RB Leipzig gewinnt HWP-Hallenmasters

3. Februar 2025

Fußballtalente in Schwerin: RB Leipzig gewinnt HWP-Hallenmasters

Der Neumühler SV hat mit seinem Nachwuchs-Turnier erneut einen Volltreffer gelandet


Licht aus, Spot an und dann die große Bühne für den Jugendfußball. Es ist schon eine ganz besondere Atmosphäre für die Nachwuchskicker, als sie unter dem tosenden Applaus der knapp 2.000 Zuschauer durch das Cheerleader-Spalier der Mecklenburg Bulls in die Schweriner Palmberg-Arena einlaufen. Und dann stehen sie da, die U12-Kicker namhafter Profivereine in Reih und Glied, staunen über die ausgezeichnete Stimmung, die sie über das ganze HWP-Hallenmasters begleiten wird.


Stolz wie Bolle sind auch die Jungs des gastgebenden Vereins vom Neumühler SV. Was ihr Klub, ihre Familien und alle rund um die U13-Junioren da auf die Beine gestellt haben, das ist für ein Jugendfußball-Turnier schon imponierend, findet auch Rico Behrens, Trainer des 1. FC Magdeburg: "Super Teilnehmerfeld, volle Halle und gute Stimmung. Wir spielen wirklich viele Turniere deutschlandweit, aber so gut organisiert wie das hier haben wir es selten erlebt."


Im ersten Spiel der Veranstaltung dann ein faustdickes Ausrufezeichen, denn Ausrichter Neumühle gleicht durch Tore von Theo Jefremow und Jannik Howe zweimal gegen die Kogge vom FC Hansa Rostock aus und holt mit viel Energie und Leidenschaft einen Punkt. Die Halle explodiert förmlich beim Ausgleich wenige Sekunden vor Spielende. So erlebten die Schweriner Spieler in dieser ersten Partie Momente, die keiner der Jungs so schnell vergessen werden.


Die ersten zehn Partien sind gerade gespielt, da kommt Hektik auf. Qualle, der mit bürgerlichem Namen Pascal Martin heißt, hat den sportlichen Teil des Tages absolviert und seine Spiele gepfiffen. Qualle ist ein Schiedsrichter-Influencer, der in den sozialen Medien eine riesige Anhängerschaft hat. Und auch beim Turnier in Schwerin, denn sofort rennen Dutzende Kinder und Jugendliche hinter dem TikTok-Star her, der gleich Autogramme geben und und Fotos machen wird.


Während auf dem Parkett, auf dem ansonsten die Volleyballerinnen des SSC Palmberg um Punkte kämpfen, gerade der Nachwuchs von Eintracht Frankfurt den BVB aus Dortmund mit 2:0 bezwingt, gönnt sich das Trainergespann von der U12 des SV Werder Bremen eine Pause. Und, wie gefällt das Turnier? „Das ist hier herausragend organisiert, zudem ist das Teilnehmerfeld äußerst attraktiv“, sagt Leander Wasmus. „Und wir sind mit einem ganz klaren Ziel nach Schwerin gekommen: Wir wollen dieses Turnier gewinnen“. Und die Werderaner spielen eine starke Vorrunde. Mit 12 Punkten ziehen sie als Gruppenzweiter hinter den punktverlustfreien Bullen aus Leipzig ins Halbfinale ein. Mit 27:4 Treffern und 18 Zählern aus sechs Partien dominiert Frankfurt derweil die Vorrunde in der anderen Gruppe, in welcher der FC Hansa ins Halbfinale folgt.


Und die Neumühler? Am Ende fehlen drei Punkte für das Halbfinale, Platz 6 in der Vorrunde bedeutet die Qualifikation für das Spiel um Platz 11 am Nachmittag. Im Foyer steht derweil Steffen Klatt, Trainer der U13-Junioren des Neumühler SV und Cheforganisator des Turniers. Er habe in der Nacht vor dem Turnier zwar nicht viel, dafür aber gut geschlafen, sagt er. Jetzt, wo alles seinen Gang geht, da fällt auch bei ihm die Anspannung ab. „Wir sind sehr zufrieden. Wie ich gehört habe, sind es die Gastteams und Zuschauer auch.“ Sein Team wird am Ende auf dem elften von vierzehn Plätzen landen, lässt drei Proficlubs hinter sich. „Wir wollten eigentlich noch mehr, aber mit welcher Leidenschaft und Intensität wir dieses Turnier gespielt haben, macht mich unfassbar stolz auf meine Jungs.“


