Holstein Kiel gewinnt HWP-Sommermasters

1. Juli 2024

Holstein Kiel gewinnt Sommermasters des Neumühler SV in Schwerin
Der Neumühler SV hat mit seinem Nachwuchsturnier wieder einen Volltreffer gelandet
Tim-Julius Berchtold (SVZ)

28 Mannschaften, 126 Spiele und am Ende steht ein künftiger Bundesligist beim U12-Sommermasters in Schwerin ganz oben. Die Entscheidung fällt im letzten Spiel, ein Tor entscheidet.


Bange Blicke nach Abpfiff. Hat der 3:0-Sieg gereicht? Gerade hatten die U12-Fußballer von Holstein Kiel in ihrem letzten Turnierspiel die Nachwuchskicker von Bayer Uerdingen geschlagen – und schon gingen die Rechenspiele los. Denn auf dem Parallelplatz feierte der FC St. Pauli gegen seinen Gegner vom SC Borea Dresden ebenfalls einen Sieg. Punktgleichheit, jetzt ging es um die geschossenen Tore.


Vor den Augen der anderen Teams reckte Holstein Kiel den Pokal in die Höhe. (Foto: Tim-Julius Berchtold)

Es war ein wahres Herzschlagfinale, das die Zuschauer im Schweriner Stadion Lambrechtsgrund beim Sommermasters des Neumühler SV geboten bekamen. Mehr als 1800 Besucher waren über den Tag verteilt gekommen. Mit einem mehr geschossenen Tor krönten sich die Kieler schließlich zum Turniersieger. Der Jubel kannte keine Grenzen bei den jungen Fußballern vom künftigen Bundesligisten.


„Wir sind komplett ohne Erwartungshaltung hierhergefahren und haben nicht damit gerechnet, dass wir das Turnier gewinnen können“, sagte Holstein-Trainer Christian Riecks, nachdem seine Mannschaft den goldenen Pokal überreicht bekommen und in den Himmel gereckt hatten. „Natürlich pusht so ein Sieg auch nochmal die Beurteilung eines Turniers, aber es war sehr gelungen. Für das leibliche Wohl war gesorgt, das Wetter hat mitgespielt und auch die Einteilung der Felder hat mir gefallen“, zog Riecks ein Fazit.


Insgesamt waren 28 Mannschaft im Stadion Lambrechtsgrund angetreten. Die Teams kamen von vielen lokalen Vereinen wie dem MSV Lübstorf, SC Parchim oder der SG 03 Ludwigslust/Grabow, aber auch Bundesligisten wie der FC St. Pauli oder Union Berlin waren zum Sommermasters. Gerade die Mischung machte es aus. „Wir sind ein Perspektivteam und haben das Turnier als Saisonabschluss gesehen. Viel Spielzeit, schönes Anlage, tolles Event. Das wollten wir den Jungs ermöglichen“, sagte etwa Union-Berlin-Betreuer Sebastian Kraft.


Auf den vier Kleinfeldern, in die der Rasenplatz eingeteilt wurde, ging es sportlich richtig zur Sache. „Wir haben grandiosen Fußball gesehen“, sagte Turnierorganisator Steffen Klatt vom Neumühler SV, „es ist echt schön zu beobachten, wie sich Kinder in dem Alter fußballerisch entwickeln.“ Und obwohl sich qualitative Unterschiede zwischen den Mannschaften aus den Nachwuchsleistungszentren und von lokalen Vereinen zeigten, respektierten sich die Nachwuchskicker gegenseitig auf dem Platz.


Wenn es dann doch mal emotional wurde, sorgte das Schiedsrichterteam um ihren Dienstältesten Matthias Schulz für Ordnung. „Ich war bereits im letzten Jahr dabei und wollte unbedingt wieder mitmachen. Das Turnier ist top organisiert, die Mannschaften sind interessant und es sind Jungs aus unterschiedlichen Nationen dabei“, so Schulz, der für den Burgsee Verein Schwerin pfeift.


Die unterschiedlichen Spielstile der Mannschaften hätten für ihn den Reiz ausgemacht. „Du siehst im 10-Minuten-Takt verschiedene Fußballcharaktere und willst ja nicht nur drumherum pfeifen, sondern auch sehen, wie so eine Mannschaft zusammenspielt.“ Schulz war es auch, der das finale Spiel des Turniersiegers Holstein Kiel pfiff.

