ergab. Dieser wurde professionell kommentiert vom Väterdou Pohl/Grap, die eloquent jeden Angriff der Teams bewerteten und Verbesserungsvorschläge für den NSV erarbeiteten. Die dickste Gelegenheit setzte das Heimteam in den Sand, als der Stürmer aus wenigen Metern das leere Tor nicht treffen konnte, ein klarer Favorit für Zeiglers Kategorie „Den muss man nicht machen“. Erst in der 30. Minute erbarmte sich der emsige Boller, als er nach Vorlage von Dombrowski die Kugel per Pike durch die Beine von Kuben quetschte und auf 3:0 stellte. Hiernach wurde das Spiel dann einseitiger und Neumühle übernahm das Zepter wie ein General nach einem Militärputsch. Wie in den zuvorgekommen Begegnungen erspielte man sich Chance um Chance, ging damit aber leichtsinniger um als so mancher Jugendlicher mit der Verhütung. Vor allem bei Linksaußen Boller fehlte noch das Zielwasser und er scheiterte mehrfach am Torwart oder sich selbst. Im anderen Gehäuse musste Rusch einmal sein ganzes Können und Körpergefühl unter Beweis stellen, als er einen stramm geschossenen und kurz vor ihm aufditschenden Freistoß per unkonventionellem Seitfallzieher klärte. Papa Pohl wurde außen schon unruhig und der Kaffee half dabei auch nicht (heute durfte mal die Mama trinken). Plötzlich war er dann unmittelbar vor der Halbzeit voll des Lobes. Was war geschehen? Dombrowski hatte einen überragenden Ball auf den überlaufenden Salchow gespielt, der über links durchbrach und in der Mitte Ludwigs fand. Im Gegensatz zur Vorwoche gelang es ihm diesesmal, den Fuß hinzuhalten und sein erstes Tor seit fast einem Jahr zu erzielen, was von der Mannschaft entsprechend gefeiert wurde. Ein schön herausgespielter Treffer rundete somit die erfolgreiche Halbzeit ab, kurz darauf beendet der Unparteiische den ersten Durchgang. In der Halbzeit ergab sich mal wieder die Möglichkeit für die Wechsler, ihr Können unter Beweis zu stellen. Maschler übertrieb es jedoch ein wenig und bolzte die Knitte über den Fangzaun in die benachbarte Parkanlage. Beim NSV kam Pohl für den Entelmann, der in den ersten 45 Minuten wie Schmittchen Schleicher reihenweise Gegner vernascht hatte, jetzt aber unbedingt eine Nikotinpraline vernaschen musste. Pünktlich mit dem Schlag der Turmuhr eröffnete der Schiri den zweiten Durchgang. Erneut kam Dynamo Wismar besser ins Spiel und überraschte de Gegner erneut. Jetzt konnte man sich für den couragierten Beginn belohnen, als Nematov nach einer Verkettung individueller Fehler Rusch aus spitzem Winkel ins lange Eck überwinden konnte. Jedoch entstand nur kein Sturmlauf, vielmehr flauten die Angriffswellen spürbar ab und es entwickelte sich eine größtenteils einseitige Begegnung, bei der die Gäste reihenweise Möglichkeiten ausließen. Während Stammvater Grap die Höflichkeit des entspannten Spielleiters Tietze-Böhm lobte, erhöhte Boller in der 59. Minute auf 1:5 und ließ damit auch den allerletzten Zweifler am Weiterkommen verstummen. Einen Freistoß hatte Zengel schlitzohrig schnell ausgeführt und den blanken Boller bedient, der nun eiskalt einschob. Münchow reagierte und winkte den Frauenschwarm Grap herbei, der für den emsigen Ludwigs in die Partie kam und fortan als Mittelstürmer agierte. Ein Schrecken für die Auswärtsfans bei dem Gedanken, bei einem eventuellen Treffer des Jokers sich noch wochenlange die Geschichte über sein phänomenales und angeblich immens wichtiges Tor hören zu müssen. Aber anscheinend hatte dessen Hereinnahme die Wismarer neuen Mut zugesprochen, die mit einem perfekten Kopfball