Das Turnier geht in die Endphase. Die Halbfinal-Partien mit den über den gesamten Wettbewerb gesehen auch stärksten Teams laufen. Die Bremer sind noch dabei, unterliegen Eintracht Frankfurt im Halbfinale, während RB Leipzig gegen Hansa im Shoot-Out die Nerven behält. Im Spiel um Platz drei behält Bremen gegen Rostock mit 4:2 die Oberhand. Im Finale zeigen die Adler aus Frankfurt nochmals ihre Klasse und dominieren das Spiel gegen die Bullen aus Leipzig, welche mit schier grenzenloser Disziplin verteidigen und immer wieder mutige Nadelstiche setzen. Lange steht es 0:0, eher die Eintracht ausgekontert wird und das 0:1 kassiert, welches RB über die Ziellinie rettet. Grenzenloser Jubel bei den Leipziger und ein paar Tränen bei den Frankfurtern. Freud und Leid, beim Fußball liegt das immer nahe beieinander.


Dann gibt es viel Applaus bei der Siegerehrung. Für tolle Mannschaften, schöne Tore, viel Engagement hinter den Kulissen und einen so gelungenen wie bestens organisierten Wettbewerb, der Lust auf mehr macht. "Es war ein mega Turnier, das top vorbereitet und durchgeführt wurde. Es muss sich hinter dem traditionellen Knabenturnier aus Neubrandenburg wirklich nicht verstecken.", ist der Tenor der Teilnehmer.


Mehr? Das bekamen die Zuschauer dann am Tag danach, als sich neun Mannschaften zum Leistungsvergleich unter freiem Himmel trafen. In einer Neunerstaffel behielt hier dann doch die Eintracht aus Frankfurt die Oberhand. Vor dem Hamburger SV und Union Berlin rundeten die Hessen ein erfolgreiches Wochenende in der Landeshauptstadt ab.


Das nächste HWP-Hallenmasters ist zudem bereits terminiert: Am 07.02.2026 empfangen unsere U14-Junioren dann erneut zahlreiche hochkarätige Teams in Schwerin. Bleibt gespannt und erhaltet hier alle Informationen.



Spannende Spiele, volle Ränge und packende Zweikämpfe:

Beim HWP-Hallenmasters in Schwerin sichert sich RB Leipzig den Turniersieg


Nordkurier vom 03.02.2025, Nadja Hoffmann


Es ist schon ein Gänsehautmoment für die jungen Fußballtalente, als sie unter dem Applaus von gut 2 000 Zuschauern in die Palmberg-Arena einlaufen. Zum dritten Mal hat der Neumühler SV zu den HWP-Hallenmasters in Schwerin geladen – und erneut war das Teilnehmerfeld hochkarätig besetzt. Insgesamt 14 Nachwuchsteams teils großer Bundesligaklubs aus ganz Deutschland sowie ein dänischer Vertreter kämpften hier am Sonnabend um den Pokal.


Wer ein Ticket für dieses Turnier ergattert hatte, erlebte Jugendfußball der Extraklasse. „Es war schon toll, als kleiner Verein gegen so große Mannschaften zu spielen“, sagt Nick Baumann vom Ausrichterverein Neumühler SV. Der Gastgeber belegte am Ende Platz 11, und das mit Stolz. „Unser Ziel war es, nicht letzter zu werden“, so der Zwölfjährige. Trainer Steffen Klatt bringt es auf den Punkt: „Wir haben drei Bundesliga-Mannschaften hinter uns gelassen und ich glaube, uns auch sportlich gut verkauft. Gegen Borussia Dortmund, die als Favorit hierhergekommen sind, haben wir 1:0 verloren. Also wir sind sportlich mehr als zufrieden.“


Im hart umkämpften Finale setzte sich RB Leipzig knapp mit 1:0 gegen Eintracht Frankfurt durch. Titelverteidiger Union Berlin konnte seinen Erfolg aus dem Vorjahr nicht wiederholen und belegte Platz 7. Im Vordergrund stand für alle Teams jedoch nicht nur das Ergebnis – das Turnier bot vor allem eine Bühne für die Fußballstars von morgen.


