Hoffmanns Knoten platzt – NSV mit Kantersieg in Boltenhagen

30. September 2025

Hoffmanns Knoten platzt – NSV mit Kantersieg in Boltenhagen

Nachdem im beschaulichen Schweriner Stadtteil Neumühle letzte Woche die Erleichterung über den ersten Saisonsieg zwischen den Einfamilienhäusern zu spüren war, blieb bei einem das Gefühl der fußballgöttlichen Erlösung durch Messias Dombrowski aus: Linksaußen Hoffmann vergab beim 4:0 gegen Dargetzow einige Chancen, sodass man den Eindruck gewann, bei ihm sei aufs Toreschießen bezogen Ho(p)ffi und Malz verloren. Die nächste Chance für ihn gab es am sechsten Spieltag, wo man auswärts auf den Tabellendritten SC Ostseebad Boltenhagen traf. Dieser hatte mit 12 Punkten aus fünf Spielen einen Start nach Maß gefeiert. Für die perfekte Vorbereitung waren Grap, Hahn und Lode stilecht im Oettinger-Transporter zum Treffpunkt angereist. Beim Kuscheln auf den drei Vordersitzen lernten sie sich ganz neu kennen. Vier Stiegen Dosenpils im Laderaum und Unheiligs Gassenhauer „Große Freiheit“ rundeten das Gesamtbild perfekt ab und prophezeiten die Emotion, die Hoffmann später empfinden sollte, perfekt voraus. Doch alles zu seiner Zeit.

Nach der Ankunft im beschaulichen Boltenhagen wurde bereits die Ansprache von Coach Baruschke zum ersten Highlight. Da die beiden Kabinen, die man zugewiesen bekommen hatte, zu klein waren, traf sich die Mannschaft zur Besprechung in den Duschräumen, die etwas mehr Platz aufwiesen. Aber keine Sorge, alle waren bekleidet. Für die Startelf wurde der feuchte Traum eines jeden Amateurtrainers wahr, denn Baruschke musste nur zwei Änderungen vornehmen. Hahn und Hampusch rückten in die Startelf und verdrängten den abwesenden Stürmer-Sulkowski und R. Holst(fuß). Somit spielten Zengel und T. Sulkowski wieder auf ihren Schwiegermutter-Positionen in der Innenverteidigung. Während der Turbo-Erwärmung entdeckte Abräumer Hahn, dass seine Schuhe komplett aufgerissen waren. Grap bewies sofort seine Reparaturfähigkeiten und klebte diese mit Tape zu. Schließlich erbarmte sich Haudegen B. Schröder und verteilte ganz im Sinne von Dombrowskis Lehren Almosen an die Armen, also seine Schuhe an den verzweifelten Familienvater. Wie die beiden die gleiche Schuhgröße haben können, ist und bleibt ein Rätsel.

Pünktlich pfiff Schiedsrichter Tietze-Böhm die Partie an und sofort entstand jenes Bild, das in der kompletten Partie bestehen bleiben sollte. Die Gäste dominierten die Partie und hatten Unmengen an Platz im Mittelfeld, der SC Ostseebad Boltenhagen stand kompakt um den eigenen Strafraum und versuchte mit hohen Bällen die physisch starken Stürmer um Kapitän Fink ins Spiel zu bringen. So entwickelte sich schnell ein Spiel auf ein Tor. Neumühle drückte wie ein verzweifelter Mann mit Verstopfung, es scheiterte aber noch an der letzten Aktion. Als Erstes zeigte sich Hampusch gefährlich, der aus kurzer Distanz die Latte traf. Letztendlich war es wieder mal Jungstar Dombrowski, der seine Jünger (oder Älter) in der 33. Minute erlöste. Wie so oft an diesem Tag hatte er im Halbraum zu viel Platz, drehte gekonnt auf und schloss aus 18 Metern gezielt ins Eck ab.