von Visaev auf 2:5 verkürzten. Die Neumühler Abwehr befand sich im Tiefschlaf, eigentlich war man im eigenen Strafraum deutlich in Überzahl gewesen. Grap war um eine passende Antwort und den Beweis bemüht, doch für die Landeshauptstädter zu spielen, brachte einen Treffer trotz guter Gelegenheiten nicht zustande. Einmal schoss er die Scheibe der ortsansässigen Werft beinahe kaputt, ein anderes Mal schleuderte sich Kuben das Spielgerät vermutlich aus Mitleid fast selber ins eigene Netz. Bebernitz kopierte zwischendurch noch den Maschler und qualifizierte sich für die zweite Runde Arschbolzen. So oder so gab man sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden und drängte auf weitere Treffer. Den nächsten besorgte mal wieder Boller nach Doppelpass mit dem erneut assistierenden Dombrowski. Nach dem 6:2 rotierte Schaar munter durch wie sonst nur beim Gängewechseln seines Drahtesels und brachte Nittke und Ich-und-mein-Holst für Sulkowski und Bebernitz. Die beiden fügten sich nahtlos in die aktive Angriffsmaschinerie ein und brachten neuen Schwung für die Schlussviertelstunde. In dieser wollte Boller einen Ööölfer schinden, als er frei durch war und am Keeper vorbeimarschierte. Dabei wurde er wohl leicht berührte, taumelte gekonnt aber noch sechs Schritte weiter, bis er resignierend aufs künstliche Grün dahinsank. Leider erbarmte sich der Schiedsrichter seines Trauerspieles nicht und seine Pfeife blieb stumm. Wenig später hatte Boller in der 83. Minute mehr Erfolg, als er in einem Konter nach Pass von Vorlagenkönig Dombrowski seinen vierten Treffer des Tages erzielte. Da hätte jemand eine Ones-to-watch-Karte in Fifa verdient gehabt (gibt es sowas überhaupt noch?). Danach war aber Schluss für die Tormaschine, Maschler ersetzte ihn für die letzten Minuten. In diesen zeigte sich der sonst heute unauffällige Zengel nach einem Freistoß ebenfalls in Torlaune. An seiner durchtrainierten Hühnerbrust ließ er den Flugball abprallen und beförderte ihn über Kubens Kopf hinweg in die Maschen zum 8:2-Endstand. Kurz darauf durfte sich der arme Wismarer Schlussmann nochmal auszeichnen und parierte gegen Nittke. Dann beendete Tietze-Böhn pünktlich wie ein Uhrwerk das Spiel, da wollte jemand wohl noch Kaffee und Kuchen zuhause abstauben. Nach einem etwas holprigen Beginn, bei der man einem frühen Gegentor gerade noch so entging, konnte der Neumühler SV somit seiner Favoritenrolle mehr als gerecht werden und feiert einen auch in der Höhe verdienten 8:2-Sieg gegen das Team aus der Kreisklasse. Die SG Dynamo Wismar zeigte eine engagierte Leistung und spielte teilweise auf Augenhöhe, machte aber zu wenig aus ihren Gelegenheiten. Selbiges gilt mal wieder auch für die Schweriner, die mehrfach an sich oder Kuben scheiterten. Im Achtelfinale trifft man nun auf SC Ostseebad Boltenhagen, die man aus der vorherigen Saison noch aus der Kreisliga in guter Erinnerung hat. Beide Spiele konnte man gewinnen und hofft nun auf den dritten Sieg in Folge und den Einzug ins Viertelfinale des Kreispokales, wenn man sich am vierten Oktoberwochenende (genaue Anstoßzeit fehlt noch) an die Ostsee reisen darf, erneut als Favorit. In der Liga geht es am vierten Spieltag weiter gegen VFL Blau-Weiß Neukloster, die als Absteiger aus der Landesklasse aktuell drei Punkte aus zwei Spielen geholt haben. Es dürfte also eine spannende Partie auf der Ranch werden, bei der sich die Trainer über eine etwas höhere Effizienz freuen würden. NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski (79. Holst), Genkel, C. Schröder (C), Salchow - Entelmann (46. Pohl), Zengel, Dombrowski - Bebernitz (79. Nittke), Ludwigs (67. Grap), Boller (85. Maschler) Ebenfalls im Kader: Sportlehrer Lode