Und Schwerin hat mit den HWP-Hallenmasters einmal mehr gezeigt, dass die Stadt auch als Sportstätte viel zu bieten hat. „Schwerin braucht mehr solcher Veranstaltungen und kann auch noch viel mehr“, betont Steffen Klatt. Doch er weiß auch: Eine Veranstaltung dieser Größe zu etablieren, erfordere Engagement. „Unser Turnier hatte natürlich den Vorteil, dass der Eintritt kostenlos war.“ Man müsse die Leute aber auch abholen. Dass das gelungen ist, zeigt der große Zuspruch: „Am Ende spielen hier nur Kinder Fußball. Aber die 2000 Karten waren so schnell weg. Das ist toll.“


Fotos von Dietmar Albrecht

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Mit einem Kantersieg im Gepäck reiste der Neumühler SV am 16. Spieltag der Kreisliga SN-NWM zur Mannschaft mit dem wohl gefürchtetsten Platz: Der Dargetzower SV, der seine Spiele auf der Bebberwiese (was eine Urgewalt von Stadionname) austrägt, ist bekannt für einen Hartplatz, der in dieser Saison schon so manchen Gegner zur Verzweiflung brachte. Jener schmale, von Asche bedeckte Platz am Rande der Hansestadt Wismar lud nicht unbedingt zum Fußballspielen ein, auch wenn er durch seine glatte Beschaffenheit durchaus für gepflegte Passstafetten taugte. Da die Konkurrenz im Aufstiegskampf gepatzt hatte – Bad Kleinen und Boltenhagen trennten sich im direkten Duell unentschieden und der Mecklenburger SV hatte verloren – ergab sich für die Schweriner die große Gelegenheit, den Abstand zu drei der vier Verfolger auszubauen. Für dieses Vorhaben musste Coach Baruschke sein Team jedoch etwas umbauen. Im dieses Mal kleinen Kader nahm mit Stefan Schulz sogar ein Spieler der Alten Herren auf der Bank Platz, um einen Wechsler mehr aufbieten zu können. Im Tor ersetzte Rusch im lustigen Torhüter-Karussell erneut Burghardt, davor spielte Ausbilder Schröder für den abwesenden T. Sulkowski, sodass erstmals in der Rückrunde die Nachkommen des just wiedergewählten Abteilungsleiters die Innenverteidigung bildeten. Hinten links wurde Koffein-Kevin nach seinem Doppelpack aus der Vorwoche mit einer Position weiter hinten belohnt, da hier schlicht die Alternativen fehlten und er dort schon einmal irgendwann gespielt hatte. Auf den offensiven Außen war damit wieder Platz für die zurückkehrenden Hoffmann und R. Holst. Baruschke wusste, dass es heute nicht nur auf das technische Können, sondern auch auf die Widerstandsfähigkeit ankommen würde. Hierfür war auch Sani Lauri da, die wie so oft mit ihrem Zauberkasten voll Wärmesalbe und Eisspray unterstützte. Schon die ersten Schritte beim Warmmachen zeigten, worauf man sich heute einstellen sollte: Bei jedem Schritt staubte es unter dem Schuhwerk, gegebenenfalls surfte man bei schnellen Richtungswechseln kurz auf einer Steinlawine in die ursprüngliche Richtung. Einige Spieler klagten aufgrund der Härte des Platzes über Fußschmerzen und Schlussmann Rusch sah beim Warmschießen alles andere als glücklich aus. Aber es half nichts, Schiedsrichter Brandt, extra aus Ratzeburg für diese Wahnsinnspartie angereist, eröffnete das Spiel. Zengel zeigte zugleich, was man auf dem Geläuf nicht unbedingt zu oft machen sollte, und legte sich nach wenigen Momenten der Länge nach auf die Nase. Der Gastgeber kam etwas besser ins Spiel und verzeichnete erste Distanzschüsse, ohne aber wirklich gefährlich zu werden. Die Gäste kamen nach fünf Minuten der Eingewöhnung vor allem über Rechtsaußen Holst vors Tor, aber auch hier fehlte zu Beginn die letzte Genauigkeit. Besser machte es in der 18. Minute Zengel, der nach Vorlage von P. Sulkowski aus 16 Metern überlegt ins lange Eck einschob. In der Folge drängte der NSV auf den zweiten Treffer, scheiterte aber nach wie vor mehr an sich als am Gegner. Dargetzow versuchte