SC Borea Dresden schwärmt von Organisation


Obwohl es nur einen Sieger geben kann, zeigten sich die meisten Mannschaften nach dem letzten Spiel mehr als zufrieden. „So ein toporganisiertes Turnier habe ich noch nicht erlebt, weder in meiner Spielerkarriere noch als Trainer“, sagte SC-Borea-Dresden-Trainer Kevin Urbanek, der aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskam. „Tolle Atmosphäre, tolles Stadion und dann auch noch mit Livestream. Was für eine gute Qualität war das bitte?“ 


Gemeint war der Livestream von SVZ und Nordkurier, bei dem rund acht Stunden lang die Partien von einem der vier Kleinfelder übertragen wurden. Neben einigen Trainern und Mannschaftsbetreuern waren dort unter anderem auch MV-Sportministerin Stefanie Drese und der Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier zu Gast. Alle Spiele sind im Re-Live unter www.svz.de/sommermasters abrufbar.


Nach dem Turnier ist beim Neumühler SV vor dem Turnier. Denn das Hallenmasters am 1. Februar 2025 steht bereits in den Startlöchern. Mit Vereinen wie Borussia Dortmund, RB Leipzig oder Eintracht Frankfurt werden auch dort wieder hochklassige Teams vertreten sein. Steffen Klatt: „Wir sind ein kleiner Verein und eine Handvoll Leute, die sich um die Turniere kümmern. Das größte Lob ist das positive Feedback der anderen Mannschaften und deshalb machen wir weiter.“


Nur der Standort für das Sommermasters im kommenden Jahr sei noch ungewiss, denn dann finden Umbauarbeiten am Stadion Lambrechtsgrund statt. „Vielleicht gehen wir ins Schweriner Umland.“ Als Titelverteidiger wird dann sicherlich auch Holstein Kiel wieder dabei ein.