17. September 2026
⚽️ Gelungene Saisoneröffnung auf der Ranch! 🎉 Am Freitag, den 11.09.2026, wurde es ab 16 Uhr laut, bunt und voll auf unserer Ranch. Rund 300 Gäste feierten gemeinsam den Start in die Fußballsaison 2026/2027. 🙌 Im Mittelpunkt stand die Vorstellung unserer 12 Mannschaften – von den Bambinis/G-Junioren (Jahrgang 2020 und jünger) bis zu den Alten Herren. Mit einem kleinen Dankeschön verabschiedeten wir Katrin Holz (ehemals G), Daniel Hüfner (ehemals F), Lennard Köppen (ehemals D), Thomas Waack (ehemals C), André Konsolke (ehemals D) und Marcus Knittel (ehemals B) aus ihrer bisherigen Trainertätigkeit. 👏 Bei den Schiedsrichtern begrüßten wir Alexander Erdmann als neuen Schiedsrichter. Unsere Nachwuchsschiedsrichter Ole Jacobsen, Leonie Fandrich und Edgar May erhielten eine Schiedsrichtermappe und ein Schiedsrichterdress. Gemeinsam mit unseren langjährigen Schiedsrichtern Gunther Johren, Andreas Mulsow und Franz Sernau wünschen wir allen viel Freude und Erfolg! 🏳️‍⚽️ Ein großes Dankeschön gilt auch unseren Platzwarten Rene Münchow und Andreas Mulsow sowie unseren Sponsoren für ihre Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. 🤝 Nach Mannschafts-, Vereins- und Gruppenfotos begann der gemütliche Teil mit Bratwurst, Salatbuffet und vielen guten Gesprächen. Die Zuckerwatte war dabei das Highlight für unsere Kleinsten. 🍭 Danke an Christian Schröder für die kurzfristige Moderation und Musik! 🎤🎶 Um 19 Uhr gewannen unsere A-Junioren mit 6:3 gegen Roggendorf, angefeuert von Eltern und einigen Kids unserer Jugendmannschaften! ⚽️🔥 Ein rundum gelungener Saisonauftakt. Danke an alle Helfer, Unterstützer und Gäste! 💛💙 #NeumühlerSV #Saisoneröffnung #Fußball #GemeinsamStark #GelbBlauNSV
16. September 2026
Nach dem erfolgreichen Saisonstart in der Kreisoberliga ging es für den zweimal siegreichen Aufsteiger aus Schwerin ins weit entfernte Selmsdorf, wo der ebenfalls schadlos gestartete FC wartete. Nach zwei Siegen gegen den bekannt starken Emporkömmling aus Schleswig-Holstein, der SG Schlagsdorf/Mustin, und der SG Dynamo Schwerin II reiste nun die nächste Mannschaft aus der Landeshauptstadt nach Westen. Auf der Fahrt dahin lernte Hampusch durch eindringliche Hinweise seiner Mitspieler den Unterschied zwischen Links und Rechts, den kurz darauf folgenden Vergleich der Geheimratsecken zwischen Lode, Maschler und Hahn musste er dann unfreiwillig beiwohnen. Beide Teams wollten ihre Siegesserie fortsetzen und im „Spitzenspiel“ einen Warnschuss an die Liga abgegeben. Beim NSV hatte die Offensive zuletzt brilliert und mit 12 Toren hatte man mehr Treffer gelandet als so mancher Soldat in der Schussausbildung bei B. Schröder. Der Gastgeber hatte sich für das Rahmenprogramm mächtig ins Zeug gelegt, als Vorband trat die hauseigene B-Jugend gegen den FC Schönberg an und wurde mit 1:11 aus dem eigenen Stadion gefegt. Ähnliches hatte die Truppe von Coach Baruschke vor. Für etwas mehr defensive Stabilität rückte R.Hahn auf die Sechs, hinten rechts verteidigte für ihn P. Sulkowski. Links hinten „freute“ sich Koffein-Kevin über sein Comeback in der Abwehr. Zengel bildete mit Kapitän Schrotti die Innenverteidigung, vor der Dombrowski und Entelmann zentral sowie Boller und Hoffmann auf Außen für die besonderen Momente sorgen sollten. Vorne feierte Ludwigs seine Rückkehr in die Startelf