vor allem über Standards gefährlich zu werden und gerade die Ecken wurden brandgefährlich. Eine davon konnte Kapitän Schröder gerade noch am kurzen Pfosten mit den Haarspitzen über den Kasten lenken und somit den Ausgleich verhindern, Rusch wäre hier vermutlich chancenlos gewesen. Ansonsten stand die Abwehrkette gut, Haudegen B. Schröder köpfte alles Runde weg, was sich bewegte, und Salchow kurbelte über seine Seite das Offensivspiel gekonnt an. Dennoch musste man durch eine weitere Ecke das 1:1 unmittelbar vor der Pause hinnehmen. Zuerst klärte Hahn nur unzulänglich, den zweiten Versuch verlängerte Lauer ansatzlos in die Maschen. Ein ärgerlicher Ausgleich, der sich nicht unbedingt angedeutet hatte, auch wenn die Heimmannschaft in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit nach dem Rückstand besser geworden war. Somit ging es mit einem Unentschieden in die Pause, aus der Neumühle unverändert kam, während die Gastgeber einmal wechselten. Dieses Mal kamen Erstgenannte besser in den Durchgang, Spielmacher Dombrowski erzielte in der 50. Minute technisch fein per Lupfer die erneute Führung, Schlussmann Ruge flog und streckte sich vergebens. Doch dieses Mal sollte der Spielstand nicht mal sechzig Sekunden bestehen bleiben, Günther glich aus Abseitsposition ebenfalls per Lupfer wieder aus. Alles Reklamieren half nichts, der Unparteiische Brandt blieb bei seiner Entscheidung. Unmittelbar danach gab es für Dargetzow die Möglichkeit, erstmalig selbst in Front zu gehen, doch Keeper Rusch rettete seine Farben gekonnt per Pressschlag und brauchte anschließend jeden Millimeter seiner Tentakelarme, um den Ball zu sichern. Dies nutzten die Gäste als Wachruf und steigerten ihre Bemühungen um das dritte Tor erneut, nach wie vor kam man auf dem Platz aber noch nicht wirklich klar und konnte nur wenig Zählbares herausspielen. Baruschke reagierte und brachte in der 62. Minute Hampusch für Holst, neun Minuten später kam Kampfkoloss Schulz vor den Schweriner Sascha Mölders, P. Sulkowski. Beide Joker verliehen den Angriffen neue Dynamik und wurden zum wichtigen Faktor in den restlichen Minuten. Gerade Hampusch tat sich hier hervor, unter anderem mit seinem schönen Lupfertor in Minute 71 zum langersehnten 2:3. Wenig später erinnerte sein Sprint außerhalb des Spielfeldes an Prime Gareth Bale, auch wenn in dieser Situation kein Tor dabei herauskam. In einer intensiven Partie ging es nun darum, die Führung dieses Mal nicht zu verspielen, während die Gastgeber erneut gleichziehen wollten, aber nun an der Defensive des NSV scheiterten, die sich mit Hand und Fuß dagegen wehrte. Bestes Beispiel dafür war ein taktisches Foul von Hahn, der seinem Gegner die Hand reichte und dessen Flosse sekundenlang festhielt, obwohl dieser eigentlich in Richtung Tor unterwegs sein wollte. Brandt war anscheinend begeistert von diesem lässigen Handschlag und verzichtete seltsamerweise auf eine gelbe Karte in einer größtenteils sehr fairen Begegnung. Drei Minuten vor Schluss brachte Baruschke noch Nittke für Hoffmann, um das Ergebnis zu sichern. Dies gelang weiterhin relativ ungefährdet, weshalb Brandt mit seinem Abpfiff später den immens wichtigen Auswärtssieg der Landeshauptstädter offiziell machte. In einem umkämpften Spiel von überschaubarem Niveau gingen somit die Neumühler mit dem besseren Ende vom Hartplatz und können ihren Vorsprung auf die Konkurrenz ausbauen. Nur Gostorf um den sich in Top-Super-Ultraform befindlichen Torjäger und Schirinamensvetter Brandt bleibt nach wie vor zwei Punkte hinter dem NSV auf Platz drei. Ganz vorne steht Spitzenreiter Schlagsdorf/Mustin dagegen kurz vor der Meisterschaft und benötigt dafür nur noch läppische sechs Punkte aus den verbleibenden sechs