Danach startete mal wieder ein Neumühler Chancenwucher. Erst fischte Schlussmann Schramek einen klassischen Bodenquetscher von Stürmer Salchow aus dem Winkel, dann parierte er noch gegen Dombrowski sowie Hampusch und verhinderte im Alleingang einen höheren Rückstand zur Pause, der aufgrund der Dominanz der Gäste hochverdient gewesen wäre. Baruschke brachte nach der Halbzeit mit Pohl einen neuen Mann für ganz vorne, Salchow blieb dafür unten. Pohl interpretierte die Stürmerposition in einer Kombination aus hängender Spitze, falscher Neun, stürmendem Zehner und planlosem Umhergeirre vollkommen neu und revolutionierte damit das Positionsspiel eines Angreifers.

Die zweite Hälfte begann nach nur 180 Sekunden mit einem Schock für alle Beteiligten. Nach einem Missverständnis rettete Torhüter Burghardt einen Ball spät vor dem Seitenaus, Grap konnte unter Druck nur einen unkontrollierten Pass in die Mitte spielen und der spekulierende Fink erzielte aus dem Nichts mit der ersten ansatzweise gefährlichen Tornäherung der Gastgeber den Ausgleich, der unverdienter nicht hätte sein können. Davon musste sich der NSV erst einmal erholen, die folgenden Abschlüsse waren leichte Beute für Schramek. Die Überlegenheit der vorherigen Hälfte schwand etwas und Burghardt musste den ein oder anderen Ball weit vor seinem Gehäuse klären.

Schließlich kam unerwartete Hilfe durch eine Standardsituation in Minute 64. Nach der ersten geklärten Hereingabe landete die Kugel bei Sulkowski, der sie von rechts quer durch den Strafraum spielte. Am langen Pfosten kam Hoffmann angerauscht und schloss freistehend ab, Hahn zog seine Wampe ein und das Spielgerät fand seinen Weg ins Gehäuse der Boltenhagener. Die Erlösung hatte somit auch den zuvor glücklosen Linksaußen gefunden und den Schwerinern die erneute und verdiente Führung beschert. Nur zwei Zeigerumdrehungen später fand eine schöne Kombination über rechts mit flacher Hereingabe vom starken Hampusch erneut Hoffmann, der sich erneut eiskalt zeigte und auf 1:3 erhöhte. Endlich hatte der angehende Lehrer dabei auch einen Tipp seines Kollegen Hahn berücksichtigt: Außen bleiben und nicht zu früh nach innen ziehen. Man lernt schließlich nie aus.

Baruschke wechselte nach diesem Treffer und brachte mit B. Schröder und L. Holst dreieinhalb frische Beine für Grap und Hampusch. Dies zeigte sofort Wirkung, denn in der 68. Minute spielte der auffällige Pohl einen Zauberball auf den durchstartenden Schöwe, der vor Schramek am Ball war und danach nur noch ins leere Tor einschieben musste. Dieser Dreifachschlag entschied die Partie relativ früh, sodass das Spielgeschehen zunehmend verflachte. Mit Maschler und Lode kamen mit anbrechender Schlussviertelstunde erneut zwei Spieler neu in die Partie und ersetzten Hahn und Käptn Schrotti. In der 79. Minute krönte Hoffmann seine starke Leistung und erzielte seinen Hattrick, nachdem er Schramek gekonnt umkurvt hatte. Zehn Minuten später belohnte sich Pohl für seinen auffälligen Jokerauftritt und spitzelte die Knitte zum 1:6-Endstand in die Maschen. Zwischenzeitlich hatte Zengel, der die Binde von C. Schröder nach dessen Auswechslung übernommen hatte, die Chance, per Elfmeter zu erhöhen. Beim Abschluss rutschte er aber angeblich weg (würd ich dann auch sagen!) und knallte die Pille über die Querlatte. Schließlich beendete Tietze-Böhm seine souveräne Leistung mit dem Schlusspfiff.