nach einer wahren Odyssee von Verletzungen. Sorgenfalten bereitete einem schon vor dem Anpfiff die Größe des Platzes, auf den das Feld von Groß Salitz zweimal passen würde. Vor 40 begeisterten Zuschauern eröffnete Schiedsrichter Wirth die Begegnung. Nach anfänglichem vorsichtigen Abtasten wie bei schüchternen Frischverliebten nahm das Spiel schnell Fahrt auf. Die erste Chance verzeichnete Selmsdorf, aus guter Position flog die Kugel aber drüber. Danach begann die Leidenszeit von Flügelstürmer Hoffmann, der mehrere gute Abschlüsse verzeichnen konnte, diese aber nicht aufs Tor bekam. Da hatte das delikat zubereitete Sandwich als Snack vor dem Spiel wohl zu Zielwasser enthalten. Auf der Gegenseite zeigte Schlussmann Rusch eine beeindruckende Flugshow, als er einen Distanzschuss Richtung Winkel adlergleich aus der Luft fischte und über die Latte lenkte. So ging es hin und her, bis Selmsdorf etwas glücklich zur Führung kam. In der 26. Minute parierte Rusch einen Distanzschuss, den Abpraller wollte keiner so richtig klären. Der durchlaufende Langbehn kam zum Nachschuss, den der Schweriner Schlussmann ebenfalls mit der Patsche erwischte, aber nicht verhindern konnte, dass die Kugel Richtung Torlinie hoppelte. Ein weiterer Angreifer ging aus dem Abseits heraus zum Ball, brach seinen Laufweg aber schneller ab als so mancher sein Studium und wollte der Kugel entspannt beim Überqueren der Torlinie zusehen. Jedoch unterbrach der Pfiff von Wirth das Geschehen, bevor das Tor offiziell erzielt war. Der Unparteiische entschuldigte sich sofort für seinen Wahrnehmungsfehler und gab den Treffer trotzdem. Da er seine Pfeife aber betätigte, bevor die Kugel über die Linie gerollt war, hätte er diesen rein regeltechnisch nicht mehr geben dürfen. So wurde aus einer eigentlich klaren Angelegenheit durch diesen unglücklichen Eingriff des Spielleiters eine strittige Entscheidung. So oder so lag der NSV nun hinten. Neumühle antwortete mit verstärktem Drängen auf den Ausgleich, blieb hinten aber anfällig. Hoffmann vergab zwei weitere Großchancen, bei seiner besten irritierte ihn Spielmacher Entelmann durch einen etwas verunglückten Hackentrick. So schloss er zu zentral ab. Kurz vor der Halbzeit fehlte Ludwigs nur eine Spachtelspitze, um einen Querpass von Boller ins leere Tor zu versenken. Leider rutschte ihm aber der Ball unter dem Schuh durch und so blieb auch diese Gelegenheit ungenutzt. Da Selmsdorf mit seinen Chancen ebenfalls verschwenderisch umging, ging es mit einem etwas unglücklichem 0:1-Rückstand in die Halbzeit. In dieser zeigte sich Baruschke nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams. Bis auf die fehlende Chancenverwertung war man mit dem Gegner auf Augenhöhe. So war im zweiten Durchgang noch alles möglich, um das Minimalziel Punktgewinn noch zu erzielen. Dafür brachte er sieben Minuten nach Wiederanpfiff Hampusch für Entelmann, um den schleppend anlaufendem Offensivspiel neuen Schwung zu verleihen. Jedoch konnte dieser dafür nicht lange sorgen. In der 61. Minute prallt er eigentlich recht harmlos wirkend mit einem Gegenspieler zusammen, ging aber anschließend sofort vom Feld mit dem Wissen, sich schwerer verletzt zu haben. Für ihn kam der etwas perplexe Nittke in die Partie und ging auf die Position rechts hinten, Sulkowski durfte sich wieder im Angriff versuchen. Während die Gastgeber die Führung verwalteten und sich auf die Verteidigung konzentrierten, musste der NSV der Größe des Platzes Tribut zollen. Die Angriffe blieben meist ungefährlich