Spielen. Für die Schweriner beginnen im Kampf um den verbleibenden Aufstiegsplatz nun die Wochen der Wahrheit mit aufeinanderfolgenden direkten Duellen gegen Boltenhagen, Bad Kleinen und eben Gostorf. Durch den hart erarbeiteten Sieg hat man dafür eine gute Grundlage, auch wenn Dargetzow einem viel abverlangte und sich auf Augenhöhe zeigte. In einem Spiel ohne viele echte Chancen entschied am Ende die bessere Durchschlagskraft im Angriff, gepaart mit einer rigorosen Verteidigung, die sich im wahrsten Sinne des Wortes in den Gesichtern der Spieler widerspiegelte. B. Schröders sonst kahle Platte hatte eine aschblonde Farbe angenommen, Zengels Gesicht sah aus, als wäre er auf einen staubigen Bilderrahmen gefallen. In Vorbereitung auf das Aufeinandertreffen mit dem Viertplatzierten SV Bad Kleinen kann man nun die Zeit investieren, um Staub sowie Steinchen aus Klamotten, Lunge, Haaren und Epidermis herauszuwaschen. NSV spielte mit: Rusch – Hahn, B. Schröder, C. Schröder (C), Salchow – Zengel, Schöwe – Holst (62. Hampusch), Dombrowski, Hoffmann (87. Nittke) – P. Sulkowski (71. Schulz)
14. April 2026
Der 15. Spieltag der Kreisliga SN-NWM hielt das Duell zweier Teams mit sagenumwobenen Fußballplätzen bereit. Der Neumühler SV empfing auf der für ihre Schlaglöcher bekannten „Ranch“ den Groß Salitzer FC aus dem unteren Tabellenfeld, der für sein klitzekleines Spielfeld inmitten eines Maisfeldes bekannt ist. Dort hatten sie zuletzt den Aufstiegsanwärtern aus Bad Kleinen und Boltenhagen insgesamt vier Punkte abgetrotzt und damit in der Rückrunde bei einer zwischenzeitlichen Niederlage gegen Dargetzow genauso viele Punkte gesammelt wie der Gastgeber, der die erneut bittere Niederlage gegen den Mecklenburger SV aus der Vorwoche noch verdauen musste. Dennoch ging dieser als Tabellendritter als klarer Favorit in diese Partie. Die Schweriner reagierten auf die zuletzt mangelnde Effizienz und den Ausfall des Flügelduos Hoffmann/Holst mit einigen taktischen und personellen Umstellungen. So rückte Abräumer Hahn in bester Kimmich-Manier von der Sechs nach rechts hinten, um dort für Zucht und Ordnung zu sorgen. P. Sulkowski belebte sein Alter Ego „Stürmer-Sulkowski“ wieder und wurde von Coach Baruschke auf dessen verzweifelter Suche nach einem Goalgetter wieder auf seine ursprüngliche Paradeposition zurückversetzt. Dafür wechselte Zengel trotz seines Tores in der Vorwoche ins defensive Mittelfeld, um gemeinsam mit Allstar Schöwe das Spiel zu dirigieren. Dampfwalze Bebernitz, der dieses Mal zwar nüchtern, dafür aber zu spät kam (Was ist einem jetzt wohl lieber?), rutschte links aus der Verteidigung auf den linken Flügel, für ihn sollte links hinten L. Holst dichtmachen. Rechtsaußen durfte Koffein-Kevin ran, der seinen täglichen Flüssigkeitsbedarf nur aus Energy-Drinks bezieht. Hinten rotierte Burghardt für Rusch ins Tor. Dombrowski war glücklicherweise rechtzeitig geworden und startete erneut auf der Zehn. Solche Personaloptionen hätte sich wohl auch der Gast gewünscht, der am Vorabend nur zehn Mann zusammen hatte, durch eine groß angelegte Umfrage aber doch noch sechs Spieler mehr gefunden hatte. Darunter auch einen laut eigener Aussage „fetten, hässlichen 36-Jährigen direkt aus der Nachtschicht“, der es doch geradewegs in die Startelf schaffte, während das junge Gemüse vorerst auf der Bank blieb. Vermutlich wollte der Gegner zuerst das Alte verbrauchen, bevor etwas Neues abgenutzt wird. Dafür zeigte sich das Sturmduo Dräger/Weinig zuletzt in Topform und hatte bereits über 20 Mal getroffen. Und dieses Gespann sorgte nur sechs Minuten nach Anpfiff von Schiedsrichter Alexander Pätsch für die frühe Führung der Groß Salitzer. Nach einem Ballverlust durch Schöwe rannten die Angreifer