Am Ende des Tages stand damit auf der schicken Boltenhagener Kunstrasenanlage ein hochverdienter Auswärtssieg für den NSV, der noch höher hätte ausfallen können. Man dominierte fast die komplette Partie und überzeugte auch wieder spielerisch in einem Spiel, das man nicht unbedingt als Favorit begonnen hatte. Durch den zweiten Sieg in Folge klettert Neumühle zwischenzeitlich auf den sechsten Tabellenplatz, während Boltenhagen noch vom Gostorfer SV eingeholt werden könnte. Als Nächstes empfängt der NSV auf der heimischen Ranch den ligahöheren FC Selmsdorf zum Pokalspiel, in der Liga geht es eine Woche später im Derby gegen den aktuellen Zweiten aus Bad Kleinen weiter.

Neumühle spielte mit:
Burghardt – Grap (67. Schröder), Zengel, T. Sulkowski, C. Schröder (C.) (74. Maschler) – Hahn (74. Lode), Schöwe – Hampusch (67. Holst), Dombrowski, Hoffmann – Salchow (46. Pohl)
Ohne Einsatz: R. Holst

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Bei der frisch aufgestiegenen SG Schlagsdorf/Mustin setzte es in Schleswig-Holstein (NICHT der wahre Norden!!!) eine herbe 5:0-Klatsche, bei der vor allem die Art und Weise des Auftretens erschreckend war. Jener Gegner sollte sich dazu aufschwingen, die Liga unnachahmlich zu dominieren und ohne Punktverlust geradewegs Richtung Kreisoberliga zu marschieren. Als alle das Spiel als Ausrutscher gegen einen starken Gegner vergessen wollten, setzte es die nächsten Dämpfer: Wunderknabe Dombrowski verletzte sich für mehrere Wochen, und auch in der Liga schien sich die Misere der Vorjahre fortzusetzen. Dem eher glücklichen Unentschieden gegen die nächste Spielvereinigung aus Parum-Dümmer folgte der Tiefpunkt der langen Leidenszeit. Gegen den Mecklenburger SV musste man im ersten Heimspiel eine 2:3-Niederlage hinnehmen, obwohl der Kontrahent in allen Belangen unterlegen war. 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Wie bei der sagenumwobenen Ketchupflasche ging es jetzt richtig los, nach dem Premierensieg wollte man mehr. Ein deutliches Zeichen setzte man am sechsten Spieltag. Gegen den damaligen Zweiten aus Boltenhagen holte man einen extrem dominanten 1:6-Auswärtssieg und musste sich fast schon ärgern, nicht noch mehr Tore erzielt zu haben. Flügelflitzer Hoffmann brillierte hier mit einem Dreierpack. In der anschließenden Pokalwoche gab es zwar das Ausscheiden gegen den FC Selmsdorf durch ein 1:2 auf der heimischen Ranch, die Siegesserie in der Liga ging aber erst richtig los. Als Nächstes wurde mit Bad Kleinen das nächste Spitzenteam zerlegt. In dessen Stadion auf holprigem Rasen gab es einen Sieg mit vier Toren Vorsprung und ohne Gegentor. Auch wenn es spielerisch eher ausbaufähig war, konnte man über die richtige Einstellung den Sieg erzielen. Ein echtes Highlight des Spiels sollten die Flugeinlagen von Malocher Grap sein, der neunmal (ja, richtig gelesen, neunmal!!!) über seinen eigenen Schatten stürzte, aber immer wieder aufstand und defensiv eine starke Partie zeigte (man erinnere sich an den seitlich gehechteten Bauchklatschkopfball). Hiernach folgte das absolute Highlight der Hinrunde. Am siebten Spieltag empfing man den Zweitplatzierten der Liga, den Gostorfer SV, der mit Jerome Brandt nach wie vor den besten Torjäger in seinen Reihen hat. Was alle angespannt als sehr schweres Spiel betrachteten, entpuppte sich als wahres Fußballfest. Nach einer selten so gesehenen ersten Halbzeit voller fußballerischer Dominanz, perfektem Defensivspiel und gnadenloser Effizienz führte man nach 45 Minuten 6:0 (!!!); die gefürchtete gegnerische Offensive war so ungefährlich wie ein Kätzchen für eine Antilope. Am Ende stand hier ein 8:2, bei