und wurden unsauber ausgespielt. Auf der Gegenseite rückte Rusch immer mehr in den Vordergrund. Zuerst hielt er noch den knappen Rückstand fest, kurz darauf wurde er jedoch ein zweites Mal an diesem Tag überwunden, als Schunke von rechts in die Mitte zog und ihn in der 66. Minute schlitzohrig im kurzen Eck überwand. Nach diesen zwei Rückschlägen innerhalb kurzer Zeit fiel es den Schweriner schwer, sich wirklich gegen die drohende Niederlage aufzubäumen. Fehlendes Engagement konnte man ihnen nicht vorwerfen, es wollte einfach nichts bei rumkommen. Ständig kam der Pass den Ticken zu ungenau, man verlor den entscheidenden Zweikampf oder zielte zu unpräzise. Die beste Chance vergab Boller, als er freistehend zu zentral abschloss und Maschler von hinten bedrängt wie beim CSD den Nachschuss nicht im Tor versenken konnte. Jener war kurz zuvor mit Sylt-Urlauber Grap für Ludwigs und Sulkowski in die Partie gekommen. Rusch hatte in der Zwischenzeit alle Arme voll zu tun, eine höhere Niederlage zu verhindern und wehrte sich erfolgreich dagegen. Nur Stern überwand den Schweriner Trainingsweltmeister kurz vor Schluss zur endgültigen Entscheidung zum 3:0. Mit seinem letzten Pfiff besiegelte Wirth anschließend das Ergebnis. Nach einer offenen ersten Hälfte verliert man damit erstmals in der noch jungen Spielzeit. Obwohl einem zum Schluss hin die Puste ausging und die Niederlage an sich nicht unverdient kommt, muss man mit den vergebenen Großchancen der ersten Halbzeit hadern, die dem Spiel einen anderen Verlauf hätten bringen können. Während Neuburg in der Vorwoche die Lücken in der Verteidigung nicht nutzen konnte, gelang dies dem Heimteam umso öfter. So konnte man sich abschließend bei Rusch bedanken, dass man nicht noch mehr Gegentore kassierte. Selmsdorf hingegen machte es nach der Führung clever und stabilisierte die anfänglich wackelige Defensive. Nichtsdestotrotz konnten die Gäste zeigen, dass man mit einem Top-5-Kandidat der Liga mithalten kann. Am schlimmsten an diesem Tag bleibt die schwere Verletzung von Hampusch, dem wir an dieser Stelle gute Besserung wünschen wollen. Der Gegner klettert somit den zweiten Tabellenplatz, der NSV liegt nun auf Platz Vier hinter dem neuen Tabellenführer aus Roggendorf (9 Punkte), Selmsdorf und Brüel (7 Punkte). Als Nächstes geht es für beide Teams in der ersten Hauptrunde des Kreispokals weiter. Der heutige Gastgeber reist nach Krembz zum legendär kleinen Platz des Groß Salitzer FC‘s, Neumühle wird von der SG Dynamo Wismar empfangen. Danach geht es für die Schweriner in der Liga weiter gegen den Absteiger vom VFL Blau-Weiß Neukloster, der aus zwei Spielen bisher drei Punkte holen konnte. NSV spielte mit: Rusch - P. Sulkowski (77. Grap), Zengel, C. Schröder (C), Salchow - Hahn, Dombrowski - Hoffmann, Entelmann (52. Hampusch/61. Nittke), Boller - Ludwigs (77. Maschler)
3. September 2026
Nach dem geglückten Ligaauftakt wartete auf den Neumühler SV der nächste unangenehme Gegner. Am zweiten Spieltag empfing man den Neuburger SV, vor zwei Saisons Kreispokalsieger und seit vielen Jahren Stammgast in der Kreisoberliga SN-NWM. In den letzten Begegnungen hatten sich die Gastgeber schwer gegen diesen Gegner getan und wollten nun die nächsten drei Schritte einsammeln, während der Gast nach der heftigen Auftaktpleite gegen Dynamo Schwerin II auf eine deutliche Leistungssteigerung hoffte. Leider mussten die Schweriner auf ihre Coaches Baruschke und Schaar verzichten, weswegen Vorstandsvorsitzender Schröder das Trainerteam unterstützte