gemeinsam auf Burghardt zu, nach Drägers Querpass schob Weinig routiniert ins leere Tor ein. Bereits zuvor hatte man nach einem Stockfehler von Burghardt den Ball aus aussichtsreicher Position nur über das halbleere Tor bugsiert. Der schnelle Schock für den NSV, der daraufhin seine Offensivbemühungen intensivierte und zu ersten Gelegenheiten kam. Aber auch Groß Salitz kam zu einigen Abschlüssen, unter anderem nach einem Freistoß, den Hahn mit einem klassischen Arschtritt verursacht hatte. Neumühles Chancen wurden jedoch vergeben wie die Sünden am Beichtstuhl. Bebernitz und Dombrowski ließen beste Gelegenheiten aus und man konnte sich schon an die Vorwoche erinnert fühlen, als man in der ersten Halbzeit zu wenig aus seinen Chancen machte. Doch dann brachte der klassische Kreisliga-Komet die Erlösung. Ein solcher flog in Minute 24 in den gegnerischen Strafraum, nachdem er kurz die Artemis II beim Landeanflug gestreift hatte. Salchow zog per Volley ab und traf den Ball für alle Parteien überraschend gut, sodass er am verdutzten Schmidt vorbeihüpfte und mithilfe des Innenpfostens die Linie überquerte. Dass Koffein-Kevin diese Kraft hatte, obwohl er bisher nur drei Monster Energy Drinks getrunken hatte und den vierten bei der panischen Suche nach seinen Stutzen vergessen hatte, grenzte schon an Magie. Der Kontrahent wirkte nach dem Ausgleich sehr passiv und kam kaum noch aus der eigenen Hälfte, der Neumühler SV drückte auf den zweiten Treffer wie Jugendliche auf einen Pickel und scheiterte vielfach an sich selbst. So musste die Verteidigung ran, um in Minute 32 die Weichen Richtung Sieg zu stellen. Nach einer Ecke verlängerte T. Sulkowski, jetzt offiziell wieder Abwehr-Sulkowski, den Ball gekonnt per überraschender Bauch-Direktabnahme in Richtung Tor. Hahn, der im Fünfer lauerte, reagierte blitzschnell, zog aus der Drehung ab und stopfte den Ball gekonnt unter dem Torwart hindurch ins Gehäuse zur hochverdienten Führung. Nur hundertachtzig Sekunden später erhöhte Bebernitz nach Vorlage von Dombrowski auf 3:1. Damit ging es auch später in die Halbzeit, Schmidt bewahrte sein Team mit guten Paraden vor der Pause noch vor weiteren Gegentoren. Baruschke zeigte sich nur angesichts des Zwischenstandes zufrieden, ansonsten tat sich sein Team größtenteils schwer, ein vernünftiges Spiel abzuliefern. Vor allem die Chancenverwertung war erneut das große Manko. Er forderte besonders aufmerksame fünfzehn Minuten nach Wiederanpfiff, um die Partie so zu entscheiden. Die Schweriner setzten genau das sofort um. Zengel fing nach Anstoß einen gegnerischen Pass ab und spielte sofort nach vorne, Dombrowski streichelte den Ball wie ein Pfarrer den Schopf eines Jünglings im Kloster, und Salchow vollstreckte eiskalt zum 4:1. Kurz darauf verwehrte er sich selbst den Hattrick, als er aus kurzer Distanz nur die Latte traf, auch wenn er und Kronzeuge Bebernitz behaupteten, die Kugel hätte danach die Linie überquert. Pätsch sah es wie oft an diesem Tag anders. Der Groß Salitzer FC wehrte sich mit zunehmenden Gegentoren vermehrt mit rustikaler Zweikampfführung, die oft die Grenze des Erlaubten überschritt. Nach vorne wurde er nur einmal gefährlich, als Burghardt sensationell parieren konnte und sich damit das Lob von Mit- und Gegenspielern, Trainern, Nachbarshunden, Vögeln und Regenwürmern einholte. Schröders Torwarttraining hatte sich damit mehr als bezahlt gemacht. Nach wie vor war es ansonsten ein Spiel auf ein Tor, auch wenn die Spannung bei Neumühle merklich nachließ. So dauerte es bis zur 62. Minute, um in Person von Dombrowski auf 5:1 zu stellen. Nach dieser Vorentscheidung wechselte Baruschke zweimal und brachte Hampusch und B. Schröder für Salchow und T. Sulkowski in der 72. Minute. Nur