Ergebnisse Vorrunde | Ergebnisse Finalrunde | SVZ-Bericht | NDR-Bericht |

Alle Spiele im Re-Live | TV:Schwerin-Bericht


Fotos von Steffen Daniel

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Dennoch sah man in dieser Begegnung eine dezente Verbesserung, da erstmals der Wille beim Team stimmte, Spiele über Mentalität zu gewinnen. Baruschke zog seine Lehren aus dem erneuten Fehlstart und ging zu einer defensiveren Taktik über, die der Mannschaft entgegenkam und deutlich mehr Sicherheit im Aufbau verschaffte. Ebenfalls erholte sich die Verteidigung und sollte in den nächsten Spielen unter dem Duo Zengel/Sulkowski in der Innenverteidigung aufblühen, auch wenn beide dieser Position eher schwiegermütterlich gegenüberstanden. Auch Abräumer Schöwe, den sich der NSV sonst immer mit den Footballern der Mecklenburger Bulls teilen musste, zählte zu den Dauerbrennern. Diese Saison entschied er sich endlich für den richtigen Ballsport und glänzte als Zerstörer mit Offensivdrang, der auch fünf Tore erzielte. Den ersten Befreiungsschlag gab es gegen den Dargetzower SV mit einem 4:0-Heimsieg, bei dem es erstmals auch spielerisch lief und vieles besser klappte als zuvor. 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Ein echtes Highlight des Spiels sollten die Flugeinlagen von Malocher Grap sein, der neunmal (ja, richtig gelesen, neunmal!!!) über seinen eigenen Schatten stürzte, aber immer wieder aufstand und defensiv eine starke Partie zeigte (man erinnere sich an den seitlich gehechteten Bauchklatschkopfball). Hiernach folgte das absolute Highlight der Hinrunde. Am siebten Spieltag empfing man den Zweitplatzierten der Liga, den Gostorfer SV, der mit Jerome Brandt nach wie vor den besten Torjäger in seinen Reihen hat. Was alle angespannt als sehr schweres Spiel betrachteten, entpuppte sich als wahres Fußballfest. Nach einer selten so gesehenen ersten Halbzeit voller fußballerischer Dominanz, perfektem Defensivspiel und gnadenloser Effizienz führte man nach 45 Minuten 6:0 (!!!); die gefürchtete gegnerische Offensive war so ungefährlich wie ein Kätzchen für eine Antilope. Am Ende stand hier ein 8:2, bei dem sich auch die Neuverpflichtungen zeigen durften. Von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit lockte man die jungen Studenten mit der Aussicht auf geselliges Beisammensein und gnadenloses Besaufen an. Durch die Verstärkung ergab sich für Baruschke eine ungewohnt luxuriöse Kaderbreite, die er vorher noch nicht erleben durfte. Statt der krampfhaften Suche nach öölf Spielern aus dem vorherigen Jahr gab es nun eher die Frage, welcher der anwesenden Spieler es nicht in den Spieltagskader schaffen kann, da es dort nur 18 Plätze gibt. Allgemein gab es spielertechnisch viel mehr Konstanz, sodass sich ein festes Gerüst einspielen konnte. Die Viererkette mit Grap, Zengel, Sulkowski und Käpt’n Schröder stand, davor räumte Schöwe ab, während Dombrowski das Offensivorchester dirigierte, das richtig auf Touren kam. Gegen den Lokalrivalen vom Burgseeverein Schwerin holte man einen knappen Derbysieg, der eigentlich höher hätte ausfallen müssen, auch wenn der Gegner viel fußballerisches Potenzial andeutete. Danach feierte man mit einem 9:1 gegen den völlig chancenlosen SV Sievershagen den höchsten Sieg der Hinrunde, mit dem man erstmals in der Tabelle dahin sprang, wo man sich vor der Saison hingewünscht hatte: auf einen Aufstiegsplatz. Durch ein abschließendes 1:4 gegen den Brüeler SV II und den damit siebten Sieg in Folge sicherte man sich zur Winterpause diesen zweiten Platz. Damit liegt man zehn Punkte hinter dem unangefochtenen Primus Schlagsdorf/Mustin, der ohne Punktverlust und mit der besten Offensive und Defensive ausgestattet sehr wahrscheinlich schon für die Kreisoberliga planen kann. Der NSV kann neben dem zweiten Tabellenplatz auch die zweitbeste Defensive und die drittbeste Offensive aufweisen. Insgesamt spielte der Neumühler Sportverein damit eine mehr als zufriedenstellende Halbserie, gerade in Anbetracht der ersten vier Spiele, in denen man zehn Tore kassierte und nur vier schoss. Einige wähnten sich hier nach wie vor in der Negativspirale der letzten zwei Jahre, doch dann schaffte man endlich die Wende, auf die man so lange gewartet hat. Diese wurde begünstigt durch die angesprochene taktische Umstellung, die nun etwas einfacheren Fußball vorsieht. Durch eine sich fest etablierende Achse von Spielern, die fast immer da waren, konnte sich im Team eine Sicherheit entwickeln und feste Abläufe einspielen. Der große Kader machte es möglich, Ausfälle besser zu kompensieren und auf jeder Position auch qualitativ ähnlich zu ersetzen. Außerdem schaffte man es endlich, die Mentalität auf den Platz zu bringen, die es für diese Ligen braucht. Selbst die Edeltechniker schrecken nicht vor rustikalen Grätschen zurück, um dem Team beim Verteidigen zu helfen. Dazu ist die Mannschaft im Angriff schwer auszurechnen, da es viele Torschützen gibt und nicht den einen Goalgetter. Somit können sich die Gegner nur schlecht auf den vermeintlich torgefährlichsten Spieler einstellen. Somit gibt es in Neumühle endlich wieder Siege und zufriedene Trainergesichter. Die lange Winterpause kommt jetzt eher ungelegen, und man darf gespannt sein, wie es im März weitergeht, wenn es gegen Schlagsdorf/Mustin auf der Ranch zum ultimativen Spitzenspiel kommt. Es bedarf eines perfekten Spiels, um jener Spielgemeinschaft den ersten Punktverlust zuzufügen. Unabhängig von diesem Ergebnis muss man die Form der letzten Spiele konservieren, um in der Rückrunde den nächsten Fehlstart zu verhindern und den aktuellen Tabellenplatz gegen die Konkurrenz zu verteidigen, die im engen Aufstiegsrennen nur knapp dahinter liegt und auf Fehler lauert.
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