und bei der einen recht souveränen Eindruck machte, als hätte er sein Leben lang auf diese Chance gewartet. Die Führungsriege stellte das Team notgedrungen auf einigen Positionen um. Im Mittelfeld fehlten Schöwe und Leipold, für sie spielten im neu einstudierten 4-3-3 Hoffmann und Entelmann vor dem heute defensiv eingesetzten Dombrowski. Vorne begann Koffein-Kevin, während B. Schröder in der Abwehr das Glatze-mit-Bauch-Duo in der Innenverteidigung mit Neuzugang Genkel bildete. Im Gegensatz zum defensiv ausgerichteten Spiel gegen Holthusen wollte man dieses Mal vermehrt auf Pressing und frühe Ballgewinne setzen. Vor dem Anpfiff gab es mit Unparteiischen eine Schweigeminute, um einem verstorbenen Schiedsrichterkollegen zu gedenken. Der offensive Plan sollte von Anfang an gut funktionieren, Neuburg fand kaum in einen strukturierten Spielaufbau und leistete sich immer wieder offensive wie defensive Fehler. Bereits nach zwei Minuten drosch Salchow einen Abpraller per Volley unter die Latte und stellte früh auf 1:0. Schlussmann Binkowska sah dabei etwas unglücklich aus, der Ball sauste über ihn hinweg wie eine Sternschnuppe über ein verliebtes Paar am Nachthimmel. Diesen Blitzstart konnte man gleich bestätigen, als Bebernitz nach einer Ecke von Hoffmann seine Samba-Hüfte in die Flugkurve des Balles stellte und diesen ins Netz lenkte. 120 Sekunden nach dem Führungstreffer lag man bereits mit zwei Treffern in Front. Doch man wurde gerade erst warm und spielte sich in einen offensiven Rausch. Angekurbelt von Sechser Dombrowski, der seine Holding Six als stürmende Sechs neu erfand und mehr im gegnerischen Sechzehner auftauchte als ein Fresssüchtiger beim All-you-can-eat-Büffet, entwickelte sich eine Sturmfront auf das Neuburger Tor. Dabei vernachlässigte das Mittelfeld jedoch gekonnt die Absicherung, was die Angereisten zu der einen oder anderen Konterchance gastfreundlich einlud. Glücklicherweise fehlte hier die nötige Präzision und Zielstrebigkeit, um die Fehler zu bestrafen. Dies gelang dem NSV besser, nach einem der eigentlich seltenen offensiven Vorstößen von Hahn ließ Enkelmann in bester Kroos-Manier den Ball passieren und Dombrowski startete die Rakete wie Mätropolis. Seine Fackel zischte ins rechte Eck, Binkowska konnte nur hintergucken. Somit stand es nach 15 Minuten nicht nur 3:0, sondern sogar 4:0. Entelmann hatte geschickt einen Kontakt im Sechzehner angenommen und war grazil hingeplumpst, Boller trieb seinen Schärfe-vor-Genauigkeit-Ansatz auf die Spitze und donnerte die Kugel zentral unter die Latte. Trotz des frühen deutlichen Vorsprungs musste man in der Verteidigung wachsam bleiben. Genkel verhinderte mit einer Wahnsinsgrätsche den sicheren Gegentreffer, auf der anderen Seite erhöhte Hoffmann auf 5:0 in der 23. Minute. Mit der sicheren Führung ließ man nun die Zügel etwas lockerer und die Gäste kamen etwas besser ins Spiel. Die Lücken in der Abwehrreihe von Neuburg waren nach wie vor aber so groß wie das Wissen der Hagenower Abiturienten, wurden jetzt aber nicht mehr so hart bestraft. Und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das nächste Tor fiel. Weidemann traf einen Halbjahr geklärten Eckball satt und versenkte die Kugel im langen Eck. Torwart Rusch war bei diesem ersten richtigen Abschluss auf sein Gehäuse chancenlos. Den kleinen Warnschuss nahm man ernst und stellte noch vor dem Halbzeitpfiff auf 6:1, als Boller alleine auf weiter Flur cool blieb und seinen zweiten Treffer markierte. In der Halbzeit zeigte sich Aushilfscoach Schröder recht zufrieden mit seiner Leistung (und auch der des Teams), nur die defensive Absischerung blieb der Kritikpunkt Nummer Eins. Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, der ein wahres Chancenfestival werden sollte. Alle zu beschreiben, würde diesen Bericht in einen Essay über die Effizienz im Amateurfußball verwandeln. Toretechnisch begann es recht verhalten, erst in der 59. Minute erzielte man durch Dombrowski das 7:1, als er nach einer Ecke wie Horst Hrubesch zu seinen besten Zeiten das Spielgerät über die Linie schädelte. Doch zuvor hatte man in Person von Genkel und Captain Schrotti zweimal Aluminium getroffen, weitere gute Möglichkeiten ausgelassen und hinten weiter mit dem Feuer gespielt. Der Offensivdrang aller Mittelfeldspieler zeigte sich als Fluch und Segen, wobei in diesem Spiel der positive Part den negativen Part überbot. Nichtsdestotrotz schenkte man damit einem in jeder Hinsicht unterlegenem Gegner unnötige viele Torchancen, eine nutzte Losch in der 67. Minute zum 7:2, unmittelbar danach verhinderte Rusch den Nachschlag des Gegners wie eine mies gelaunte Kantinenfrau. Sichtlich erbost rief er sein Team zur Besinnung an, was nur teilweise gelang. In der Folge lieferten sich die Neumühler einen teaminternen Wettbewerb im Chancenvergeben, in dem auch die mittlerweile eingewechselten Ludwigs und später auch Maschler und L. Holst eingriffen. Zwischendurch erzwang Pressingmaschine Dombrowski das 8:2, als er Binkowska die Kugel klaute und ins leere Tor einschob. Die Partie flachte nun ab, das spannendste war die spontane Fehde von Boller mit einigen Gästefans, die sich in Galgenhumor versuchten. Kurz vor Schluss wurde es kurz hitzig, als ein Neuburger die Beine von Hoffmann wegdrosch, als wären sie ein Football beim Kick-Off. Der Gefoulte war damit nicht ganz so glücklich und geigten dem Täter recht unwirsch die Meinung, beide erhielten in einer ansonsten fairen Partie die gelbe Karte. Danach wurde es nochmal sportlich relevant, als C. Schröder einen Fernschuss losließ, der abgefälscht seinen Weg ins lange Eck fand. Der Spielführer feierte einen seiner wenigen Tore aus dem Spiel heraus mit einem beeindruckenden Statuen-Jubel, der der Freiheitsstatue in Sachen Opulenz in Nichts nachstand. Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. So feierte der Neumühler SV im ersten Spiel auf der heimischen Ranch einen furiosen 9:2-Sieg, den jedoch nicht alle so dermaßen feierten, wie das Ergebnis vermuten lässt. Während man in den ersten 25 Minuten den überforderten Gegner komplett überrollte, zeigte man defensiv zu viele Lücken und hatte nach dem schnellen 5:0 das eine oder andere Mal Glück, nicht einen einfachen Gegentreffer zu schlucken. Die mangelnde Effizienz im Angriff wurde in diesem Spiel nicht bestraft, man hätte ohne Probleme 15 Tore schießen können. Neutrainer Schröder zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis, der den NSV geradezu an die Tabellenspitze katapultiert. Auch wenn dies natürlich eine frühe und nicht aussagekräftige Bestandsaufnahme ist, wird man mit diesem Saisonstart und der maximalen Punkteausbeute sehr zufrieden sein. Als Nächstes trifft man auf den aktuell Zweitplatzierten vom FC Selmsdorf. Gegen dieses Team wird man in einigen Aspekten zulegen müssen, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen. NSV spielte mit: Rusch - Hahn, Genkel, B. Schröder, C. Schröder - Hoffmann, Dombrowski, Entelmann (56. Ludwigs) - Bebernitz (79. Holst), Salchow (79. Maschler), Boller
Show More