zwei Zeigerumdrehungen später stellte Zengel auf 6:1, als er nur noch ins leere Tor einschieben musste. Daraufhin tauschte der Hauptübungsleiter erneut und schickte Lode und Maschler für Bebernitz und den glücklosen P. Sulkowski, der von einem Gegenspieler vollkommen zu Unrecht mit Sascha Mölders verglichen wurde, auf den Platz. Kurz darauf schwächte sich der Gast mit einer Gelb-Roten Karte selbst, sodass der gelb-blaue Sturmlauf in der Schlussviertelstunde weiterging. Durch viele falsche Entscheidungen im letzten Drittel, zu schwache Abschlüsse oder einige gute Paraden von Schmidt verpasste man lange den siebten Treffer. Zum Schluss hatte man noch mehr Pech, als sich Maschler verletzte und man zu zehnt zu Ende spielen musste. Erst in der Nachspielzeit war man nach einer schönen Kombination erfolgreich. L. Holst zeigte seinen inneren Brasilianer und spielte einen hohen Ball mit der Schulter zu Hampusch, der direkt verlängerte. Zuletzt tauchte Joker Lode vor dem Tor auf, benutzte seine Pike als Billard-Queue und schnippelte so die Kugel damit wie auch immer am Keeper vorbei ins Netz. Große Freude herrschte im Team über seinen Premierentreffer und die Kiste, die damit einhergeht. Pätsch war anscheinend ein Freund von langen Spielen und hatte trotz des eindeutigen Ergebnisses fünf Minuten zusätzlich verhängt. Diese endeten kurz danach, als Dombrowski unmittelbar nach Anstoß einen langen Ball von Schmidt blockte, der danach eigentlich Lode klar foulte und einen Elfmeter verursacht hätte, wäre nicht irgendwo in dieser Situation das Spiel für den Unparteiischen beendet gewesen. Mit seinem letzten von vielen wirren Pfiffen und Nichtpfiffen beendete er so das Spiel. Durch die Niederlage des Mecklenburger SV im Parallelspiel gegen Gostorf rutscht der NSV damit wieder auf Platz zwei der Tabelle und hat nun zwei Punkte Vorsprung auf das Trio aus Mecklenburg, Bad Kleinen und Gostorf. Boltenhagen lauert mit drei Zählern weniger dahinter, Burgseeverein Schwerin hat sich nach nur einem Punkt gegen die Kellerkinder aus Sievershagen und Parum/Dümmer aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet, in dem Schlagsdorf/Mustin mit 13 Punkten Vorsprung an der Spitze einsam seine Kreise zieht, was den Kampf um den verbliebenen Aufstiegsplatz umso heißer werden lässt. In diesem geht es für Neumühle bald richtig zur Sache. Nach einer Reise auf den legendären Platz in Dargetzow, der aussieht wie ein Parkplatz, aber ein zugelassenes Spielfeld ist, geht es gegen drei direkte Konkurrenten nacheinander. Hierfür wird es vor allem eine deutlich bessere Effizienz benötigen als in diesem Spiel, auch wenn der Gegner trotz Frühstart letztlich chancenlos war und nur sehr wenig auf den Platz brachte. Die Schweriner zeigten sich auch aufgrund der Überzahl fußballerisch verbessert, hätten aber eigentlich eine zweistellige Anzahl an Toren erzielen müssen, was auch Baruschke ärgerte. Dennoch unterstreicht man mit diesem Kantersieg seine Ambitionen, gerade wenn man das Ergebnis mit dem mauen 1:1 aus dem Hinspiel vergleicht. Insgesamt steht man nach vier Spielen der Rückrunde nun bei sieben Punkten, in der Hinrunde hatte man damals nur zwei Punkte gesammelt und belegte den vorletzten Platz. Durch das Unentschieden begann damals eine Serie von zehn ungeschlagenen Spielen in Folge. Der Erfolg ist nun hoffentlich erneut Startpunkt einer weiteren Reihe erfolgreicher Ergebnisse. Neumühle spielte mit: Burghardt – Hahn, T. Sulkowski (72. B. Schröder), C. Schröder (C), L. Holst – Zengel, Schöwe – Salchow (72. Hampusch), Dombrowski, Bebernitz (75. Lode) – P. Sulkowski (75. Maschler) Ebenfalls im Kader: Pohl (na ja, so halbwegs zumindest)
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