dem sich auch die Neuverpflichtungen zeigen durften. Von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit lockte man die jungen Studenten mit der Aussicht auf geselliges Beisammensein und gnadenloses Besaufen an. Durch die Verstärkung ergab sich für Baruschke eine ungewohnt luxuriöse Kaderbreite, die er vorher noch nicht erleben durfte. Statt der krampfhaften Suche nach öölf Spielern aus dem vorherigen Jahr gab es nun eher die Frage, welcher der anwesenden Spieler es nicht in den Spieltagskader schaffen kann, da es dort nur 18 Plätze gibt. Allgemein gab es spielertechnisch viel mehr Konstanz, sodass sich ein festes Gerüst einspielen konnte. Die Viererkette mit Grap, Zengel, Sulkowski und Käpt’n Schröder stand, davor räumte Schöwe ab, während Dombrowski das Offensivorchester dirigierte, das richtig auf Touren kam. Gegen den Lokalrivalen vom Burgseeverein Schwerin holte man einen knappen Derbysieg, der eigentlich höher hätte ausfallen müssen, auch wenn der Gegner viel fußballerisches Potenzial andeutete. Danach feierte man mit einem 9:1 gegen den völlig chancenlosen SV Sievershagen den höchsten Sieg der Hinrunde, mit dem man erstmals in der Tabelle dahin sprang, wo man sich vor der Saison hingewünscht hatte: auf einen Aufstiegsplatz. Durch ein abschließendes 1:4 gegen den Brüeler SV II und den damit siebten Sieg in Folge sicherte man sich zur Winterpause diesen zweiten Platz. Damit liegt man zehn Punkte hinter dem unangefochtenen Primus Schlagsdorf/Mustin, der ohne Punktverlust und mit der besten Offensive und Defensive ausgestattet sehr wahrscheinlich schon für die Kreisoberliga planen kann. Der NSV kann neben dem zweiten Tabellenplatz auch die zweitbeste Defensive und die drittbeste Offensive aufweisen. Insgesamt spielte der Neumühler Sportverein damit eine mehr als zufriedenstellende Halbserie, gerade in Anbetracht der ersten vier Spiele, in denen man zehn Tore kassierte und nur vier schoss. Einige wähnten sich hier nach wie vor in der Negativspirale der letzten zwei Jahre, doch dann schaffte man endlich die Wende, auf die man so lange gewartet hat. Diese wurde begünstigt durch die angesprochene taktische Umstellung, die nun etwas einfacheren Fußball vorsieht. Durch eine sich fest etablierende Achse von Spielern, die fast immer da waren, konnte sich im Team eine Sicherheit entwickeln und feste Abläufe einspielen. Der große Kader machte es möglich, Ausfälle besser zu kompensieren und auf jeder Position auch qualitativ ähnlich zu ersetzen. Außerdem schaffte man es endlich, die Mentalität auf den Platz zu bringen, die es für diese Ligen braucht. Selbst die Edeltechniker schrecken nicht vor rustikalen Grätschen zurück, um dem Team beim Verteidigen zu helfen. Dazu ist die Mannschaft im Angriff schwer auszurechnen, da es viele Torschützen gibt und nicht den einen Goalgetter. Somit können sich die Gegner nur schlecht auf den vermeintlich torgefährlichsten Spieler einstellen. Somit gibt es in Neumühle endlich wieder Siege und zufriedene Trainergesichter. Die lange Winterpause kommt jetzt eher ungelegen, und man darf gespannt sein, wie es im März weitergeht, wenn es gegen Schlagsdorf/Mustin auf der Ranch zum ultimativen Spitzenspiel kommt. Es bedarf eines perfekten Spiels, um jener Spielgemeinschaft den ersten Punktverlust zuzufügen. Unabhängig von diesem Ergebnis muss man die Form der letzten Spiele konservieren, um in der Rückrunde den nächsten Fehlstart zu verhindern und den aktuellen Tabellenplatz gegen die Konkurrenz zu verteidigen, die im engen Aufstiegsrennen nur knapp dahinter liegt und auf Fehler lauert.
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